Marktbericht 20 Uhr

Marktbericht neutral

Starke Wochenbilanz an den Aktienmärkten Dax - so eine kleine Pause ist erlaubt

Stand: 14.07.2017, 20:00 Uhr

Der Dax hat heute ein wenig Schwäche gezeigt, der stärkere Euro und die schwachen Banken waren eine Bürde. Aber das sollte erlaubt sein. Immerhin hat der Deutsche Aktienindex eine starke Woche hinter sich.

Auf Wochensicht steht der Deutsche Aktienindex mit plus zwei Prozent gut da. Da ist das heutige Mini-Minus spielend zu verschmerzen. Dax und EuroStoxx50 gingen heute jeweils 0,1 Prozent schwächer aus dem Handel bei 12.631 und 3.522 Punkten. Der L-Dax verliert noch drei Punkte mehr. "Es sieht ein wenig danach aus, als hätte der Markt seine Kraft für diese Woche schon am Mittwoch für den Zwischenspurt vollständig aufgebraucht", sagte Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader.

US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen hatte zur Wochenmitte geldpolitisch beruhigende Signale für die Aktienmärkte gesendet und den Dax erstmals seit Ende Juni wieder über die psychologisch wichtige Marke von 12.500 Punkten katapultiert.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.305,11
Differenz relativ
+0,33%
EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.491,19
Differenz relativ
+0,51%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1738
Differenz relativ
-0,08%

Euro steigt über 1,14 Dollar

Heute aber fehlte die Kraft für mehr. Was den überwiegend um die Null-Linie pendelnden Dax letztlich abwärts drückte, war der am Mittag erstarkende Euro, er schoss einen halben Cent in die Höhe bis auf 1,1468 Dollar. Auslöser waren durchwachsene Konjunkturdaten in den USA, vor allem die zuletzt vergleichsweise schwache Inflation.

US-Inflation ist schwach genug

Die Inflation lag im Juni bei 1,6 Prozent und damit so niedrig wie seit acht Monaten nicht mehr. Das dürfte dafür sorgen, dass die US-Notenbank bei ihren Zinserhöhungen in den kommenden Monaten keine Eile an den Tag legen wird. Auch die neuen Daten aus dem US-Einzelhandel, die überraschend sanken, sprechen nicht für eine schnelle Anhebung der Zinsen.

Ensprechend brachte das den Dollar unter Druck, während der Euro im Gegenzug zulegen konnte. Das wiederum ist Gift für die deutsche Exportindustrie. Der Euro ist ohnehin schon auf einem für sie eher schädlichen Niveau - entsprechend gaben die Kurse in Deutschland bzw. Europa nach. Im Dax gehörten die beiden Banken zu den großen Verlierern. Die Deutsche Bank und die Commerzbank standen unter dem Einfluss der US-Banken. Die präsentierten sich zwar insgesamt gut in Form.

EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.491,19
Differenz relativ
+0,51%
Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
16,60
Differenz relativ
+1,22%
Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11,12
Differenz relativ
+2,73%

JPMorgan: Sieben Milliarden Dollar Gewinn

JPMorgan Chase: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
78,46
Differenz relativ
-1,87%
Citigroup: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
57,70
Differenz relativ
-1,26%
Wells Fargo: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
46,86
Differenz relativ
-1,16%

JPMorgan Chase verdiente im zweiten Quartal 7,0 Milliarden Dollar. Bei Wells Fargo waren es 5,8 Milliarden, und bei der Citigroup bei schrumpfenden Gewinnen immerhin 3,9 Milliarden. Alle Quartalsbilanzen fielen sogar stärker aus als erwartet - doch ihre Aktien verloren heute. Angesichts der Kursgewinne der letzten Wochen dürfte manch Anleger nach den guten Zahlen diese Gewinne in Bares wechseln wollen - ganz nach der Börsendevise "sell on good news".

Enttäuschend fiel aber auch das Anleihegeschäft bei JPMorgan aus, was vor allem der Deutschen Bank zusetze, weil dieses Geschäft für sie das mit Abstand wichtigste Standbein in den USA ist.

Die wichtigen Leitindizes in Amerika - der Leitindex Dow Jones, der marktbreite S&P 500 und die Technologiebörse Nasdaq - notieren heute unverändert bis leicht im Plus. Der Dow Jones schrammte im frühen Handel sogar haarscharf an der am Mittwoch erreichten Bestmarke von 21 581 Punkten vorbei

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
21.711,01
Differenz relativ
+0,45%
S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.477,83
Differenz relativ
+0,03%
Nasdaq Composite: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
6.422,75
Differenz relativ
+0,16%

Auch hier diente die schwächer als erwartete Inflation als Impulsgeber, spricht sie doch gegen eine straffere Geldpolitik, was generell den Aktienmarkt stützt.

Morgenmagazin Videostartbild

Morgenmagazin vom 14.07.2017

Paypal auf Allzeithoch

PayPal: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
51,50
Differenz relativ
+3,01%

Unter den Einzelwerten fiel erneut Paypal auf. Die Aktie klettert derzeit von Rekordhoch zu Rekordhoch. Heute geht es bis auf 58,63 Dollar, bevor das Papier dann doch ins Minus taucht. Geschenkt, angesichts des Plus' von 32 Prozent in diesem Jahr.

Ölpreise ziehen an

Von den Rohstoffmärkten kommen zur Mittagszeit positive Impulse für den Aktienhandel. So haben die Ölpreise ihre anfängliche Schwäche überwunden. Die Preise für Brent und WTI stiegen um mehr als ein Prozent, die Nordseesorte Brent kostete zeitweise wieder über 49 Dollar. Zuletzt hatte es widersprüchliche Signale zur Balance am Ölmarkt gegeben.

Auch der Goldpreis legt wieder zu, heute ging es ein Prozent aufwärts auf 1.230 Dollar je Feinunze aufwärts. Am Donnerstag musste das gelbe Edelmetall seinen Erholungsversuch allerdings vorzeitig abbrechen.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
50,77
Differenz relativ
+1,66%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
48,58
Differenz relativ
+1,84%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.262,83
Differenz relativ
+0,14%

Daimler in Bedrängnis

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
60,60
Differenz relativ
-0,75%

Im Dax war auch die Daimler-Aktie auf der Verliererseite. Nach den jüngsten Berichten über Ermittlungen gegen die Stuttgarter wird das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) Fahrzeuge des Autoherstellers auf mögliche Abgasmanipulationen hin prüfen.

Audio allgemein - Startbild

Börse 17.00 Uhr: Licht und Schatten bei Autowerten

Nach Informationen von SZ, NDR und WDR könnten bei mehr als einer Million Fahrzeugen Motoren mit manipulierten Abgaswerten eingebaut sein. Laut "Spiegel" droht Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), eine Rückrufaktion für die Dieselautos einzuleiten. Daimler sagt dagegen: Alles lief "rechtskonform".

Derweil sind die europäischen Autoabsatzzahlen für die deutschen Herrsteller gemischt ausgefallen. Daimler konnte demnach im Junik am stärksten wachsen. Auch Marktführer Volkswagen legte zu.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
136,60
Differenz relativ
+1,90%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
79,11
Differenz relativ
-0,40%
Audio allgemein - Startbild

Börse 19.00 Uhr VW beendet die Woche an der Dax-Spitze

Dagegen ging es für BMW abwärts, ebenso für den vor der Übernahme durch den französischen Hersteller PSA stehenden Autobauer Opel. Die VW-Aktie war heute stärkster Dax-Wert. Von den Wolfsburgern gab es noch eine Erfolgsmeldung anderer Art: Sie werden Generalsponsor für den DFB und verdrängen den Mercedes-Stern auf der Brust der deutschen Fußball-Weltmeister .

Metro-Chef deckt sich mit Metro-Aktien ein

Tag 2 nach der Metro-Aufspaltung: Metro-Chef Olaf Koch kauft in großem Stil Aktien des Börsenneulings. Koch habe für 18,31 Euro je Aktie Metro-Papiere in einem Volumen von mehr als einer Million Euro erworben, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Pflichtmitteilung. Die Papiere notierten gegen Mittag bei 17,95 Euro. Die Aktie ist nach der Aufteilung des Handelsriesen am Donnerstag an die Börse gegangen.

Eurowings ziert sich noch

Die Lufthansa-Billigtochter Eurowings nimmt trotz der ersten Einigung im Streit mit dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport noch keinen Kurs auf Deutschlands größten Airport. "Im Moment ist es für uns kein Thema, nach Frankfurt zu gehen", sagte Eurowings-Geschäftsführer Oliver Wagner in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. "Wir fokussieren uns derzeit eher auf andere Flughäfen."

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
18,74
Differenz relativ
+0,48%
Fraport: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
83,11
Differenz relativ
+0,35%

Easyjet bereitet sich auf Brexit vor

Easyjet: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
14,55
Differenz relativ
+0,42%

Dagegen nimmt der britische Billigflieger Easyjet wegen des geplanten Ausstiegs des Heimatlandes aus der EU Kurs auf Österreich. Easyjet wird in Wien einen neuen Ableger stationieren, der eine österreichische Fluglizenz erhalten solle.

Norma erneut mit Rekordhoch

Aktien von Norma markierten bei 54,08 Euro ein frisches Rekordhoch – und führen damit wie schon am Vortag die Gewinnerliste im MDax an. Nach Ansicht von Analysten haben Norma damit ihr Kurspotenzial noch immer nicht ausgereizt. Gleich mehrere Experten erhöhten am Freitag die Kursziele für die Papiere, darunter große Häuser wie die Deutsche Bank und HSBC.

Norma Group: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
52,14
Differenz relativ
+0,37%
Morphosys: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
64,19
Differenz relativ
+1,05%

Morphosys: Gute Nachrichten aus den USA

ARD-Börsenstudio: Ulla Hermann

Börse 11.00 Uhr: Morphosys hebt ab

Im TecDax haussiert die Morphosys-Aktie. Das Biotech-Unternehmen hat bekannt gegeben, dass sein Lizenzpartner Janssen von der US-Gesundheitsbehörde FDA eine Marktzulassung für Tremfya (Guselkumab) zur Behandlung von moderater bis schwerer Schuppenflechte erhalten habe. Das Mittel ist auf Basis von Morphosys' Antikörper-Bibliothek HuCAL entwickelt worden.

Rocket Internet schlägt Lendico los

Rocket Internet: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
17,64
Differenz relativ
-0,37%

Im SDax macht Rocket Internet auf sich aufmerksam. Der Start-up-Entwickler trennt sich laut "Handelsblatt" von dem Kreditvermittler Lendico. Käufer sei der britische Hedgefonds Arrowgrass. Ein Kaufpreis sei nicht genannt worden. Zuletzt habe Rocket seinen Anteil von gut 50 Prozent mit rund 140 Millionen Euro bewertet.

Hypoport - Erntezeit nach 70 Prozent Plus

Schwächster SDax-Wert ist Hypoport heute, die Aktie verliert drei Prozent. Aber, das große Aber: Das Minus relativiert sich schnell angesichts der Kursgewinne seit Jahresbeginn. Bislang hat die Hypoport-Aktie 70 Prozent gewonnen. Da ist zwischendurch mal für Anleger Erntezeit.

Richemont verliert Chef der Uhrenherstellung

Richemont: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
70,69
Differenz relativ
-0,93%

Der Schweizer Luxusgüter-Hersteller Richemont verliert den Chef seiner Uhrenproduktion. Georges Kern, Leiter der Sparte Watchmaking, Marketing und Digital, trete mit sofortiger Wirkung zurück, wie das Unternehmen aus Genf am Freitag mitteilte. Kern sei eine "interessante Möglichkeit angeboten worden, Unternehmer zu werden", erklärte Richemont-Präsident Johann Rupert.

bs

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Donnerstag, 27. Juli

Unternehmen:
Deutsche Bank: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
BASF: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Bayer: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Volkswagen: Q2-Zahlen, 08:45 Uhr
Airbus: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Takkt AG: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Dialog Semiconductor: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Drägerwerk: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
DMG Mori: Q2-Zahlen
Qiagen: Q2-Zahlen, nach Börsenschluss
Heidelberger Druckmaschinen: Hauptversammlung, ab 10:00 Uhr
Sika: Halbjahreszahlen, 05:00 Uhr
Roche: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Clariant: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Bank Vontobel: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Suez: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Nokia: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
ArcelorMittal: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Statoil: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Nestlé: Halbjahreszahlen, 07:15 Uhr
Danone: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Total: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Royal Dutch Shell: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Thomas Cook: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
Lloyds: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
British American Tobacco (BAT): Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Canon: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Verbund: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Nissan Motor: Q1-Zahlen
BBVA: Q2-Zahlen
Anheuser Busch Inbev: Q2-Zahlen
Repsol: Q2-Zahlen
Santander: Q2-Zahlen
Telefonica: Q2-Zahlen
Lagardère: Q2-Zahlen
Dow Chemical: Q2-Zahlen, 12:45 Uhr
Twitter: Q2-Zahlen, 13:00 Uhr
Procter & Gamble: Q4-Zahlen, 13:00 Uhr
Altria: Q2-Zahlen, 13:00 Uhr
Fiat Chrysler: Q2-Zahlen, 13:20 Uhr
Verizon: Q2-Zahlen, 13:30 Uhr
Comcast: Q2-Zahlen, 13:30 Uhr
UPS: Q2-Zahlen, 13:45 Uhr
Praxair: Q2-Zahlen
Bristol-Myers-Squibb: Q2-Zahlen
Mastercard: Q2-Zahlen, 14:00 Uhr
Kering: Q2-Zahlen, 17:45 Uhr
Saint Gobain: Q2-Zahlen, 17:50 Uhr
L'Oreal: Q2-Zahlen, 18:00 Uhr
Enel Q2-Zahlen, 18:00 Uhr
Potash: Q2-Zahlen, 19:00 Uhr
Electronic Arts: Q2-Zahlen
Expedia: Q2-Zahlen
Starbucks: Q2-Zahlen
Mattel: Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
Intel: Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
Amazon: Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss

Konjunktur:
Deutschland: Gfk-Konsumklimaindex für August, 08:00 Uhr
Deutschland: DIW-Konjunkturbarometer
EU: Geldmenge M3 für die Euro-Zone im Juni, 10:00 Uhr
USA: Auftragseingang Langlebige Güter im Juni, 14:30 Uhr
USA: Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr

Darstellung: