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Börsentrend 20:02 Uhr

Mit Hilfe der Wall Street

Dax probt den Hochsprung

Die Hoffnung auf eine baldige Auszahlung der Hilfen für Griechenland hat dem Dax am Dienstag zu einem überraschenden Schlussspurt verholfen. Der pessimistische Ausblick von Eon und der damit vebundene Absturz der Aktie verhinderten jedoch eine stärkere Erholung.

Trotzdem schafft es der deutsche Leitindex, gestützt auf anziehende Kurse an der Wall Street, seine Tagesverluste von zeitweise über einem Prozent auf 7.075 Punkte wieder wettzumachen und sich hauchdünn ins Plus zu retten, bei 7.169 Punkten. Am Abend flaut die Vorfreude auf eine baldige Lösung der Schuldenkrise aber wieder ab und der Leitindex rutscht erneut ins MInus bei 7.165 Punkten, 21 Zähler weniger als gestern.

Händler zeigen sich trotzdem optimistisch "Offenbar ist beim Dax unterhalb von 7.100 Punkten erstes Kaufinteresse aufgeflackert", sagte ein Broker. "Die Frage ist nun, wie weit uns diese technische Erholung trägt." Nachdem der Dax im entscheidenden Xetra-Handel im Plus geschlossen hat, hofft er nun auf Anschlusskäufe.

Entscheidender Impulsgeber für den Dax war am späten Nachmittag die Wall Street. Dort drehte der US-Standardwerte-Index Dow Jones dank guter Zahlen von der Baumarktkette Home Depot rasch ins Plus. Bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend gibt der Dow einen Teil seiner Gewinne wieder ab und notiert 0,37 Prozent höher bei 12.862 Punkten.

Auch der Euro hat mit deutlichen Kursschwankungen auf die jüngsten Entwicklungen in der europäischen Schuldenkrise reagiert und sich im Handelsverlauf bei der Marke von 1,27 Dollar eingependelt. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,2712 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2695 (Montag: 1,2735) Dollar festgesetzt.

Eon rauscht ab

Die Eon-Aktie kann von der Trendwende des Gesamtmarktes nicht profitieren. Die Aktie des Versorgers büßt 11,5 Prozent ein und damit fast soviel wie die gesamte Marktkapitalisierung des Flughafenbetreibers Fraport, naämlicj knapp vier Milliarden Euro. Im Sog des Eon-Kurssturzes verlieren auch RWE-Aktien zeitweise mehr als fünf Prozent, können die Verluste bis zum Handelsende aber deutlich verringern. RWE will am morgigen Mittwoch Zahlen vorlegen.

K+S enttäuscht

Zweitgrößter Verlierer ist die Aktie des Kasseler Düngemittelherstellers K+S. Das Unternehmen räumt nach einem Rückgang des Betriebsergebnisses (Ebit) im dritten Quartal ein, dass es im Gesamtjahr nur noch das untere Ende seiner Prognose von 820 bis 900 Millionen Euro erreichen wird. Auch 2013 rechnet der Konzern im Düngemittelgeschäft mit Gegenwind.

Nordex spürt Aufwind

Kräftig aufwärts geht es mit der im TecDax notierten Aktie von Nordex. Damit reagieren die Anleger auf die jüngsten Erfolge des Sparprogramms bei dem Windanlagenhersteller. Nach drei Verlustquartalen hintereinander schaffte das Unternehmen die Rückkehr in die Gewinnzone. Im dritten Jahresviertel verdiente es operativ (Ebit) 15,4 Millionen Euro. Das waren rund zwei Drittel mehr als ein Jahr zuvor.

Hamburger Hafen bestätigt Ziele

Zulegen kann im MDax auch die Aktie des Hamburger Hafen. Zwar ist in der Quartalsbilanz abzulesen, dass HHLA die konjunkturelle Eintrübung zu spüren bekommt. Umsatz und Ergebnis in den ersten neun Monaten sanken. Doch halten Anleger offenbar weiter zu dem Unternehmen, weil der Hafen- und Logistikkonzern die Jahresziele bestätigte.

Aareal Bank und die niedrigen Zinsen

Leicht abwärts geht es dagegen mit den Papieren der Aareal Bank. Der Immobilienfinanzierer setzte zum Endspurt im Neugeschäft an. Die Bank, die international unterwegs ist, kann vom Rückzug zahlreicher Wettbewerber auf dem umkämpften deutschen Heimatmarkt profitieren. Allerdings musste die Aareal wegen ihrer vorsichtigen Anlagepolitik im dritten Quartal rückläufige Gewinne hinnehmen.

Nettoverlust bei Salzgitter

Einer der schwächsten Werte im MDax ist die Aktie von Salzgitter. Einen Tag vor der offiziellen Veröffentlichung der Quartalszahlen erwarten Experten, dass der Stahlkonzern im dritten Quartal auch unter dem Strich einen Verlust eingefahren hat. Sie rechnen im Schnitt mit einem Fehlbetrag von 16,3 Millionen Euro - nach einem Gewinn von 21 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Anfang November hatte Salzgitter bereits einen Vorsteuerverlust bekanntgegeben.

Kabel Deutschland gut verbunden

Abwärts geht es auch mit der ebenfalls im MDax notierten Aktie von Kabel Deutschland. Dabei ist von Krisenstimmung bei dem Unternehmen nichts zu spüren. Dank der großen Nachfrage nach Telefon und schnellem Internet hat Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber auch in seinem zweiten Geschäftsquartal weiter zugelegt. Vor allem profitiert Kabel Deutschland davon, dass Kunden, die bisher lediglich Fernsehen oder Telefonie beziehen, Dienste wie HD-Fernsehen, einen digitalen Videorekorder sowie Internetzugänge und Telefondienste dazubuchen.

Bechtle kappt Prognose

Auch der IT-Dienstleister Bechtle spürt die Krise und hat seine Gewinnprognose gekappt. Beim Ergebnis vor Steuern sei der Rekordwert aus dem Jahr 2011 nicht mehr zu erreichen, teilte das Unternehmen mit. Im Sommer hatte Bechtle-Chef Thomas Olemotz wegen der sich verschärfenden Krise bereits ein kleines Fragezeichen hinter das Ziel eines Gewinnanstiegs gesetzt. Beim Umsatz hält Olemotz an seiner Prognose fest.

Unicredit besser als gedacht

Dagegen hats sich die italienische Bank Unicredit im dritten Quartal besser geschlagen als erwartet. Unter dem Strich verdiente das Institut 335 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem deutlich niedrigeren Gewinn gerechnet. Die Aktie legte deutlich zu. Vor einem Jahr hatte die Bank wegen Rekord-Abschreibungen auf Beteiligungen in der Ukraine und Kasachstan einen Verlust von 10,6 Milliarden Euro ausgewiesen.

Home Depot macht Mut

Die weltgrößte Baumarktkette Home Depot hat Hoffnungen auf eine Belebung der US-Wirtschaft geweckt. Das als Barometer für die Entwicklung am kriselnden Immobilienmarkt und die Konsumlust der Verbraucher geltende US-Unternehmen hob nach einem überraschend kräftigen Gewinnplus im dritten Quartal seine Jahresprognose an. Dabei konnte das Unternehmen vor allem von der jüngsten Entspannung am Häusermarkt profitieren. Der Nettogewinn stieg um 1,4 Prozent auf 947 Millionen Dollar. In Deutschland beflügeln die Zahlen die Aktie von Hornbach.

Südländer verderben Vodafone das Geschäft

Mit Enttäuschung aufgenommene Quartalszahlen sorgen bei Vodafone für Kursverluste. Die Aktien des britischen Mobilfunkriesen gaben um knapp sechs Prozent nach. Vodafone hat auf seine Sparten in Spanien und Italien 5,9 Milliarden Pfund abgeschrieben und seine Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Analysten bezeichneten die Quartalsergebnisse als schwach.

Stand: 13.11.2012, 20:02 Uhr

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