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Marktbericht 20:00 Uhr

EZB-Euphorie ist ungebrochen

Dax: Siebter Schlussrekord in Folge

Nicht einmal der Sieg der Linken bei der Wahl in Griechenland kann die Investoren heute schocken: Die Freude über die ultra-lockere Geldpolitik der EZB hält an. Aber so langsam fragen sich die Experten, wie lange die Rekordserie noch weitergehen kann.

Der Dax schloss mit einem Aufschlag von 1,4 Prozent auf mehr als 10.798,33 Punkten - ein Alllzeithoch. An den vergangenen 14 Handelstagen hat der deutsche Leitindex lediglich zwei mal Verluste verbucht und mehr als 1.000 Punkte gewonnen. Der Dow Jones lag am Abend leicht im Plus. Der Late Dax gewann 1,8 Prozent auf 10.819,87 Punkte.

EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
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Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 3.414,28 Punkten und endete auf dem höchsten Stand seit September 2008. Damit summierten sich die Gewinne des Leitindex der Eurozone seit Anfang Januar bereits auf mehr als 13 Prozent. Der Leitindex in Athen fiel dagegen um 3,2 Prozent. Der Index für die heimische Bankenbranche brach um 13,3 Prozent ein.

Die Stimmung der Anleger war hierzulande aber glänzend. Die angekündigten Anleihekäufe der EZB hätten die bereits hohen Erwartungen noch übertroffen und ließen die Anleger von höheren Aktienkursen träumen, schrieb Sentix-Experte Patrick Hussy. Die mittelfristigen Markterwartungen für den Dax seien seit Wochen dynamisch gestiegen. Und trotz der starken Vorwoche komme laut Hussy keine Verkaufsneigung auf. Nicht einmal der Wahlausgang in Griechenland irritiert die Investoren.

Konsolidierung tut not

"Dass der Dax sich hiervon nicht hat beirren lassen, suggeriert in meinen Augen eine schon fast beängstigende Sorglosigkeit", kommentiert Jens Klatt von DailyFX. Aber ob das Thema vom Tisch ist, bleibt ohnehin ungewiss. Nach Ansicht von Markus Huber, Analyst bei Peregrine & Black, ignorierten Anleger den Wahlausgang vorerst, bis in den nächsten Wochen und Monaten ernsthafte Verhandlungen zwischen Athen und der "Troika" der internationalen Geldgeber starten. Selbst die Konjunktur kam heute zu Hilfe: Der Ifo-Geschäftsklima-Index kletterte im Januar von 105,5 auf 106,7 Punkte. Das war bereits der dritte Anstieg in Folge.

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Börse 19.00 Uhr

Trotzdem sind viele Fachleute der Ansicht, dass eine Korrektur dem Markt gut täte: "Mitte Dezember notierte der Dax im Tief noch bei 9.200 Punkten. Ende Januar, nur rund sechs Wochen später, markiert der Leitindex Rekordstände oberhalb von 10.750 Zählern. Eine Konsolidierung tut also mehr als not", meint Gregor Kuhn, Fachmann bei IG Markets. "Rücksetzer dürften aber, wie so oft gesehen, postwendend zum Einstieg genutzt werden", meint Kuhn.

Lufthansa besser als der Schnitt

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Weit oben thronte die Lufthansa-Aktie. Hier sorgten der anhaltende fallende Ölpreis sowie der erst vor einer Woche erfolgte Sprung über die 200-Tage-Linie weiterhin für Auftrieb. Zudem hat Goldman Sachs das Kursziel für die Luftfahrt-Titel von 14,20 auf 15,00 Euro angehoben.

Auto-Titel: Wer bremst, verliert

Europaweit gewannen Auto-Titel. Im Dax gehörten Papiere von BMW und Daimler zu den größten Gewinnern. Binnen nur drei Monaten hat Daimler 36 Prozent. BMW und VW haben im gleichen Zeitraum jeweils 29 Prozent hinzugewinnen können.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Infineon ein "Top Pick"?

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Auch Infineon-Aktien waren über die Maßen gefragt. Die Analysten des Analysehaus Liberum nannten die Papiere des Chipherstellers einen ihrer "Top Picks" unter den Aktien von Technologieunternehmen, die auf die Autobranche ausgerichtet sind. Bei einem Kursziel von 11,00 Euro empfehlen sie den Kauf der Aktien. Infineon wird am Donnerstag berichten.

Die Deutsche Börse und die Finanztransaktionssteuer

Aktien der Deutschen Börse schaffen die Wende und zählen zu den stärksten Werten. Dabei steht laut "Handelsblatt" die Finanztransaktionssteuer in Brüssel kurz vor dem Durchbruch. Damit würde sich die Hoffnung vieler Anleger, dass sich die EU-Länder nicht einigen können, zerschlagen, sagte ein Händler.

BASF: Risiken zuhauf?

Vergleichsweise schwach präsentierte sich die BASF-Aktie. Das japanische Analysehaus Nomura hat den Titel von "Neutral" auf "Reduce" abgestuft und das Kursziel von 93 auf 79 Euro gesenkt. Grund seien gestiegene Risiken für die Gewinne im Öl- und Gasgeschäft. Die Branche stehe erneut vor einem herausfordernden Jahr. Viel hänge vom Ölpreis ab.

Conti spaltet Analystenzunft

Die Continental-Aktie notierte nach gegensätzlichen Analysten-Schätzungen schlechter als der Markt. Während die Citigroup ihr Ziel für Continental von 205 auf 237 Euro deutlich angehoben hat, hat Exane BNP den Autozulieferer von "Neutral" auf "Underperform" herabgestuft, das Ziel aber von 180 auf 190 Euro angehoben.

SAP: Neue Anleihe?

Der Softwarekonzern SAP könnte laut seinem Finanzchef nach dem Zukauf des US-Reisekostenspezialisten Concur eine weitere Anleihe am Kapitalmarkt platzieren. Unterstützung für den SAP-Kurs kam von Bernstein. Das US-Analysehaus hat das Kursziel von 63 auf 65 Euro angehoben und die Einstufung "Outperform" bestätigt.

Fresenius bestätigt Ziele

Der Medizinkonzern Fresenius hat seine Geschäftsziele für 2014 bestätigt. "Die Prognose steht", sagte Vorstandschef Ulf Schneider in einem Interview mit "Euro am Sonntag". Zudem könnten Aktionäre für 2014 zum 22. Mal in Folge eine höhere Dividende erwarten. Das Dax-Unternehmen sieht sich zudem als Profiteur der Euro-Entwicklung.

Rheinmetall unter Druck

Im MDax setzte ein Medienbericht über einen Exportstopp von deutschen Waffen nach Saudi-Arabien den Aktien von Rheinmetall zeitweise zu. Rheinmetall verliert in der Spitze 9,1 Prozent. "Saudi-Arabien ist schließlich ein wichtiger Kunde der deutschen Rüstungsindustrie", sagte ein Händler. Die Rüstungsschmiede spielt ihre Geschäftsbeziehungen zu Saudi-Arabien dagegen herunter. Exporte von deutschen Standorten aus habe es bislang nicht in nennenswertem Umfang gegeben, sagte ein Sprecher. Er räumte allerdings ein: "Ausländische Töchter haben in der Vergangenheit Aufträge aus Saudi-Arabien erhalten."

Airbus, der große Profiteur

Dagegen zählte die Airbus-Aktie zu den gefragtesten Werten im MDax. Das Unternehmen gilt als natürlicher Profiteur eines schwachen Euro: Der Flugzeugbauer verbucht 90 Prozent seiner Kosten in Euro, verkauft aber 90 Prozent seiner Produkte in Dollar. Zudem hat die Citigroup das Kursziel von 51 auf 60 Euro angehoben.

Lob für Krones

Noch besser lief es im MDax für Krones. Die UBS hat das Kursziel für Krones von 81 auf 89 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Dank des großen Anteils des Schwellenland-Geschäfts erziele der Hersteller von Getränkeabfüllanlagen ein verlässliches Wachstum aus eigener Kraft von 5 Prozent, schrieb Analyst Sven Weier.

Bang & Olufsen im Übernahmefieber

Erneute Übernahmespekulationen verhelfen Bang & Olufsen an der Börse in Kopenhagen zu einem Kurssprung von mehr als zwölf Prozent. Der dänische Hersteller von Luxus-HiFi-Anlagen und -Fernsehern hat laut einem Medienbericht Berater für einen Verkauf engagiert.

Verbio hat einen Lauf

Verbio erhöht die Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2014/15 nach starkem zweiten Quartal und hoher erwarteter Auslastung der Produktionsanlagen, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Der Vorstand erwartet aktuell für das gesamte Geschäftsjahr 2014/15 ein Ebitda zwischen 36 Millionen und 44 Millionen Euro. Das Ebit soll in der Bandbreite von 14 Millionen bis 22 Millionen Euro liegen.

Fielmann-Konkurrent vor IPO

Der niederländische Apollo-Optik-Besitzer GrandVision will mit einem Börsengang bis zu 1,3 Milliarden Euro einnehmen. Im Optimalfall sollen 23 Prozent der Anteile ab dem 6. Februar am Aktienmarkt in Amsterdam gehandelt werden. Der Fielmann-Rivale werde dabei insgesamt mit bis zu 5,4 Milliarden Euro bewertet. Damit liegt er Experten zufolge genau zwischen seinen beiden größten Konkurrenten Fielmann und dem italienischen "Ray Ban"-Hersteller Luxottica.

Apple: Experten rechnen mit Rekordverkäufen

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Apple legt am Dienstagabend nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vergangene Quartal mit dem lukrativen Weihnachtsgeschäft vor. Branchenexperten rechnen nach dem Ansturm zum Start des iPhone 6 mit neuen Rekorden. Die Schätzungen der Analysten liegen zwischen gut 60 und über 70 Millionen verkauften iPhones. Vor einem Jahr hatte Apple 51 Millionen seiner Smartphones im Weihnachtsquartal abgesetzt. Das iPhone ist das wichtigste Apple-Produkt und macht über die Hälfte des Geschäfts aus.

Mattel-Aktie stürzt ab

Anleger trennten sich in den USA von Mattel-Papieren. Der Hersteller von Barbie-Puppen und Fisher-Price-Baukästen machte im Weihnachtsquartal sechs Prozent weniger Umsatz als noch ein Jahr zuvor. Zudem legte Konzernchef Bryan Stockton sein Amt nieder. Die Aktie verlor zehn Prozent an Wert.

AT&T kaufen in Mexiko ein

Der US-Telekomkonzern AT&T kauft für 1,88 Milliarden US-Dollar abzüglich der Nettoschulden den Anbieter Nextel Mexico. Den Abschluss des Kaufs erwartet AT&T Mitte des Jahres. Der Anbieter hat rund drei Millionen Abonnenten und gehörte bislang zu NII Holdings, die sich in einem Insolvenzverfahren zur Umstrukturierung ("Chapter 11") befindet. Im November hatte AT&T bereits die Übernahme des mexikanischen Mobilfunkers Iusacell für 2,5 Milliarden Dollar angekündigt und diesen vor gut einer Woche abgeschlossen.

Tod's schreiten voran

Aktien von Tod's legen an der Mailänder Börse um bis zu vier Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch von 89,75 Euro zu. Damit haben die Titel des italienischen Herstellers von Luxus-Schuhen und anderen Lederwaren seit Jahresbeginn knapp 20 Prozent zugelegt und ihr Minus von 2014 weitgehend wettgemacht. Tod's erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 965,6 Millionen Euro. Diese Summe lag im Rahmen der Marktwartungen.

Kommt IAG bei Aer Lingus endlich zum Zug?

Die British-Airways-Mutter IAG hat einen dritten Anlauf zur Übernahme der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus gestartet. IAG habe ihr Angebot um rund sechs Prozent auf 1,36 Milliarden Euro aufgestockt, teilte Aer Lingus mit. Das Management kündigte an, die neue Offerte zu prüfen, nachdem es bereits zwei Vorstöße von IAG zurückgewiesen hatte. Aber auch der irische Staat und der heimische Rivale Ryanair müssten als die beiden größten Aktionäre einer Übernahme zustimmen. Ryanair war selbst bereits drei Mal bei Aer Lingus abgeblitzt.

IAG
IAG: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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ts

Stand: 26.01.2015, 20:00 Uhr

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Tagestermine am Donnertag, 29. Januar

Unternehmen:
Deutsche Bank: Jahreszahlen, 07:00 Uhr
Infineon: Quartalszahlen Q1
Jenoptik: vorl. Jahreszahlen
Samsung: Quartalszahlen Q4
LG Electronics: Quartalszahlen Q4
Shell: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Nokia: Jahreszahlen
Alibaba: Quartalszahlen Q4, 13.30 Uhr
Nasdaq: Quartalszahlen Q4, 14 Uhr
Ford: Jahreszahlen, 14.30 Uhr
Dow Chemical: Quartalszahlen Q4, 15 Uhr
Harley-Davidson: Quartalszahlen Q4, 15 Uhr
Colgate-Palmolive: Quartalsz. Q4, 17 Uhr
Google: Quartalszahlen Q4, 22.30 Uhr
Amazon: Quartalszahlen Q4, 23 Uhr
Visa: Quartalszahlen Q4, 23 Uhr
Zynga: Quartalszahlen Q4, 23 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Arbeitsmarktdaten Januar, 10 Uhr
Deutschland: Inflationsrate Januar (1. Schätzung)

Darstellung: