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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht negativ

Verluste, Verluste, Verluste

Dax mit schwärzestem Jahresauftakt seiner Geschichte

Stand: 08.01.2016, 17:45 Uhr

Das kurze Aufbäumen des deutschen Leitindex am Freitagnachmittag erwies sich als Strohfeuer. Die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten wurde erneut gerissen. Und nun?

Nach einer Berg- und Talfahrt schloss der Dax am Freitag 1,3 tiefer bei 9.849 Punkten. Dabei war er noch wenige Stunden zuvor auf 10.122 Punkte geklettert, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten für Dezember viel besser ausgefallen waren als erwartet. Doch die Gewinne bröckelten rasch wieder ab und der Leitindex drehte ins Minus.

Einschließlich der heutigen Verluste hat der deutsche Leitindex in der ersten Handelswoche des neuen Jahres einen Verlust von 8,3 Prozent eingefahren und den schlechtesten Jahresauftakt seiner Geschichte verbucht.

Schwäche auch an der Wall Street

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Börse 19.00 Uhr

Auch an der Wall Street fällt die Freude der Anleger auf die robusten Arbeitsmarktzahlen verhalten aus. Der Dow Jones-Index drehte rasch nach der Eröffnung ins Minus, kann sich aber bis zum Abend wieder berappeln. Bei Börsenschluss in Frakfurt am Abend notiert der Dow 0,2 Prozent im Minus bei 16.510 Punkten.

Dabei hat sich der US-Arbeitsmarkt im Dezember deutlich besser entwickelt als erwartet. Statt 200.000 neuer Stellen sind außerhalb der Landwirtschaft satte 292.000 Stellen geschaffen worden. Die Arbeitslosenquote blieb bei 5,0 Prozent.

Viele Makel

Nach Ansicht von Andreas Paciorek von CMC Markets enthalten die Zahlen zahlreiche Makel. So sei der durchschnittliche Stundenlohn in den USA um einen US-Cent gesunken. Auch basiere ein erheblicher Teil des Stellenaufbaus auf Plätze im Niedriglohn-Sektor. Davon abgesehen zeigten die Zahlen auch, dass der Inflationsdruck in den USA weiter niedrig bleiben dürfte, mit dem schwächeren Yuan und Rohölpreisen ohnehin.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Für etwas Entspannung, zumindest an der Wall Street, sorgten die Aussagen von John Williams, dem Chef der Federal Reserve von San Francisco. Danach werden die US-Leitzinsen "langsam und sanft" steigen. "Der Weg wird eher aussehen wie der behutsame Aufstieg eines Flugzeugs als ein direkter Raketenstart", sagte er.

Aus charttechnischer Sicht ist bedenklich, dass der Dax trotz der Erleichterung über die guten US-Arbeitsmarktzahlen und des fallenden Euro nicht den zentralen Widerstand bei 10.123 Punkten (Dezember-Tief) zurückerobern konnte.

Nicht in Trübsal verfallen

Wie geht es nun weiter? Angesichts der Unsicherheit über die tatsächliche Lage der Konjunktur in China sei die Gefahr weiterer Kursstürze an den Börsen weltweit nicht gebannt, warnt Anlagestratege Richard McGuire von der Rabobank. Sollte der Abwertungszyklus des Yuan pausieren, sei aber ein Durchatmen der Märkte vorstellbar.

Nach Ansicht von Marktexperten wie Thomas Böckelmann von EuroSwitch sollten die Anleger wegen des misslungenen Jahresstarts aber nicht in Trübsal verfallen, schließlich sei nichts passiert, was eine fundamentale Neubewertung der Risiken an den Kapitalmärkten rechtfertige. Zwar sei China sehr wichtig, die von Privatanlegern dominierten Inlandsbörsen aber für ihre Schwankungen bekannt und auch dafür, dass Politik und Anleger bestimmte Marktmechanismen erst "lernen“ müssten.

Öl wieder billiger

Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um bis zu 1,7 Prozent auf 33,18 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Preis für das US-Öl WTI rutschte in der Spitze ebenfalls um 1,7 Prozent auf 32,70 Dollar je Fass ab. Die Stabilisierung an den China-Börsen hatte die Preise am Vormittag noch nach oben getrieben, nachdem sie am Vortag auf ein Zwölf-Jahres-Tief gestürzt waren. Der Euro ist dagegen wieder auf 1,0896 Dollar geklettert.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Woche
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Woche
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VW trotzt schlechten Nachrichten

Die VW-Aktie gehört bis kurz vor Handelsschluss zu den wenigen Gewinnern im Dax. Dabei musste der Konzern im vergangenen Jahr einen Rückgang bei den Autoverkäufen verkraften. Der Absatz von Europas größtem Autobauer sank 2015 um 2 Prozent auf 9,93 Millionen Fahrzeuge, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Allein im Monat Dezember muss der Konzern zum Jahresausklang noch einmal ein Absatzminus von 5,2 Prozent hinnehmen. Zudem hat JPMorgan das Kursziel für VW von 180 auf 169 Euro gesenkt.

Daimler gut im Geschäft

Auch die Daimler-Aktie kann sich zunächst behaupten bevor sie ebenfalls ins Minus dreht. Dank kräftiger Nachfrage aus China und Europa hat Mercedes-Benz das fünfte Rekordjahr in Folge verbucht. Die Premiummarke des Daimler-Konzerns lieferte 2015 1,87 Millionen Pkw an ihre Kunden aus, ein Plus von 13,4 Prozent zum Vorjahr.

RWE trennt sich von Lynemouth

Auch die RWE-Aktie gibt wieder nach. Der Energiekonzern trennt sich von seinem britischen Kohlekraftwerk Lynemouth. Käufer sei die tschechisch-slowakische Energie-Investmentgruppe EPH, teilte RWE am Donnerstagabend mit. Das Unternehmen nannte keinen Verkaufspreis für die Anlage in Nordengland.

Aixtron wieder im Ausverkauf

Die Papiere des Chip-Anlagenbauers verlieren am Freitag 8,45 Prozent und sind damit größter Verlierer im Technologieindex TecDax. Begründet werden die Kursverluste unter anderem mit der generell schlechten Stimmung im Technologiesektor. Zuletzt mehrten sich die Signale, dass Branchengiganten wie Samsung und Apple das rasante Wachstumstempo der vergangenen Jahre nicht halten können. Bei Aixtron wirkt außerdem die Stornierung eines chinesischen Großauftrags im Dezember nach.

Epigenomics verblüfft

Jenseits der großen Indizes sorgt Epigenomics für Aufsehen. Das Biotech-Unternehmen teilte mit, dass der US-Zulassungsbehörde FDA nun alle Daten vorliegen, um zu einer endgültigen Entscheidung über den Epigenomics-Bluttest zur Früherkennung von Darmkrebs zu kommen. Die Aktie schnellt daraufhin um bis zu 65 Prozent in die Höhe. Die überbordende Reaktion der Finanzmärkte verwundert, bedenkt man, dass damit keine Vorentscheidung getroffen wurde, ob die FDA den Test zulassen wird oder nicht.

Fosun will Anteil an Tom Tailor erhöhen

Der chinesische Investor Fosun will seinen Anteil an dem Hamburger Modeunternehmen Tom Tailor von zuletzt 23 auf bis zu 30 Prozent aufstocken. Dazu sei mit einem anderen Aktionär eine Vereinbarung zum Kauf von Anteilen geschlossen worden, teilte der Konzern aus Shanghai heute mit.

Samsung: Operatives Ergebnis unter Erwartungen

Der Apple-Rivale Samsung rechnet im abgelaufenen Quartal mit einem operativen Ergebnis von 6,1 Billionen Won (umgerechnet 4,7 Milliarden Euro). Damit verfehlt der Smartphone-Gigant die Erwartungen: Von Reuters befragte Analysten gingen bislang im Schnitt von 6,6 Billionen Won aus.

Alcoa schließt Aluminium-Hütte

Alcoa schließt die größte Aluminium-Schmelzhütte der USA. In dem Land sinkt die Aluminium-Produktion dadurch auf den niedrigsten Stand seit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Branche hat seit längerem mit einem drastischen Preisverfall zu kämpfen.

Pharmabranche kurz vor neuer Mega-Fusion?

Die wochenlangen Verhandlungen über eine Milliardenfusion der Pharmakonzerne Shire und Baxalta steht Insidern zufolge vor dem Abschluss. Mit der Sache vertraute Personen erklärten am Donnerstag, eine entsprechende Ankündigung könnte bereits am Montag erfolgen.

lg

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Tagestermine am Montag, 30. Mai

Unternehmen:
Commerzbank: Pressegespräch zur internationalen Strategie, mit Vorstandsmitglied Beumer, 12:30 Uhr
Heidelberger Druck: PK mit CEO Linzbach im Vorfeld der Drupa, 12:00 Uhr
Conwert: Q1-Zahlen
Steinhoff: außerordentliche HV in Amsterdam, ab 12:00 Uhr

Konjunktur:
Japan: Einzelhandelsdaten für April, 01:50 Uhr
Deutschland: Außenhandelspreise im April, 08:00 Uhr
EU: Geschäftsklima und Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone im Mai, 11:00 Uhr
Deutschland: Vorläufiger Verbraucherpreisindex für Mai, 14:00 Uhr

Sonstiges:
USA: Börsen wegen Feiertags geschlossen
Großbritannien: Börse wegen "Spring Bank Holiday" geschlossen
Helaba: Vorstellung der Studie "Finanzplatz Frankfurt bewegt sich", 10:00 Uhr

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