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Börsentrend 17:40 Uhr

Winterstarre auf den Kurslisten

Dax stolpert ins Wochenende

Im Augenblick haben die Investoren offenbar die Lust auf Aktienkäufe verloren. Es fehlen die richtigen Impulse, sodass die Strategie zu lauten scheint: Lieber garnichts tun, als etwas Falsches.

"Was wir für steigende Kurse benötigen, sind starke Unternehmensergebnisse", sagte Marktanalystin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Die Chancen hierfür stünden nicht schlecht. "Die Erwartungen sind niedrig." Starke Unternehmensergebnisse hatte der Tag zwar durchaus zu bieten, insgesamt war das Nachrichtenbild aber doch eher gemischt.

Unerwartet positive Geschäftszahlen von Morgan Stanley und General Electric wurden schulterzuckend aufgenommen, Wirtschaftsdaten aus China interessierten die Marktteilnehmer kaum, die japanische Kursrally in der Nacht verpuffte. Auf der Negativseite standen schwache Zahlen von Intel, sowie ein schwaches Verbrauchervertrauen der Uni Michigan.

US-Konjunktur enttäuscht

Das entsprechende Barometer sank im Januar auf 71,3 Punkte nach 72,9 Zählern im Dezember und erreichte den tiefsten Wert seit mehr als einem Jahr. Analysten hatten mit einem Anstieg auf 75,0 Punkte gerechnet. Besonders negativ wirkte sich aus, dass der US-Haushaltsstreit noch immer nicht beigelegt ist. Mehr als ein Drittel der Verbraucher sehen die Hängepartie im Kongress kritisch.

Der Dax schloss mit einem Abschlag von 0,4 Prozent bei 7.702,23 Punkten. Lediglich vier Unternehmen schafften den Sprung in die Gewinnzone. Der Dow Jones notierte zum Handelsschluss in Deutschland in etwa auf seinem Vortagesniveau. "Kurzfristig ist die Konsolidierungsgefahr recht hoch", hieß es von der Landesbank Berlin zur Lage an den Aktienmärkten. Aber nach Ansicht von Jörg Scherer, technischer Analyst bei HSBC Trinkaus, sollten die Investoren einfach noch Geduld haben. Der Fachmann prognostiziert neue Hochs im Jahresverlauf.

GE: "Wachstumschancen in China"

Der US-Mischkonzern General Electric hat im vierten Quartal mehr verdient als im Vorjahr. Der Gewinn lag mit 4,01 Milliarden Dollar um 7,5 Prozent höher als im Vergleichszeitraum 2011. Je Aktie waren das im fortgeführten Geschäft 44 Cent - mehr als Analysten auf dem Zettel hatten. Die Aktie notierte deutlich im Plus. Die Aussichten für die Industrieländer bleiben unsicher, aber wir sehen Wachstum in China und in rohstoffreichen Ländern", sagte Vorstandschef Jeff Immelt.

Schlussspurt bei Morgan Stanley

Ein gut laufendes Geschäft mit Aktien hat der Investmentbank Morgan Stanley zum Jahresende ein gutes Ergebnis beschert. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 481 Millionen Dollar. Damit übertraf die Bank die Erwartungen der Experten deutlich und kehrte in die Gewinnzone zurück. Die Bank hatte sowohl im Vorquartal als auch Ende 2011 rote Zahlen geschrieben. Wegen der Neubewertung eigener Schulden steht für 2012 insgesamt aber ein Verlust von 117 Millionen Dollar in den Büchern. Die Aktie klettert in New York auf ein 18-Monats-Hoch.

Intel enttäuscht die Investoren

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Chipkonzern Intel hat mit einem schwachen Ausblick und überraschend umfassenden Investitionsplänen enttäuscht. Im laufenden Jahr will Intel 13 Milliarden Dollar ausgeben und unter anderem in Zukunftstechnologien in der Produktion investieren - deutlich mehr als von Analysten erwartet. Nach dem Umsatz- und Gewinnminus im Schlussquartal machte diese Ankündigung Anleger nervös. Der Gewinn fiel im vierten Quartal um rund 26 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar und die Erlöse gaben knapp drei Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar nach.

Coba: Angestellte haben Angst, Anleger sind begeistert

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Einer der stärksten Werte im Dax ist die Aktie der Commerzbank. Deutschlands zweitgrößte Bank könnte beim geplanten Konzernumbau einem Bericht zufolge zwischen 4.000 und 6.500 Arbeitsplätze streichen. Im deutschen Geschäft der Bank sollen zehn bis 15 Prozent der zuletzt rund 43.400 Stellen abgebaut werden, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Finanzkreise berichtete. Bei der Zahl handele es sich nur um eine vorläufige Größenordnung, bevor im Februar die Gespräche mit dem Betriebsrat aufgenommen werden.

K+S im Schlepptau von Intrepid

Zu den Favoriten im Dax gehört auch die Aktie von K+S, die sich mit Coba-Papieren um die Spitzenposition im Dax streitet. Grund sind weniger die winterlichen Verhältnisse auf den Straßen als vielmehr gute Produktionszahlen des US-Kalidüngerproduzenten Intrepid.

ThyssenKrupp: "Plausible Antworten"

Zu den Verlierern im Leitindex gehört am Tag der Hauptversammlung dagegen wieder einmal die Aktie von ThyssenKrupp. Grund sind offenbar Zweifel an einem Verkauf der Stahlwerke in Übersee. Nach einem "Handelsblatt"-Bericht ist Thyssen mit den Angeboten für seine amerikanischen Stahlwerke unzufrieden. Der brasilianische Konzern Companhia Siderurgica Nacional will Insidern zufolge 2,6 Milliarden Euro für das Werk in den USA und für eine Mehrheit an dem Stahlwerk in Brasilien hinblättern. Aufsichtsratschef Gerhard Cromme räumte Fehler ein, wies aber den Vorwurf zurück, das alte Management bei den Stahlwerksplänen nicht ausreichend kontrolliert zu haben: "Wenn wir gefragt haben, haben wir plausible Antworten bekommen."

Analyse von Credit Suisse belastet Metro

Im MDax belegt Metro einen hinteren Platz. Credit-Suisse-Analyst Xavier Le Mene hat das Handelsunternehmen von "Neutral" auf "Underperform" abgestuft und das Kursziel auf 21,00 Euro belassen. Die Aktien des Handelskonzerns hätten eine Erholungsrally geschafft und nun impliziere das unveränderte Kursziel rund zehn Prozent Kursrisiko, schreibt der Mann. Aus Sicht der Schweizer Bank bleiben die aktuellen Analystenerwartungen anfällig für Korrekturen. Zudem seien die Gewinnziele 2012 durch unerwartet hohe Einkünfte bei Immobilien zustande gekommen, die sich 2013 womöglich nicht wiederholen ließen.

Bilfinger: Koch will kaufen

Dagegen ist die Aktie des Baukonzerns Bilfinger einer der Favoriten im MDax. Grund ist die geplante Übernahme des US-Wassertechnikspezialisten Johnson Screens. Das Unternehmen erbringe mit 1.200 Mitarbeitern eine Jahresleistung von etwa 160 Millionen Euro. "Für künftige Akquisitionen stehen uns nach dem Erwerb von Johnson Screens noch rund 850 Millionen Euro zur Verfügung", sagte Konzernchef Roland Koch bei einer Telefonkonferenz.

Porsche auf Rekordjagd

Porsche will in den USA auf der Überholspur bleiben. "Ich bin sehr optimistisch für unsere Geschäftsaussichten", sagte US-Vertriebschef Detlev von Platen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir verzeichnen eine starke Nachfrage nach unseren Autos." Mit Rückenwind durch die steigende Beliebtheit sportlicher Zweisitzer könne Porsche den Absatzrekord des Jahres 2012 im laufenden Jahr übertreffen, sagte der Manager.

Gerüchte treiben Puma

An der MDax-Spitze steht die Aktie des Sportartikelherstellers Puma mit einem Aufschlag von rund fünf Prozent. Dafür gibt es gleich zwei Gründe: HSBC hob das Kursziel auf 275 Euro an. Derzeit notieren die Papiere bei mehr als 240 Euro. Zeitweise hatten sie sogar mit mehr als sechs Prozent im Plus gelegen, was mehrere Händler am Nachmittag mit dem Gerücht begründeten, dass der französische Luxusgüterkonzern und Mehrheitsaktionär PPR ein Gebot für die ihm noch nicht gehörenden Anteile abgeben wolle.

Praktiker werden zu Anlegers Liebling

Im SDax setzt die Praktiker-Aktie ihren Höhenflug fort. Grund ist eine Heraufstufung durch die Deutsche Bank. Sie hat die Aktie von Praktiker von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 1,70 auf 2,60 Euro angehoben. Die Baumarktkette werde sich erheblich verändern, mit neuem Management, neuer Strategie und neuer Finanzstruktur, schrieb Analyst Michael Kuhn in einer Studie vom Freitag. Dies sollte dem Unternehmen den Weg zurück zur Profitabilität ebnen, meinte Kuhn. Ungeachtet der Risiken überwögen die Chancen. Das sehen die meisten Anleger offenbar genauso.

H&R in Turbulenzen

Der Konjunkturabschwung und gestiegene Rohstoffkosten haben das operative Ergebnis der Spezialchemiefirma H&R einbrechen lassen. Wie das Unternehmen mitteilte, blieb im Zeitraum Oktober bis Dezember nur ein kleines Betriebsergebnis von zwei Millionen Euro. Vor Jahresfrist hatten noch 16 Millionen Euro zu Buche gestanden. Der Umsatz schrumpfte weniger stark auf 283 (Vorjahr: 302,7) Millionen Euro. Die Aktie belegt im SDax den letzten Platz.

Glencore und Xstrata brauchen mehr Zeit

Der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore nimmt sich für den Abschluss der geplanten Übernahme des schweizerisch-britischen Bergbaukonzerns Xstrata erneut mehr Zeit. Da noch die Genehmigung der Behörden in China und Südafrika ausstehe, werde der Abschluss nun bis zum 15. März erwartet, teilte Glencore am Freitag mit. Glencore wollte die Milliardenübernahme ursprünglich im Vorjahr perfekt machen. Die EU-Kommission hatte die Milliardenübernahme des Bergbaukonzerns Xstrata durch Glencore im November genehmigt.

Stand: 18.01.2013, 17:40 Uhr

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Tagestermine am Mittwoch, 22. Oktober

Unternehmen:
PSA Peugeot: Q3-Zahlen
Scania: Q3-Zahlen
ABB: Q3-Zahlen, 7 Uhr
Dow Chemical: Q3-Zahlen, 13 Uhr
Boeing: Q3-Zahlen, 13.30 Uhr
Konjunktur:
Japan: Handelsbilanz, Im-/Exporte, 1.50 Uhr

Sonstiges:
Deutschland: Ausgabe 30-jähr. Staatsanleihen

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