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Marktbericht 20:02 Uhr

Fallende Ölpreise

Dax wieder im Rückwärtsgang

Stand: 16.02.2016, 20:02 Uhr

Erneut fallende Ölpreise aufgrund eines enttäuschenden Abkommens einiger Förderländer haben den Dax am Dienstag wieder unter Druck gesetzt. Hilfe erhalten die Kurse dagegen vom Euro.

Zwar hatten Russland und Saudi-Arabien gemeinsam die Initiative zum Stopp des Preisverfalls ergriffen und damit zeitweise die Preise hochgetrieben. Doch einigten sie sich nur auf ein Einfrieren der Förderung auf dem Niveau vom Januar - und das auch noch unter der Voraussetzung, die übrigen Förderländer stimmen zu. Insidern zufolge wird der Iran vorerst nicht mitziehen. Hoffnungen auf ein sinkendes Überangebot wurden damit enttäuscht.

Die Nachricht hat an den europäischen Aktienmärkten erneut für Verunsicherung gesorgt. Dax verliert 0,78 Prozent oder 71 Punkte und schließt bei 9.135. Im Tagesverlauf war der Leitindex zeitweise bis auf 9.079 Punkte abgesackt. Die heutige Abwärtsbewegung ist zwar letztlich moderater ausgefallen als befürchtet, dennoch könnte der Index nun wieder zurück auf die runde 9.000er Marke abrutschen, meinen Experten.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
45,84
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-3,40%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
44,48
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-1,87
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-4,03%

Als Belastung erweist sich am Dienstag auch der neueste ZEW-Konjunkturindex. Das Barometer für die Konjunkturerwartungen in den kommenden sechs Monaten brach im Februar um 9,2 auf 1,0 Punkte ein. Es fiel damit bereits den zweiten Monat in Folge und liegt nunmehr weit unter seinem historischen Schnitt von rund 25 Zählern.

Empire State-Index schwächer, Dow steigt

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Börse 19.00 Uhr

Aus den USA kommen ebenfalls schlechte Nachrichten. Der Index der New Yorker Fed für das verarbeitende Gewerbe ist im Februar auf minus 16,6 Punkte gefallen. Experten hatten einen Rückgang auf minus zehn Punkte erwartet. Die Daten zum Häusermarkt enttäuschten ebenfalls.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.626,97
Differenz absolut
-47,21
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-0,44%

Allerdings scheint ein Großteil der negativen Meldungen bereits eingepreist zu sein. Der Dow-Jones-Index in New York ist jedenfalls freundlich in den Handel gestartet und hat im weiteren Verlauf seine Gewinne weiter ausgebaut. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Dow 1,26 Prozent höher bei 16.178 Punkten. Die Anleger seien zwar weiter vorsichtig, suchten aber zum Teil schon wieder nach Schnäppchen, sagten Händler. Aufwärts ging es mit Aktien von Banken sowie konjunktursensiblen Werten wie Caterpillar, Home Depot und Boeing.

Euro rutscht ab

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1226
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0,00
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Als Stütz für den Dax hat sich der Euro erwiesen. Die Gemeinschaftswährung hat weiter nachgegeben und ist bis zum Abend auf 1,1125 Dollar gefallen. Grund sind Aussagen des Philly-Fed-Chefs Patrick Harker, der empfiehlt zunächst mit einer weiteren Zinserhöhung zu warten bis sich die Inflation normalisiert habe. In der zweiten Jahreshälfte sei dann eine bedeutendere Anhebung der Zinsen zu erwarten.

Eon und die Unsicherheit

Die Aktien von Eon sind mit einem Minus von 3,6 Prozent der schwächste Wert im Dax. Händler verwiesen auf einen Medienbericht über eine hohe Deckungslücke bei den Kosten zum Atomausstieg. Dies sei zwar nicht neu, erinnere aber an die enorme Unsicherheit für die Branche. Analyst Ingo Becker von Kepler Cheuvreux schrieb, bei der Finanzierung der atomaren Altlasten sei eine Begrenzung des Haftungsrisikos für die Atomkonzerne unwahrscheinlich.

Beiersdorf profitieren

Beiersdorf-Aktien gehören vor der Präsentation der Jahreszahlen morgen zu den wenigen Gewinnern im Dax. Im aktuell unsicheren Marktumfeld setzten Anleger vermehrt auf defensive Werte, sagte ein Händler. Zudem liefere die Charttechnik Unterstützung. So hatte der Kurs zum Wochenauftakt die 200-Tage-Linie zurückerobert. Dieser Durchschnittskurs gilt als Indikator für den langfristigen Trend.

HeidelbergCement gibt trotzdem nach

Der Baustoffkonzern HeidelbergCement hat im vierten Quartal 2015 eines der besten Ergebnisse seiner Geschichte eingefahren. Hilfreich waren der schwache Euro, niedrigere Energiepreise und Preiserhöhungen. Die Aktie ist dennoch ins Minus gedreht.

Automarkt in Europa wächst weiter

Der Aufwärtstrend am europäischen Pkw-Markt hält an. Im Januar wurden in der Europäischen Union 1,06 Millionen Fahrzeuge zugelassen. Das sind 6,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Herstellerverband ACEA am Dienstag mitteilte. Damit stieg der Absatz den 29. Monat in Folge. "Das Ergebnis ist ermutigend für die nahe Zukunft, und der nach oben gerichtete Markttrend bleibt stabil", teilte der Verband mit.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
119,15
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-1,53%

VW ist für China wieder optimistischer

Nach dem Absatzrückgang 2015 in China rechnet Volkswagen in diesem Jahr wieder mit rund sechs Prozent Wachstum auf seinem wichtigsten Markt. "Ich bin optimistisch", sagte China-Vorstand Jochem Heizmann am Dienstag in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Peking. Auch sei der Profit im vorigen Jahr weiter "ordentlich" gewesen.

Siemens gegen Osram

Siemens will auf der heutigen Hauptversammlung von Osram gegen die Entlastung von dessen Vorstandschef Olaf Berlien stimmen. Hintergrund ist ein Streit über die Ausrichtung des traditionsreichen Leuchmittelherstellers. Während Berlien sein Haus stark auf die Produktion von LED-Chips ausrichten will, sieht Siemens-Chef Joe Kaeser die Ausrichtung äußerst kritisch. "Die Aktien sind in Reaktion auf die neue Strategie von Berlien um rund 30 Prozent abgerutscht - nun kommt neue Hoffnung auf eine Erholung auf", sagte ein Händler. Siemens hält noch 17,5 Prozent an Osram, die Mehrheit an der Tochter hat Siemens 2013 an die eigenen Aktionäre verschenkt.

Airbus mit noch mehr Aufträgen

Airbus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
53,85
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Zulegen können die im MDax notierten Papiere von Airbus. Der Flugzeugbauer hat im vergangenen Jahr mehr Aufträge tatsächlich erhalten als bisher gemeldet. Die Zahl der bestellten Maschinen sei nachträglich um 44 auf 1.080 Flugzeuge gestiegen, teilte Airbus am Dienstag in Toulouse mit. Grund für die Änderung sind laut Airbus vertragliche Bedingungen, die sich erst im Nachhinein im Januar erfüllt hätten.

MTU fällt in Ungnade

Der mit Abstand größte Verlierer im Dax ist die MTU-Aktie. Der Triebwerksbauer hat seine im Sommer angehobene Ergebnisprognose für 2015 übertroffen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 440 Millionen Euro. Rückenwind brachte eine starke Entwicklung des Wartungsgeschäfts. Beim Umsatz erreichte das MDax-Mitglied mit einem Anstieg um 13 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro, allerdings nicht das Ziel von 4,6 Milliarden.

Orange übertrifft sich selbst

Der französische Telekomkonzern Orange hat im vergangenen Jahr von Kostensenkungen profitiert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag 2015 mit 12,43 Milliarden Euro höher als vom Management in Aussicht gestellt. Gespräche mit dem französischen Mischkonzern Bouygues über einen Kauf von dessen Telekomsparte bräuchten allerdings noch Wochen, bis eine Einigung gefunden werden könne, hieß es.

Michelin läuft rund

Der französische Reifenhersteller Michelin hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 8,4 Prozent auf 21,2 Milliarden Euro gesteigert. Der Nettogewinn des Continental-Konkurrenten kletterte um 13 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Rückenwind brachte der schwache Euro.

lg

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