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Marktbericht 20:00 Uhr

Marktbericht neutral

Summertime Blues

Dax rettet sich über die 9.000

Eine insgesamt ziemlich desaströse Handelswoche endet für die Anleger mit weiteren Kursverlusten. Der Dax fällt zeitweise sogar auf ein Jahrestief. Von der Wall Street gab es am Abend aber Hoffnungszeichen.

Mit 8.904,49 Punkten markierte der Dax im Handelsverlauf ein neues Jahrestief. Erstmals seit März fiel der Dax im Handelsverlauf unter die Marke von 9.000 Punkten. Ganz so schlimm endete es dann doch nicht, aber die Wende ist noch immer nicht geschafft. Der deutsche Leitindex büßte 0,3 Prozent auf 9.009,32 Punkte ein. Auf Wochensicht sank er um 2,2 Prozent. Die Jahresperformance ist mittlerweile ebenfalls verbesserungswürdig. Seit Januar sackte der Dax um 5,7 Prozent.

Stabilisierend wirkte am Freitag der Markt in den USA. Dort legte der Dow Jones nach Handelsschluss in Deutschland immer kräftiger zu. Gegen 20 Uhr lag er um fast ein Prozent im Plus. Zuvor hatte wohl die angespannte Lage im Nahen Osten, wo die USA Luftangriffe im Norden des Iraks flogen, größere Gewinne verhindert. Hilfreich war am Abend schließlich ein Interview mit dem Chef des russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew: "Russland wird weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um die Spannungen schnell zu verringern", sagte er der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Der Late Dax gewann 0,2 Prozent auf 9043,21 Punkte.

Technisch angeschlagen

"Die Kriegsangst hat die Börse wieder einmal voll im Griff", kommentierte Marktanalyst Niall Delventhal vom Broker DailyFX. Auch die Konflikte in der Ukraine und in Gaza belasten. Ergänzt um die Furcht vor wirtschaftlichen Schäden durch eine Sanktionsspirale mit Russland und der Sorge vor einer sich abschwächenden Konjunktur in Deutschland und Europa, ergibt sich ein Bild, das nicht gerade dazu einlädt, Risiken einzugehen.

Auch aus charttechnischer Sicht bleiben die Bedenken bestehen: Viel beachtete Indikatoren wie die 38-Tage-Linie und die 200-Tage-Linie hatte der Markt bereits in den Vortagen durchbrochen. Das ist ein Anzeichen dafür, dass es mit einer nachhaltigen Erholung diesmal schwierig werden könnte. Für die kommende Woche geben Experten noch keine Entwarnung.

ThyssenKrupp sehr gefragt

An der Spitze des Dax setzten sich die Titel des Stahlkonzerns fest. Hilfreich war eine Kaufempfehlung der Fachleute von Merrill Lynch. Die Kosteneinsparungen und Restrukturierungspläne des Stahlkonzerns trügen inzwischen Früchte, schrieb Analyst Cedar Ekblom. Ein Verkauf der Edelstahlsparte könnte eine positive Überraschung sein, und auch eine Wiederaufnahme von Dividendenausschüttungen sieht Ekblom als möglichen Kurstreiber für die Aktien an. ThyssenKrupp wird am kommenden Donnerstag berichten, Fachleute prognostizieren schwarze Zahlen.

Allianz überzeugt

Die Allianz-Aktie gehört zu den wenigen Gewinnern im Dax. Europas größter Versicherer hat im zweiten Quartal seinen Gewinn um 10,5 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro verbessert. Das operative Ergebnis sprang um gut 17 Prozent auf fast 2,77 Milliarden Euro und übertraf damit deutlich die Analystenerwartungen.

Anleger kaufen Adidas

Nach den heftigen Verlusten der vergangenen Tage kehren Adidas wieder auf die Kaufzettel zurück. Die Commerzbank äußerte sich positiv und bestätigte die Kaufempfehlung. Die endgültigen Zahlen für das zweite Quartal hätten den vorab veröffentlichten entsprochen, schrieb Analyst Andreas Riemann. Nachdem er nun etwas mehr über die strategischen Investitionen von Adidas erfahren habe, halte er seine 2015er-Prognosen für vertretbar. Bis der Sportartikelhersteller aber wieder eine Erfolgsbilanz aufweisen werde, dürfte noch eine Weile vergehen.

Rhön-Klinikum holt viel Geld rein

Der Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum hat durch den Verkauf von 40 Kliniken und Versorgungszentren an den Gesundheitskonzern Fresenius sehr viel Geld verdient. Im ersten Halbjahr lag der Gewinn bei 1,21 Milliarden Euro, nach 50,8 Millionen im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im kommenden Jahr, dem ersten nach der Neuaufstellung, will Rhön 1,06 bis 1,12 Milliarden Euro umsetzen und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 145 bis 155 Millionen Euro erreichen.

Osram kauft zu

Der im MDax gelistete Leuchtmittelkonzern Osram übernimmt den italienischen Scheinwerferbauer Clay Paky. Das auf Showbeleuchtung spezialisierte Unternehmen habe zuletzt 60 Millionen Euro umgesetzt und arbeite profitabel, teilten die Münchner mit. Über den Preis sei Stillschweigen vereinbart worden. Der Kauf verbessere Osrams Position in einem hochattraktiven Markt, erklärte Vorstandschef Wolfgang Dehen.

Bechtle liegt auf Kurs

Der IT-Dienstleister hat seinen Umsatz im vierten Quartal 16 Prozent auf 604 Millionen Euro in die Höhe geschraubt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um 56 Prozent auf 23,3 Millionen Euro. Wachstumstreiber war das Handelsgeschäft. Das TecDax-Mitglied bestätigte zudem seine Prognose für das Gesamtjahr.

Euromicron investiert viel

Der Netzwerk-Spezialist Euromicron hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr um sechs Prozent auf 162 Millionen Euro verbessert. Wegen hoher Investitionen sank der Gewinn allerdings um die Hälfte auf 2,5 Millionen Euro. Außerdem bekräftigte das ehemalige TecDax-Mitglied seine Prognose für dieses Jahr.

Tomorrow Focus wächst unprofitabel

Der Internet-Unternehmen Tomorrow Focus hat seinen Umsatz in erstem Halbjahr um acht Prozent auf 97,6 Millionen Euro verbessert. Das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern belief sich im selben Zeitraum auf 0,2 Millionen Euro nach 0,7 Millionen Euro im Vorjahreshalbjahr.

Tui Travel hat sich verbessert

Europas größter Reiseveranstalter Tui Travel, eine Tochter der Tui AG aus Hannover, hat von April bis Juni ein operatives Ergebnis von 112 Millionen britischen Pfund erreicht. Das ist fast anderthalb Mal so hoch wie ein Jahr zuvor. Wegen des starken Pfunds sanken die Erlöse um zwei Prozent auf 3,8 Milliarden Pfund. Ohne den Währungseffekt wären sie gestiegen.

ts

Stand: 08.08.2014, 20:00 Uhr

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