Seitenueberschrift

Marktbericht 20:00 Uhr

Marktbericht neutral

Anleger lehnen sich zurück

Dax parkt unterhalb des Rekordhochs

Stand: 13.04.2015, 20:00 Uhr

Zum Wochenstart verlief der Aktienhandel gemütlich: Der Dax gab etwas nach, die Investoren waren mit dem aktuellen Stand tendenziell zufrieden. In den kommenden Tagen werden sie wohl wieder Entscheidungen treffen müssen.

Die derzeit spannende Frage am Aktienmarkt lautet: Überwiegt das Rückschlagspotenzial oder das Aufwärtspotenzial? Für mögliche Impulse nach oben oder unten könnte die Berichtssaison sorgen. In dieser Woche werden unter anderem die großen US-Banken ihre Quartalsbilanzen vorstellen. Zuletzt habe es einige Warnsignale gegeben, sagte Brian Fenske von ITG in New York. Nicht zuletzt von diesen Ergebnissen wird die künftige Richtung abhängen.

Audio allgemein - Startbild

Börse 19.00 Uhr

Heute nutzten die Investoren schwache chinesische Konjunkturdaten, um etwas Kasse zu machen. Die Exporte dort brachen im März um 15 Prozent ein. Da China neben den USA gerne als Lokomotive der Weltwirtschaft gehandelt wird, geben die schwachen Zahlen jedenfalls zu denken. Der Dax verlor 0,3 Prozent auf 12.338,73 Punkte. "Nach den letzten freundlichen Handelstagen hat der Dax erstmal wieder Luft geholt", kommentierte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. In den USA lag der Dow Jones am Abend leicht im Minus. Der Late Dax schloss 0,6 Prozent tiefer bei 12.291,43 Punkten.

"Nicht allzu gierig sein"

Es bleibe laut aber laut Andreas Paciorek von CMC Markets festzuhalten, dass der Dax im Grunde genommen nur eine Richtung kenne: nach oben. "Geht es mal nicht nach oben, verharrt er auf dem erreichten Niveau. In dieser Situation will keiner aus dem Markt gehen und seine Gewinne mitnehmen."

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Monat
Kurs
11688.70
Differenz absolut
-310.16
Differenz relativ
-2.58%

Die technisch argumentierenden Experten von "Index-Radar" weisen darauf hin, dass nach einem Anstieg von rund 800 Punkten in den vergangenen zwei Wochen die nächste kurzfristige Überhitzung des Marktes nicht weit entfernt sei. "Dazu kommt, dass die Kurse sich bereits seit geraumer Zeit auch vom langfristigen Durchschnitt, der 200-Tage-Linie, sehr stark nach oben abgesetzt haben." Anleger sollten nun nicht mehr allzu gierig sein, rät "Index-Radar". (Wichtige Fakten über die Bedeutung der 200-Tage-Linie lesen Sie hier.)

Europa ist Favorit

Trotz der Hausse sehen Experten für Europa noch Kurspotenzial. Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank meint: "Anders als in den USA verzeichnen die meisten europäischen Unternehmen eine zufriedenstellende Gewinnentwicklung." Und die Fachleute von Morgan Stanley trauen dem europäischen Aktienmarkt ebenfalls noch einiges zu. Zwar dürfte sich das Kurswachstum verlangsamen, doch sei auf Zwölfmonatssicht ein prozentual zweistelliger Anstieg denkbar, schrieb Analyst Graham Secker.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.0806
Differenz absolut
0.00
Differenz relativ
+0.38%

Grund für den Expertenoptimismus ist unter anderem die EZB-Geldpolitik in Verbindung mit dem schwachen Euro. Nach Ansicht von Morgan Stanleys Fachleuten wird es für die Gemeinschaftswährung weiter abwärts gehen. Sie erwarten, dass der Euro bis zum vierten Quartal auf 0,98 Dollar fallen wird. Bislang hatten sie ihn im Schlussquartal bei 1,05 Dollar gesehen. Der Euro hat seit Jahresbeginn rund zwölf Prozent an Wert verloren

ThyssenKrupp und Salzgitter sehr gefragt

Die Titel von ThyssenKrupp gehörten zu den Siegern im Dax. Im MDax sind Salzgitter beliebt. Der Grund: In der deutschen Stahlindustrie steigt die Zuversicht. Der Aufwärtstrend dürfte sich in den kommenden Monaten verstärken, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. Die konjunkturellen Rahmendaten hätten sich verbessert, zudem steige die Nachfrage wegen des schwachen Euro. Für eine Belebung in der Branche sorgten auch die Automobilindustrie und ihre Zulieferer.

VW: Machtkampf verschreckt die Anleger

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
235.00
Differenz absolut
-2.65
Differenz relativ
-1.12%

Die VW-Aktie war größter Kursverlierer. VW-Patriarch Ferdinand Piech steht nach seiner Attacke gegen Vorstandschef Martin Winterkorn zunehmend isoliert da. Ein Sprecher des VW-Hauptaktionärs, der Familie Piech-Porsche, sprach von einer "inhaltlich und sachlich nicht abgestimmten "Privatmeinung" Piechs. Piech hatte sich im "Spiegel" mit dem Satz zitieren lassen: "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn."

Audi verbucht Rekordabsatz

Audi hat im März mehr Autos verkauft als je zuvor in einem Monat - trotzdem fiel die Volkswagen-Tochter hinter die Konkurrenz von Mercedes-Benz zurück. Mit 177.950 Neuwagen setzte Audi 4,4 Prozent mehr ab als vor einem Jahr. Daimlers Hausmarke hatte im März aber um knapp 16 Prozent auf fast 183.500 Pkw zugelegt.

Deutsche Telekom forciert Verkauf von T-Online

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
16.32
Differenz absolut
-0.48
Differenz relativ
-2.86%

Die Deutsche Telekom macht mit dem Verkauf ihres Internetportals T-Online offenbar ernst. Nach "Spiegel"-Informationen hat der Bonner Konzern dazu die französische Großbank BNP Paribas mit der Suche nach einem Käufer beauftragt. Dem Bericht zufolge soll bis zum Frühsommer eine Entscheidung über T-Online fallen.

Henkel bleibt Russland und Ukraine treu

Der Konsumgüterkonzern Henkel will trotz des wirtschaftlichen Abschwungs und der politischen Spannungen Russland und der Ukraine nicht den Rücken kehren. "Wir glauben an die Zukunft beider Länder", betonte Henkel-Chef Kasper Rorsted auf der Hauptversammlung. Henkel schaut sich zudem nach Übernahmezielen um. Der Konzern verfüge "über große Finanzkraft für weitere Zukäufe".

SocGen rät ab von Deutscher Bank

Die französische Großbank Société Générale hat die Einstufung für Deutsche Bank auf "Sell" belassen. Angesichts der zuletzt stark gelaufenen europäischen Bankenaktien sollten Anleger bei einigen Titeln Gewinne mitnehmen. Dazu gehöre auch die Deutsche Bank, die strukturelle Probleme habe und deren Kapitalsituation im Sektorvergleich unterdurchschnittlich sei.

Siemens klagt über Einbruch des Russlandgeschäfts

Die westlichen Wirtschaftssanktionen gegen Russland haben Siemens schmerzlich getroffen: Der Umsatz des Industriekonzerns auf dem russischen Markt ist um rund 50 Prozent eingebrochen. Dennoch werde man die Sanktionen weiter unterstützen, erklärte Vorstandschef Joe Kaeser in "Bild am Sonntag". Siemens ist traditionell stark engagiert in Russland und kommt dort auf einen Milliarden-Jahresumsatz.

RWE will Kosten senken

RWE-Chef Peter Terium hat laut "Handelsblatt" in einem internen Schreiben weitere Sparmaßnahmen angekündigt. RWE starte das Projekt "Lean Steering 2.0", der Konzern wolle die Kosten in der Verwaltung deutlich senken. In Konzernkreisen sei von "bis zu 30 Prozent in einzelnen Bereichen" die Rede. Terium hatte bereits bei der Bilanzpressekonferenz im März das Sparziel erhöht.

Bessere Auslastung bei Lufthansa

Die Lufthansa hat im März konzernweit etwas weniger Passagiere befördert. Zusammen mit ihren Töchtern Germanwings, Swiss und Austrian Airlines zählte Europas größte Fluggesellschaft knapp 8,1 Millionen Fluggäste und damit 0,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang entfiel jedoch einzig auf die österreichische Konzerntochter, die ihr Flugangebot deutlich verringert hatte. Die Auslastung der Maschinen verbesserte sich konzernweit um 0,6 Prozentpunkte auf 77,5 Prozent.

CS stützt Infineon

Die Analysten der Credit Suisse gaben Infineon-Titeln Rückenwind. Die weltweite Nachfrage nach Autos sei robust, und davon dürfte Infineon profitieren. Die Experten erhöhten ihr Kursziel für den Münchener Chiphersteller auf 12,50 von 10,50 Euro und bekräftigten ihre Kaufempfehlung.

Wincor Nixdorf kassiert Prognose

Im MDax schockt Wincor Nixdorf die Anleger, die Aktie bricht um mehr als 13 Prozent ein. Der Geldautomaten- und Kassenhersteller nimmt seine Jahresprognose zurück. Die Ziele für Umsatz und operatives Ergebnis würden nicht erreicht, teilte Wincor am späten Freitagabend mit. In den ersten sechs Monaten sank der Umsatz nach vorläufigen Zahlen um 2,0 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro und das Ebit um 31 Prozent auf 47 Millionen Euro.

Gerry Weber heiß auf "Herren Casual"

Der Textilkonzern Gerry Weber ist auch nach der Übernahme des Modeunternehmens Hallhuber noch nicht satt. Auch wenn kurzfristig nichts Spruchreifes auf dem Tisch liege: "Wir schauen uns strategisch nach Akquisitionsmöglichkeiten im Bereich Herren Casual um, um auch in diesem Markt den Einstieg zu schaffen", sagte Finanzvorstand David Frink der "Börsen-Zeitung".

Airbus hält an A380 fest

Airbus werde am A380-Programm festhalten, sagte CEO Fabrice Brégier der Zeitung "Les Echos". Forderungen nach einer Modernisierung wolle er vorerst nicht nachgeben. Erst müsse ein "guter Geschäftsplan" gefunden werden. Zudem kündigte Airbus-Group-Chef Tom Enders am Wochenende an, künftig auch in Indien produzieren zu wollen.

Stößt Kuka in neue Dimensionen vor?

Kuka will laut Konzernchef Till Reuter ins Geschäft mit Servicerobotern einsteigen. "Diese Maschinen helfen dann im Haushalt beim Tisch abräumen oder im Pflegeheim und Krankenhaus bei der Essens- und der Medikamentenausgabe", sagte Reuter der "Welt am Sonntag". Bislang ist Kuka allein im Geschäft mit Industrierobotern tätig. Die Aktie hat einen fantastischen Lauf hinter sich.

Morphosys schafft Vertrauen

Bei den Aktien von Morphosys stehen die Zeichen nach einer Meilensteinzahlung weiter auf Erholung. Die Zahlung wurde durch den Start einer klinischen Phase-2-Studie mit dem HuCAL-Antikörper Guselkumab gegen Psoriasis-Arthritis durch den Partner Janssen Biotech ausgelöst. Ende März waren Morphosys-Aktien nach dem Ende einer Kooperation mit Celgene um mehr als 20 Prozent eingebrochen. "Nach dem jüngsten Stimmungsdämpfer durch das Ende der Forschungskooperation mit Celgene baut diese Nachricht wieder Vertrauen auf", sagte ein Marktteilnehmer.

Anleger machen bei Xing weiter Kasse

Einer der größten TecDax-Verlierer war Xing. Ein Händler sah Mitteilungen über umfangreiche Aktienverkäufe durch den Xing-Technikvorstand Jens Pape in der vergangenen Woche als einen Grund für fortgesetzte Gewinnmitnahmen der Anleger. Gemeinsam mit Manz gehört Xing zu den stärksten TecDax-Titeln des laufenden Jahres.

Orad: Übernahme beflügelt die Aktie

Jenseits der großen Indizes schießt die im Prime Standard notierte Aktie von Orad Hi-Tec Systems um mehr als 35 Prozent in die Höhe. Der Anbieter von Echtzeit-3D-Grafiken, Video-Servern und Media Asset Management Lösungen für den Rundfunkmarkt hat eine verbindliche Vereinbarung für die Übernahme durch Avid Technology unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht eine Barzahlung durch Avid von 5,67 Euro je Orad-Stammaktie vor.

Zalando will kein zweites Amazon werden

Zalando will sein Sortiment nicht erweitern und sich auch in Zukunft auf den Versand von Modeartikeln beschränken. "Der Modemarkt ist der größte  Einzelhandelsmarkt weltweit, auch der mit den höchsten Margen", sagte Geschäftsführer Robert Gentz dem "Tagesspiegel". "Darauf konzentrieren wir uns."

Auch UPS will in Europa in die Offensive gehen

Nach der geplanten Übernahme des niederländischen Expressdienstes TNT durch FedEx will nun auch UPS in Europa in die Offensive gehen. "Wir bauen unser Netzwerk in Deutschland und im Rest Europas stark aus", kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der "Wirtschaftswoche" an.

Netflix plant Aktiensplit

Netflix: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
522.88
Differenz absolut
12.29
Differenz relativ
+2.41%

Netflix-Titel waren an der Wall Street gefragt. Zuvor hatte der Online-Videoanbieter einen Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC gestellt, die Zahl seiner Aktien von derzeit 170 Millionen auf 5 Milliarden Stück zu erhöhen. Außerdem empfahl die UBS die Titel zum Kauf.

RBS verkauft Fondsgeschäft

Die Royal Bank of Scotland (RBS) will ihr Fondsgeschäft in Luxemburg zum Verkauf stellen. Für die Transaktion sei deshalb bereits die Wirtschaftsprüfergesellschaft PricewaterhouseCoopers als Berater engagiert worden, teilte die staatlich gestützte Großbank mit. Das RBS-Fondsgeschäft in Luxemburg verwaltete Ende des vergangenen Jahres rund 28,5 Milliarden Euro. RBS will sich mit einem Verkauf weiter gesundschrumpfen. Das Institut war in der Finanzkrise ins Schlingern geraten und wurde vom Staat aufgefangen. Aktuell ist die britische Regierung zu 80 Prozent an dem Geldhaus beteiligt.

LVMH profitiert vom schwachen Euro

Günstige Wechselkurseffekte trugen im ersten Quartal zu einem kräftigen Umsatzplus bei LVMH bei. Außerdem habe die für ihre Handtaschen und Accessoires bekannte Marke Louis Vuitton einen "exzellenten" Jahresstart hinter sich, erklärte der Luxusgüterhersteller. Die Konzernerlöse summierten sich auf 8,3 Milliarden Euro. Das sind 16 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Auf vergleichbarer Basis betrug der Anstieg drei Prozent.

Hedgefonds mischt Qualcomm auf

Der Hedgefonds Jana Partners fordert vom US-Technologiekonzern Qualcomm eine Abspaltung der Chip-Sparte. Gemessen am aktuellen Aktienkurs sei die Sparte derzeit "im Prinzip wertlos", hieß es in einem Brief Janas an Investoren. Jana hat nach eigenen Angaben zwei Milliarden Dollar in Qualcomm investiert. Insgesamt wird das Unternehmen an der Börse derzeit mit etwa 115 Milliarden Dollar bewertet. Jana verlangte, Qualcomm müsse den Chip-Bereich von der Sparte Lizenzen/Patente trennen. Dadurch könne der Firmenwert deutlich steigen. Zudem müsse der Konzern seine Kosten senken, einen Aktien-Rückkauf einleiten und seinen Verwaltungsrat personell erneuern.

IPO: Uniwheels will an Polens Börse

Der rheinland-pfälzische Felgenhersteller Uniwheels will in Warschau an die Börse gehen. Das Unternehmen hofft dabei auf einen Erlös von knapp 135 Millionen Euro. Die Hälfte davon soll durch die Ausgabe neuer Anteilscheine in das Unternehmen fließen und zum Bau eines neuen Werks im polnischen Stalowa Wola dienen. Mit der anderen Hälfte wollen die bisherigen Eigentümer, Unternehmensgründer Ralf Schmid und dessen Cousin Michael Schmid, Kasse machen.

ts

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 20. April

Unternehmen:
Sartorius: Q1-Zahlen
IBM: Q1-Zahlen, nach Börsenschluss
L'Oréal: Q1-Umsatz
Morgan Stanley: Q1-Zahlen, 13 Uhr
Konjunktur:
Wiesbaden: Erzeugerpreise 3/15, 8 Uhr
Sonstiges:
Shanghai: Pressetag anlässlich der Shanghai Motor-Show (22. bis 29. April)

Darstellung: