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Marktbericht 20:02 Uhr

Daumen hoch für den Dax

Wende um 300 Punkte an einem Tag

Dax steht wieder auf

Stand: 18.06.2015, 20:02 Uhr

Der Schuldenstreit mit Griechenland dauert an, doch die Anleger haben genug von fallenden Kursen. Mit kräftiger Hilfe von der Wall Street schafft der Dax am Donnerstag eine überraschende Wende.

Die Aussicht auf eine anhaltend expansive Geldpolitik der Fed und unerwartet gut ausgefallene Konjunkturdaten aus den USA haben die Trübsahl der Anleger beendet und die Kurse an den Aktienmärkten angetrieben.

Der Dax klettert um 122 Punkte oder 1,1 Prozent auf 11.100 Punkte, fast 300 Punkte über seinem am Vormittag markierten Tagestief bei 10.806 Zählern. Für eine positive Note hatten zunächst die jüngsten Daten aus Griechenland gesorgt..Danach hat das Land nach eigenen Angaben in den ersten fünf Monaten einen Primärüberschuss von 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftet, erwartet war ein Defizit von 500 Millionen. Der Dax konnte daraufhin seine Verluste deutlich verringern auf nur noch 0,3 Prozent. Dabei kletterte der Index bis auf 10.957 Zähler, sein bis dahin höchster Tageswert.

Im weiteren Verlauf rutscht der Leitindex zwar wieder ab, doch dann profitiert er von der guten Laune der Anleger an der Wall Street. Dort eröffnet der Dow Jones-Index ein halbes Prozent im Plus - aus Freude auf die anhaltende Nullzinspolitik der Notenbank. Notenbank-Chefin Janet Yellen hatte am Vorabend Spekulationen auf eine baldige US-Zinserhöhung gedämpft. Jan Hatzius, Chef-Analyst für die USA bei Goldman Sachs, rechnet nun frühestens im Dezember statt September mit einem solchen Schritt. Weiteren Rückenwind erhält der Dow dann von den besser als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten.

Intaktes Wachstumsszenario

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Börse 18.00 Uhr

So ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in der vergangenen Woche stärker als von Bankvolkswirten geschätzt gesunken. Zudem hat sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Juni stärker aufgehellt als erwartet. Der Index der dortigen Fed ist auf 15,2 Punkte geklettert, nach 6,7 im Mai. Die Konsensschätzung hatte bei 8,0 Punkten gelegen.

Die Aussicht auf eine vorsichtige Anhebung der Zinsen in den USA hat der Wall Street gleich zu Handelsbeginn zu Kursgewinnen verholfen. Im weiteren Verlauf baut der Dow Jones-Index seine Gewinne weiter aus und steigt zeitweise um 1,27 Prozent auf 18.174 Punkte. Bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend notiert der Dow ein Prozent höher bei 18.117 Zählern.

Und wie geht es weiter? Die Spanne von fast 300 Punkten an einem Tag zeigt erneut, wie nervös die Anleger sind. Tatsächlich ist der die Volatilität messende VDax auf knapp 29 Prozent gestiegen. Damit notiert er so hoch wie zuletzt im Oktober 2014 - kurz bevor der Dax eine heftige Korrektur verzeichnete.

Kann sich der Dax weiter erholen?

Griechenland bleibt trotz der Rückeroberung der 11.000-Punkte-Marke und den Zugewinnen in den USA der entscheidende Unsicherheitsfaktor, denn noch ist keine Lösung im Schuldenstreit gefunden. Am morgigen Freitag könnte es dann noch einmal ordentlich volatil werden, dann steht nämlich der große Verfallstag, auch Hexensabbat auf der Agenda.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Trotzdem sind einige Marktexperten bereits bullisch gestimmt: "Sollte den Dax in der zweiten Hälfte 2015 nicht ein höchst unwahrscheinliches Ereignis (ein sogenannter schwarzer Schwan) ereilen, sind schon bald neue Allzeithochstände an der Frankfurter Börsentafel zu erwarten und der Spruch 'Angeschlagene Boxer sind die gefährlichsten" wird für die Bären ein nicht zu unterschätzendes Thema", urteilt etwa Jens Klatt.

Fed-Entscheid treibt Euro

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Als ob die politischen Sorgen nicht schon genug wären, belastet auch noch ein starker Euro den Aktienmarkt. Die Gemeinschaftswährung behauptet nach dem gestrigen Zinsentscheid der US-Notenbank ihre Kursgewinne und klettert am frühen Nachmittag wieder über 1,14 Dollar. Das ist rund ein halber Cent mehr als im frühen Handel. Bei Börsenschluss notiert er wieder etwas schwächer bei 1,1370 Dollar.

Infineon am Dax-Ende

Infineon-Aktien gehören zu den schwächsten Werten im Dax. "Investoren machen Kasse bei Positionen, die noch hohe Buchgewinne aufweisen", sagte sagte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin "Index-Radar". Das Papier des Halbleiterherstellers habe sich seit Dezember besser als der Markt entwickelt und stehe noch in Reichweite des jüngsten Hochs.

Daimler gibt sich zuversichtlich

Auch die Daimler-Aktie schwächelt, zeitweise fiel das Papier sogar unter die 80-Euro-Marke. Dabei hatte Firmenchef Dieter Zetsche am Abend anlässlich der Vorstellung des neuen Geländewagens Mercedes GLC erklärt, die Signale für die Absatzzahlen im ersten Halbjahr 2015 seien "sehr positiv". Auch für den chinesischen Markt gab es optimistische Töne. Man sei "auf einem sehr guten Weg", sagte Vertriebschef Ola Källenius. "Wir wollen dieses Jahr deutlich über 300.000 Autos in China verkaufen."

Autoaktien können sich dem schwachen Markt ohnehin nicht entziehen. Die Vorzüge von VW sind bereits seit Wochen heftig unter die Räder geraten. Trotzdem kann es ein wichtiger Tag werden für die Branche. Denn nach Insiderberichten planen BMW, Daimler und Audi ein milliardenschweres Angebot für den Kartendienst von Nokia. Die Frist läuft heute aus, der Wert des Kartendienstes wird auf zwei bis vier Milliarden Dollar geschätzt. Als Konkurrenten gelten Google, der am Fahrdienst Uber beteiligt ist, und IT-Unternehmen.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Telekom-Fantasie schon wieder vorbei

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Einen Rückschlag muss auch die Telekom-Aktie verzeichnen. Angeblich ist der US-Kabelkonzern Comcast doch nicht an der Telekom-Tochter T-Mobile US interessiert. Dies berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg" und beruft sich auf Insider. Gestern hatte die Meldung über das Interesse von Comcast dem Telekom-Papier noch einen kräftigen Schub gegeben.

Samwer verteidigt Rocket-Verluste

Rocket-Internet Firmenchef Oliver Samwer hat die anhaltenden Verluste seiner Start-Up-Unternehmen verteidigt und den Geschäftsansatz näher erläutert. "Das ist einfach eine notwendige Bedingung im Internet-Markt, dass man zunächst eine kritische Masse erreicht", sagte Samwer der "Deutschen Presse-Agentur". Rocket ist an Dutzenden Internetfirmen beteiligt, die alle Verluste machen.

Bilfinger schockt die anleger

Der neue Bilfinger-Chef Per Utnegaard setzt die Brechstange an und verschreckt mit der sechsten Gewinnwarnung binnen eines Jahres die Aktionäre. Die trennen sich am Donnerstag in Scharen von der Aktie des im Mdax notierten kriselnden Bau- und Dienstleistungskonzerns. Das Papier verliert in der Spitze fast 17 Prozent und fällt auf den tiefsten Wert seit sechs Jahren.

ProSieben verliert sein Zugpferd

Im heißumkämpften deutschen Unterhaltungsmarkt muss sich der Sender für sein Zugpferd Stefan Raab demnächst Ersatz suchen. Der 48-jährige Entertainer teilte überraschend mit, zum Ende des Jahres seine Fernsehkarriere zu beenden. Die Anleger finden das gar nicht lustig, die Aktie gibt nach.

Daumen runter für Südzucker

Zu den größten Verlierern im MDax gehört auch die Südzucker-Aktie. Die Analysten von Goldman Sachs haben das Papier von "Neutral" auf "Sell" herabgestuft und zudem auch noch das Kursziel von 10,60 auf 10,20 Euro gesenkt. Südzucker gilt derzeit als einer der heißesten Turnaround-Spekulationen am Markt und hat seit Jahresanfang rund 30 Prozent zugelegt. Vom Zwischenbericht, der am 9. Juli auf der Agenda steht, erwarten die Goldman-Experten aber nichts Gutes.

Fiat lässt bei GM nicht locker

Wegen einer möglichen Fusion lassen sich die beiden Autoriesen nach Angaben von Insidern aus der Branche von Investmentbanken beraten. GM arbeite mit Goldman Sachs, Fiat mit der UBS zusammen. Fiat-Chef Sergio Marchionne, der schon den Zusammenschluss mit Chrysler aktiv vorangetrieben hatte, peilt weiter eine Fusion mit General Motors an, obwohl er dabei bei den Amerikanern auf wenig Gegenliebe stößt. GM-Aktien legten gegen den Trend am Mittwoch in New York zu.

Oracle enttäuscht

Oracle: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Kräftig bergab geht es mit dem Oracle-Papier. Der Softwarekonzern litt in seinem vierten Geschäftsquartal unter dem starken Dollar und verdiente mit 2,8 Milliarden Dollar rund ein Viertel weniger als vor Jahresfrist. Damit verfehlte der SAP-Erzrivale die Analystenerwartungen.

Banken müssen 890 Millionen Dollar Strafe zahlen

Mit der Zahlung von 890 Millionen Dollar (knapp 790 Millionen Euro) können vier Banken eine Zivilklage von Investoren in den USA wegen Manipulationen am Devisenmarkt verhindern. Die britische Barclays Bank wird den Klägern demnach 375 Millionen Dollar zahlen, die ebenfalls britische HSBC 285 Millionen Dollar, Goldman Sachs 130 Millionen und die französische BNP Paribas knapp 100 Millionen Dollar.

Fitbit-Aktien heiß begehrt

Die Aktien des Fitness-Spezialisten aus San Francisco sind gleich bei der ersten Notierung auf 30,40 Dollar gesprungen, zehn Dollar über ihrem Ausgabepreis. Bekannt sind vor allem die Armbänder von Fitbit, die Herzfrequenz und Kalorien zählen. Der Wert des Unternehmens liegt damit bei vier Milliarden Dollar. Der Handel in New York soll heute beginnen.

Curasan schließt Vergleich

Einen Freudensprung um mehr als 13 Prozent macht die Aktie des Pharmaunternehmens Curasan. Die Firma hat heute einen außergerichtlichen Vergleich mit der europäischen Tochtergesellschaft des US-Unternehmens Stryker geschlossen. Danach verpflichtet sich Stryker, zur Beilegung eines Rechtsstreits 4,5 Millionen Euro zu zahlen.

Tumulte auf der PNE-Hauptversammlung

Nach dem Eklat auf der Hauptversammlung des Windpark-Projektierers PNE spricht die Staatsanwaltschaft von einer verworrenen Lage. "Wir müssen erstmal sehen, ob überhaupt eine Straftat vorliegt", sagte Oberstaatsanwalt Burkhard Vonnahme am Donnerstag in Stade. Die Polizei hatte bei dem Anteilseignertreffen in Cuxhaven in der Nacht zu Mittwoch Daten und Abstimmungsergebnisse sichergestellt. Nach Medienberichten war es bei der Versammlung zu tumultartigen Szenen gekommen. Der Vorstand brach die Sitzung kurz nach Mitternacht ab, ohne eine Abstimmungsergebnis zu verkünden.

lg

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Tagestermine am Dienstag, 7. Juli

Unternehmen:
Air Berlin: Verkehrszahlen Juni, 8 Uhr
Manz: HV, 10 Uhr
FinnAir: Verkehrszahlen Juni
SAS: Verkehrszahlen Juni
Marks & Spencer: Q1-Interim-Statement & HV

Konjunktur:
Deutschland: Industrieproduktion 05/15, 8 Uhr
Frankreich: Handelsbilanz 05/15, 8:45 Uhr
USA: Handelsbilanz 05/15, 14:30 Uhr

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