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Marktbericht 9:23 Uhr

Marktbericht positiv

9.200-Punkte-Marke geknackt

Dax: Schnäppchenjagd eine schlaue Idee?

von Angela Göpfert

In den USA hat das sogenannte "smart money" im späten Handel bei Aktien ordentlich zugegriffen. Das beschert dem Dax einen äußerst erfreulichen Handelsauftakt. Kommt es heute zur Eindeckungs-Rally?

Die Profis an der Wall Street - das sogenannte "smart money", das für gewöhnlich im späten Handel nach 20 Uhr besonders aktiv ist – wollten am Montagabend von Gewinnmitnahmen nichts wissen. Sie legten stattdessen ein ausgeprägtes "buy-the-dip"-Verhalten an den Tag und befeuerten so die Kurse.

Turnaround Monday an der Wall Street

Der Dow Jones Index schloss 0,5 Prozent im Plus bei 16.569 Punkten, der S&P 500 ging mit 1.938 Zählern 0,7 Prozent höher aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq gewann ebenfalls 0,7 Prozent.

Das sorgt zu Handelsauftakt in Frankfurt für Rückenwind. Der Dax beginnt den neuen Handelstag mit einem kleinen Aufwärtsgap und eröffnet 0,4 Prozent im Plus bei 9.187 Punkten – 33 Punkte oberhalb seines Schlusskurses vom Montagabend.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
17098.45
Differenz absolut
18.88
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+0.11%
S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
2003.37
Differenz absolut
6.63
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+0.33%

Turnaround Tuesday im Dax?

Eine nennenswerte Aufwärtsreaktion der deutschen Standardwerte würde jedoch erst mit einem Anstieg über das gestrige Tageshoch, den Widerstand bei 9.243 Punkten, wahrscheinlicher. Dann könnte es jedoch sehr rasch weiter aufwärts gehen. Könnten dann doch einige Bären zur Überzeugung gelangen, es wäre besser, die angelaufenen Gewinne auf der Short-Seite so schnell wie irgend möglich zu sichern.

Solche Eindeckungs-Rallys verlaufen häufig sehr rasant und ausufernd. Der Dax hat vor diesem Hintergrund also absolut die Chance, diesen Dienstag zu einem "Turnaround Tuesday" werden zu lassen. Ob das dann aber der Beginn einer mittelfristig bedeutsamen Trendwende wäre, ist mit Blick auf die übergeordnete charttechnische Verfassung des Dax allerdings mehr als fraglich.

China-Daten als Belastungsfaktor

Aus fundamentaler Sicht könnten jedoch neben der bekannten saisonalen Schwäche des Dax auch die jüngsten Meldungen aus China die Euphorie der Marktteilnehmer bremsen.

Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
15668.60
Differenz absolut
192.00
Differenz relativ
+1.24%

Dort ist der Einkaufsmanagerindex von HSBC und Markit für die Dienstleistungsbranche im Juli auf den niedrigsten Wert seit November 2005 gesunken, als die Daten erstmals erhoben wurden. Das schürt Zweifel an der Erholung der chinesischen Wirtschaft, der Nikkei schloss 1,0 Prozent im Minus.

Bilfinger-Aktie bricht massiv ein

Am deutschen Aktienmarkt ist eine Meldung aus dem MDax der große Aufreger. Am Montagabend ist Bilfinger-Chef Roland Koch wegen eines Streits mit dem Aufsichtsrat über die Zukunft des Mannheimer Bau- und Dienstleistungskonzerns überraschend zurückgetreten. Zudem senkte Bilfinger die Gewinnprognose für dieses Jahr zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit. Die Aktie bricht um mehr als zwölf Prozent ein. Heute will der Aufsichtsratsvorsitzende Bernhard Walter Stellung zum Ausscheiden Kochs nehmen.

Deutsche Post auf Kurs

Angesichts der dramatischen Entwicklungen bei Bilfinger verkommen die "üblichen" Quartalszahlen fast schon zur Nebensache. Im Dax gewähren heute Deutsche Post und BMW Einblick in ihre Bücher. Im zweiten Quartal hat die Deutsche Post unterm Strich 461 Millionen Euro verdient – und damit neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Trotz einer schwachen Entwicklung im Frachtgeschäft hält der Dax-Konzern Kurs auf sein geplantes operatives Jahresergebnis von 2,9 bis 3,1 Milliarden Euro. Die Aktie ist zu Handelsauftakt der zweitgrößte Dax-Gewinner.

BMW hält Konkurrenz auf Abstand

An der Dax-Spitze kann BMW ein Plus von mehr als drei Prozent verbuchen. Der Autobauer sorgte für eine handfeste positive Überraschung und verdiente im zweiten Quartal unterm Strich mit knapp 1,8 Milliarden Euro 27 Prozent mehr. Die Münchner profitierten von ihrem Modellmix: Sie verkauften vergleichsweise mehr teure und große Autos als kleine und günstigere. Die Umsatzentwicklung wurde jedoch durch den starken Euro gebremst.

BES-Probleme lasten schwer

Papiere der Deutschen Bank sind am Morgen so gar nicht gefragt, nachdem die Probleme bei der portugiesischen Banco Espirito Santo (BES) der französischen Credit Agricole fast den Quartalsgewinn gekostet haben. CA schrieb den Wert seiner 15-prozentigen Beteiligung an der BES komplett ab und verbuchte unterm Strich einen Gewinneinbruch von 98 Prozent auf 17 Millionen Euro.

Deutsche Telekom hat so ihre Zweifel

Die Deutsche Telekom hat unterdessen laut Kreisen ernsthafte Zweifel an dem Gebot der französischen Iliad für ihre Tochter T-Mobile US. Iliad hatte überraschend eine Gegenofferte zum Angebot von Sprint lanciert.

FMC von UBS belobigt

Schub für die defensive Aktie von Fresenius Medical Care kommt am Morgen aus der Schweiz. Die UBS hat Papiere der Fresenius-Tochter von "Hold" auf "Buy" gehoben und das Kursziel von 50 auf 60 Euro kräftig nach oben geschraubt.

Zweifelhaftes Analystenlob für HeidelbergCement

Die Aktie von HeidelbergCement profitiert ebenfalls von einer Hochstufung durch S&P Capital IQ von "Hold" auf "Buy". Allerdings senkte das Analysehaus seine Erwartungen für den Gewinn je Aktie und infolgedessen auch das Kursziel von 64 auf 61 Euro.

Axel Springer wächst dank Internet weiter

Axel Springer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
45.05
Differenz absolut
-0.14
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-0.30%

Im MDax zieht neben Bilfinger Berger auch Axel Springer die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich. Dank des Ausbaus des Digitalgeschäfts kletterte das um einmalige Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 8,2 Prozent auf 147,8 Millionen Euro. Damit übertraf Axel Springer die Erwartungen der Analysten, die Aktie ist mit einem Plus von mehr als fünf Prozent zunächst der größte MDax-Gewinner.

Gea: Analyst schürt Hoffnungen

Die Gea-Aktie zählt ebenfalls zu den größten MDax-Gewinnern. Die Privatbank Berenberg hat den Titel von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 33 auf 38 Euro angehoben. Der Verkauf der Wärmetauscher-Sparte dürfte genug Mittel für mögliche Übernahmen und eine Erhöhung der Ausschüttungssumme abwerfen. Gleichzeitig steige die Profitabilität, hieß es zur Begründung.

Pfeiffer Vacuum: Auftragseingang verheißt nichts Gutes

Im TecDax kann Pfeiffer Vacuum mit seiner Bilanz zum zweiten Quartal bei den Anlegern nicht so recht punkten. Der Vakuumpumpenhersteller hat erneut eine gedämpfte Nachfrage zu spüren bekommen. Zwar stieg der Gewinn um zwei Prozent auf 7,1 Millionen Euro. Doch der Auftragseingang knickte um gut sechs Prozent auf 95,2 Millionen Euro ein.

Wacker Neuson nach Zahlen gefragt

Im SDax reagieren Papiere von Wacker Neuson freundlich auf die Vorlage der Quartalszahlen. Der Baumaschinenhersteller fiel beim Umsatz zwar etwas hinter den Erwartungen zurück. Aber mit einem Plus von gut 40 Prozent beim operativen Ergebnis (Ebit) auf 41 Millionen Euro konnte das SDax-Unternehmen die durchschnittlichen Analystenschätzungen um Längen schlagen.

Alstria Office hat sich verzockt

Ein wahres "Kunststück" hat unterdessen Alstria Office vollbracht. Bei einem nahezu unveränderten Umsatz ist der Gewinn im ersten Halbjahr um 76 Prozent auf 6,8 Millionen Euro eingebrochen. Der Grund seien Abschreibungen auf Finanzderivate, teilte der im SDax notierte Immobilienkonzern am Montagabend mit.

AIG toppt die Erwartungen

Nach Börsenschluss in den USA hat AIG über ein überraschend starkes zweites Quartal berichtet. Im zweiten Quartal erzielte das einstige Finanzkrisen-Monster einen Gewinnsprung von 12,5 Prozent. Das Ergebnis je Aktie kletterte von 1,12 auf 1,25 Dollar. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 1,05 Dollar gerechnet. Kein Wunder also, dass die Aktie im nachbörslichen US-Handel 2,7 Prozent zulegen konnte.

Die Amis lieben dicke Toyota-SUVs

Toyota: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
44.00
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0.68
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+1.57%

Beim weltgrößten Autokonzern Toyota stieg der Überschuss im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni um fünf Prozent auf umgerechnet rund 4,3 Milliarden Euro. Experten hatten hingegen mit einem deutlichen Rückgang gerechnet. Hauptgrund für das Rekordergebnis war die Entwicklung in den USA. Dort legte Toyota beim Gewinn um fast 50 Prozent zu, die Japaner waren speziell mit ihren großen SUV-Modellen gefragt.

Telefonica mag Brasilien-Tochter von Vivendi

Der spanische Telekomkonzern Telefonica will sein Geschäft in Lateinamerika ausbauen. Für den brasilianischen Festnetzanbieter Global Village Telecom (GVT) des französischen Medienkonzerns Vivendi bieten die Spanier insgesamt rund 6,7 Milliarden Euro in bar und Aktien. Telefonica will die eigene Tochter in dem lateinamerikanischen Land mit GVT fusionieren und so Einsparungen erzielen.

Vivendi: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra EU Stars für den Zeitraum Intraday
Kurs
19.96
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Telefonica: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.08
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RHI dampft Umsatzprognose ein

Unterdessen hat der österreichische Industriekonzern RHI im ersten Halbjahr wegen eines Teil-Produktionsausfalls in seinem Werk in Norwegen einen Ergebnisrückgang verbucht. Das operative Ergebnis (Ebit) schrumpfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 46 Prozent auf 72,1 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet RHI nun nur noch einen Umsatz auf Vorjahresniveau - zuletzt hatte man hier noch ein Plus von drei Prozent angepeilt.

Voestalpine schlechter als gedacht

Und auch diese Meldung aus Österreich dürfte am Markt nicht so gut angekommen. Der Stahl- und Verarbeitungskonzern Voestalpine ist im ersten Quartal bei Umsatz und Betriebsergebnis hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben. Der Umsatz ging um 2,4 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zurück, das Ebit schrumpfte um 1,4 Prozent auf 218,4 Millionen Euro.

Stand: 05.08.2014, 09:23 Uhr

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Tagestermine am Dienstag, 2. September

Unternehmen:
Zumtobel: Q1-Zahlen, 07:30 Uhr

Konjunktur:
EU: Erzeugerpreise Juli, 11:00 Uhr
USA: ISM-Index Verarbeitendes Gewerbe August, 16:00 Uhr; Bauinvestitionen September, 16:00 Uhr

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