Marktbericht 7:20 Uhr

Marktbericht negativ

Kursverluste allerorten Dax: Von wegen dolce vita!

von Angela Göpfert

Stand: 05.12.2016, 07:20 Uhr

Das Nein der Italiener beim Renzi-Referendum versetzt die Finanzmärkte in Aufruhr. Anleger sorgen sich um ein Wiederaufflammen der Euro-Krise.

Dem deutschen Leitindex Dax sind diese Sorgen überdeutlich anzusehen. Der Broker IG taxiert die 30 deutschen Standardwerte gut anderthalb Stunden vor Handelsauftakt auf Xetra 0,7 Prozent tiefer bei 10.440 Punkten.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 wird rund 0,8 Prozent tiefer taxiert. Selbst in Asien macht sich der Ausgang des Italien-Referendums negativ bemerkbar: Der Nikkei notiert eine dreiviertel Stunde vor Handelsschluss in Tokio 0,9 Prozent tiefer.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.165,19
Differenz relativ
-0,31%
EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.446,03
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-0,46%
Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
19.470,41
Differenz relativ
-1,18%

Politische Unsicherheitsfaktoren

ARD-Börsenstudio: Jan Plate

Börse 07.00 Uhr

Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hatte zuvor als Konsequenz aus seiner Niederlage bei der Volksabstimmung über die wichtige Verfassungsreform seinen Rücktritt angekündigt.

Ob der Staatspräsident sein Ersuchen annimmt und es zu Neuwahlen kommt, ist zunächst unklar. Und Fakt ist: Anleger hassen kaum etwas mehr als Unsicherheit.

Euro heftig unter Druck

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1762
Differenz relativ
+0,30%

Allerdings kommt auch das Bonmot "Politische Börsen haben kurze Beine" nicht von ungefähr. Eine rasche Erholung der Aktienkurse nach dem ersten Schock ist daher durchaus denkbar.

Heftig fallen indes die ersten Reaktionen des Devisenmarktes aus: Der Euro fällt im asiatischen Handel um 1,5 Cent bis auf 1,0506 Dollar. Das ist der tiefste Stand der europäischen Gemeinschaftswährung seit über einem Jahr. Aktuell notiert der Euro bei 1,0568 Dollar rund ein Prozent tiefer.

Gold kann nicht profitieren

Dass die Anleger von einer Panik allerdings weit entfernt sind, zeigt auch ein Blick auf den Goldpreis: Der Preis für die Feinunze des gelben Edelmetalls tendiert im frühen Handel bei 1.177 Dollar seitwärts. Von einer Flucht der Anleger in "sichere Häfen" kann nicht die Rede sein.

Bei den Ölpreisen macht sich indes in der Woche nach dem spektakulären Opec-Beschluss Ernüchterung breit. Zweifel an der Durchsetzung der Förderdrosselung und der steigende Dollar lassen die Preise für Brent und WTI zu Wochenbeginn jeweils um rund 0,8 Prozent fallen.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.284,79
Differenz relativ
-0,24%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
48,44
Differenz relativ
+2,98%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
52,66
Differenz relativ
+3,47%

Wall Street: Der Weg ist frei

Die Vorgaben von der Wall Street dürften mit Blick auf die Fixierung der Anleger hierzulande auf das Italien-Referendum für das heutige Handelsgeschehen in Europa nur eine untergeordnete Rolle spielen. Zumal sie sehr unspektakulär ausfallen.

Zum Wochenschluss hatte der Dow Jones 0,1 Prozent verloren. Der S&P 500 schloss unverändert, der Nasdaq 100 dagegen 0,1 Prozent höher. Am Freitag war die Arbeitslosenquote mit 4,6 Prozent überraschend auf den tiefsten Stand seit mehr als neun Jahren gefallen. Damit dürfte der Weg für die erste Zinserhöhung seit einem Jahr frei sein.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
21.674,51
Differenz relativ
-0,35%
S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.425,55
Differenz relativ
-0,18%
Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
5.790,91
Differenz relativ
-0,09%

Bank-Aktien die "natürlichen Verlierer"

Im Dax rücken nach dem Italien-Referendum die Banken-Werte in den Fokus. Insbesondere die Commerzbank ist in dem hoch verschuldeten Mittelmeerland stark engagiert. Die Furcht vor Problemen für die italienischen Banken nach dem gescheiterten "Renzirendum" setzt den beiden Instituten stark zu. Sie sind im frühen Geschäft die größten Verlierer im Dax.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
14,10
Differenz relativ
-0,07%
Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10,94
Differenz relativ
+0,51%

Deutsche Bank: 60 Millionen Dollar futsch

Die Beilegung eines Rechtsstreits in den USA um den Vorwurf von Absprachen beim Goldpreis dürfte die Deutsche Bank 60 Millionen Dollar kosten. Diese Summe geht aus einem Vergleichsvorschlag hervor, der am Freitag bei einem New Yorker Bezirksgericht eingereicht wurde.

Lufthansa: Endlich Tarifeinigung – bei Eurowings

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
20,74
Differenz relativ
+0,39%

Die Lufthansa-Billigflugtochter Eurowings und die Gewerkschaft Verdi haben nach langen Verhandlungen eine Tarifeinigung für die Kabinenbeschäftigten erzielt. Demnach erhöhen sich die Gehälter der Flugbegleiter zum 1. Oktober 2016 um 2,5 Prozent, zum 1. Oktober 2017 um weitere 2,5 Prozent und zum 1. Oktober 2018 nochmals um 1,25 Prozent.

Deutsche Börse: Durchgriff garantiert?!

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
89,44
Differenz relativ
+0,27%

Das Land Hessen soll nach dem Zusammenschluss von Deutscher Börse und London Stock Exchange Durchgriff auf den fusionierten Konzern haben. Wenn das Unternehmen seinen Pflichten zur Weiterentwicklung der Frankfurter Wertpapierbörse nicht nachkomme, könne die Börsenaufsicht in Wiesbaden gegen die Holdinggesellschaft der Mega-Börse "wirksam vorgehen", erklärte Deutsche-Börse-Chef Kengeter.

BMW fährt 2017 autonom in München herum

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
79,54
Differenz relativ
-0,34%

BMW testet autonom fahrende Autos heute bereits in der Stadt. Vom Computer allein gesteuerte Fahrzeuge seien schon im Münchner Vorort Garching unterwegs und nächstes Jahr auch in der Innenstadt von München, teilte das Unternehmen mit. Ein Fahrer sitze aber am Lenkrad und könne im Notfall jederzeit eingreifen, erklärte Unternehmenssprecher Glenn Schmidt.

Aixtron will für Übernahme durch Chinesen kämpfen

Aixtron: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,05
Differenz relativ
-2,14%

Der Spezialmaschinenbauer Aixtron will trotz eines Vetos von US-Präsident Barack Obama die geplante Übernahme durch chinesische Investoren nicht abschreiben. Obama hatte den Erwerb des US-Geschäfts von Aixtron versagt. Grund seien "Risiken für die nationale Sicherheit" der USA, teilte die US-Regierung am Freitag mit.

Vossloh will mit Übernahme US-Geschäft ausbauen

Vossloh: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
56,50
Differenz relativ
0,00%

Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh will mit einem Zukauf sein US-Geschäft stärken. Das Unternehmen plant, die US-Bahninfrastrukturfirma Rocla Concrete Tie für rund 111 Millionen Euro zu erwerben. Ein Vertrag mit dem Finanzinvestor Altus Capital Partners II sei diesbezüglich bereits unterzeichnet worden. Die Übernahme soll, falls die Kartellbehörden zustimmen, Anfang 2017 vollzogen sein.

Unicredit dürfte Fondstochter Pioneer nach Frankreich verkaufen

Die italienische Großbank Unicredit steht einem Pressebericht zufolge kurz vor dem Abschluss eines milliardenschweren Spartenverkaufs. Nach Informationen der "Financial Times" dürfte der französische Vermögensverwalter Amundi den Zuschlag für Unicredits Fondstochter Pioneer erhalten. Der Preis werde bei mehr als drei Milliarden Euro liegen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Insider.

Auch McDonald's will Essen nach Hause liefern lassen

McDonald's: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
134,35
Differenz relativ
-0,47%

Der Fast-Food-Riese McDonald's will größer ins Geschäft mit Essenslieferungen einsteigen. "Home Delivery spielt eine zunehmend größere Rolle im Essverhalten in Deutschland", so McDonald's-Deutschland-Chef Holger Beeck. Derzeit liefen noch Tests in Osnabrück, Köln und München. Dabei setzt McDonald's auf zwei Partner, nämlich die Lieferdienste Deliveroo und Foodora.

Autonomes Fahren: Apple investiert massiv

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
135,03
Differenz relativ
-0,20%

Apple will bei den anstehenden Richtlinien für selbstfahrende Autos in den USA seine Meinung einbringen und liefert damit einen weiteren Hinweis auf seine Pläne in dem Bereich. Der iPhone-Konzern schrieb an die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA, er investiere "massiv in die Erforschung von maschinellem Lernen und der Automatisierung und ist enthusiastisch angesichts des Potenzials automatisierter Systeme in vielen Bereichen inklusive des Verkehrs".

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Apples Geschichte - alles Jobs oder was? Steve Jobs' Genie-Streiche

 Steve Wozniak (links) und Steve Jobs 1976

1976: Die Gründung

Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gründeten Apple im April 1976 gemeinsam. Jobs als treibender Verkäufer, Wozniak als Tüftel-Genie und Wayne als Schlichter für die ungleichen Freunde. Allerdings stieg Wayne bereits einige Tage später wieder aus dem Unternehmen aus. Mehr zum Thema: Ronald Wayne: Der vergessene Apple-Gründer

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 21. August

Konjunktur:
Japan: All Industry Activity Index 06/17, 6:30 Uhr
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