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Marktbericht 20:00 Uhr

Marktbericht positiv

Krönender Wochenschluss

Dax stürmt auf Allzeithoch

Stand: 10.04.2015, 20:00 Uhr

Für die Investoren geht wieder einmal eine erfolgreiche Woche zu Ende. Der Dax hat dank des schwachen Euro deutlich zugelegt und erreichte sogar ein frisches Rekordhoch. Ob die US-Berichtssaison in der kommenden Woche weitere Impulse setzt?

Der Dax schloss mit einem Aufschlag von 1,7 Prozent auf 12.374 Punkten - ein Schlussrekord. Bei 12.390,75 Zählern erreichte er ein neues Allzeithoch. Auf Wochensicht hat der Dax 3,4 Prozent gewonnen, stärkster Wert waren die Aktien der Deutschen Post mit einem Gewinn von 6,7 Prozent. Auch der Dax-Kursindex haussierte. Der Late Dax gewann 1,5 Prozent auf 12.360,12 Zähler.

Die Argumente für die Kursgewinne sind altbekannt: Die Liquiditätsschwemme der Notenbanken, der Mangel an Anlagealternativen und derzeit vor allem der schwache Euro. Der Dax profitiere von der billigen Gemeinschaftswährung besonders, erklärte ein Händler, da die deutschen Wirtschaft so exportabhängig sei. Der Euro sackte heute unter die Marke von 1,06 Dollar.

Immer wieder Einsteiger

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Börse 19.00 Uhr

"Auf der Geldwelle der Europäischen Zentralbank reitend liefert die schwache Währung den Anlegern zusätzliche Motivation, auf dem erreichten Niveau doch noch in den Markt einzusteigen", kommentiert Andreas Paciorek, Marktanalyst bei CMC Markets. Der MDax verabschiedete sich mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 21.619,83 Punkten ebenfalls auf einem Rekordhoch aus dem Handel. Der Dow Jones lag am Abend rund ein halbes Prozent im Plus.

Überzeugt die US-Berichtssaison?

Bei aller Freude über die sensationellen Kursgewinne sollten kritische Stimmen nicht vergessen werden: Die EZB verstärke den Aufwärtstrend in beispiellosem Maße und erhöhe dadurch die Fallhöhe für die Zeit danach, warnt beispielsweise die DZ Bank. Auch bei den Investoren ist durchaus eine gewisse Vorsicht zu spüren, was die zuletzt wieder schrumpfenden und unterdurchschnittlichen Umsätze zeigen.

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Dax setzt Höhenflug fort (Nationaler Wochenrückblick)

Andere Fachleute mahnen ebenfalls: "Allein schon der deutliche Abstand zur 200-Tage-Linie von derzeit rund 20 Prozent signalisiert eine technische Überhitzung", schreibt Helaba-Experte Markus Reinwand. Von der US-Berichtssaison erwartet Reinwand keine Impulse: "Dass die nun anlaufende Zwischenberichterstattung neuen Rückenwind für Aktien bringen wird, ist wenig wahrscheinlich." Für das erste Quartal werde für die S&P 500-Unternehmen ein Gewinnrückgang von knapp sechs Prozent erwartet.

Auch die Post auf Rekordhoch

Auch die Aktie der Deutschen Post stieg auf ein Rekordhoch. Barclays hat den Wert von "Equalweight" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 28 auf 37 angehoben. Trotz möglicher Risiken bei den Konjunkturaussichten werde die Post ihre Ziele erreichen.

Deutsche Bank - teure Klarheit

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Deutsche Bank steht im Skandal um die Manipulation des Zinssatzes Libor laut Medienberichten kurz vor den Abschluss eines Vergleichs mit den Behörden in den USA und Großbritannien. Danach könnte die Bank den Fall mit einem Schuldeingeständnis und der Zahlung von mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar beilegen. Deutschlands größtes Bankhaus würde damit die höchste Strafe akzeptieren, die im Libor-Fall bislang verhängt wurde. "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende", kommentierte ein Marktteilnehmer Ein Händler sprach davon, das das über der Bank hängende Damokles-Schwert endlich verschwinde.

Siemens: EU entscheidet über Dresser-Rand-Deal

Die EU-Kommission will bis zum 24. Juli über den Kauf der US-Energietechnikfirma Dresser-Rand durch Siemens entscheiden. Die Prüfung sei bereits am 27. März wieder aufgenommen worden, teilten die EU-Wettbewerbshüter mit. Die kartellrechtliche Untersuchung war ausgesetzt, weil die Behörde zusätzliche Informationen von Siemens angefordert hatte. Bereits im Februar hatten die Kartellwächter Bedenken geäußert, dass Siemens nach dem Kauf nur noch GE als Konkurrent bei Turbokompressoren und einigen Zugkomponenten gegenüberstehe. Siemens-Chef Joe Kaeser wollte die 7,6 Milliarden Dollar schwere Übernahme zügig über die Bühne bringen, um noch vom Schiefergasboom in den USA zu profitieren.

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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VW: Piech auf Distanz zu Winterkorn

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ob VW-Chef Martin Winterkorn in den VW-Aufsichtsrat wechselt, ist ungewiss. "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn", zitierte "Der Spiegel" den Aufsichtsratsvorsitzenden und VW-Patriarchen Ferdinand Piech heute in einem Vorabbericht. Bislang waren Insider davon ausgegangen, dass Winterkorn, dessen Vertrag noch bis Ende 2016 läuft, auch danach noch ein, zwei Jahre an der Spitze des Zwölf-Marken-Konzerns bleibt, bevor er Piech als Aufsichtsratschef ablöst. Piech und Winterkorn wurde bislang ein besonders vertrauensvolles Verhältnis nachgesagt. Deshalb sind Piechs Äußerungen eine Überraschung.

Rückruf bei BMW und Nissan

Die Autobauer BMW und Nissan beordern weltweit mehr als 165.000 Autos in die Werkstätten. Wegen defekter Benzinpumpen könnte der Motor ausfallen oder gar nicht erst starten, teilten die Autobauer und die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA mit. Die defekten Benzinpumpen stammen vom deutschen Autozulieferer Bosch. BMW ruft weltweit 70.500 Fahrzeuge zurück. Bei Nissan betrifft das Problem gut 95.000 SUVs des Modells Rogue in den USA und Kanada.

Airbus verkauft Dassault-Anteil

Airbus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Verkauf von Anteilen an dem französischen Kampfjet-Hersteller Dassault Aviation spült Airbus mehr Geld in die Kassen als ursprünglich angekündigt. Insgesamt nehme der Flugzeugbauer 1,76 Milliarden Euro ein, teilte Airbus mit. Die Beteiligung an Dassault sinke auf 23,36 Prozent. Airbus hatte Ende März zunächst 17,5 Prozent seiner Dassault-Aktien verkauft und damit gut 1,6 Milliarden Euro eingenommen.

United Internet empfohlen

Aktien von United Internet legten im TecDax leicht überdurchschnittlich zu. Das Bankhaus Lampe hat den Titel von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft und das Kursziel von 40 auf 49 Euro angehoben. Der Internetanbieter habe seine auf das Ausland ausgerichteten Expansionspläne verschoben. Dies sei wegen der kurzfristig überproportionalen Wachstumsaussichten für den Heimatmarkt richtig. Nach der erfolgreichen Übernahme von Versatel sollte United Internet organisch stärker wachsen als andere Unternehmen der Branche.

Xing heute abgehängt

Xing-Aktien fielen zurück, während der TecDax steigt und steigt. Mit Plus 74 Prozent bleibt Xing zwar einsamer Index-Spitzenreiter 2015. Seit Mitte März entwickeln sich die Papiere jedoch nur noch unterdurchschnittlich. Zuletzt wurden auch einige Analysten vorsichtiger und nahmen ihre Empfehlungen zurück.

Südzucker-Aktie bricht ein

Die Südzucker AG hat im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von 7,5 auf rund 6,8 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Das operative Ergebnis brach von 622 auf 180 Millionen Euro ein. Im laufenden Jahr soll der Umsatz weiter auf 6,0 bis 6,3 Milliarden Euro sinken. Das Ergebnis soll nur noch 50 bis 150 Millionen Euro erreichen. Grund sind Probleme in den beiden Bereichen Zucker und Bioethanol. Auch die Aktie der Bioethanol-Tochter CropEnergies leidet mit.

Bauer dürfte stagnieren

Der Tiefbauspezialist Bauer hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz um vier Prozent auf 1,56 Milliarden Euro verbessert. Durch den Verkauf von 21 Prozent der Anteile an der Tochtergesellschaft im Oman wurde ein Sondergewinn erzielt. Unter dem Strich lag der Gewinn des SDax-Mitglieds bei 15,7 Millionen Euro nach einem Vorjahresverlust von 19,4 Millionen Euro. Im laufenden Jahr soll der Gewinn nur wenig wachsen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll leicht sinken.

Windeln.de geht an die Börse

Nach Zalando deutet sich in Deutschland der nächste Börsengang eines Internet-Händlers an. Die Firma Windeln.de will im laufenden Jahr in den streng regulierten Prime Standard gehen. Es ist ein Emissionsvolumen von bis zu rund 200 Millionen Euro geplant. Davon sollen 100 Millionen aus einer Kapitalerhöhung und 80 Millionen aus dem Verkauf von Aktien der bisherigen Gesellschafter kommen. Windeln.de ist ein Versandhändler für Baby- und Kleinkindartikel.

GE verkauft Gewerbeimmobilien-Geschäft

Der US-Großkonzern General Electric will den größten Teil seiner Finanzsparte GE Capital losschlagen. GE will ab 2018 etwa 90 Prozent seiner Erlöse im Industriegeschäft machen. Der Ausverkauf beginnt mit der Veräußerung eines Pakets an Immobilien und Immobilienkrediten für 26,5 Milliarden US-Dollar an den Beteiligungsriesen Blackstone, die US-Großbank Wells Fargo und andere Investoren. GE schrumpft das Finanzgeschäft nach schlechten Erfahrungen in der Krise schon länger ein. Die Sparte für Konsumentenkredite und das Bankgeschäft wurden bereits ausgemistet. Am Markt kamen die Nachrichten gut an. Die GE-Aktie legte kräftig zu.

HP und Lenovo stemmen sich gegen PC-Schrumpfkurs

Obwohl Kunden weltweit weniger Interesse an Personal Computern haben, konnten die Hersteller HP und Lenovo ihre PC-Verkäufe laut der Marktforschungsfirma Gartner im 1. Quartal 2015 ausbauen. Demnach sanken die PC-Verkäufe weltweit um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unter den fünf größten PC-Verkäufern weltweit hätten nur HP und Lenovo ihren Absatz steigern können. HP legte um 5,7 Prozent zu. Lenovo konnte seinen Notebook Marktanteil insgesamt von 17 auf knapp 19 Prozent ausbauen und seinen Absatz im Vorjahresvergleich um 2,5 Prozent steigern.

Carrefour mit solidem Umsatzplus

Ein florierendes Lateinamerika-Geschäft hat Europas größtem Händler Carrefour den Weg in das neue Geschäftsjahr geebnet. Im ersten Quartal stiegen die Konzernerlöse um 6,2 Prozent auf 21 Milliarden Euro, wie Carrefour am Freitag mitteilte. Dabei wirkten sich sowohl mehr Verkaufstage als auch Währungseffekte günstig aus. Gut lief es für Carrefour vor allem in Brasilien und Argentinien, aber auch im Heimatmarkt Frankreich.

ts

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