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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht neutral

Anleger gehen in Wartestellung

Dax schafft nur noch ein paar Pünktchen

Der Dax hat zwar auch am Dienstag auf einem neuen Rekordhoch geschlossen, doch statt großer Schritte reichte es nur noch für ein Trippelschrittchen. Verluste an der Wall Street drückten zeitweise sogar den deutschen Leitindex in die roten Zahlen.

Am Morgen hatte die Vorfreude auf eine neue Geldschwemme durch die EZB den Dax auf ein neues Allzeithoch von 10.298 Punkten katapultiert. Doch im weiteren Verlauf schmolzen die Gewinne wieder ab. Kursverluste an der Wall Street drückten den Dax kurzzeitig sogar ins Minus, so dass der Leitindex bis auf 10.211 Punkte abrutschte. Im Vergleich zur vergangenen Woche blieben die Kursschwankungen aber gering. Kurz vor Schluss schafft der Dax dann doch ein hauchdünnes Plus von knapp 15 Punkten oder 0,14 Prozent auf 10.257 Zähler.

Befeuert werden die Kurse von der Vorfreude auf ein breit angelegtes Anleihenkaufprogram der EZB. Trotz großem Widerstand in Deutschland, der von den Medien bis zur Kanzlerin reicht, gilt es als ausgemacht, dass die Notenbank auf ihrer nächsten Sitzung am Donnerstag den Kauf von Staatsanleihen verkünden wird, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation anzuheizen. Dabei wird mit einem Volumen von mindestens 500 Milliarden Euro gerechnet. Notenbankchef Mario Draghi hatte bereits angekündigt, dass er den Umfang der EZB-Bilanz um eine Billion Euro vergrößern will. Das geht nur durch den Kauf von Staatsanleihen.

Angst vor Rückschlägen

Ob die Notenbank den Erwartungen der Anleger auf eine milliardenschware Geldschwemme gerecht wird, bleibt allerdings abzuwarten. Schon warnen einige Händler vor enttäuschten Hoffnungen und entsprechenden Rückschlägen. Franck Dixmier, CIO Fixed Income Europe bei Allianz Global Investors, empfielht der EZB neben Staatsanleihen auch Unternehmensanleihen in das Kaufprogramm mit einzubeziehen. Dies würde für eine positive Überraschung sorgen, weil der Markt dieses Szenario nicht eingepreist habe. Auch sollte die Notenbank nicht zu viele Bedingungen und Vorbehalte an das Programm knüpfen, wie die QE-Kritiker fordern. Das würde die Umsetzung schwieriger machen und Anlegern den Blick auf die Auswirkungen und Konsequenzen erschweren.

Kursverluste an der Wall Street

Doch soweit ist es noch nicht. Vorerst freuen sich die Anleger auf das Kaufprogramm der EZB. Die am Vormittag vorgelegten ZEW-Konjunkturdaten hatten deshalb kaum Einfluss auf das Börsenbarometer. Dabei haben sich die Erwartungen deutscher Finanzexperten deutlich stärker aufgehellt als erwartet. Optimistische Schätzungen hatten aber teils noch höher gelegen. Für ein verlässlicheres Bild über die wirtschaftliche Entwicklung sollten ohnehin die Einkaufsmanagerindizes am Freitag abgewartet werden, sagte ein Experte.

An der Wall Street haben die schlechteren Aussichten für die Weltwirtschaft die Wall Street belastet. Auslöser waren die reduzierten Konjunkturprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Er rechnet für dieses und kommendes Jahr mit einem schwächeren globalen Wachstum als noch zuletzt. Daraufhin ist der Dow Jones-Index nach anfänglichen Kursgewinnen ins Minus gedreht. Die Konjunktursorgen und weiter fallende Rohölpreise sorgten für Unruhe, so ein Händler. Dies überlagere die Spekulation auf weitere geldpolitische Stimulierungen durch die Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Gedrückt wird das Börsenbarometer auch von den enttäuschenden Quartalszahlen des Gesundheitskonzerns Johnsen & Johnsen. Bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend notiert der Dow bei 17.431 Punkten, 0,45 Prozent tiefer als am Freitag.

Euro runter, Gold rauf

Der Euro ist am Dienstag mit der Aussicht auf eine neue Geldflut durch die EZB wieder unter 1,16 Dollar gefallen. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,155 Dollar. Die Zentralbank hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,1579 (Montag: 1,1605) Dollar festgesetzt

Die Unsicherheit der Anleger über die Entwickung an den internationalen Finanzmärkten macht Gold als relativ sichere Anlage immer attraktiver. Am Dienstag verteuerte sich das gelbe Metall um bis zu 1,4 Prozent auf 1294,10 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und notierte damit so hoch wie zuletzt im August letzten Jahres

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Auch Morgan Stanley und Johnson & Johnson enttäuschen

Nachdem in der vergangenen Woche bereits die Konkurrenten enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt haben, gab es im vierten Quartal auch von der Investmentbank Morgan Stanley unerwartete Zahlen. Die gesamten Erträge lagen unverändert zum Vorjahr bei 7,8 Milliarden Dollar. Das war deutlich weniger als Analysten erwartet hatten. Der Gewinn konnte zwar deutlich auf 1,05 Milliarden Dollar gesteigert werden, doch auch hier hatten Analysten mit mehr gerechnet. Die Aktie verliert. Zudem berichtet der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson über einen um 0,6 Prozent gesunkenen Umsatz im abgelaufenen Quartal. Der Gewinn brach gar um 28 Prozent ein auf 2,52 Milliarden Dollar ein. Die Aktie verliert mehr als zwei Prozent.

Barclays treibt Lufthansa an

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im Dax ist die Lufthansa der mit Abstand größte Kursgewinner. Die britische Großbank Barclays hat den Titel von "Equal Weight" auf "Overweight" angehoben und das Kursziel von 12,80 auf 18,00 Euro nach oben korrigiert. Seit ihrem Oktober-Tief hat die Aktie rund 37 Prozent hinzugewinnen können.

SAP lässt sich mehr Zeit

Heftige Kursverluste verbucht hingegen die SAP-Aktie. Der Softwarekonzern macht wegen des Ausbaus des Cloud-Geschäfts erneut Abstriche am Gewinnwachstum in den kommenden Jahren. Das Betriebsergebnis soll 2017 nur zwischen 6,3 und 7,0 Milliarden Euro liegen bei einem Gesamtumsatz von maximal 22 Milliarden Euro.

Eon beharrt auf Hilfen

Die Eon-Aktie kann aus dem Doppel-Tief bei 12,23/12,35 Euro im Oktober/Januar bislang nicht so recht Potenzial schöpfen. Die Aktie notiert klar im Minus. Der Chef des Energiekonzerns, Johannes Teyssen, beharrt trotz der ablehnenden Haltung der Bundesregierung auf Hilfen für die schwächelnden Kohle- und Gaskraftwerke in Deutschland.

Wincor Nixdorf: Achtung, Dividendenabschlag!

Mit Abstand größter Verlierer im MDax ist die Wincor-Nixdorf-Aktie. Das heftige Kursminus ist zum großen Teil der Tatsache geschuldet, dass die Aktie nach der gestrigen Hauptversammlung heute ex Dividende notiert. Der Hersteller von Geldautomaten und Kassensystemen schüttet 1,75 Euro je Anteil aus.

Osram-Aktie mit neuer Fantasie

Dagegen legt die Osram-Aktie um mehr als vier Prozent zu und ist damit der stärkste Wert im MDax. Angetrieben wird das Papier von einer neuen Übernahmefantasie und weiteren wohlwollenden Analystenkommentaren. Dabei wird auf ein Interesse der Beteiligungsgesellschaften KKR und CVC verwiesen. Zudem hat die Commerzbank den fairen Wert für die Osram-Aktie mit 48 Euro angegeben.

Manz: 50 Prozent Aufwärtspotenzial?

Im TecDax profitiert die Manz-Aktie von einer Kaufempfehlung der ungewöhnlichen Art. Die Analysten von Equinet haben die Aktie mit "Buy" und einem Kursziel von 100 Euro gestartet. Eine ehrgeizige Zahl, implizieren sie doch im Vergleich zum aktuellen Kurs von rund 64 Euro ein Aufwärtspotenzial von weit über 50 Prozent.

Kabel Deutschland knickt ein

Der Hedgefonds Elliott Management hat sich mit seiner Forderung nach einer außerordentlichen Hauptversammlung bei Kabel Deutschland durchgesetzt. Dem Antrag des Minderheitsaktionärs wurde am Montag stattgegeben. Das Aktionärstreffen soll voraussichtlich am 20. März in München stattfinden. Elliott fordert eine Sonderprüfung im Zusammenhang mit der Übernahme durch Vodafone.

Vossloh bald komplett bei Thiele

Im SDax kämpft sich die Vossloh-Aktie nach einer Achterbahnfahrt an die Spitze. Grund ist die Ankündigung von Großaktionär und Aufsichtsratschef Heinz Hermann Thiele, den Bahntechnik-Konzern komplett zu übernehmen. Allerdings will er den Aktionären von Vossloh nur 48 bis 49 Euro bieten, obwohl die Aktie bereits zu 54 Euro gehandelt wird. Derzeit hält die KB Holding nach eigenen Angaben knapp unter 30 Prozent der Vossloh-Aktien.

Patrizia Immobilien bestätigt Prognose

Im SDax hat Patrizia Immobilien seine Prognose eines für 2014 in Aussicht gestellten operativen Ergebnisses von mindestens 50 Millionen Euro bestätigt. Der Immobilienkonzern habe alle wesentlichen für 2014 gesetzten Ziele erreicht. Die Aktie kann davon aber nur leicht proftieren.

Hawesko-Chef zieht sich zurück

Dagagen fällt die Hawesko-Aktie um mehr als drei Prozent deutlich zurück. Der Machtkampf um die künftige Ausrichtung des Weinhändlers ist entschieden. Vorstandschef Alexander Margaritoff wird zum 30. Juni sein Amt niederlegen. Margaritoffs Anteile von rund 30 Prozent gehen an den Hawesko-Aufseher und Großaktionär Detlev Meyer und dessen Holding Tocos.

WMF: Raus mit den Kleinanlegern!?

Die Finanzinvestoren KKR und Fiba wollen heute die Komplettübernahme des Küchengeräteherstellers WMF in trockene Tücher bringen. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung soll die Übertragung der Anteile der Minderheitsaktionäre beschlossen werden, um WMF von der Börse nehmen zu können.

Unilever leidet unter China-Schwäche

Der niederländische Konsumgüterkonzern Unilever hat im vierten Quartal auf dem einstigen Hoffnungsmarkt China einen Einbruch bei den Umsätzen hinnehmen müssen. Im Gesamtjahr sank der Umsatz um 2,7 Prozent auf 48,4 Milliarden US-Dollar, während der Gewinn um 5,0 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro zulegte.

Google vor dem Einstieg bei SpaceX?

Google A: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Google verhandelt laut einem Medienbericht über einen Einstieg bei der privaten Raumfahrtfirma SpaceX. Die geplante Investition habe mit den Plänen von SpaceX für ein Satelliten-Netz zur Versorgung mit Internet-Zugängen zu tun, berichtete die Technologie-Website "The Information".

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Das Google-Universum

Mehr als eine Suchmaschine

Google Smartwatch

Alles vernetzt mit Android und Smartwatch

Google ist eine Krake, die ein allumfassendes Netz knüpft und stetig erweitert. In der Google-Welt wird alles vernetzt: Uhr, Wohnzimmer, Auto - alles auf Basis des dominierenden Smartphone-Betriebsystem Android. Auf der Computeruhr sieht man, wer gerade anruft und kann sogar das Gespräch ablehnen, ohne das Telefon aus der Tasche nehmen zu müssen. Die Uhr zeigt Benachrichtigungen zu anstehenden Terminen oder die Bordkarte fürs Flugzeug. Und via Bluetooth-Verbindung zur Uhr weiß das Smartphone, dass es gerade der richtige Nutzer in der Hand hält. Verschiedene Geräte der Plattform ergänzen einander und spielen zusammen.

lg

Stand: 20.01.2015, 20:02 Uhr

Tagestermine am Montag, 2. Februar

Unternehmen:
Julius Bär: Jahreszahlen
Ryanair: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
ExxonMobil: Q4-Zahlen.

Konjunktur:
EU: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (endgültig), 11:00 Uhr
USA: Private Einkommen und Ausgaben Dezember, 14:30 Uhr ;
ISM Verarbeitendes Gewerbe Januar, 16:00 Uhr:
Bauausgaben Dezember, 16:00 Uhr.

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