Marktbericht 17:59 Uhr

Marktbericht neutral

Hilfe von der Wall Street Dax stoppt Talfahrt

Stand: 11.08.2017, 17:59 Uhr

Die relativ niedrige Inflation in den USA hat am Freitag Hoffnungen geschürt, dass die Fed auf eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr verzichtet. Die Wall Street eröffnete leicht im Plus und stützte den Dax. Die Lage bleibt aber angespannt - wegen Nordkorea.

Die Angst vor einer Eskalation auf der koreanischen Halbinsel, die bis zum Atomkrieg führen könnte, hielt auch am Freitag an. Denn US-Präsident Donald Trump heizte den Konflikt mit Pjöngyang weiter an und drohte auf Twitter, dass die USA bereit für einen bewaffneten Konflikt seien. "Wir stehen Gewehr bei Fuß, sollte Nordkorea unklug handeln", schrieb der US-Präsident. Nordkorea droht mit einem Angriff auf das US-Außengebiet Guam im Pazifik. Trump hatte angekündigt, militärische Provokationen aus Pjöngjang mit "Feuer und Wut" beantworten zu wollen.

Können Russland und China vermitteln?

Wegen der zunehmenden Spannungen im Nordkorea-Konflikt rief Russlands Außenminister Sergej Lawrow USA und Nordkorea zum Einlenken auf. Er kündigte einen chinesisch-russischen Vermittlungsversuch an. Demnach sollen Nordkorea seine Raketentests einstellen und die USA sowie Südkorea ihrerseits auf große Militärmanöver verzichten. Experten sprechen von der gefährlichsten nuklearen Konfrontation seit der Kuba-Krise.

EuroStoxx50 sackt weiter ab

EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.541,42
Differenz relativ
+0,05%

Das Säbelrasseln zwischen den USA und Nordkorea belastete auch am Freitag die europäischen Börsen. Der EuroStoxx50 gab um 0,9 Prozent nach - und beendete die schlechteste Woche seit dem Trump-Wahlsieg im November 2016. Der europäische Leitindex ist seit Montag knapp drei Prozent abgesackt. Der französische Cac40 büßte ein Prozent ein, der spanische Ibex 35 gar 1,6 Prozent.

Dax behauptet sich knapp über 12.000 Punkten

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.592,35
Differenz relativ
-0,06%

Besser hielt sich der Dax. Er schloss fast unverändert bei 12.014 Punkten. Zeitweise war er unter die psychologisch wichtige Schwelle gerutscht, rappelte sich dann am Nachmittag aber wieder auf. Mit 11.934 Zählern hatte er sich am Vormittag der 200-Tage-Linie von derzeit 11.902 Punkten angenähert.

Dow im Plus

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
22.349,59
Differenz relativ
-0,04%

Der nötige Schub kam von der Wall Street. Der "große Bruder" des Dax, der Dow, begann den Tag relativ freundlich. Zwei Stunden nach Handelsstart lag er knapp 0,2 Prozent im Plus, nachdem er gestern noch um 0,9 Prozent abgetaucht war. Der breiter gefasste S&P 500 stabilisierte sich ebenfalls bei um die 2.440 Punkten.

Doch keine Zinserhöhung 2017 in den USA?

ARD-Börsenstudio: Mischa Ehrhardt

Börse 15.00 Uhr: US-Inflation sorgt für Bewegung

Auftrieb brachten die neuesten US-Teuerungsdaten. Zwar stieg die Inflation im Juli um 1,7 Prozent, Volkswirte hatten aber mit 1,8 Prozent gerechnet. Das bremste die Zinserhöhungsfantasie. Die Fed will weitere Zinsanhebungen von der Teuerungsrate abhängig machen.

Euro steigt wieder

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1948
Differenz relativ
+0,07%

In Deutschland fiel der Inflationsanstieg mit 1,7 Prozent genau so hoch aus wie in den USA. Das war allerdings erwartet worden. Folglich geriet der US-Dollar unter Druck. Der Euro zog zeitweise auf über 1,18 Dollar an.

Ganz miese Börsenwoche

ARD-Börsenstudio: Mischa Ehrhardt

Börse 18.00 Uhr: Deutlicher Wochenverlust im Dax

Trotz der Stabilisierung an der Wall Street und am deutschen Aktienmarkt fällt die Bilanz der Börsenwoche desaströs aus. Auf Wochensicht verlor der Dax gut 2,5 Prozent. Etwas glimpflicher davon kam die Wall Street. Insgesamt lösten sich seit der "Feuer und Zorn"-Rede von Trump gut eine Billion an Börsenwert in Luft aus. Aus der einstigen "Trump-Rally" könnte nun die "Trump-Korrektur" werden, sagte Marktbeobachter Jochen Stanzl von CMC Markets.

Gold nicht im Panikmodus

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.297,30
Differenz relativ
+0,51%

Der Goldpreis legte auf Wochensicht 30 Dollar zu und erreichte den höchsten Stand seit Anfang Juni. Doch von Panik zu reden wäre verfrüht. Da müsste Gold noch deutlich teurer werden als die heute erreichten 1.289 Dollar für die Feinunze.

Defensiv ist Trumpf

Im Dax waren zum Wochenschluss vor allem defensive Titel gefragt. Die Aktien von Fresenius, Fresenius Medical Care, Merck und Bayer zählten zu den Gewinnern. "Hier schwanken die Erträge deutlich weniger stark als in anderen Sektoren", sagte ein Händler.

Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
67,72
Differenz relativ
-0,53%
FMC
FMC: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
81,57
Differenz relativ
-0,40%
Merck KGaA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
96,50
Differenz relativ
+0,10%

Finanzwerte im Ausverkauf

ARD-Börsenstudio Radio Hörfunk Frankfurter Börse Dorothee Holz

Börse 10.00 Uhr: Deutsche Bank fällt unten durch

Dagegen blieben die Finanzwerte unter Druck. Die Titel der Commerzbank verloren 1,6 Prozent und waren Dax-Schlusslicht, die Aktien der Deutschen Bank lagen dahinter und gaben 1,4 Prozent nach. Die HSBC riet am Freitag, die Aktie der Deutschen Bank zu verkaufen.

Anleger ziehen Gelder aus Pimco ab

Allianz-Aktien gaben 0,6 Prozent nach. Der Versicherer litt auch unter dem anhaltenden Mittelabfluss beim einstiegen Vorzeigefonds Pimco Total Return. Dieser verwaltet dem Analysehaus Morningstar zufolge nur noch 73 Milliarden Dollar. In seinen besten Zeiten waren es rund vier Mal so viel.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13,90
Differenz relativ
-0,25%
Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11,23
Differenz relativ
+0,18%
Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
186,70
Differenz relativ
+0,65%

Innogy profitiert vom Netzgeschäft

Innogy: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
37,13
Differenz relativ
+1,13%

Auf dem deutschen Markt gibt es außerdem etliche Bilanzdaten zu verarbeiten. So von der RWE-Ökostromtochter Innogy. Sie hat von einem guten Netzgeschäft profitiert und im ersten Halbjahr operativ etwas mehr verdient. Schwierigkeiten bereitet weiter das britische Vertriebsgeschäft, dessen Ergebnis sank. Die Innogy-Aktien verloren knapp zwei Prozent.

Deutsche Wohnen gut gebaut

Deutsche Wohnen: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
35,06
Differenz relativ
+0,59%

Zahlen gab es auch aus der Immobilienbranche. Deutschlands zweitgrößtem Wohnimmobilien-Konzern Deutsche Wohnen hat dank seiner Immobilienkäufe, steigender Mieten und niedrigerer Leerstände mehr verdient. Das operative Ergebnis aus der Vermietung (FFO I) legte im ersten Halbjahr um elf Prozent zu auf 220,8 Millionen Euro.

TLG Immobilien erhöht Prognose

TLG Immobilien: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19,12
Differenz relativ
+0,63%

Auch die kleinere TLG Immobilien profitiert vom Immobilienboom. Wegen des wachsenden Immobilienbestands kletterte das operative Ergebnis aus der Vermietung (FFO) im ersten Halbjahr sogar um 21 Prozent auf 46,5 Millionen Euro. Der Vorstand erhöhte aufgrund von Immobilienankäufen sowie Kosteneinsparungen die Prognose für das Gesamjahr auf 90 bis 92 Millionen Euro.

Stabilus legt was drauf

Auch für den Auto- und Industriezulieferer Stabilus läuft es gut, dass er nun seine Jahresziele anhebt. Stabilus erhöhte ie Umsatzprognose auf rund 910 Millionen Euro, die bereinigte Ebit-Marge soll bei 15 Prozent liegen. Der Umsatz im dritten Quartal stieg um 28 Prozent auf 233,5 Millionen Euro. Zu dem starken Wachstum des Spezialisten für Gasfedern und Dämpfer trugen insbesondere Zukäufe bei. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) kletterte um 53 Prozent auf 35,6 Millionen Euro.

Stabilus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
78,02
Differenz relativ
-0,56%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
137,60
Differenz relativ
-0,22%

Wird Amazon zur Konkurrenz für CTS?

Zeitweise kräftig nach unten ging es mit den Aktien von CTS Eventim. Sie sackten um bis zu acht Prozent ab. Zum Xetra-Schluss reduzierte sich das Minus auf 0,7 Prozent. Amazon plant angeblich einen Angriff auf den US-Ticketmarkt und ist in Verhandlungen mit Eigentümern großer Veranstaltungshäuser.

Quote fürs E-Auto?

Marktbericht negativ

Börse 11.00 Uhr: VW steigert Absatz und sorgt für E-Mobilität vor

Autoaktien bleiben im Fokus. Nicht nur, weil SPD-Kanzlerkandidat Schulz als Konsequenz aus der Diesel-Affäre die Einführung einer verbindlichen Quote für Elektroautos in Europa fordert, um den Durchbruch für die Elektromobilität zu beschleunigen. Auch die Konzerne liefern Material. VW lieferte etwa frische Absatzzahlen. Die Wolfsburger verkauften im Juli vier Prozent mehr Fahrzeuge der Kernmarke VW.

United Internet feilt an IPO

United Internet: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
51,91
Differenz relativ
0,00%

United Internet feilt an dem geplanten IPO für die Sparte Business Applications. Der Börsengang des Bereichs sei keineswegs auf die lange, sondern "auf die kurze Bank geschoben", sagte United-Internet-Chef Dommermuth der "Börsen-Zeitung". Zunächst sollten die Aktivitäten weiter ausgebaut werden, für Zukäufe ergäben sich immer mal wieder Möglichkeiten.

Snap - der Zauber ist verflogen

ARD-Börsenstudio: Mischa Ehrhardt

Börse 17.00 Uhr: Snap stürzt ab

Der Snapchat-Betreiber Snap enttäuschte mit seinen Bilanzdaten. Trotz mehr Nutzern und mehr Umsatz brach die Aktie des Messaging-Diensts um bis zu 17 Prozent ein. Das Wachstum war der Börse einfach nicht groß genug. Und dann schreibt Snap ja auch noch rote Zahlen.

nb

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 25. September

Unternehmen:
Air Berlin: Pressekonferenz und Entscheidung über Verkauf
LEG Immobilien: Capital Marktes Day

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimaindex, 10 Uhr
Brüssel: Anhörung von EZB-Präsident Draghi vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments, 15 Uhr

Darstellung: