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Marktbericht 20:00 Uhr

China bereitet Kopfschmerzen

Dax rollt rückwärts

Schwache Konjunkturdaten aus Euroland und enttäuschte Hoffnungen auf China belasteten am Montag die Stimmung. Selbst das erneute "Wir sind bereit" des EZB-Chefs Mario Draghi ließ die Investoren kalt.

Dabei ließ der Notenbanker die Märkte erneut wissen, dass die EZB die Wirtschaft in der Eurozone anzukurbeln will - oder besser: es versuchen will. "Wir stehen bereit, weitere unkonventionelle Instrumente innerhalb unseres Mandats einzusetzen und - sollte dies nötig werden - die Größe und/oder die Zusammensetzung unserer unkonventionellen Interventionen zu verändern, um die Risiken einer zu langen Phase zu niedriger Teuerung zu bekämpfen", sagte Draghi.

Der deutsche Leitindex schloss trotzdem mit einem Abschlag von 0,5 Prozent auf 9.749,54 Punkten. "Dass der Dax die 9.800-Punkte-Marke nicht verteidigen konnte, macht ihn im Verlauf der Woche wieder anfällig für weitere Kursverluste zunächst in Richtung 9.600 Punkte. Wahrscheinlich ist daher eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung zwischen diesen beiden Marken", meinte Jens Klatt, Marktstratege bei DailyFX. Nach der geschäftigen Vorwoche hätten sich die europäischen Aktienmärkte am Montag erwartungsgemäß glanzlos präsentiert, sagte Marktanalyst Jasper Lawler vom Broker CMC Markets UK. In den USA lief es genauso: Der Dow Jones lag bei Handelsschluss in Deutschland bei einem Minus von rund 0,5 Prozent. Der Late Dax sank um 0,5 Prozent auf 9.747,12 Punkte.

Konjunkturdaten wenig einladend

Vermutlich nutzten die Investoren die Gelegenheit, um nach den jüngsten Gewinnen ein wenig Kasse zu machen. Anlass waren Nachrichten aus China, wonach die chinesische Regierung, trotz akuter Konjunkturschwäche, keine weiteren Konjunkturhilfen plant. Auch Konjunkturdaten aus den USA und der Eurozone fielen bescheiden aus und gaben keine positiven Impulse.

Die US-Eigenheimverkäufe enttäuschten die Erwartungen. "Der Rückgang sollte in Anbetracht der vier Anstiege in Folge nicht überbewertet werden. Der Erholungsprozess am US-Immobilienmarkt setzt sich moderat fort. Zu forcierten Zinserhöhungsspekulationen sollte es aber nicht kommen" kommentiert Helaba-Experte Ulrich Wortberg.

Euro auf 14-Monatstief

Die Eurozone sendet weiterhin Schwächesignale. Die Verbraucherstimmung trübte sich im September zum vierten Mal in Folge ein. Der entsprechende Indikator sei um 1,4 Punkte auf minus 11,4 Punkte gefallen, teilte die Europäische Kommission mit. Bankvolkswirte hatten im Schnitt lediglich mit einem Rückgang auf minus 10,5 Punkte gerechnet. Das Stimmungsbarometer liegt trotz des Rückgangs aber immer noch über dem langjährigen Durchschnitt.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Mario Draghis Andeutung über weitere Lockerungsschritte drückte den Euro auf den tiefsten Stand seit langem. Bundesbankchef Jens Weidmann sieht in den jüngsten EZB-Beschlüssen eine gefährliche Weichenstellung der Notenbank. Im EZB-Rat habe die Mehrheit signalisiert, "dass die Geldpolitik bereit ist, sehr weit zu gehen und neues Terrain zu betreten", sagte er dem "Spiegel". Es gehe nicht mehr nur darum, die Kreditvergabe anzukurbeln, sondern nötigenfalls auch auf direktem Weg Geld in die Wirtschaft zu pumpen, sagte Weidmann.

Milliardenzukauf bei Merck...

... und Rekordhoch für die Aktie: Bei Merck-Anlegern stößt die 13-Milliarden-Offerte für Sigma-Aldrich nach anfänglichen Zweifeln offenbar auf positive Resonanz. "Merck ist ein exzellenter Schuldner, daher ist die Refinanzierung zu guten Konditionen kein Thema", sagte Ulrich Huwald, Analyst beim Bankhaus MM Warburg. Zudem sei Sigma-Aldrich gut aufgestellt und habe sich erst jüngst restrukturiert. "Allerdings hatte ich eher kleine Zukäufe erwartet, daher kommt dieser Schritt schon überraschend."

Auch Siemens mit Milliarden-Transaktionen

Der Siemens-Konzern will hingegen den Kompressoren-Hersteller Dresser-Rand im Rahmen eines freundlichen Übernahmeangebots kaufen. Siemens bezahlt rund 5,8 Milliarden Euro. Der Vorstand von Dresser-Rand unterstützt das Angebot. Außerdem verkauft Siemens seinen 50-prozentigen Anteil am Hausgeräte-Unternehmen BSH an den Partner Bosch. Hier liegt der Kaufpreis drei Milliarden Euro. Zudem erfolgt vor Vollzug der Transaktion eine zusätzliche Ausschüttung in Höhe von jeweils 250 Millionen Euro von BSH an Siemens und Bosch.

Außerdem hat Siemens seinen bisher größten Auftrag für den US-Nahverkehr an Land gezogen: Die Verkehrsbehörde von San Francisco hat 175 Stadtbahnwagen im Wert von gut einer halben Milliarde Euro bestellt.

Versorger profitieren von Expertenvotum

Aktien von RWE und Eon gehörten zu den Gewinnern. Goldman Sachs trieb beide Werte am Montag an. Die Bank hat das Kursziel für RWE-Stammaktien von 37 auf 40 Euro erhöht, bei Eon von 19,50 auf 19,80 Euro. Bei beiden Werten bekräftigten die Analysten ihre Kaufempfehlung. "Nach der Berenberg Bank äußert sich nun auch Goldman optimistisch zu den Versorgern - das hilft den Titeln heute", sagte ein Händler.

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Eon
Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Bayer-Tochter im Dax?

Bayer-Chef Marijn Dekkers sieht im abgespaltenen Kunststoffgeschäft einen Kandidaten für den Dax. "Wir reden hier von mehr als elf Milliarden Euro Umsatz und 16.800 Mitarbeitern! Das müsste für den Dax genügen", sagte Dekkers der "FAS" (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung). Einen Namen hat die neue Firma, die aus Bayer Material Science entsteht, noch nicht. Am Donnerstag hatte Bayer die Abspaltung der Kunststoffsparte sowie deren Börsengang angekündigt. Bayer will sich auf das Pharmageschäft und die Agrarchemie konzentrieren.

Bewegung bei den Nebenwerten

In den deutschen Indizes der zweiten und dritten Reihe gab es heute einige Bewegung. So ziehen der Immobilienkonzern Deutsche Annington und der Gabelstapler-Hersteller Kion in den MDax ein. Der Carbon-Spezialist SGL und der Küchenhersteller Rational steigen dafür in den SDax ab. Im TecDax ersetzt der Software-Hersteller RIB den Konkurrenten PSI. Mit dem Dachspezialisten Braas Monier und dem Autozulieferer Stabilus ziehen zwei Börsenneulinge in den SDax ein. Weichen müssen dafür der Handy-Zulieferer Balda und die Hawesko Holding. Der Dax bleibt dagegen unverändert.

Änderungen im Euro Stoxx

Auch in der europäischen Börsenlandschaft gab es Änderungen. In den EuroStoxx 50 wird nach gut einem Jahr Abwesenheit der finnische Netzwerkausrüster Nokia wieder aufgenommen. Dafür muss der irische Baustoff-Hersteller CRH seinen Platz räumen.

Airbus und Überschall

Airbus arbeitet künftig stärker mit der US-Firma Aerion bei der Entwicklung von Überschallfliegern zusammen. Die Europäer schickten Fachleute und tauschten sich mit den Amerikaner über Technologien aus. Aerion will nach dem Aus der Concorde im Jahr 2003 die kommerzielle Überschallfliegerei wiederbeleben. Ihr Modell AS2 soll 2019 zu seinem Jungfernflug starten und 2021 die Zulassung erhalten.

Nordex holt großen Auftrag rein

Nordex: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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An der TecDax-Spitze schloss der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex. Das Unternehmen hat den bislang größten Einzelauftrag in Deutschland erhalten. Der Projektentwickler PNE Wind hat bei Nordex insgesamt 24 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 57,6 Megawatt bestellt. Außerdem hat Goldman Sachs seine Kaufempfehlung erneuert.

DMG Mori Seiki legt leicht zu

Der im MDax notierte Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori Seiki hat auf zwei Branchenmessen 517 Maschinen verkauft. Der Auftragswert liegt bei 121,9 Millionen Euro. Die erhaltenen Bestellungen zeigten eine stabile Werkzeugmaschinennachfrage, erklärte das Unternehmen.

Ultrasonic-Posse setzt sich fort

Die Aktien des chinesischen Schuhherstellers Ultrasonic verdoppeln sich von sehr niedrigem Niveau aus. Der untergetauchte Ex-Chef Qingyong Wu hat sich laut Unternehmensangaben bei Finanzvorstand Clifford Chan gemeldet. Wu habe erklärt, er bereite eine Rückkehr zu Ultrasonic vor und wolle auch die Finanzmittel des Unternehmens wiederbeschaffen, mit denen er sich aus dem Staub gemacht hatte.

Tesco hat sich verrechnet

Der britische Einzelhandelskonzern Tesco hat einen Fehler in seiner Prognose für den Halbjahresgewinn entdeckt. Man gehe davon aus, dass der für die ersten sechs Monate bis 23. August prognostizierte Gewinn um 250 Millionen britische Pfund zu hoch angegeben wurde, teilte Tesco am Montag mit. Nun soll der Wirtschaftsprüfer Deloitte die Bilanz prüfen. Die Tesco-Aktie bricht ein.

Tekmira stark dank Ebola-Mittel

Die Sondergenehmigung der US-Gesundheitsbehörde FDA für den Einsatz eines experimentellen Ebola-Medikaments hat Tekmira erneuten Auftrieb gegeben. Die Aktien der kanadischen Pharmafirma stiegen an der Börse Toronto um bis zu 7,9 Prozent. Die FDA hatte Tekmira grünes Licht gegeben, das Mittel allen Ebola-Patienten zu geben und nicht nur denjenigen, die an kontrollierten klinischen Tests teilnehmen. Seit die US-Gesundheitsbehörde Anfang August der noch nicht offiziell zugelassenen Arznei grünes Licht gab, hat die Tekmira-Aktie gut 50 Prozent zugelegt.

Apple verkauft zehn Millionen neue iPhones

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Apple hat am ersten Wochenende zehn Millionen seiner beiden neuen iPhone-Modelle 6 und 6 Plus verkauft. Das seien eine Million mehr als beim Verkaufsstart der älteren Modelle 5s und 5c vor einem Jahr, teilte Apple mit. Die neue Serie unterscheidet sich von ihren Vorgängern vor allem durch einen größeren Bildschirm. Damit stößt der Konzern in das Marktsegment vor, das bisher vom südkoreanischen Rivalen Samsung dominiert wird. Mit den iPhones erzielt Apple mehr als die Hälfte seines Umsatzes.

BNP will sich bessern

Die französische Bank BNP Paribas greift nach einer Rekordstrafe in den USA durch. Investmentbanking-Chef Alain Papiasse soll künftig als Kontrolleur für Nordamerika fungieren, teilte BNP mit. Alain Papiasse solle dort die Risikosteuerung verbessern und sicherstellen, dass es zu keinen weiteren Sanktionsverstößen komme. Die US-Behörden hatten dem Institut Ende Juni eine Strafe von knapp neun Milliarden Dollar aufgebrummt, das ist die bislang höchste für eine europäische Bank. BNP hatte sich im Frühjahr schuldig bekannt, etwa zehn Jahre lang gegen US-Strafmaßnahmen gegen den Sudan, Kuba und den Iran verstoßen zu haben.

HTC baut Google-Tablet

Google setzt bei der neuen Variante seines Tablet-Computers Nexus einem Medienbericht zufolge nicht mehr auf Samsung. Stattdessen sei die Wahl auf den kleineren Konkurrenten HTC aus Taiwan gefallen, berichtete das "Wall Street Journal". Mit der Entscheidung wolle sich der Internetkonzern nicht von einem Hersteller abhängig machen, hieß es. Google setzte bei seinen Tablets bislang vor allem auf den taiwanischen Computerbauer Asus, während das zehn Zoll große Nexus 10 von dem südkoreanischen Rivalen Samsung hergestellt wird.

ts

Stand: 22.09.2014, 20:00 Uhr

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Tagestermine am Donnerstag, 2. Oktober

Unternehmen:
Rocket Internet: Erstnotiz der Aktie an der Frankfurter Börse
Grenkeleasing: Neugeschäft bis September

Konjunktur:
EU: Erzeugerpreisindex der Euro-Zone im August, 11:00 Uhr
EZB: Ratssitzung in Neapel mit Zinsentscheid, 13:45 Uhr, und PK, 14:30 Uhr
USA: Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Auftragseingang der Industrie im August, 16:00 Uhr

Sonstiges:
Pariser Autosalon: Pressetage mit PKs von VW, Mercedes und BMW
Deutschland: Pkw-Neuzulassungen für September

Darstellung: