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Marktbericht 15:00 Uhr

Marktbericht positiv

Die Sorglosigkeit ist weg

Dax beschreitet mühsamen Weg der Erholung

Anleger sammeln ihre Kräfte. Nach zwei Tagen mit herben Kursverlusten steigt der Dax zaghaft. Aber er sprang nur knapp über die 9.900er Marke. Dann beschlichen Anleger die alten Ängste wieder.

Bis auf 9.909 Zähler schaffte es der Dax in der ersten Stunde des Börsenhandels, getragen von den guten Vorgaben aus den USA und China. Was gestern noch Sorgen machte – die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Straffung der US-Geldpolitik – wog heute früh nicht mehr ganz so schwer. Zudem gab es eine kräftige Kurserholung in China, wo man sich nach schwachen Inflationsdaten Hoffnung auf neue Konjunkturspritzen der chinesischen Zentralbank und Regierung macht.

Doch Börsianer warnten vor überzogenen Kurs-Hoffnungen. Die Kursverluste von Montag und Dienstag zeigten, dass Anleger wieder kritischer auf die Bewertung von Aktien schauen. Es sei eine "gewisse Sorglosigkeit" aus dem Markt verschwunden, sagte Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba. Das zeigte sich auch schon bald im Frankfurter Börsenhandel, der Dax fiel bis zum Nachmittag zurück auf 9.860 Punkte, was aber immer noch ein Gewinn von 0,7 Prozent gegenüber dem schwachen Dienstag ist.

Griechenland vs. EZB

Eine gewisse Verunsicherung herrscht weiterhin wegen der vorgezogen Parlamentswahlen in Griechenland, die nächsten Mittwoch in die erste Runde gehen. Sie könnten der oppositionellen Partei Syriza den Sieg bringen, die gegen den Sparkurs der aktuellen, konservativen Regierung in Athen ist. Das wird von den Finanzmärkten einerseits mit Sorge gesehen, befürchtet man doch eine Rückkehr der Euro-Schuldenkrise. Andererseits vertrauen Börsianer auf die EZB, die intensiv diskutiert über einen breitangelegten Kauf privater und öffentlicher Wertpapiere, im Fachjargon quantitative Lockerung genannt. Spekulationen, dass die Notenbanker ihr schärfstes Schwert bald zücken könnten, begrenzten den Druck auf andere angeschlagene Länder im Währungsraum, heißt es in einem Kommentar von Volkswirten der Commerzbank.

Sorgen macht erneut die Entwicklung in Griechenland. Nach dem gestrigen Kurssturz von knapp 13 Prozent geht der Leitindex ASE am Mittwoch erneut in die Knie. Er fällt um mehr als vier Prozent auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober. Im Gegenzug schnellen die Renditen für zehnjährige griechische Staatsanleihen in die Höhe.

Gold bleibt stark

Gold wird seinem Ruf als Krisengewinner gerecht. Das gelbe Edelmetall kann die gestrigen außerordentlichen Kursgewinne von rund drei Prozent heute immerhin verteidigen. In Euro steigt Gold sogar bis auf 999,43 Euro und kann sich so seinem Jahreshoch bei 1.000,88 Euro bis auf wenige Cent annähern.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1180.80
Differenz absolut
-13.70
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-1.15%
Gold in Euro: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
964.20
Differenz absolut
-13.22
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-1.35%

Erholungsfahrt von Bayer, BMW und RWE

Und den Dax-Aktien zeigte sich die Erholung auf breiter Front. Groß ist die Gegenbewegung bei den Titeln von Bayer, die gestern nach einem verhaltenen Analystenkommentar unter Druck geraten waren. Auch BMW macht Boden gut. Heute werden die guten Absatzzahlen im November gefeiert, nachdem gestern die Sorgen um das China-Geschäft überwogen.

Eon und RWE trotz Problemen obenauf

Aktien von Eon und RWE sind ebenfalls wieder gefragt, dabei haben es die mit den Folgen der Energiewende kämpfenden Versorgungskonzern weiter schwer. RWE schließt Kündigungen nicht mehr aus, doch die Gewerkschaft Verdi fordert höhere Löhne und eine Job-Garantie. Am Freitag berät der Aufsichtsrat, wie es weiter geht. Gerüchten zufolge wird dabei auch über die Dividende beraten. Der hoch verschuldete Eon-Konzern hatte heute negative Neuigkeiten seiner Brasilien-Beteiligung: Eneva erklärte seinen Bankrott, beantragte Gläubigerschutz.

Eon
Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
14.31
Differenz absolut
-0.04
Differenz relativ
-0.31%
Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8.69
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0.06
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+0.75%

Infineon erhält Glanz durch Broadcom

An der Dax-Spitze etabliert sich Infineon, was mit dem guten Geschäftsausblick von Broadcom zusammenhängt. Der US-Halbleiterkonzern schraubte seine Umsatzprognose für das vierte Quartal etwas nach oben. Am Markt wird nun spekuliert, ob die erst vor kurzem abgegebene Geschäftsprognose des deutschen Chip-Herstellers nicht doch zu pessimistisch war.

T-Aktie leidet unter US-Tochter

Mit Abstand schwächster Wert im Dax ist die T-Aktie. Schuld ist eine laufende Kapitalerhöhung bei der amerikanischen Mobilfunktochter. T-Mobile US platziert zurzeit Papiere für bis zu rund einer Milliarde Dollar. Am Dienstag verloren Aktien von T-Mobile US in New York 8,3 Prozent. Die Deutsche Telekom hält rund zwei Drittel der Anteile.

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.50
Differenz absolut
0.18
Differenz relativ
+1.39%
T-Mobile US: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
21.35
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+0.25%

Lufthansa: IATA-News helfen nicht

Der Branchenverband IATA hat wegen des gesunkenen Ölpreises und einer verbesserten Weltkonjunktur seine Gewinnprognose für die Luftfahrtbranche für 2014 von 18 auf 19,9 Milliarden Dollar angehoben. Die Lufthansa-Aktie kann von diesen guten Branchennachrichten jedoch nicht profitieren.

UBS bestätigt Kaufempfehlung für Siemens

Die Siemens-Aktie kann ebenfalls überproportionale Kursgewinne verbuchen. Die UBS hat den Dax-Titel "Buy" mit einem Kursziel von 105 Euro belassen. Die Aktie des Elektrokonzerns bleibe das vernünftig bewertete Papier eines Unternehmens im Umbruch, während der Sektor überbewertet sei, meint Analyst Fredric Stahl. Das verbesserte Risikomanagement beinhalte Aufwärtspotenzial.

Tui macht wieder Gewinn

Im MDax richten sich heute die Augen der Anleger auf Tui, die Aktie ist größter Gewinner unter den Nebenwerten. Der Reisekonzern schreibt vor der Fusion mit der Tochter Tui Travel wieder schwarze Zahlen. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 erzielte Tui einen Überschuss nach Minderheiten von 104,7 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 11,1 Millionen Euro im Vorjahr.

Fraport im Aufwind

Die Fraport-Aktie kann mit dem Markt zulegen. Der Frankfurter Flughafenbetreiber hat im November weitere Zuwächse verbucht. Nachdem die Lufthansa-Piloten den gesamten Monat über nicht gestreikt hatten, stieg die Zahl der Fluggäste im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,5 Prozent auf 4,44 Millionen. Im Cargo-Geschäft zeigte die Entwicklung ebenfalls nach oben.

Massive Insiderkäufe bei SMA

Die Hoffnung stirbt zuletzt: In einer gemeinsamen Aktion haben vier SMA-Vorstandsmitglieder Aktien der Gesellschaft gekauft. Dafür investierten sie zusammen mehr als 500.000 Euro aus ihrem Privatvermögen. Allein Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon steckte mehr als 340.000 Euro in den Aktienkauf. Die SMA-Aktie ist binnen sechs Monaten um 47 Prozent eingebrochen. Heute gehört sie zu den stärksten Werten im TecDax.

Petrotec vor der Übernahme?

Jenseits der großen Indizes schnellt die Pennystock-Aktie der Petrotec AG um knapp 39 Prozent in die Höhe. In der Nacht zum Mittwoch hatte die REG European Holdings, eine indirekte 100-prozentige Beteiligung der US-Firma Renewable Energy Group, ein öffentliches Übernahmeangebot für den deutschen Biodiesel-Hersteller angekündigt. Wichtige Details wie der Preis je Aktie sollen noch festgelegt werden.

Strengere Auflagen für US-Banken

Unter den ausländischen Werten lohnt ein Blick auf die US-Banken. Nach dem Willen der Fed müssen sie sich mit dickeren Kapitalpolstern für künftige Krisen wappnen. Die geplanten Auflagen sollen für die acht größten Institute gelten, darunter JPMorgan Chase und Goldman Sachs.

Citigroup vor neuen Milliardenbelastungen

Unterdessen hat die Citigroup wegen ihrer umfangreichen Rechtsrisiken vor neuen Milliarden-Belastungen gewarnt. Im vierten Quartal werde nur noch ein kleiner Überschuss zusammenkommen. Für laufende juristische Auseinandersetzungen sowie die Kosten für den Konzernumbau wird die US-Bank im laufenden Quartal 3,5 Milliarden Dollar zur Seite legen.

Macht Santander einen Rückzieher in den USA?

Nicht einmal ein Jahr nach dem Börsengang ihrer US-Autobanktochter steht die spanische Großbank Santander laut Kreisen möglicherweise vor einer radikalen Kehrtwende. Angesichts des enttäuschenden Aktienkurses der Santander Consumer US Holdings erwäge der Konzern, die frei gehandelten Anteilsscheine wieder zurückzukaufen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Stand: 10.12.2014, 15:00 Uhr

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Tagestermine am Dienstag, 23. Dezember

Konjunktur:

Frankreich: Konsumausgaben und Erzeugerpreise, 08:45 Uhr
USA:
BIP 3. Quartal (3. Veröffentlichung), 14:30 Uhr ;
Auftragseingang langlebiger Güter November, 14:30 Uhr;
FHFA-Index, Oktober, 15:00 Uhr;
Uni Michigan Verbrauchervertrauen Dezember (endgültig), 15:55 Uhr;
Verkauf neuer Häuser November, 16:00 Uhr;
Persönliche Einkommen und Ausgaben, 16:00 Uhr;

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