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Marktbericht 9:20 Uhr

Deutscher Leitindex schwächelt erneut

Dax: Wer wagt den ersten Schritt?

von Angela Göpfert

Stand: 27.04.2015, 09:20 Uhr

Die deutschen Standardwerte starten mit Kursgewinnen in die neue Börsenwoche, können diese aber nicht lange halten. Die große Richtungsentscheidung am Markt steht noch aus.

Der junge Börsentag ist schon reich an Bewegungen: Der Dax zieht zur Eröffnung um 0,6 Prozent an auf 11.881 Punkte. Im Anschluss geht es hoch bis auf 11.901 Punkte, dem folgt ein rascher Abverkauf bis auf 11.729 Zähler.

Zwischen Bullenfalle und Doppel-Boden

Offenbar wollen sich weder die Bullen noch die Bären derzeit zu weit aus dem Fenster lehnen. Weder vom Devisenmarkt noch von der Konjunktur kommen aktuell eindeutige Signale, die klar für oder gegen steigende Kurse sprechen würden.

Und so verharren die deutschen Standardwerte weiterhin im charttechnischen Niemandsland. Die Bären können den Fehlausbruch auf ein neues Allzeithoch Anfang April auf der Habenseite verbuchen. Die Bullen verweisen dagegen auf das Doppel-Tief bei 11.674/5 Punkten – eine klassische charttechnische Umkehrformation.

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Börse 9.00 Uhr

Fakt ist: Solange sich der Dax zu keiner klaren Richtungsentscheidung aufraffen kann, dürften wir in der Summe mit einer Fortsetzung der jüngsten hochvolatilen und nervenzerreibenden Seitwärtskonsolidierung rechnen.

Erst mit einem Anstieg über das März-Hoch (12.219 Punkte) oder einem Rutsch unter die Unterstützungszone bei 11.620/11.675 Zählern hätte der Dax wieder einen klaren, handelbaren Trend.

Wall Street im Rekordfieber

Rückenwind kommt von der Wall Street. Sowohl der marktbreite S&P 500 als auch der technologielastige Nasdaq Composite hatten am Freitag neue Allzeithochs erobert. Den Standardwerten im Dow Jones blieb dieses Erfolgserlebnis vorerst verwehrt.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
18112.04
Differenz absolut
87.98
Differenz relativ
+0.49%
S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
2118.36
Differenz absolut
10.07
Differenz relativ
+0.48%
Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
19531.63
Differenz absolut
11.62
Differenz relativ
+0.06%

Dagegen finden die Börsen in Asien am Morgen keine klare Richtung. Während der SSE Composite in Shanghai weiter haussiert und zur Stunde 2,9 Prozent höher steht, hat der Nikkei 0,2 Prozent tiefer geschlossen.

Euro macht sich bereit

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.1164
Differenz absolut
-0.00
Differenz relativ
-0.28%

Der Euro notiert am Morgen etwas leichter, auch das ist eine Unterstützung für die deutschen Standardwerte. Kurzfristig spricht zwar vieles dafür, dass die europäische Gemeinschaftswährung die entscheidende Zone bei 1,10/1,11 Dollar schon bald einem Test unterziehen könnte. Doch diese stellt einen äußerst harten Widerstand dar.

Deutsche Bank: "Strategie 2020" kommt nicht gut an

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
28.81
Differenz absolut
0.08
Differenz relativ
+0.30%

Im Dax ist die Aktie der Deutschen Bank mit Abstand größter Kursverlierer. Das größte deutsche Geldhaus will seine Tochter Postbank bis Ende 2016 an die Börse bringen. Das verbleibende "blaue" Filialnetz soll massiv ausgedünnt und die Investmentbank abgespeckt werden. Davon erhofft man sich Einsparungen von 3,5 Milliarden Euro jährlich. An die Anleger soll künftig mindestens 50 Prozent in Form von Dividenden und möglicherweise Aktienrückkäufen ausgeschüttet werden.

Postbank: Aktionäre hoffen auf Bonus

Dagegen zieht die Aktie der Deutschen Postbank jenseits der großen Indizes prozentual zweistellig an. Die Deutsche Bank will vor der geplanten Trennung die Postbank-Kleinaktionäre loswerden. Bei der Hauptversammlung der Postbank im August soll der Squeeze-out beschlossen werden. Bis Ende 2015 will die Deutsche Bank dann der alleinige Eigentümer der Postbank sein.

VW: Schallende Klatsche für Piech

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
229.80
Differenz absolut
-1.65
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-0.71%

An der Börse wird der Abgang von Ferdinand Piëch bei VW bejubelt. Der Aufsichtsratschef hatte am Samstag überraschend mit sofortiger Wirkung sein Amt aufgegeben. Begründet wurde dies mit einem zerrütteten Verhältnis zu den anderen Mitgliedern des innersten VW-Machtzirkels - dem Betriebsrat, dem Land Niedersachsen und der Familie Porsche.

Deutsche Post: Jetzt gilt es!

Unter besonderer Beobachtung steht auch die Aktie der Deutschen Post, treten heute doch die Tarifverhandlungen um kürzere Arbeitszeit in eine entscheidende Phase. Verdi und das Management starten einen weiteren Einigungsversuch. Kommt es bei den Verhandlungen zu keiner Annäherung, droht eine Verschärfung des Tarifkonflikts bis hin zu flächendeckenden und unbefristeten Streiks.

Ergo bekommt neuen Chef

Die Erstversicherungstochter des weltgrößten Rückversicherers Munich Re bekommt einen neuen Chef. Der bisherige Vorstandschef der Allianz Deutschland AG, Markus Rieß, soll künftig Ergo leiten. Ergo-Chef Torsten Oletzky scheidet nach Konzernangaben "auf eigenen Wunsch, aus persönlichen Gründen und im besten Einvernehmen" zum 31. Dezember 2015 aus dem Vorstand aus.

Bayer: Grüner Daumen ade?

Der Chemiekonzern Bayer will sich nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) von seiner Sparte für Hobbygärtnerprodukte ("Bayer Garten") trennen. Die Investmentbank Goldman Sachs sei beauftragt worden, einen neuen Besitzer für dieses Geschäft zu suchen. Ein Bayer-Sprecher bestätigte auf Anfrage lediglich, das Unternehmen prüfe "strategische Optionen" für das Geschäft.

Nordex ist lieber allein, allein

Im TecDax gehört Nordex zu den größten Verlierern. Der Windkraftanlagenbauer will auch weiterhin alleine wachsen und ist nicht etwa auf der Suche nach einem Übernahmepartner. "Die Übernahmespekulationen begleiten die Firma von Beginn an. Aber wir fühlen uns auch sehr wohl allein", sagte Unternehmenschef Jürgen Zeschky zu "Euro am Sonntag". Nordex stehe aktuell nicht zum Verkauf.

Versicherer Talanx hält an Ausblick fest

Der MDax-Konzern Talanx hält nach dem Jahresbeginn an seinen Geschäftszielen fest. "Die Gesamtjahresprognosen gelten nach wie vor", sagte Finanzchef Immo Querner der "Börsenzeitung". Das erste Quartal sei für den Versicherer vergleichsweise unauffällig verlaufen. Das Beitragswachstum habe von der Abschwächung des Euro profitiert.

Sonderprüfung bei der Joyou AG

Joyou: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
4.64
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0.54
Differenz relativ
+13.17%

Die unendliche Geschichte skandalträchtiger chinesischer Unternehmen an der Frankfurter Börse ist um eine Episode reicher: Der Aufsichtsrat der Joyou AG hat beschlossen, eine Sonderuntersuchung durch Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte durchzuführen, um prüfen zu lassen, ob die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in der Vergangenheit zutreffend dargestellt worden ist. Die Joyou-Aktie bricht um mehr als 66 Prozent ein.

Nokia: Halbherziges Handy-Dementi

Nokia hat Medienberichte über Absichten für eine Rückkehr ins Handy-Geschäft zurückgewiesen. Man habe aktuell keine Pläne, Mobiltelefone für Verbraucher herzustellen oder zu verkaufen, teilte der finnische Konzern am Wochenende mit. Das Technologieblog "Recode" hatte geschrieben, Nokia könne im eigenen Haus entwickelte Smartphones und den Markennamen an andere Hersteller lizenzieren. Die Formulierungen im Dementi von Nokia lassen eine solche Möglichkeit im Prinzip offen: Der Konzern müsste dafür die Geräte weder selbst produzieren, noch verkaufen.

Ford ruft fast 400.000 Autos zurück

Ford: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum Intraday
Kurs
15.84
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0.04
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+0.22%

Der US-Autobauer Ford hat in Nordamerika wegen Problemen mit der Türverriegelung rund 390.000 Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen. Betroffen seien die Modelle Fiesta, Fusion und Lincoln MKZ, teilte das Unternehmen am Freitag (Ortszeit) mit. Ein defektes Bauteil der Verriegelung könnte demnach möglicherweise dazu führen, dass sich die Tür während der Fahrt öffnet.

Mylan legt offizielles Angebot für Perrigo vor

Der US-Pharmakonzern Mylan stößt beim irischen Konkurrenten Perrigo weiter auf Granit. Am Freitag lehnte das Unternehmen auch das kurz zuvor vorgelegte offizielle Übernahmeangebot ab. Mylan bietet den Perrigo-Aktionären 60 US-Dollar in bar sowie 2,2 Mylan-Aktien. Damit hätte die Offerte einen Wert von 31,2 Milliarden Dollar oder 222,12 Dollar je Aktie, basierend auf dem Schlusskurs vom Donnerstag.

Schwedischer Pharmakonzern für Verkauf offen

Der Arzneimittelhersteller Schwedish Orphan Biovitrum ist laut Bloomberg nach dem Rekordhoch seiner Aktien an einer Übernahme durch einen Konkurrenten interessiert. Das Unternehmen habe im vergangenen Jahr Gespräche mit möglichen Käufern geführt. Zu den Kandidaten zähle der US-Pharmakonzern Pfizer. Auch Biogen sei interessiert.

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Die größten Pillendreher

Von Pfizer bis Glaxo

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Die Größe kann man bei Konzernen nach vielerlei Maßstäben beurteilen: Nach Umsatz, nach Mitarbeiterzahl - oder nach Börsenwert. In der Börsenwelt ist Johnson & Johnson die Nummer 1 der Pharmariege mit einer Marktkapitalisierung von 290 Milliarden Dollar. Wichtige Medikamente sind Remicade und Simponi.

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Tagestermine am Donnerstag, 30. April

Unternehmen:
Lloyds Banking Group: Interim Statement Q1, 8 Uhr
Rentokil Initial: Q1-Trading Update, 8 Uhr
Chevron: Q1-Zahlen

Konjunktur:
GB: PMI Verarbeitendes Gewerbe 04/15, 10:30 Uhr
USA: ISM-Index Verarbeitendes Gewerbe 04/15, 16 Uhr
USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen 04/15, 16 Uhr
USA: Bauausgaben 03/15, 16 Uhr

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