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Marktbericht 20:02 Uhr

Wann kommt die Zinswende?

Dax: Verunsicherung ersetzt Kauflaune

Stand: 07.08.2015, 20:02 Uhr

Wegen mangelnder Klarheit über den Zeitpunkt der US-Zinswende sind die Anleger am Freitag auf Nummer sicher gegangen - an der Wall Street und jetzt auch in Europa.

Der Dax verabschiedete sich am Freitag mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 11.490,83 Punkten in den Feierabend. Im Vergleich zur Vorwoche legte er aber 1,6 Prozent zu. Der EuroStoxx50 verlor am Freitag 0,8 Prozent auf 3.637,80 Zähler.

Auch an der Wall Street geben die Kurse am Freitag weiter nach. Der Dow Jones-Index verliert bis zum Börsenschluss in Frankfurt 0,6 Prozent auf 17.317 Punkte. Damit hat der US-Leitindex in dieser Woche schon mehr als 300 Punkte eingebüßt, knapp zwei Prozent.

Auslöser der Verluste ist der mit großer Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht. Danach hat die US-Wirtschaft im Juli 215.000 neue Stellen geschaffen. Das ist zwar etwas weniger als die erwartete Zahl von 223.000, ändert aber nichts an der robusten Verfassung des Arbeitsmarktes.

September oder Dezember?

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ARD-Börse: Ford, IBM und UPS - was US-Untrernehmen vom Standort Deutschland halten

Das sei gut genug, damit die US-Notenbank Fed die Zinsen im September anheben könne, sagte John Briggs, Chef-Anlagestratege der Investmentbank RBS Securities. "Aber es ist nicht genug, um die Debatte zu beenden." Auch Ulrich Wortberg von der Helaba ist der Meinung, dass die Zinserhöhungsfantasien nicht kleiner geworden sind und die Fed-Sitzung im September als Termin für die Zinswende im Gespräch bleiben dürfte.

Volkswirt Philip Marey von der Rabobank tippt unabhängig von den aktuellen Zahlen auf Dezember. "Wenn man die Zinsen erstmals nach vielen Jahren anheben will, möchte man Einigkeit demonstrieren." Bei einer Abstimmung im September müsse mit einigen Gegenstimmen gerechnet werden.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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US-Geldpolitiker hatten in den vergangenen Tagen ganz offen eine Zinswende im September ins Spiel gebracht. Einige Ökonomen wollen aber auch einen späteren Zeitpunkt, etwa den Dezember, für die erste Zinsanhebung seit Jahren nicht ausschließen.

Euro wieder nahe 1,10 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Während der Dax bis zum Handelsende immer tiefer ins Minus rutscht, kann sich der Euro von seinem Einbruch erholen. Nach den US-Arbeitsmarktdaten und den damit verbundenen Zinsfantasien war die Gemeinschaftswährung bis auf 1,0876 Dollar gefallen, nachdem er zuvor noch bei 1,0949 Dollar notiert hatte. Bis zum Abend kann der Euro sich aber wieder erholen und notiert bei Börsenschluss am Abend bei 1,0968 Dollar.

Allianz macht Anleger nicht glücklich

Die Quartalsbilanz der Allianz kann trotz verbesserter Gewinnaussichten die Anleger nicht überzeugen. Die Anteilsscheine des Versicherers sind auf dem Rückzug. Analysten sprachen überwiegend von durchwachsenen Zahlen. So habe das operative Ergebnis erneut unter Mittelabflüssen bei der Fonds-Tochter Pimco gelitten. Andere Experten sehen in den Verlusten der Aktie aber auch Gewinnmitnahmen nach einem jüngst guten Lauf. Immerhin hatte das Papier seit ihrem Tief im Juli bei 136 Euro zeitweise um bis zu 15 Prozent zugelegt.

Merck missfällt Analysten

Der mit Abstand schwächste Wert im Dax ist dagegen die Aktie der Darmstädter Merck KGAA. Grund sind negative Analystenberichte. Danach haben die Experten von Barclays und Credit Suisse ihre Kursziele für die Aktie abgesenkt. Bereits gestern war der Kurs des Pharma- und Chemiekonszerns nach den Quartalszahlen unter Druck geraten.

HeidelbergCement empfohlen

Dagegen hat eine Studie der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas die Aktie von HeidelbergCement zeitweise bis an die Dax-Spitze gehoben. Die Experten hoben das Kursziel von 84 auf 88 Euro an. Gleichzeitig wurde ein besseres Anlageurteil vergeben - "outperform" nach bisher "neutral". Der Markt sei zu pessimistisch, was den angestrebten Kauf von Italcementi angehe, hieß es in einer Studie. Mittelfristig dürfte das Wachstum des operativen Ergebnisses höher ausfallen als am Markt erwartet.

Porsche lässt VWs Kassen klingeln

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Die VW-Tochter Porsche hat sich auch im Juli ganz hervorragend verkauft. Mit 20.773 Einheiten der hochpreisigen Autos wurde der Vorjahreswert von 21,5 Prozent übertroffen. Als kleiner exklusiver Anbieter, wie es sich selber gerne wahrnimmt, ist Porsche damit wohl nicht mehr zu bezeichnen.

Eon macht weiter Kasse

Eon
Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Nach dem Verkauf der Kohlekraftwerke in Italien trennt sich Eon nun von seinen italienischen Wasserkraftwerken. Der Preis liegt bei rund einer Milliarde Euro. Die Transaktion soll Ende 2015 vollzogen werden, vorher sind noch einige Genehmigungen erforderlich.

Potash bleibt K+S am Ball

Der kanadische Kali-Konzern Potash lässt im Übernahmekampf um den nordhessischen Dax-Konzern K+S nicht locker. Potash habe am Freitag "erneut unaufgefordert ein Schreiben an Vorstand und Aufsichtsrat der K+S Aktiengesellschaft gerichtet", teilte K+S in einer Pflichtmitteilung für die Börse mit. Diesem sei ein Vorschlag für eine Kooperationsvereinbarung beigefügt. Potash biete unverändert 41 Euro je K+S-Aktie.

Bechtle kommt besser ins Geschäft

Im TecDax hat der IT-Dienstleister Bechtle sein Wachstum im zweiten Quartal beschleunigt. Der Umsatz wuchs um 14 Prozent auf 686 Millionen Euro. Das Ebit legte um 14 Prozent auf 26,7 Millionen Euro zu. "Bechtle hat im zweiten Quartal deutlich Fahrt aufgenommen", erklärte Vorstandschef Thomas Olemotz. "Vor allem im Inland sind wir sehr gut unterwegs."

Carl Zeiss Meditec unter Druck

Dagegen fällt Carl Zeiss Meditec zurück. Das Medizintechnikunternehmen hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2014/15 einen Rückgang beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von knapp drei Prozent auf 89,5 Millionen Euro hinnehmen müssen. Grund waren gestiegene Forschungs- und Entwicklungskosten. Das bereinigte Ergebnis legte dagegen um fast sechs Prozent und der Umsatz um elf Prozent zu.

Evotec kommt mit Sanofi voran

Anfänglich begrüßt haben die Anleger dagegen die Ankündigung des Biotech-Unternehmens Evotec, seine Kooperation mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi auszubauen. Neben Krebstherapien wollen die beiden nun auch neue Diabetestherapien entwickeln. Evotec erhält zunächst drei Millionen Euro. Hinzu kommen präklinische, klinische, regulatorische und kommerzielle Meilensteinzahlungen von potenziell über 300 Millionen Euro sowie Umsatzbeteiligungen.

Vossloh: Thiele sichert sich Zugriff auf weitere Teile

Im SDax springt die Vossloh-Aktie an die Spitze. Großaktionär und Aufsichtsratschef Heinz-Hermann Thiele könnte seinen Anteil beim Bahntechnikkonzern weiter ausbauen und dabei einen höheren Preis für Aktien zahlen als bei seiner jüngsten Übernahmeofferte. Thieles Gesellschaft KB Holding habe mit der Deutschen Bank eine Vereinbarungen geschlossen, die ihr über Finanzinstrumente Zugriff auf maximal 744367 Vossloh-Aktien - das entspreche einem Vossloh-Anteil von 5,59 Prozent - erlauben könnte, teilte Vossloh am Freitag mit.

Zynga besser als befürchtet

Die Aktie des Onlinespiele-Herstellers Zynga legt fast fünf Prozent zu. Zwar ist die Zahl der Nutzer weiter gefallen, doch der Umsatz stieg in zweiten Quartal um mehr als 30 Prozent. Und der Verlust verringerte sich auf 26,9 Millionen Dollar von 62,5 vor einem Jahr.

lg

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Unternehmen:
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Konjunktur:
EU: Erzeugerpreise 7/15, 11 Uhr
USA: ADP-Beschäftigung 08/15, 14:15 Uhr
USA: Produktivität ex Agrar Q2/15 (endgültig), 14:30 Uhr
USA: Auftragseingang Industrie 07/15, 16 Uhr
USA: Energieministerium Ölbericht (Woche), 16:30 Uhr
USA: Fed Beige Book, 20 Uhr

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