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Marktbericht 20:05 Uhr

Marktbericht neutral

Unsicherheit auf breiter Front

Dax: So wird das nichts

Stand: 01.06.2015, 20:55 Uhr

Der ungewisse Ausgang des Griechen-Dramas hat auch zum Auftakt der neuen Woche die Märkte belastet. Wie ein Damoklesschwert schwebt auch die Frage nach der Zinswende in den USA über den Börsen. Keine guten Voraussetzungen für eine Erholung.

Entsprechend nervös verhalten sich die Anleger. Der Dax schwankt im Tagesverlauf zwischen 11.345 und 11.510 Punkten hin und her. Nach kurzen Erholungsphasen dreht der Leitindex immer wieder ab. Am Ende schleppt er sich ins Plus und beendet den Handel 22 Punkte oder 0,19 Prozent höher bei 11.436 Punkten.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Verunsicherung der Anleger deutlich zugenommen. Inflogedessen ist der Volitlitätsindex VDax deutlich gestiegen. Auch am Montag legte der VDax weiter zu.

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Börse 20.15 Uhr

Zu Handelsbeginn hatte sich der Dax noch deutlich erholt gezeigt und war um fast 100 Punkte gestiegen. Doch dann sorgten schwache Konjunkturdaten aus Deutschland für Enttäuschung. Im Mai ist der Einkaufsmanagerindex um einen Zähler auf 51,1 Punkte gesunken. Das Barometer liegt damit nur noch knapp über der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert.

Stillstand an der Wall Street

Belastet wurde der Markt zudem von der anhaltenden Ungewissheit in Sachen Griechenland. Am Nachmittag sorgten Meldungen über eine bevorstehende Einigung mit Athen zwar kurz für bessere Stimmung, doch die folgenden Dementis sorgten rasch wieder für Ernüchterung.

Auch aus charttechnischer Sicht stehen die Zeichen derzeit nicht auf Erholung. So habe der Fall unter die wichtige Zone um 11.630 Zähler das Risiko einer Ausdehnung der Konsolidierung erhöht, meinen die Experten von CMC Markets. Maßgeblich bleibe weiterhin die Marke um 11.170 Zähler. Sollte sie durchbrochen werden, drohe dem Dax weiteres Abwärtspotenzial zunächst in die Region um 10.900 Punkte.

An der Wall Street bestimmt weiter die Frage nach der Zinswende die Kurse. Dabei schauen die Anleger vor allem auf die Entwicklung der Konjunktur. Im Mai hat sich die Stimmung in der US-Industrie überraschend stark aufgehellt. Der ISM-Index stieg von 51,5 Punkten im Vormonat auf 52,8 Punkte im Mai. Volkswirte hatten nur mit einem Anstieg auf 52,0 Punkte gerechnet. Auch die Bauausgaben sind so stark gestiegen wie seit Mai 2012 nicht mehr. Dagegen hat der Konsum der privaten Haushalte im April stagniert.

Durchwachsene Zahlen also, die keinen klaren Aufschluss darüber geben, ob die US-Notenbank bereits auf ihrer nächsten Sitzung in diesem Juni oder doch erst im Herbst die Leitzinsen anheben wird. Die Anleger agieren deshalb entsprechend vorsichtig. Der Dow Jones-Index tritt lange Zeit auf der Stelle, bevor er im weiteren Verlauf etwas an Fahrt aufnimmt. Bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend notiert der Dow 0,4 Prozent höher bei 18.084 Punkten.

Euro unter Druck

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Auch der Euro ist am Montag auf Achterbahnfahrt gegangen. Dabei ist er am Nachmittag bis knapp auf 1,10 Dollar gestiegen, büßte nach den US-Konjunkturdaten seine Gewinne aber wieder ein und rutschte bis auf 1,0890 Dollar ab. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert er bei 1,0927 Dollar.

Intel kauft zu

Der Chiphersteller Intel kauft den Konkurrenten Altera für rund 16,7 Milliarden Dollar. Das entspricht rund 54 Dollar je Altera-Aktie. Das Papier hatte Am Freitag an der Nasdaq bei 48,84 Dollar geschlossen, wegen Übernahmegerüchten ist die Altera-Aktie aber bereits seit Anfang März im Steigflug.

JPMorgan: Lanxess ist zu teuer

Schwächster Wert im Dax ist am Nachmittag die Lanxess-Aktie. JPMorgan bewertet das Leverkusener Unternehmen mit gerade einmal 33 Euro. Dabei notiert die Aktie derzeit bei knapp 50 Euro. Die Einstufung beließ die Bank bei "Underweight" belassen. Es zeichne sich zwar eine allmähliche Geschäftserholung ab, schrieb Analyst Martin Evans. Die Endmärkte und das Marktumfeld seien für den Spezialchemiekonzern aber nach wie vor herausfordernd.

MüRü auf tiefsten Stand seit Januar

Auch die Aktie der Münchener Rück leidet unter den Aussagen von JPMorgan. Die Bank hat die Papiere von ihrer "European Analyst Focus List" gestrichen und mit Blick auf die bevorstehende Hurrikan-Saison dem Papier eine unterdurchschnittliche Kursentwicklung prophezeit. Der bereits zuvor, teilweise durch den eigenen Vorstandschef, geschwächte Dax-Titel gibt weiter nach und fällt auf den tiefsten Stand seit Januar.

Bayer: Übernahme in Indien

Die Bayer-Aktie kann dagegen zulegen und klettert sogar wieder über die Schwelle von 130 Euro. Der Pharma- und Agrochemiekonzern stärkt sein Saatgutgeschäft mit einer kleinen Übernahme in Indien. Die Agrochemiesparte CropScience kauft die indische Gemüsesaatgutfirma SeedWorks India. Zudem kündigte Bayer an, bis spätestens Mitte 2016 die nunmehr auf den Namen "Covestro" getaufte Kunststoffsparte an die Börse zu bringen.

Daimler mit Analysten-Aufschlag

Zu den stärksten Werten im Dax gehört die Aktie von Daimler. Grund ist auch hier eine Studie von JPMorgan. Deren Analyst hat die Einstufung für Daimler auf "Overweight" mit einem Kursziel von 107 Euro belassen. Während sich bei Volkswagen und BMW ein schwächeres China-Geschäft bemerkbar mache, dürfte sich bei Daimler die starke Gewinnentwicklung im Reich der Mitte in den kommenden Quartalen fortsetzen, so der Experte.

T-Online: Telekom spricht mit anderen Interessenten

Die Deutsche Telekom treibt Konzernkreisen zufolge den Verkauf ihres Internet-Portals T-Online auch nach der Absage von Axel Springer voran. "Die Telekom spricht mit anderen Interessenten über T-Online", sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Zu den verbliebenen Parteien zählten Finanzinvestoren, die bereits im Geschäft mit Online-Portalen aktiv seien. Die Axel-Springer-Aktie legt zu, nachdem Goldman Sachs seine Verkaufsempfehlung gestrichen und die Titel auf "Neutral" hochgestuft hat.

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Deutsche Post: Belegschaft will endlich mehr Geld

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Kurz vor der möglicherweise entscheidenden Verhandlungsrunde verhärten sich die Fronten im Tarifstreit zwischen Verdi und der Post. Post-Chef Frank Appel warf der Gewerkschaft in der "WamS" unlautere Mittel vor, um die Belegschaft auf Kurs zu bringen. Verdi-Chef Bsirske beklagte in der "FAS" dagegen ein "entgrenztes Gewinnstreben" und drohte mit der Ausweitung der Proteste zu regulären Streiks.

Parfümeriekette Douglas verkauft

Die Finanzinvestor CVC übernimmt die Parfümeriekette Douglas. Der bisherige Mehrheitseigner, die Beteiligungsgesellschaft Advent, hat sich gegen einen Börsengang von Douglas entschieden und wird seinen Anteil an dem Unternehmen an CVC verkaufen, wie die Unternehmen am Montag mitteilten Die Gründerfamilie Kreke will mit 15 Prozent an Bord bleiben.

Deutsche Annington verzückt mit neuer Prognose

Im MDax ist die Deutsche Annington an die Spitze geklettert. Das Unternehmen hat nach der Übernahme der Konkurrentin Gagfah erstmals eine Prognose für das gemeinsame Unternehmen, das demnächst Vonovia heißen wird, veröffentlicht. Demnach soll das operative Ergebnis aus dem laufenden Geschäft (FFO) auf 530 bis 550 Millionen Euro steigen.

SMA Solar bleibt auf Turnaround-Kurs

Größter Gewinner im technologieorientierten TecDax ist die Aktie von SMA Solar. Die Deutsche Bank hat ihr Kursziel für den Titel deutlich von 14 auf 20 Euro nach oben geschraubt. Die SMA-Aktie hat seit ihrem Allzeittief bei 10,28 Euro im Januar einen fantastischen Turnaround aufs Parkett gelegt und schickt sich nun an, das Abwärtsgap vom Dezember zu schließen.

BVB: Trauer über Pokal-Niederlage

Im SDax ist die Aktie von Borussia Dortmund nach dem verlorenen Pokal-Finale mit Abstand größter Verlierer. Die Borussen haben gegen Wolfsburg 1:3 verloren und damit ganz nebenbei auch dem BVB-Coach Jürgen Klopp nach sieben Jahren den Abschied aus Dortmund verdorben.

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Der Weg der BVB-Aktie

Die wichtigsten Stationen

Champions League-Sieg 1997

Champions League-Gewinner Borussia Dortmund

Spätestens mit dem Champions-League-Sieg 1997 war klar, dass der Verein nicht nur auf nationaler Ebene zur Spitze gehörte. Mit dem 3:1-Erfolg gegen Turin im Rücken begannen die Börsenpläne der Clubführung konkreter zu werden. Trainer des Teams, in dem sich so bekannte Namen wie Matthias Sammer, Karl-Heinz Riedle oder Andreas Möller fanden, war übrigens Ottmar Hitzfeld.

Deutsche Bank traut Indus mehr zu

Größter Gewinner im SDax ist die Aktie der Industrieholding Indus. Grund ist eine Heraufstufung durch die Deutsche Bank. Sie empfiehlt die Indus-Aktie jetzt zum Kauf und hat ein neues Kursziel bei 56 Euro festgesetzt. Weitere Zukäufe der Beteiligungsgesellschaft im laufenden und im kommenden Jahr dürften sich um 20 Prozent ergebnissteigernd auswirken, schrieb Analyst Adrian Rott.

TLG Immobilien: Guter Start

Jenseits der großen Indizes hat die TLG Immobilien AG im ersten Quartal 2015 an die erfolgreiche Geschäftsentwicklung des Vorjahres anknüpfen können. Die im Konzern erzielten Mieterlöse kletterten im Berichtszeitraum um sieben Prozent auf rund 30,4 Millionen Euro. Die in der Branche viel beachteten FFO stiegen um 25,4 Prozent auf 15,8 Millionen Euro.

GE startet Verkaufsprozess

Der US-Mischkonzern General Electric (GE) treibt den Rückzug aus dem Finanzbereich voran. Insiderinformationen zufolge hat der Siemens -Rivale den Verkaufsprozess für eine Reihe von gewerblichen Kreditgeschäften in den USA gestartet, die sich auf rund 40 Milliarden Dollar summieren. Potenzielle Käufer sind Wells Fargo, CIT Group und Ally Financial.

lg

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Tagestermine am Dienstag, 7. Juli

Unternehmen:
Air Berlin: Verkehrszahlen Juni, 8 Uhr
Manz: HV, 10 Uhr
FinnAir: Verkehrszahlen Juni
SAS: Verkehrszahlen Juni
Marks & Spencer: Q1-Interim-Statement & HV

Konjunktur:
Deutschland: Industrieproduktion 05/15, 8 Uhr
Frankreich: Handelsbilanz 05/15, 8:45 Uhr
USA: Handelsbilanz 05/15, 14:30 Uhr

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