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Marktbericht 11:50 Uhr

Marktbericht negativ

Die Frage aller Fragen

Dax: Wie tief denn noch?!

von Angela Göpfert

Stand: 20.01.2016, 11:50 Uhr

Nach dem neuerlichen Dax-Einbruch fragen sich Anleger verzweifelt: Wo ist der Boden? Wo können die Kurse jetzt Halt finden?

Der Dax fällt bis zum Mittag in der Spitze um 3,6 Prozent auf 9.317 Punkte. Mit dem Rutsch unter die Crash-Tiefs vom August und September (9.338/9.325 Punkte) sendet der deutsche Leitindex ein frisches Verkaufssignal.

Dax folgt schlechten Vorbildern

Er reiht sich damit nahtlos in die Riege der globalen Indizes ein, die ihre 2015er-Tiefs bereits gerissen haben, darunter der europäische Leitindex EuroStoxx 50 und seine amerikanischen Pendants Dow Jones und S&P 500.

EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
2785.80
Differenz absolut
0.63
Differenz relativ
+0.02%
S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
1853.44
Differenz absolut
-26.61
Differenz relativ
-1.42%
Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
16027.05
Differenz absolut
-177.92
Differenz relativ
-1.10%

Diese weltweite Ausverkaufsstimmung könnte allerdings auch einer – zumindest kurzfristigen Erholungsrally – den Boden bereiten. Kommt es heute zu einem "Panik-Tag" an der Wall Street (NYSE-Abwärtsvolumen von mehr als 90, besser: mehr als 95 Prozent), stehen die Chancen für eine Gegenbewegung nicht schlecht.

Achtung, fallendes Messer!

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8959.76
Differenz absolut
-19.60
Differenz relativ
-0.22%

Zumal auch aus Sentiment-Sicht ein Tief recht nahe scheint: Die Privatanleger in den USA sind aktuell so pessimistisch gestimmt wie seit 2003 nicht mehr, das kann getrost als Kontraindikator verstanden werden.

Allerdings sollten Anleger nicht den Fehler begehen, jetzt in Schnäppchen-Panik zu verfallen nach dem Motto: So eine günstige Kaufgelegenheit kommt so schnell nicht wieder. Sie laufen Gefahr, in ein fallendes Messer zu greifen. Eine nachhaltige Bodenbildung sollte neuen Langfrist-Engagements unbedingt vorausgehen.

Haltezonen verzweifelt gesucht

Doch wo könnte der Dax jetzt nach dem Bruch der Unterstützung bei 9.300 Punkten seinen Boden finden? Fakt ist: Mit dem heutigen Tag haben sich die mittel- bis langfristigen Perspektiven für den Dax dramatisch eingetrübt.

Im Dunstkreis der 9.100er-Marke verlaufen einige eher schwache Unterstützungen. Die nächste wirklich ernst zu nehmende Haltezone ist allerdings erst bei 8.355 Zählern auszumachen – das markante Tief aus dem Jahr 2014. Darunter verläuft bei 8.100 Punkten eine regelrechte "Beton-Unterstützung" in Form der alten Rekordmarken aus den Jahren 2000 (8.136) und 2007 (8.152).

Ölpreise: Tiefer geht immer

Größter Belastungsfaktor für die globalen Aktienmärkte ist und bleibt der Ölpreis. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur März-Lieferung kostete am Vormittag 27,95 US-Dollar und damit 81 Cent weniger als am Vortag.

Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI zur Lieferung im Februar fiel noch etwas stärker um 1,07 Dollar auf 27,39 Dollar. Der Preis für US-Rohöl rutschte damit auf den tiefsten Stand seit über zwölf Jahren.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.1178
Differenz absolut
-0.00
Differenz relativ
-0.19%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
33.24
Differenz absolut
0.00
Differenz relativ
0.00%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz New York Mercantile Exchange für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
30.33
Differenz absolut
0.17
Differenz relativ
+0.56%

Raus, raus, raus – aber wohin?

Größter Gewinner der anhaltenden Panik am Aktienmarkt ist der Goldpreis. Die Feinunze Gold kostet am Mittwoch in der Spitze 1.097 Dollar. Interessant ist, dass die Goldminen-Aktien vom wiedererstarkenden Goldpreis in den vergangenen Wochen nicht profitieren konnten. Sie fielen - wie alle anderen Aktien auch.

Das zeigt überdeutlich: In einem Bärenmarkt sind die Rückzugsorte für Anleger extrem begrenzt.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 3 Monate
Kurs
1189.03
Differenz absolut
-0.16
Differenz relativ
-0.01%
Gold in Euro: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 3 Monate
Kurs
1063.82
Differenz absolut
2.27
Differenz relativ
+0.21%

Bankaktien unter Druck

Papiere der Deutschen Bank und Commerzbank stehen im Dax besonders stark unter Druck. Die Banken haben zu kämpfen mit der Konjunkturabschwächung in Schwellenmärkten, einer Verkleinerung des Investment Banking sowie niedrigen Zinsen und dem Gegenwind von der Währungsseite.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
14.10
Differenz absolut
0.28
Differenz relativ
+1.99%
Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6.55
Differenz absolut
-0.05
Differenz relativ
-0.82%

Citigroup wirbelt Autowerte durcheinander

Die US-Investmentbank Citigroup sorgt mit einer frischen Analystenstudie zum Automobilsektor für Aufruhr. Die BMW-Aktie gehört nach einer Verkaufsempfehlung von Citi schwächster Wert im Dax. VW und Daimler werden dagegen von der Citi mit "Kaufen" eingestuft.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
59.39
Differenz absolut
0.03
Differenz relativ
+0.05%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
96.75
Differenz absolut
-1.21
Differenz relativ
-1.24%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
68.63
Differenz absolut
-0.67
Differenz relativ
-0.97%

VW setzt in Amerika auf Ex-BMW-Manager

Die wichtige Region Nordamerika mit dem Problemmarkt USA wird bei Volkswagen künftig von einem ehemaligen BMW-Manager gesteuert. Hinrich Woebcken soll den krisengeschüttelten Autobauer auf der anderen Seite des Atlantiks zurück in die Spur bringen.

Post völlig unbeeindruckt

Die Deutsche Bahn will im Frühjahr gemeinsam mit dem Paketdienst GLS in das Paketgeschäft einsteigen. Der Start werde in Deutschland erfolgen, erklärte Bahnchef Rüdiger Grube am Mittwoch in Berlin, "und dann nach und nach in Europa". Die Aktie der Deutschen Post lässt das weitgehend kalt, sie fällt mit dem Markt.

ThyssenKrupp: Ganz gelassen – trotz China

ThyssenKrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.16
Differenz absolut
-0.16
Differenz relativ
-1.16%

ThyssenKrupp rechnet wegen der Konjunkturabkühlung in China nicht mit größeren Problemen. "Wir können auch mit einem Wirtschaftswachstum von fünf Prozent in China gut leben", sagte Konzernchef Heinrich Hiesinger der "Süddeutschen Zeitung". "Für übertriebene Aufregung besteht kein Anlass."

Aixtron: Cree hilft ein wenig

Im TecDax notieren Aixtron-Aktien etwas besser als der Gesamtmarkt. Die Quartalszahlen des amerikanischen LED-Herstellers Cree sind besser ausgefallen als erwartet. Cree-Papiere sind am Dienstag im nachbörslichen US-Handel um 6,6 Prozent in die Höhe geschnellt. Das stützt auch Aixtron als Zulieferer für die LED-Industrie.

HDI versichert keine Fluglinien mehr

Der Versicherungskonzern Talanx zieht sich wegen des grassierenden Preiskampfs teilweise aus der Luftfahrt-Versicherung zurück. "Wir haben beschlossen, keinen Versicherungsschutz für kommerzielle Airlines anzubieten", sagte der Chef der Talanx-Sparte HDI Global, Christian Hinsch, dem "Handelsblatt".

Shell im Ölpreis-Sog

Der Ölpreisverfall setzt dem britisch-niederländischen Energieriesen Shell stark zu. Allein im Schlussquartal 2015 dürfte der bereinigte Gewinn - eine für Shell wichtige Kennziffer - auf 1,6 bis 1,9 Milliarden US-Dollar abgesackt sein, teilte der Konzern nach vorläufigen Berechnungen mit.

IBM steckt im Abwärtsstrudel fest

IBM
IBM: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
113.20
Differenz absolut
1.21
Differenz relativ
+1.08%

Beim weltweit größten IT-Dienstleister IBM sind die Umsätze im vierten Quartal um 8,5 Prozent gefallen. Das ist der 15. Umsatzrückgang in Folge. Der Nettogewinn brach um 19 Prozent ein. Zu schaffen machen dem Konzern der starke Dollar und die Sparsamkeit der Kunden bei IT-Ausgaben.

Netflix gewinnt 5,6 Millionen neue Kunden

Die Aktie des Video-Dienstes Netflix ist am Dienstag nach US-Börsenschluss um 6,9 Prozent hochgesprungen, nachdem das Unternehmen mit seinem Quartalszahlen die Erwartungen an der Wall Street übertraf. Netflix gewann im vergangenen Quartal rund 5,6 Millionen Kunden hinzu, so viele wie noch nie in einem Vierteljahr.

Milliardenfusion unter US-Chipherstellern

Nach dem Ausstieg des Chipherstellers Dialog Semiconductor aus dem Bieterstreit um den US-Rivalen Atmel ist der Konkurrent Microchip Technology nun zum Zuge gekommen: Beide Unternehmen haben sich auf die Übernahme zum Preis von rund 3,56 Milliarden US-Dollar geeinigt.

Höhere Kakaopreise beflügeln Barry Callebaut

Der Schokoladenhersteller Barry Callebaut hat im ersten Geschäftsquartal dank höherer Kakaobohnenpreise den Umsatz stärker gesteigert als erwartet. In Lokalwährungen kletterten die Erlöse um 13,3 Prozent auf 1,809 Milliarden Franken und übertrafen damit den Analystenkonsens von 1,763 Milliarden Franken.

Zurich hat zu kämpfen

Der Schweizer Versicherungskonzern Zurich rechnet für das vierte Quartal 2015 mit einem Rekordverlust im Sachversicherungsgeschäft. Schäden durch Stürme von 275 Millionen Dollar sowie weitere Großschäden dürften in den letzten drei Monaten des Jahres 2015 zu einem Betriebsverlust von rund 100 Millionen Dollar geführt haben.

Dürftiger Ausblick von ASML

Europas größter Chipzulieferer ASML will seine Aktionäre mit einem neuen Rückkaufprogramm und einer steigenden Dividende bei Laune halten. Im Tagesgeschäft rechnet das Unternehmen im laufenden Quartal dagegen mit etwas weniger Umsatz als Experten erwartet hatten. Von Januar bis März dürfte der Konzern mit seinen Anlagen zur Chipherstellung 1,3 Milliarden Euro erlösen.

Umsatzwarnung von AMD

Wegen der Konjunkturabkühlung in China erwartet der US-Chiphersteller AMD für das laufende Quartal einen überraschend starken Umsatzrückgang. Die AMD-Aktie brach am Dienstag im nachbörslichen Handel um 7,7 Prozent ein. Die Erlöse dürften im ersten Quartal nach Angaben des Managements um die 14 Prozent unter dem Wert des vorigen Vierteljahres liegen.

Dax-Chart realtime

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Tagestermine am Dienstag, 9. Februar

Unternehmen:
Actelion: Jahreszahlen, 7 Uhr
Sanofi: Jahreszahlen, 7:30 Uhr
Tui: Q1-Zahlen, 8 Uhr
Lufthansa: Verkehrszahlen, 1/16, 13 Uhr
Coca-Cola: Q1-Zahlen, 13:30 Uhr
Swiss Air Lines: Verkehrszahlen 1/16, 13:30 Uhr
Walt Disney: Q1-Zahlen, 22:15
Telekom Austria: Jahresahlen
Vestas: Jahreszahlen
TomTom: Q4-Zahlen
UniCredit: Jahreszahlen

Konjunktur:
Deutschland: Sentix Konjunkturindex,10:30 Uhr
Deutschland: Handelsbilanz-/Leistungsbilanz 12/15, 8 Uhr
Deutschland: Industrieproduktion 12/15, 8 Uhr
USA: Lagerbestände Großhandel 12/15, 16 Uhr

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