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Marktbericht 9:18 Uhr

Der Rabe soll von kommendem Unglück künden

Bären setzten noch eins drauf

Dax: Schwarzer Montag!

von Angela Göpfert

Nach dem Kursrutsch ist vor dem Kursrutsch: Der Dax bricht zu Wochenbeginn erneut ein. Charttechnik und Statistik sprechen für weitere Kursverluste.

In der Vergangenheit haben wir häufig Crashs gesehen, die ihren Ausgangspunkt an einem "Panik-Freitag" nahmen, sich in einem "Black Monday" fortsetzten und schließlich in einem "Turnaround Tuesday" erschöpften.

Bestes Beispiel dafür ist der Crash von 1987, aber auch 1929 und bei verschiedenen Gelegenheiten im Jahr 2008 ließ sich dieses statistische Muster beobachten.

"Abschlagspotenzial von gut 800 Punkten"

Doch nicht nur die Statistik auch die Charttechnik ist auf Seiten der Bären: Der Dax hat am Freitag mit dem Rutsch unter die von August und März datierenden Jahrestiefs bei 8.903/8.913 Punkten eine knapp einjährige Toppbildungsphase vollendet.

Aktuell ist er dabei, das aus dieser Schulter-Kopf-Schulter-Formation resultierende Abschlagspotenzial auszuloten. Rein rechnerisch könnte es nun um gut 800 Punkte abwärts gehen in Richtung 8.096 Punkte (Zwischenhoch vom März 2013).

Jetzt kommt es auf die 8.500 an!

Ein solches Kursziel erscheint zwar im ersten Augenblick völlig unwahrscheinlich, allerdings sollten wir uns daran erinnern, dass der Dax nun binnen drei Wochen 1.100 Punkte verloren hat.

Die Tatsache, dass der Dax den heutigen Handelstag erneut mit einem Abwärtsgap - einem Minus von 1,0 Prozent von 8.788 auf 8.703 Punkte - beginnt und damit zugleich eine wichtige Unterstützung (8.770 Punkte, Zwischenhoch vom September 2013) reißt, ist ein weiterer Pluspunkt für die Bären.

An den kommenden Handelstagen wird es nun darauf ankommen, ob die Unterstützungszone bei rund 8.500 Punkten hält; nur dann könnte ein Rückfall auf 8.100 verhindert werden.

Wer schlau ist, nimmt Reißaus!?

Negative Vorgaben für den heutigen Handelstag kommen aus den USA. Denn nach Xetra-Schluss am Freitag gerieten die Kurse an der Wall Street erst so richtig ins Rutschen. Vor allem das Verhalten des so genannten "smart money" gibt zu denken. In den letzten beiden Handelsstunden werden für gewöhnlich die professionellen Investoren an der Wall Street verstärkt aktiv.

Dow Jones nun seit Jahresbeginn im Rot

Und die Profis waren sich offenbar einig: Rette sich, wer kann, hieß das Motto. Der Dow büßte 0,7 Prozent auf 16.544 Punkte ein. Damit rutschte er unter seinen Schlusskurs vom 31. Dezember 2013 (16.576 Punkte) und vernichtete so alle seit Jahresbeginn angelaufenen Gewinne.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
16399.67
Differenz absolut
19.26
Differenz relativ
+0.12%
S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
1904.01
Differenz absolut
17.25
Differenz relativ
+0.91%
Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
3870.08
Differenz absolut
54.61
Differenz relativ
+1.43%

Der marktbreite S&P 500 gab zum Wochenschluss um 1,2 Prozent auf 1.906 Punkte nach. An der Technologiebörse Nasdaq sackte der Auswahlindex Nasdaq 100 gar um 2,48 Prozent ab.

Gold gewinnt, Öl verliert

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1249.46
Differenz absolut
2.96
Differenz relativ
+0.24%

Die asiatischen Börsen folgen am Morgen den US-Indizes ins Minus. Der SSE Composite in Shanghai verliert 0,4 Prozent. Auch die Ölpreise geben nach. Nach Saudi-Arabien und dem Iran hat nun auch der zweitgrößte Opec-Produzent Irak seine Verkaufspreise gesenkt. Gold setzt dagegen seine jüngste Erholungsbewegung fort.

Verkaufsgründe ohne Ende

Aus fundamentaler Sicht drücken die sich abzeichnende baldige Anhebung des US-Leitzinses, die zahllosen internationalen Konfliktherde, die Ausbreitung der Ebola-Seuche und nicht zuletzt die jüngsten verheerenden Konjunkturdaten aus Deutschland sowie die drohende Abstufund der Kreditwürdigkeit Frankreichs auf die Kurse.

Deutsche Bank zeigt sich selbst an

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
24.69
Differenz absolut
0.55
Differenz relativ
+2.28%

Unter den Dax-Werten rückt einmal mehr die Aktie der Deutschen Bank in den Mittelpunkt. Hier drücken gleich drei Meldungen auf die Kurse. So hat sich die Schweizer Tochter des deutschen Branchenprimus wegen möglicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung in den USA selbst angezeigt.

Zudem berichtet der "Spiegel", dass die Rückstellungen für Rechtsrisiken von 5,4 bis auf 7 Milliarden Euro wachsen könnten. Nicht zuletzt muss die Deutsche Bank offenbar wegen der Streichung von Boni eine Abwanderung von Händlern hinnehmen.

Infineon: Kursverluste und kein Ende in Sicht?!

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7.30
Differenz absolut
0.17
Differenz relativ
+2.34%

Größter Dax-Verlierer ist aber nicht die Deutsche Bank, sondern die Infineon-Aktie – der schwächste Dax-Wert der vergangenen beiden Wochen. Für weiteren Abgabedruck sorgt eine Abstufung durch JPMorgan von "Overweight" auf "Neutral". Das neue Kursziel von 6 (zuvor: 10) Euro liegt gut 16 Prozent unter dem jüngsten Xetra-Schluss.

Kampagne gegen Bayer-Blockbuster

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
103.35
Differenz absolut
0.85
Differenz relativ
+0.83%

Auch die Bayer-Aktie steht nach einem Pressebericht unter Druck. Der Pharmakonzern sieht sich laut der "FAZ" in den USA mit einer zunehmend aggressiven Schadensersatzkampagne gegen sein Schlaganfall-Medikament Xarelto konfrontiert. Xarelto ist der wichtigste Verkaufsschlager aus dem Hause Bayer.

Lufthansa will Cargo profitabler machen

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.00
Differenz absolut
0.34
Differenz relativ
+2.92%

Unterdessen kündigte Lufthansa-Chef Peter Gerber im "Handelsblatt" an, er wolle die Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo mithilfe neuer Flugzeuge, eines neuen IT-Systems und eines neuen Cargocenters profitabler machen. Die neue Strategie "Lufthansa Cargo 2020" werde in den kommenden Jahren insgesamt rund zwei Milliarden Euro kosten.

Weniger Extras bei VW

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
161.10
Differenz absolut
4.15
Differenz relativ
+2.64%

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten für die renditeschwache Pkw-Kernmarke erstmals konkrete Ansätze genannt. Die Marke mit dem VW-Logo, zu der etwa Golf und Passat zählen, werde künftig auf die kaum nachgefragten Extraausstattungen verzichten, so Winterkorn zum "Spiegel".

Allianz: Nun macht mal halblang!

Die mit Geldabflüssen kämpfende Allianz-Fondstochter Pimco hat ihre Anleger vor überzogenen Rendite-Erwartungen gewarnt. "Es ist an der Zeit, dass die Leute einmal ihre Erwartungen auf den Prüfstand stellen, sagte Investmentchef Scott Mather, einer der Nachfolger des zurückgetretenen Starmanagers Bill Gross.

Gerry Weber ganz ambitioniert

Im MDax setzt sich Gerry Weber ehrgeizige Ziele. Der Modekonzern will seinen Umsatz in absehbarer Zeit über die Milliardenmarke heben. "Das will und werde ich in den nächsten Jahren noch erleben. Wahrscheinich sogar relativ schnell", sagte Vorstandschef Gerhard Weber der "Welt am Sonntag". Das notwendige Wachstum sollen unter anderem neue Läden bringen.

KWS Saat: Commerzbank senkt den Daumen

KWS Saat: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
263.50
Differenz absolut
0.50
Differenz relativ
+0.19%

Im SDax dürfte heute die Aktie von KWS Saat unter Druck stehen. Die Commerzbank hat den Titel von "Hold" auf "Reduce" abgestuft und das Kursziel von 249 auf 239 Euro gesenkt. Angesichts niedrigerer Preise für Agrarrohstoffe könnte die Nachfrage von Bauern in Nordamerika, Europa und den Schwellenländern noch verhaltener wachsen als zunächst gedacht, hieß es zur Begründung.

Stand: 13.10.2014, 09:12 Uhr

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Tagestermine am Dienstag, 21. Oktober

Unternehmen:
Sartorius: Q3-Zahlen, 7 Uhr
Zooplus: Q3-Zahlen, 7.30 Uhr
Villeroy&Boch: Q3-Zahlen
Coca-Cola: Q3-Zahlen, 13.30 Uhr
Verizon: Q3-Zahlen, 13.30 Uhr
McDonald's: Q3-Zahlen, 14 Uhr
Yahoo: Q3-Zahlen, 22 Uhr
Konjunktur:
China: BIP, Industrieproduktion, Einzelhandel, 4 Uhr

Darstellung: