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Marktbericht 20:02

Krim-Krise löst Ängste aus

Dax: tiefrot ins Wochenende

Der anhaltende Konflikt um die Halbinsel Krim hat die europäischen Aktienmärkte zum Wochenschluss erneut stark belastet. Selbst ein überraschend hoher Stellenzuwachs in den USA schaffte es nicht, die Börsen zu stützen.

Viele Anleger trauten sich vor dem Wochenende nicht aus der Deckung, sagten Händler. Weil sich eine schnelle diplomatische Lösung der Krim-Krise nicht abzeichnet, haben viele Anleger Kasse gemacht und Gewinne mitgenommen.

Nach den heftigen Verlusten zu Wochenbeginn geht der Dax auch am Ende der Woche mit tiefroten Zahlen aus dem Handel. Der Leitindex schließt zwei Prozent tiefer bei 9.350 Zählern, und damit nur vier Punkte über seinem Tagestief. Auf Wochensicht verliert der Dax damit 3,5 Prozent. Den Anlegern werde zunehmend klar, dass Russland sich wohl die Krim einverleiben wolle und die darauf folgenden Sanktionen des Westens gegen Russland vor allem Deutschland treffen würden, sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank.

Etwas mehr Gelassenheit in New York

Dagegen zeigen sich die Anleger in New York deutlich gelassener. Der Dow Jones Index eröffnet mit Zugewinnen und steigt zeitweise über 16.505 Punkte. Bis zum Börsenschluss in Frankfurt schmelzen die Zugewinne aber wieder ab und der Dow notiert bei 16.432 Punkte, 0,1 Prozent mehr als am Donnerstag.

Am Nachmittag atmeten die Anleger kurz auf, nachdem bekannt wurde, dass in den USA im Februar mehr Stellen geschaffen worden sind als erwartet: 175.000 statt 149.000. Und das obwohl der Winter weite Teile des Landes lahm gelegt hatte.

Die Konjunkturerholung geht also weiter und kommt an den Aktienmärkten gut an. In der Folge kann der Dax seine Verluste kurz eindämmen und klettert bis auf 9.543 Punkte, sein Tageshoch - bevor es ebenso schnell wieder abwärts geht. Und zwar um 200 Punkte auf 9.347 Zähler.

Derweil hat die deutsche Wirtschaft vor einer dramatischen Zuspitzung der Ukraine-Krise mit unübersehbaren Folgen für die Weltwirtschaft gewarnt. "Spürbar ist eine große Verunsicherung und die Sorge, dass die Krise weiter eskaliert und eine Sanktionsspirale mit massiven Auswirkungen auf die Wirtschaft in Gang kommt", sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes.

Dax vor weiteren Verlusten?

Glaubt man den Händlern am Derivatemarkt könnte der Dax weiter abrutschen, falls sich die krise in der Ukraine nicht bald entschärft. Derzeit sichern sich viele Anleger gegen einen Kursrutsch des Dax ab. Die Nachfrage nach entsprechenden Optionsgeschäften sei wegen der Situation in der Ukraine so stark gestiegen wie bei keinem anderen europäischen Index, sagte eine Derivateexpertin der Société Générale.

Der Euro ist nach den guten US-Zahlen unter Druck geraten und auf 1,3862 Dollar gesunken, nachdem er zuvor noch auf 1,3905 Dollar geklettert war, den höchsten Stand seit Herbst 2011.

Analysten spalten Fresenius-Familie

Auf den Verkaufslisten der Dax-Anleger weit oben steht auch die Fresenius-Aktie. Die Schweizer Großbank UBS hat das Kursziel für den Titel von 125 auf 121 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Buy" belassen. Man sei bisher für die Profitabilität von Kabi zu optimistisch gewesen, hieß es zur Begründung. Dagegen dreht die Aktie der Tochter Fresenius Medical Care erst am Nachmittag ins Minus. Das Papier profitiert von einer Studie der Barclays Bank.

Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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109.55
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FMC ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
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Post und Continental rutschen ab

Viele Werte, die in den vergangenen Tagen gut gelaufen sind müssen heute einen Großteil ihrer Gewinne wieder abgeben, ohne dass es kursrelevante Neuigkeiten gäbe. Im Dax betrifft dies in erster Linie die Aktien der Post und von Continental.

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler steigt bei früherer Tognum aus

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler steigt bei der Rolls-Royce Power Systems Holding (RRPS) aus. Der Anteil an dem früher unter dem Namen Tognum bekannten Motorenbauer mit Sitz in Friedrichshafen gehe an den Joint-Venture-Partner Rolls-Royce, wie der Autohersteller am Freitag in Stuttgart mitteilte. Daimler rechne aus der Transaktion mit einem "signifikanten Mittelzufluss". Experten sprechen von zwei Milliarden Euro.

Zerwürfnis bei Pimco

Zu den Verlierern gehört auch die Allianz-Aktie. Dabei gibt es einen handfesten Streit bei der Tochter Pimco. Dort ist das Tuch zwischen den beiden Galionsfiguren Bill Gross und Mohamed El-Erian offenbar endgültig zerschnitten. Gross, der Gründer des legendären Fondshauses im kalifornischen Newport Beach, vermutet El-Erian hinter einem kritischen Artikel im "Wall Street Journal" vom 24. Februar - gut einen Monat, nachdem der prominente Fondsmanager El-Erian überraschend seinen Rückzug aus der Firma angekündigt hatte.

Krones geben Gas, Wacker Chemie bremst ab

Im MDax springen Aktien von Krones an die Index-Spitze. Aktien des Herstellers von Getränkeabfüllanlagen ziehen zeitweise mehr als sieben Prozent an. Die Schweizer UBS hat den Titel von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 61,50 auf 72,00 Euro angehoben. Die zuletzt unterdurchschnittliche Kursentwicklung biete Anlegern die Gelegenheit zum Einstieg. Dagegen sind die Aktien von Wacker Chemie nach der gestrigen Rally an das Index-Ende gerutscht.

Evonik: Aktie fährt Achterbahn

Achterbahn fährt die ebenfalls im MDax notierte Evonik-Aktie. Die Papiere des Chemiekonzerns pendelten nach den Zahlen zwischen einem Plus von 3,8 Prozent und einem Minus von 1,5 Prozent. "Die Bilanz ist ein wenig gemischt, so überrascht die Dividende zwar positiv, dafür hatten aber einige Analysten beim bereinigten Ebitda und Umsatz ein bisschen mehr erwartet", sagte ein Händler.

Fraport kann nicht punkten

Klar im Minus notiert die ebenfalls im MDax notierte Fraport-Aktie. Der Flughafenbetreiber hat 2013 weniger Gewinn eingefahren. Der Überschuss sank um 6,3 Prozent auf 236 Millionen Euro. Trotz des Gewinnrückgangs sollen die Aktionäre eine stabile Dividende von 1,25 Euro je Aktie erhalten.

Nicht viel Neues von Gea

Die Aktie des Anlagenbauers Gea zeigt sich von der Vorlage des Geschäftsberichts, wonach der Gewinn 2013 um 6,7 Prozent auf 336 Millionen Euro zugelegt hatte, weitgehend unbeeindruckt. Kein Wunder, hatte Gea doch bereits vor einem Monat vorläufige Zahlen zum operativen Ergebnis bekannt gegeben und angekündigt, für 2013 eine um 5 auf 60 Cent erhöhte Dividende zu zahlen.

Ex-RTL-Chef nun bei Gagfah

Gagfah: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ebenfalls aus dem MDax kommt diese Nachricht vom Vorabend: Der frühere RTL-Chef Gerhard Zeiler wird Verwaltungsratschef von Gagfah. Zeiler rückt neu in das Gremium und löst an dessen Spitze den Fortress-Manager Jonathan Ashley zum 25. März ab. Der Konzern begründete den Schritt mit dem bereits erfolgten Strategiewechsel des Unternehmens.

lg

Stand: 07.03.2014, 20:02 Uhr

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Tagestermine am Donnerstag, 24. April

Unternehmen:
Novartis: Q1-Zahlen, 7:00 Uhr
Zooplus: Q1-Zahlen, 7:15 Uhr
Air Liquide: Q1-Zahlen, Umsatz 7:30 Uhr
Comdirect: Q1-Zahlen, 7:30 Uhr
Anglo American: Q1-Interim-Statement und Hauptversammlung, 8:00 Uhr
Astra Zeneca: Q1-Zahlen, 8:00 Uhr
Unilever: Q1-Zahlen, 8:00 Uhr
Lindt & Sprüngli: Hauptversammlung, 10:00 Uhr
Potash: Q1-Zahlen, 12:00 Uhr
General Motors: Q1-Zahlen, 13:30 Uhr
Caterpillar: Q1-Zahlen, 13:30 Uhr
3M: Q1-Zahlen, 13:30 Uhr
Verizon: Q1-Zahlen, 13:30 Uhr
UPS:Q1-Zahlen, 13:45 Uhr
Microsoft: Q3-Zahlen, 22:00 Uhr
Starbucks: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Visa: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Adva Optical: Q1-Zahlen
Amadeus Fire: Q1-Zahlen
Schaltbau Holding: Q1-Zahlen
Suez. Q1-Zahlen
Amazon: Q1-Zahlen American Airlines: Q1-Zahlen
Eli Lilly: Q1-Zahlen
New York Times: Q1-Zahlen

Konjunkturdaten:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklima April, 10:00 Uhr
USA: Auftragsbestand langlebiger Güter, März, 14:30 Uhr
Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr

Sonstiges:
New York: International Auto-Show, bis 27.4.2014

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