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Marktbericht 20:05 Uhr

Versöhnlicher Wochenausklang

Dax sendet Hoffnungszeichen aus

Stand: 29.01.2016, 20:05 Uhr

Ein ganz schwacher Januar ging heute einigermaßen versöhnlich zu Ende. Der Dax machte einen Teil der Vortagesverluste wieder wett. Trotzdem, die Lage bleibt angesichts vieler Fragezeichen angespannt.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Denn zwischenzeitlich sah es auch heute mal wieder mal danach aus, als ob der Dax seine Gewinne nicht würde halten können. Aber dann kamen auf ermäßigterem Niveau doch noch Käufer an den Markt und bewahrten den Dax davor, wieder mal ins Minus zu rutschen. Am Ende rückte der Leitindex sogar 1,64 Prozent auf 9.798 Punkte vor. Genau auf diese Marke war der Dax am Morgen im Tageshoch schon einmal gelaufen. Im Späthandel blieb es ruhig, der L/E-Dax schloss bei 9.812 Punkten.

Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
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Unterstützung kam dabei aus Japan, wo die Notenbank ihren geldpolitischen Kurs nochmals gelockert und wie in Europa Strafzinsen eingeführt hat. Der Nikkei-Index hatte daraufhin kräftig um 2,8 Prozent zugelegt. "Die Geldpolitik folgt nun dem Vorbild der Europäischen Zentralbank ", schrieben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar. "Ähnlich wie bei der EZB dürfte dieser Schritt darauf abzielen, die Kreditvergabe der Banken zu stimulieren."

Unsicherheit bleibt

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Allerdings konnte damit nur ein Teil des Ausverkaufs vom Vortag aufgeholt werden. Wunden bleiben also nach dem gestrigen Minus von 2,44 Prozent. Überhaupt wird der Januar als ein sehr schlechter Börsenmonat in die Geschichte eingehen mit einem Verlust von 8,8 Prozent. Sorgen um die Weltkonjunktur und damit verbunden der freie Fall der Ölpreise - und nun auch noch das ambivalente Statement von Fed-Chefin Janet Yellen zum weiteren Kurs der Notenbank am Mittwoch. Klare Rahmenbedingungen für die Märkte sehen anders aus, so dass sich die Anleger wohl weiter auf volatile Zeiten einstellen müssen.

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Börse 18.00 Uhr

Darüber hinaus blickten die Anleger im heutigen Tagesgeschäft natürlich mit Argusaugen auf die Lage am Ölmarkt, wo Russland mit zumindest zweifelhaften Aussagen hinsichtlich einer Zusammenarbeit mit der Opec für viel Aufregung gesorgt hatte. Heute jedenfalls tendierte der Ölpreis für die Nordseesorte Brent stabil und notierte leicht über 35 Dollar je Fass.

Wall Street im Bann der Konjunkturdaten

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Neues kam dafür aus Amerika, wo nicht nur die Berichtssaison mit Volldampf weitergeht, sondern auch zahlreiche Konjunkturdaten anstanden. So lag das BIP-Wachstum lag im vierten Quartal bei 0,7 Prozent und damit leicht unter den Erwartungen von 0,8 Prozent. Amerikas Wirtschaft wächst also langsamer, im Sommer hatte der Zuwachs noch bei 2,0 Prozent gelegen. Lange Trübsal wurde aber nicht geblasen, denn der viel beachtete Konjunkturindikator aus dem Großraum Chicago, der Chicagoer Einkaufsmangerindex, sprang im Januar auf 55,6 Punkte, erwartet worden waren nur 45,0 Punkte.

Die US-Konjunkturzahlen drückten den Euro wieder unter die Marke von 1,09 Dollar zurück. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs noch auf 1,0920 nach 1,0903 Dollar am Vortag fest.

Was wird aber nun die Fed machen? Sie hat erklärt, nach der Zinswende weitere Erhöhungen ins Auge zu fassen. Erwartet wird ein Leitzins zum Jahresende bei 1,37 Prozent, aktuell liegt er zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Jede Konjunkturzahl wird nun vom Markt daraufhin abgeprüft, ob dieses Szenario Bestand haben wird. Eine schwierige Situation. Denn die Sorgen der Anleger bleiben, dass der eigentlich als relativ sicher geltende Zinserhöhungsfahrplan der Fed bis zum Jahresende in Frage gestellt werden könnte. Dies schürt die Unsicherheit an der Börse. Aktuell sieht es eher danach aus, als ob die Fed in der zweiten Jahreshälfte die Zügel anziehen würde, zu unstetig sind die ökonomischen Daten.

Viele Zahlen und steigende Märkte

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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Der US-Markt blickt zur Stunde auf den Fortgang der Berichtssaison. Zahlreiche Unternehmen, auch aus dem Leitindex Dow Jones, legen heute ihre Quartalszahlen vor. Die Stimmung ist aktuell gut an der Wall Street, der Dow hat seine Gewinne ausgebaut und steigt aktuell 1,8 Prozent zu. Er steht wieder bequem über 16.000 Punkte. Auch die anderen großen Indizes legen vergleichbar zu.

ThyssenKrupp-Chef wird noch vorsichtiger

ThyssenKrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im Dax stand die ThyssenKrupp-Aktie am Ende mit einem Tagesverlust von 3,23 Prozent. Vorstandschef Heinrich Hiesinger setzte am Freitag bei der Hauptversammlung des Unternehmens in Bochum ein dickes Fragezeichen hinter die ohnehin schon vorsichtige Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Ein Verkauf der Stahlwerke in Brasilien stehe zwar immer noch auf der Agenda, der Markt sei aber schwierig, hieß es weiter. Streit gab es wegen der von vielen Aktionären als zu mager angesehenen Dividende von nur 0,15 Euro. Andere wollten die Ausschüttung hingegen schmälern, um die Bilanz zu stärken.

Versorger am Dax-Ende

Auch die Versorger-Aktien standen auf den Verkaufslisten der Anleger. Die Commerzbank hat die Kursziele für RWE und Eon gesenkt. Marktbeobachter sprachen auch von Gewinnmitnahmen. Schließlich haben die Versorger seit Jahresbeginn relative Stärke bewiesen, auf Monatssicht sind sie die größten Dax-Gewinner.

Eon
Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Deutsche Wohnen fährt neue Geschütze auf

Die Aktien großer deutscher Immobilienunternehmen waren am Freitag einmal mehr von Interesse. Im Bemühen, eine Übernahme durch Vonovia abzuwehren, behält es sich die Deutsche Wohnen nun vor, ihre Wandelschuldverschreibungen in bar statt in Aktien auszuzahlen. Erst vor wenigen Tagen hatte Vonovia die formale Mindestannahmeschwelle von 57 auf 50 Prozent gesenkt. Das Vonovia-Papier war Spitzenreiter im Dax und legte 4,38 Prozent zu.

Deutsche Wohnen: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Vonovia: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Rheinmetall nach Großauftrag gefragt

Im MDax profitierte die Rheinmetall-Aktie von einem Großauftrag. Die Rüstungssparte des Rheinmetall-Konzerns hat aus Mexiko einen Großauftrag für Bau und Betrieb eines Trainingszentrums erhalten. Die Bestellung habe ein Volumen von circa 250 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Freitag in Düsseldorf mit.

SMA: Am Mittwoch top, heute flop

Die noch zur Wochenmitte entfachte Begeisterung unter den Anlegern von SMA Solar ist am Freitag der Ernüchterung gewichen. Schuld sind enttäuschende Jahresziele, die die Aktien des Solartechnik-Herstellers am Vormittag zeitweise um gut elf Prozent abrutschen lassen. Mit großem Abstand stand die Aktie am TecDax-Ende. Allerdings war das Papier zuvor gut gelaufen.

Nordex im Gamesa-Sog

Aktien des Windkraftanlagenbauers Nordex waren größter Gewinner im TecDax. Händlern zufolge sorgte ein Bericht in der spanischen Zeitung "El Confidencial" für Fantasie. Demnach erwäge Siemens wohl den Kauf des spanischen Wettbewerbers Gamesa.

GfK macht etwas Boden gut

Im SDax war die GfK-Aktie der mit Abstand größte Gewinner, Anleger reagieren erleichtert auf die Vorlage von vorläufigen Jahreseckdaten. Seit der Gewinnwarnung am 21. Dezember war es allerdings steil bergab gegangen. Zeitweise belief sich der Verlust auf mehr als 25 Prozent.

Heftiger Bieter-Streit um Balda

Auf der Hauptversammlung des Unternehmens, das Kunststoffteile herstellt und heute vor allem in der Medizintechnik tätig ist, ist ein knallharter Bieterstreit entbrannt. Nur kurz nachdem der Düsseldorfer Autozulieferer Heitkamp & Thumann (H&T) sein letztes Angebot auf 90 Millionen Euro aufgestockt hatte, zog der italienische Konkurrent Stevanato nach und bietet jetzt 95 Millionen Euro. Der Balda-Vorstand hat schon empfohlen, das Stevanato-Angebot anzunehmen. Die Aktie zog deutlich an.

Amazon und die Grenzen des Wachstums

Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Höhere Kosten und ein langsameres Wachstum im Cloud-Geschäft haben Amazon im Weihnachtsquartal die Grenzen aufgezeigt. Zwar stieg der Gewinn um mehr als das Doppelte auf bisher nie erreichte 482 Millionen Dollar, verfehlte damit aber deutlich die Erwartungen der Analysten. Die Aktie bricht aktuell fast acht Prozent ein.

Microsoft-Zahlen sorgen für Wohlgefallen

Die Microsoft-Aktie kann dagegen Kursgewinne verbuchen. Und das, obwohl der Quartalsgewinn um knapp 15 Prozent auf fünf Milliarden Dollar abgesackt ist. Den Anlegern gefallen jedoch die florierenden Einnahmen im zukunftsträchtigen Cloud-Geschäft. Offenbar zahlt sich für Microsoft der Strategiewandel immer stärker aus.

Icahn setzt sich bei Xerox durch

Das IT-Urgestein Xerox spaltet sich in zwei eigenständige Unternehmen auf. In das eine komme das Geschäft mit Geräten und Diensten zur Arbeit mit Dokumenten, das zweite werde Firmen bei der Auslagerung von Geschäftsprozessen beraten. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, wird der für seine aggressive Gangart bekannte Investor Carl Icahn drei Sitze im Verwaltungsrat der neuen Dienstleistungs-Firma bekommen. Das Xerox-Papier legt aktuell über sechs Prozent zu.

Erfolgreiche Kreditkartenanbieter

Amerika bliebt das Land des Plastikgeldes. Die beiden Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard blicken auf ein erfolgreiches Weihnachtsquartal zurück. Branchenprimus Visa hatte mitgeteilt, dass der Quartalsüberschuss um 24 Prozent auf 1,94 Milliarden Dollar anwuchs. Das Zahlungsvolumen bei Visa erhöhte sich in den vergangenen drei Monaten 2015 wechselkursbereinigt um elf Prozent auf 1,3 Billionen Dollar. Visa hatte zuletzt angekündigt, für 21,2 Milliarden Dollar das vor Jahren abgespaltene europäische Geschäft zurückzukaufen.

Beim Erzrivalen Mastercard betrug das Plus beim Zahlungsvolumen zwölf Prozent auf 1,2 Billionen Dollar. Netto kletterte der Gewinn im Quartal um elf Prozent auf 890 Millionen Dollar. Die Einnahmen stiegen um vier Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar, waren allerdings durch den starken Dollar negativ belastet. Im Gesamtjahr lag der Gewinn bei 3,8 Milliarden Dollar.

Kreditkartenfirmen kassieren Gebühren, wenn die Kunden mit der Karte bezahlen. Auch an der meist sehr teuren Überziehung der Kreditkartenkonten wird verdient. Zum exklusiven Anbieter-Club gehört in Amerika noch der Konkurrent American Express. Amex und Visa sind im Dow-Jones-Index enthalten, Mastercard im S&P-500-Index.

Mastercard: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Chevron in den roten Zahlen

Chevron: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Ölriese aus dem Dow-Jones-Index hat den ersten Quartalsverlust seit 13 Jahren ausgewiesen. Wegen der gesunkenen Ölpreise fiel im vierten Quartal ein Minus von 588 Millionen Dollar an, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Im Vorjahr lag der Gewinn noch bei 3,5 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr fiel der Gewinn um fast drei Viertel auf 4,6 Milliarden Dollar. Chevron hat mit drastischen Sparmaßnahmen reagiert. Auch 2016 erwartet Firmenchef John Watson weitere Ausgabenkürzungen.

Weitere Neuigkeiten aus Amerika

Der weltweit größte Biotech-Konzern Amgen bleibt dank neuer Medikamente auf Wachstumskurs. Nach einem starken Schlussquartal 2015 hat das Unternehmen seine Prognose für das laufende Jahr angehoben. Die Fluglinie American Airlines hat kräftig vom Verfall der Treibstoffpreise profitiert und den Gewinn im Schlussquartal um 16,5 Prozent auf 1,29 Milliarden Dollar gesteigert. Der Konsumgüterhersteller Colgate-Palmolive hat unterdessen den starken Dollar zu spüren bekommen und weniger verdient. Wegen einer Sonderabschreibung auf das Geschäft in Venezuela wurde ein Verlust von 458 Millionen Dollar ausgewiesen. Kostensenkungen haben dem Industriekonzern Honeywell hingegen zu einem höheren Ergebnis verholfen. Der Gewinn sprang im vierten Quartal um fast ein Viertel auf 1,19 Milliarden Dollar.

Amgen: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum Intraday
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Zocker beflügeln Sony

Sony hat wegen starker Umsätze bei der PlayStation 4 im vergangenen Quartal einen Anstieg beim operativen Ergebnis von elf Prozent verbucht. Es sei im Zeitraum Oktober bis Dezember auf 202,1 Milliarden Yen von 182,1 Milliarden Yen im Vorjahr gestiegen. Die Analystenerwartungen lagen bei 175 Milliarden Yen.

Toyota will Daihatsu vollständig übernehmen

Der japanische Autohersteller Toyota will den Miniauto-Produzenten Daihatsu vollständig übernehmen. Beide Unternehmen erklärten am Freitag, Daihatsu werde dann komplett in das Eigentum des Volkswagen-Rivalen übergehen. Bislang beträgt die Beteiligung gut 51 Prozent.

rm

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 02. Mai

Unternehmen:
AIG: Q1-Zahlen, nach Börsenschluss

Konjunktur:
USA: Bauausgaben März, 16 Uhr
USA: Einkaufsmanagerindex Industrie April, 16 Uhr

Sonstiges:
London: Märkte wegen eines Feiertags geschlossen

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