Seitenueberschrift

Marktbericht 9:15 Uhr

Vor der Frankreich-Wahl

Dax: So schlecht, so gut

von Angela Göpfert

Stand: 21.04.2017, 09:15 Uhr

Die Stimmung unter den Anlegern ist schlecht. So schlecht, dass sie durchaus für steigende Kurse sorgen könnte.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.443,79
Differenz relativ
-0,23%

Der Anteil der bullishen Privatanleger ist laut der jüngsten AAII-Umfrage von 29,0 auf 25,7 Prozent eingebrochen. Das bedeutet den niedrigsten Wert in diesem Jahr. Für Contrarians, also Anleger, die mit einer antizyklischen Strategie ihr Geld verdienen, unterstützt diese Eintrübung des Sentiments klar die Aktienmärkte.

Allerdings hat sich der Dax zuletzt recht immun gegen positive Impulse aus den USA erwiesen. Auch heute trotzt er den guten Vorgaben von der Wall Street und verzeichnet zu Handelsbeginn auf Xetra lediglich ein Mini-Plus von 0,1 Prozent auf 12.033 Punkte.

Kleiner Verfallstag als Bremse?

Dabei könnte nicht zuletzt auch der heutige kleine Verfallstag eine Rolle spielen.

Seit Wochenbeginn schon wirkt der Dax wie festgezurrt. Es scheint, als hätten sich die Profis an den Terminmärkten auf eine Abrechnung der Dax-Optionen und Futures leicht oberhalb von 12.000 Punkten "eingeschossen".

Anschlag in Paris

Für zusätzliche Verunsicherung sorgt der wahrscheinlich islamistische motivierte Anschlag in Paris am Donnerstagabend. Inwieweit dieser den Ausgang der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl an diesem Sonntag beeinflussen wird, ist noch offen.

In der Summe spricht jedenfalls wenig dafür, dass wir heute noch größere Kurssprünge erleben werden.

Sicht von unten auf den Eiffelturm vor sonnigem Himmel

Börse 8.00 Uhr: Frankreich-Wahlen verunsichern

US-Anleger in Kauflaune

Dabei wäre angesichts der guten Vorgaben aus Übersee durchaus mehr drin. An der Wall Street ließen sich die Investoren am Donnerstag von guten Geschäftszahlen der Unternehmen zu Käufen animieren.

Der Dow Jones Index schloss 0,9 Prozent höher, der marktbreite S&P 500 rückte 0,8 Prozent vor – ebenso der Nasdaq 100.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
20.981,33
Differenz relativ
+0,03%
S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.388,77
Differenz relativ
+0,06%
Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
5.571,28
Differenz relativ
+0,54%

Euro hält sich über 1,07 Dollar

In Asien lassen sich die Anleger von der Kauflaune der US-Investoren anstecken. Der japanische Nikkei notiert zu Handelsschluss in Tokio 1,0 Prozent höher.

Am Devisenmarkt geht es ruhig zu: Der Euro tendiert bei aktuell 1,0728 Dollar sachte aufwärts. Am Donnerstagabend war die europäische Gemeinschaftswährung nach dem Anschlag in Paris kurzzeitig etwas unter Druck geraten.

Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
19.168,18
Differenz relativ
-0,43%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,0868
Differenz relativ
-0,05%

Unaufgeregter Handel in Öl und Gold

Von den Rohstoffmärkten kommen am Morgen keine großartigen Impulse für den Aktienhandel. Die Ölpreise tendieren im frühen Handel leicht aufwärts, Brent steigt wieder über die Marke von 53 Dollar je Barrel. Zur Wochenmitte hatten neue Daten zu den Lagerbeständen in den USA eine Talfahrt der Ölpreise ausgelöst.

Der Goldpreis verbucht leichte Verluste, aktuell kostet die Feinunze Gold knapp 1.280 Dollar. Zu Wochenbeginn war sie noch bis auf 1.296 Dollar gestiegen.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.264,89
Differenz relativ
+0,05%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
51,37
Differenz relativ
-1,15%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
49,03
Differenz relativ
-1,55%

Deutsche Bank: Millionenstrafe von der Fed

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
16,70
Differenz relativ
-3,66%

Die US-Notenbank hat der Deutschen Bank eine Millionenstrafe auferlegt. Grund seien Verstöße gegen Bestimmungen beim Devisenhandel, teilte die Fed am Donnerstag mit. Die Geldbuße belaufe sich auf 156,6 Millionen Dollar. Die Zentralbank wirft dem Kreditinstitut vor, seinen Händlern die Nutzung von Chaträumen zur Kommunikation mit Rivalen nicht untersagt zu haben.

Software AG startet besser als erwartet

Die Software AG ist dank stärkerer Investitionen der Unternehmen in die Digitalisierung gut ins Jahr gestartet. Der Umsatz ging zwar leicht zurück, das war aber vor allem auf einen Rückgang beim Verkauf von Datenbanken zurückzuführen. Im zum Wachstumstreiber erkorenen Geschäft mit Integrationssoftware ging es dagegen deutlich voran. Die Aktie ist zunächst größter TecDax-Gewinner.

BVB-Attentäter wollte an der Börse reich werden

Borussia Dortmund: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
5,76
Differenz relativ
+2,69%

Anderthalb Wochen nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund haben die Ermittler einen Tatverdächtigen gefasst. Der Deutsch-Russe hatte am Tag des Anschlags 15.000 Put-Optionsscheine für die BVB-Aktie gekauft. Offenbar wollte der Verdächtige Sergej W. möglichst viele BVB-Spieler verletzen oder gar töten, um die BVB-Aktie zum Absturz zu bringen und dann mit dem Verkauf der Optionsscheine ein Vermögen zu verdienen. Die BVB-Aktie ist heute zunächst der größte Gewinner im SDax.

BB Biotech meldet erfreuliches Quartalsergebnis

BB Biotech: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
52,42
Differenz relativ
+0,52%

Jenseits der großen Indizes hat BB Biotech im ersten Quartal einen Reingewinn von 375 Millionen Franken eingefahren nach einem Verlust von 1,2 Milliarden Franken im Vorjahreszeitraum. Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft setzt auf kleine und mittelgroß kapitalisierte Biotech-Unternehmen. Positive Impulse kamen aus den USA, wo die Abstimmung zur Abschaffung und dem Ersatz von "Obamacare" vorderhand zurückgewiesen wurde.

Philips Lighting mit Gewinnsprung

Der Leuchtmittelhersteller Philips Lighting sieht sich trotz eines erneuten Umsatzrückgangs auf Kurs zu mehr Gewinn. Im ersten Quartal sanken die Erlöse auf vergleichbarer Basis zwar um 0,8 Prozent auf 1,69 Milliarden Euro, wie der Osram-Konkurrent am Freitag in Eindhoven mitteilte. Der Überschuss vervierfachte sich hingegen – auch wegen eines positiven Basiseffekts – auf 61 Millionen Euro.

Accor startet mit sattem Umsatzplus

Der französische Hotelkonzern Accor hat im abgelaufenen Quartal stark von Übernahmen profitiert. Der Umsatz sei im ersten Quartal mit 425 Millionen Euro um 35 Prozent höher gewesen als ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen mit Marken wie Pullman, Mercure, Novotel und Ibis am Donnerstagabend in Paris mit. Das habe vor allem an den Beiträgen der Hotelgruppe Raffles, an Fairmont, an Swissotel sowie den Dienstleistern Onefinestay und John Paul gelegen.

Reckitt Benckiser profitiert von schwachem Pfund

Der britische Reinigungsmittel-Hersteller Reckitt Benckiser hat seinen Umsatz im ersten Quartal nur dank des schwachen Pfunds kräftig gesteigert. Die Erlöse stiegen aufgrund des Wertverlusts der britischen Währung um 15 Prozent auf 2,6 Milliarden Pfund. Rechnet man Währungsschwankungen sowie den Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen heraus, stagnierte die Entwicklung hingegen.

Sony hebt Gewinnprognose an

Sony hat seine Gewinnprognose für das abgelaufene Geschäftsjahr wegen geringerer Kosten um fast ein Fünftel angehoben. Der japanische Elektronikkonzern rechnet nun mit einem Ergebnis in den zwölf Monaten bis Ende März von umgerechnet 2,4 Milliarden Euro. Grund seien niedrigere Kosten in einigen Bereichen wie etwa dem Bildsensoren-Geschäft und weniger Abschreibungen in der Finanzdienstleistungssparte.

Visa erfreut Anleger mit Geschäftszuwächsen und Aktienrückkäufen

Der US-Kreditkartenkonzern Visa hat zu Jahresbeginn weitere Geschäftszuwächse verbucht. Die Erlöse legten verglichen mit dem Vorjahreswert um 23 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar zu. Zudem kündigte der Mastercard-Rivale Aktienrückkäufe in Höhe von bis zu 5,0 Milliarden an. Tags zuvor hatte bereits American Express die Anleger mit starken Zahlen erfreut.

Tesla ruft 53.000 Fahrzeuge zurück

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
285,32
Differenz relativ
-0,20%

Der US-Elektroautohersteller Tesla muss weltweit 53.000 Fahrzeuge wegen möglicher Probleme mit der Handbremse in die Werkstätten beordern. Betroffen sind die Typen Model S und Model X, die zwischen Februar und Oktober 2016 gebaut wurden. Im Zusammenhang mit der Rückrufaktion habe es keine Unfälle oder Verletzungen gegeben.

© boerse.ARD.de

Stand: 21.04.2017, 09:15 Uhr

Alle Rechte vorbehalten · Vervielfältigung nur mit Genehmigung der boerse.ARD.de