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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht negativ

Schwächster Jahresauftakt seit 25 Jahren

Dax: Was war denn das?

Stand: 04.01.2016, 20:02 Uhr

Ein gelungener Einstieg in das neue Börsenjahr sieht anders aus: Nach heftigen Verlusten an der Börse in Shanghai kommen die Kurse auch in Europa ins Rutschen. Den Dax hat es dabei besonders heftig erwischt.

Während die Börsen in London und Paris jeweils knapp 2,5 Prozent verlieren, rauscht der Dax um 4,3 Prozent in die Tiefe und verzeichnet damit den schlechtesten Jahresstart seit mehr als 25 Jahren. Die starke Exportlastigkeit der deutschen Industrie, allen voran der von China abhängigen Autobauer, gilt als der Hauptgrund für die heftigen Verluste an der Frankfurter Börse.

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Börse 19.00 Uhr

Auch der Dow-Jones-Index in New York geht in die Knie und reißt zeitweise die erst Anfang Oktober zurückeroberte Marke von 17.000 Punkten. Bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend notiert der US-Leitindex noch zwei Prozent im Minus. Die Technologiebörse Nasdaq verliert 2,5 Prozent.

Spekulationsblase in China

Vorausgegangen waren heftige Kursverluste in Asien, nachdem durchwachsene chinesische Industriedaten erneut Befürchtungen um die Wirtschaft geschürt hatten. Chinas Festlandbörsen fielen um 7 Prozent, bevor der Handel für den restlichen Tag ausgesetzt wurde. Tatsächlich ist die Industrieproduktion In China im Dezember den zehnten Monat in Folge geschrumpft. Zwar sind Daten aus China alles andere als verlässlich, auch ist der Rückgang äußerst gering, doch das genügte um die Anleger in Panik zu versetzen. Experten erklären den Kurseinbruch mit der immer noch nicht aufgelösten Spekulationsblase an der chinesischen Börse.

Tatsächlich steht der Standardindex CSI 300 nach dem heutigen Einbruch bei 3.470 Punkten. Damit notiert er zwar deutlich unter den Höchstständen vom Sommer 2015. Gegenüber Mitte 2014, als der Hype begann, liegt der Index aber immer noch mehr als 60 Prozent im Plus - eindeutig zuviel angesichts des eher verhaltenen Gewinnwachstums der Unternehmen.

Analysten befürchten deshalb, dass eine weitere Korrektur des Aktienmarktes in Shanghai auch die Börsen in Europa und den USA unter Druck setzen werden. Eine kurzfristige Erholung erwarten sie deshalb nicht.

Schwache Konjunktur und negative Charttechnik

Derweil läuft die Konjunktur in den Vereinigten Staaten immer noch nicht richtig rund. Im Dezember sank der ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes auf 48,2 Punkte nach 48,6 im November. Erwartet wurde ein Anstieg auf 49,0 Punkte. Die Daten dürften die Sorgen vor einer anhaltenden Industrieschwäche kaum mildern, meint Marktexperte Ralf Umlauf von der Helaba.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Negativ gestimmt sind auch die Charttechniker von "Index-Radar". Sie meinen, das im Vorjahr aufgetretene Kursmuster im Dax - ein bärisches Signal, auch "Shooting Star" genannt - habe sich in den vergangenen 55 Jahren mit nur einer Ausnahme als Startschuss zu einer Marktkorrektur erwiesen. "Die langfristige Statistik sendet klare Warnsignale, das Jahr 2016 wird gefährlich", warnen die Fachleute.

Euro plötzlich unter Druck

Auch der Euro ist am Montag unter Druck geraten. Nachdem er noch am Vormittag auf 1,0946 Dollar angezogen war, bröckelte er im weiteren Verlauf immer weiter ab. Zeitweise ist die Gemeinschaftswährung sogar auf 1,0786 Dollar gerutscht, notiert am Abend aber wieder bei 1,0820 Dollar.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Vor allem die überraschend schwache Inflation in Deutschland im Dezember hat die Abwertung des Euro beschleunigt. Mit 0,3 Prozent erhöhten sich die Verbraucherpreise zum Vorjahresmonat deutlich schwächer als Bankvolkswirte erwartet hatten. Das schürt die Hoffnung auf eine weitere Lockerung der europäischen Geldpolitik.

Ölpreise fahren Achterbahn

Die Ölpreise nehmen indes ihre Talfahrt wieder auf. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee, die sich wegen der Spannungen im Nahen Osten zunächst um bis zu 3,3 Prozent je Fass verteuert hatte, kostete mit 37,03 Dollar zeitweise 0,7 Prozent weniger. Kupfer verbilligte sich um bis zu 2,3 Prozent auf 4.596 Dollar je Tonne.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Dagegen kann Gold von seinem Image als "sicherer Hafen" profitieren. Die Feinunze Gold legt bis auf 1.074 Dollar zu. Auch der Schweizer Franken und die Schwedische Krone sind gefragt.

RWE und Deutsche Bank leiden besonders

Von den Kurseinbrüchen im Dax sind alle Werte betroffen, am schlimmsten trifft es RWE und Eon sowie BMW. Auch VW, Fresenius und Daimler verlieren mehr als fünf Prozent.

Lufthansa: Personalpläne erfreuen Anleger

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im Dax sind die Lufthansa-Aktien die einzigen Papiere, die es zeitweise ins Plus schaffen. Offensichtlich hat der Frankfurter Konzern seine Aktionäre zum Start ins neue Jahr mit seinen Personalplänen überzeugt. Die angekündigte Einstellung von mehr als 4.000 neuen Mitarbeitern im Jahr 2016 signalisiert einem Händler zufolge Zuversicht.

Adidas: Big in China

Positives hat indes Adidas zu vermelden. Der Sportartikelkonzern hat 2015 in China so viel abgesetzt wie noch nie. "In China werden wir 2015 einen Umsatzrekord von mehr als zwei Milliarden Euro aufstellen. China ist damit unser zeitwichtigster Markt hinter den USA", so Adidas-Chef Herbert Hainer.

ThyssenKrupp: Stahl vor dem Aus?

ThyssenKrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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ThyssenKrupp macht die Zukunft seiner Stahlsparte von den politischen Rahmenbedingungen abhängig. Sollten Pläne der EU zur Neuordnung des Emissionsrechtehandels wie vorgesehen umgesetzt werden, sei Stahl nicht mehr wettbewerbsfähig, sagte Konzernchef Hiesinger.

Daimler macht Hoffnung

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Daimler-Aktionäre können für das Geschäftsjahr 2015 offenbar mit einer höheren Dividende rechnen. Rein rechnerisch "lag der ausschüttungsfähige Überschuss nach neun Monaten bereits auf dem Niveau der Dividende für das vergangene Jahr", so Finanzvorstand Bodo Uebber. Es werde eine "sehr attraktive Dividende" geben.

Schwacher Start für Ferrari

Der italienische Luxus-Sportwagenbauer Ferrari hat ein schwaches Debüt an der Mailänder Börse hingelegt. Die Aktien des Autoherstellers verloren gleich am Morgen an Wert, zeitweise wurde der Handel ausgesetzt. Der Kurs sank innerhalb der ersten 15 Minuten nach Handelsstart im Vergleich zum Eröffnungskurs von 43 Euro um vier Prozent. Im Oktober hatte Ferrari bereits ein erfolgreiches Debüt an der New Yorker Börse gefeiert. Dort waren die Aktien zum Jahresende für 48 Dollar gehandelt worden, der Ausgabepreis lag bei 52 Dollar.

Airbus: Besser als gedacht?

Airbus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Flugzeugbauer Airbus hat Kreisen zufolge sein Auslieferungsziel für das abgelaufene Jahr übertroffen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Berufung auf Insider berichtet, hat Airbus im abgelaufenen Jahr 635 Maschinen an Kunden übergeben. Überdies wolle die japanische Fluglinie All Nippon Airways (ANA) drei A380 kaufen.

Pharmabranche: Neuer Mega-Deal?

In der Pharmabranche bahnt sich wohl die nächste Milliardenübernahme an: Der britisch-irische Pharmakonzern Shire hat laut Kreisen beim umworbenen US-Konkurrenten Baxalta nun mit einem angehobenen Angebot Gehör gefunden. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Berufung auf Insider berichtet, bietet Shire nun rund 32 Milliarden Dollar in bar und Aktien.

Hyundai und Kia kommen nicht auf Touren

Die Autobauer Hyundai und Kia haben ihr Absatzziel 2015 verfehlt: Die Südkoreaner traten mit 8,01 Millionen verkauften Autos auf der Stelle. Das Duo hatte 8,2 Millionen Autos angepeilt. Die Partnerunternehmen kappten daraufhin ihr gemeinsames Absatzziel für 2016.

Nokia sichert sich Kontrolle über Alcatel-Lucent

Der finnische Netzwerkausrüster Nokia hat die letzte Hürde beim milliardenschweren Kauf des Konkurrenten Alcatel-Lucent genommen. Nach vorläufigen Angaben der französischen Finanzmarktaufsicht AMF vom Montag nahmen knapp 80 Prozent der Alcatel-Aktionäre das Übernahmeangebot der Finnen an.

Samsung: Es wird schwieriger

Samsung GDR: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Samsung-Chef stellt seine Belegschaft auf ein schwieriges Jahr ein. Das schwache weltweite Wirtschaftswachstum werde anhalten und die konjunkturelle Ungewissheit in vielen Schwellenländern könnte das Geschäft ebenfalls belasten, schrieb Samsung-Chef Kwon Oh-Hyun in einer Neujahrsbotschaft an die Mitarbeiter.

Tesla verkauft weniger

Der Elektroautohersteller Tesla Motors hat seine eigenen Absatzziele verfehlt. Im vierten Quartal hat Tesla 17.400 Fahrzeuge ausgeliefert. Angepeilt hatte Tesla in den Monaten Oktober bis Dezember allerdings bis zu 19.000 Fahrzeuge. Von seinem neuen SUV Model X hatte Tesla nur 208 Fahrzeuge X ausgeliefert.

lg

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Tagestermine am Freitag, 29. Juli

Unternehmen:
UBS: Q2-Zahlen, 6:45 Uhr
Swiss Re: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Anheuser-Busch Inbev: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Nemetschek: Q2-Zahlen, 7 Uhr
HeidelbergCement: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Safran: Halbjahreszahlen, 7 Uhr
ArcelorMittal: Q2-Zahlen, 7 Uhr
EdF: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
RIB Software: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Sanofi: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
MAN: Halbjahreszahlen, 8 Uhr
Sony: Q1-Zahlen, 8 Uhr
Barclays: Q2-Zahlen, 8 Uhr
Merck & Co: Q2-Zahlen, 12:45 Uhr
UPS: Q2-Zahlen, 13:45 Uhr
Exxon: Q2-Zahlen, 14:30 Uhr
Chevron: Q2-Zahlen, 14:30 Uhr
Deutsche Postbank: Halbjahreszahlen
Audi: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Einzelhandelsumsatz Juni, 8 Uhr
USA: Chicago Einkaufsmanagerindex, 15:45 Uhr
USA: Uni Michigan, Verbrauchervertrauen 07/16, 16 Uhr

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