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Marktbericht 20:00 Uhr

Marktbericht neutral

Überall Rekorde

Dax schleppt sich auf neue Höhen

Stand: 02.03.2015, 20:00 Uhr

In den USA markieren Dow Jones und Nasdaq 100 Rekordstände, in Deutschland toppen Dax und MDax alles zuvor Erreichte. Aber druckvoll war der Anstieg beim deutschen Leitindex nicht gerade. Die Luft werde dünner, meinen Experten. Aber auch in dünner Luft kann es aufwärts gehen.

Nach einem neuen Verlaufshoch bei 11.455,08 Punkten zogen die Anleger es vor, ein bisschen Kasse zu machen. Tief nach unten ging es aber wirklich nicht, obwohl der Dax zeitweise auch ins Minus fiel. Er schloss um knapp 0,1 Prozent fester bei 11.410,36 Punkten - der höchste Schlussstand aller Zeiten. Auch der MDax setzte seinen Rekordlauf bis auf 20.278 Punkte fort. Mit plus 0,3 Prozent auf 20.143,14 Punkten ging er aus dem Handel. Der TecDax beendete den Tag mit plus 0,2 Prozent bei 1584,79 Punkten auf dem höchsten Stand seit Juni 2001. Der L-Dax stieg um 0,3 Prozent auf 11.413,99 Punkte.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 3 Monate
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Zuletzt kannte der deutsche Leitindex fast nur die Richtung vorwärts. "Angesichts des zinsbedingten Anlagenotstands stehen die Börsenampeln übergeordnet weiterhin auf Grün, die Marktlage kann jedoch getrost als überkauft bezeichnet werden. Die Luft wird zusehends dünner. Momentan finden wir uns in einer Übertreibungsphase wieder", kommentiert Gregor Kuhn von IG Markets.

"Einsetzende Korrekturen im Dax dürften von Schnäppchenjägern sehnsüchtig erwartet werden, damit sie auch noch etwas vom rendite-technisch einzig verbliebenen Kuchen abbekommen", meint Jens Klatt von DailyFX. Tiefere Kurse verhinderte eine starke Wall Street, wo Dow Jones und Nasdaq 100 frische Rekorde erreichten. Der Dow markierte mit einem Aufschlag von 0,7 Prozent auf 18.261 Punkte ein Rekordhoch.

"Konjunkturelle Skepsis nicht angebracht"

Dabei sahen frische Daten der US-Industrie nicht unbedingt fabelhaft aus. Der Einkaufsmanagerindex sank auf 52,9 Punkte von 53,5 Zählern im Januar. Dies war der tiefste Stand seit Januar 2014. Von Reuters befragte Ökonomen hatten allerdings in etwa mit diesem Rückgang gerechnet. Helaba-Ökonom Ralf Umlauf bezeichnete die Stimmung der Industrie als robust und betonte, es gebe keinen Anlass für "konjunkturelle Skepsis".

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Ferner sanken die Konsumausgaben im Februar um 0,2 Prozent, die persönlichen Einkommen lagen bei plus 0,3 Prozent. Beide Zahlen verfehlen die Expertenerwartungen. Das gilt genauso für die US-Bauausgaben, die im Januar überraschend zurückfielen. Vielleicht hoffen die Anleger auch, das schwächere Daten die Zinswende dort verzögern. Und in Europa sorgt die EZB schließlich weiterhin für frische Liquidität.

Merck an der Dax-Spitze

Der Pharmakonzern wird morgen über das abgelaufene Geschäftsjahr berichten. Offenbar sind die Anleger von einer guten Bilanz überzeugt: Die Titel führten den Dax an. Im Auftrag des Unternehmens befragte Analysten rechnen für 2014 beim Umsatz ohne Lizenz- und Provisionseinnahmen mit einem Plus von knapp 5 Prozent auf rund 11,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda vor Sondereinflüssen) dürfte demnach um rund drei Prozent auf rund 3,37 Milliarden Euro zugelegt haben.

RWE macht den Deal

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Energiekonzern RWE hat nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters den Verkauf seiner Öl- und Gasfördertochter Dea an den russischen Oligarchen Michail Fridman abgeschlossen. Die britische Regierung hatte am Wochenende erneut den Deal kritisiert. Die betreffenden Öl- und Gasfelder liegen in der britischen Nordsee. Der Wert von Dea wird auf umgerechnet 5,1 Milliarden Euro geschätzt. Der Aktie half das heute nicht.

Autobauer auf der Überholspur...

Autokonzerne waren einmal mehr gefragt. Nach einem leichten Plus zum Jahresstart haben die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland im Februar noch einmal deutlich zugelegt. Die Zahl der neuzugelassenen Fahrzeuge stieg um 7 Prozent auf 223 300 Fahrzeuge, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte. In den ersten beiden Monaten steht damit ein Plus von 5 Prozent auf 434.600 Neuwagen.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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...und Siemens auf der Verkaufsliste

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Titel von Siemens gehörten zu den stärksten Verlierern. Der Grund: Negative Medienberichte zum milliardenschweren US-Zukauf Dresser-Rand sowie schlechte Nachrichten für die Hörgeräte-Sparte. Der Zulieferer für die Öl- und Gasindustrie will angesichts schlechterer Perspektiven für Ölbohrungen Arbeitsplätze abbauen. Eigentlich wollte Siemens vom Fracking-Boom in den USA profitieren. Und: Der Schweizer Großkonzern Sonova übernimmt den Hörgeräte-Großhändler Hansaton. Damit jagt Sonova dem deutschen Konkurrenten Siemens-Hörgeräte einen wichtigen Partner ab.

Banken loben die Allianz

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Deutsche Bank hat das Kursziel für Allianz nach Zahlen von 160 auf 165 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Der Versicherer präsentiere sich ungeachtet der Unsicherheit um die neuen Aufsichts- und Kapitalregeln (Solvency II) in einer fundamental starken Verfassung, schrieb Analyst Hadley Cohen. Auch die Commerzbank bestätigt ihre Kaufempfehlung. Kein Wunder also, dass die Aktie Rückenwind hatte.

Rheinmetall froher Hoffnung

Im MDax lag die Aktie von Rheinmetall vorn. Laut Händlern ziehen die Papiere des Rüstungskonzerns wegen der Aussicht auf neue Geschäfte mit der Bundeswehr an. Sie verweisen auf Medienberichte vom Wochenende, wonach Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble einen höheren Verteidigungsetat ab 2017 in Aussicht stellt. Davon dürfte auch Rheinmetall profitieren.

Analysten pro ProSiebensat.1

Überdurchschnittlich gefragt waren im MDax auch die Titel des Medienunternehmens. Hauck & Aufhäuser hat das Kursziel für ProSiebenSat.1 nach einer Telefonkonferenz im Anschluss an die jüngsten Geschäftszahlen von 42,50 auf 44,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Hold" belassen. Bei der Sendergruppe bleibe die Umwandlung hin zu einem Digital-Unternehmen voll auf Kurs, schrieb Analyst Christian Glowa.

ElringKlinger: Ausblick enttäuscht

Die Aktie des Autozulieferers rutschte ans MDax-Ende. ElringKlinger hat im abgelaufenen Jahr nach vorläufigen Zahlen seinen Umsatz um 15,3 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gesteigert. Das um Einmaleffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) kletterte um 8,3 Prozent auf 162,3 Millionen Euro. Verluste gab es allerdings im Bereich E-Mobility. Auch der Ausblick mit einem angestrebten Wachstum um fünf bis sieben Prozent ist laut Analysten nicht gut genug.

TLG macht sich fein im SDax

Gerade erst in den Nebenwerteindex aufgestiegen, gehörte die Aktie von TLG Immobilien schon zu den Besten. Dank sprudelnder Mieteinnahmen und eines reduzierten Leerstandes in den Wohnung des Unternehmens stieg die wichtige Ertragskenngröße FFO (funds from operations) im abgelaufenen Jahr um 13 Prozent auf 52 Millionen Euro. Der Aktie hilft auch, dass die Commerzbank den Titel zum Kauf empfohlen hat, Kursziel 17,50 Euro.

Aurelius beteiligt sich reich

Die Beteiligungs-Gesellschaft Aurelius erfreut Anleger mit üppigen Steigerungen. Der Umsatz der Beteiligungen in den Bereichen Dienstleistungen und Industrie stieg im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen konnte auf 207,8 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden. Die Dividende will Aurelius annähernd verdoppeln: Auf 2,00 Euro je Aktie.

Joyou auf Wachstumskurs

Der chinesische Badezimmer-Ausstatter, der im Prime Standard der Deutschen Börse notiert, hat am Morgen ebenfalls Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr vorgelegt. Die lesen sich nicht schlecht: Die Erlöse stiegen um 11,3 Prozent auf 398,1 Millionen Euro. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) legte das Ergebnis um 15,5 Prozent auf 61,4 Millionen Euro zu. Joyou liefert Sanitärprodukte in China, den USA und mehreren europäischen Ländern.

Smartphone-Fieber steigt

Der heute beginnende Mobile World Congress in Barcelona liefert fortlaufend Nachrichten über Produktneuerungen. Der Marktführer Samsung wirft etwa mit seinem Galaxy S6 und dem S6 Egde gleich zwei neue Flaggschiffe in die Schlacht mit dem iPhone von Apple. Mit dem Lumia 640 will auch Microsoft wieder stärker im Markt der Mobilgeräte mitmischen. Sony hat ein Tablet an Bord, das wasserdicht ist und als Steuergerät für die Spielekonsole Playstation 4 dient.

Microsoft: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Flughafen Wien verdient mehr

Der börsennotierte Wiener Flughafen ist gut im Geschäft und kann sich über einen Passagierrekord von 22,5 Millionen Fluggästen im vergangenen Jahr freuen. Der Hauptflughafen der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines hat 2014 630,2 Millionen Euro umgesetzt und 82,5 Millionen Euro verdient. Die Anteilseigner können sich über eine Dividende freuen, die nach 1,30 Euro nun 1,65 Euro je Aktie betragen soll.

ts

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Tagestermine am Freitag, 27. März

Unternehmen:
Hella KGaA: Q3-Zahlen und Telefonkonferenz
Salzgitter: endgültige Jahreszahlen, 07:30 Uhr, Bilanz-PK, 11:00 Uhr
Manz: endgültige Jahreszahlen, 07:30 Uhr
Villeroy & Boch: Hauptversammlung
Erste Group: endgültige Jahreszahlen
Blackberry: Q4- und Jahreszahlen, 12:00 Uhr

Konjunktur:
Japan: Verbraucherpreise und Arbeitsmarktdaten im Februar, 00:30 Uhr
Deutschland: Außenhandelspreise im Februar, 08:00 Uhr
USA: BIP Q4, endgültig, 13:30 Uhr
USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen im März, endgültig, 15:00 Uhr

Sonstiges:
Bafin: Offizielle Einführungszeremonie für den neuen Chef Hufeld, 15:00 Uhr
Fed: Rede von Präsidentin Yellen über die Geldpolitik bei Konferenz der Fed von San Francisco, 20:45 Uhr

Darstellung: