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Marktbericht 11:37

Marktbericht neutral

Kurverluste verringert

Dax: Offenes Zeitfenster für die Bären

von Angela Göpfert

Der Dax gerät zu Beginn der neuen Börsenwoche unter Druck. Wollten die Bären eine neue Attacke reiten, könnte der Zeitpunkt nicht günstiger sein.

Aus saisonaler Perspektive bedeutet die laufende Verfallswoche eine der letzten großen Chance für die Bären in diesem Jahr, auf der Unterseite noch etwas zu reißen. Statistisch gesehen ergibt sich ein Zeitfenster für schwächere Märkte bis Thanksgiving.

Danach sollte der Feiertagseffekt rund um den 27.11. für Auftrieb sorgen. In den ersten Dezemberwochen leiden Dax & Dow dann im Schnitt erneut zur Schwäche, bevor ab dem 19. Dezember die "Santa Claus Rally" einsetzen dürfte: An den letzten fünf Handelstagen im Dezember und den ersten zwei Handelstagen im Januar besteht eine statistisch deutlich erhöhte Chance für Kursgewinne.

Gaps are closed!

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Börse 11.00 Uhr

Die Bären scheinen das aktuelle Zeitfenster für sich nutzen wollen. Der Dax ist unter dem Eindruck überraschend schwacher Konjunkturdaten aus Japan aus seiner November-Handelsspanne nach unten ausgebrochen und kann das zu Handelsauftakt gerissene Abwärts-Gap (Kurslücke von 9.253 auf 9.162 Punkte) bis zum Mittag nicht ganz schließen.

Damit rückt nun ein ganz anderes Gap in den Fokus der technisch orientierten Investoren und der übermächtigen Handelssysteme: Sollte die verbliebene Kurslücke vom Oktober (untere Gapkante bei 9.147 Punkten) geschlossen werden, dürfte sich Investoren perspektivisch auf ein Widersehen mit der Unterstützungszone bei 8.903/8.984 Punkten einstellen.

Hoffnungsträger Wall Street?

Damit ruhen einmal mehr alle Hoffnungen der Bullen auf der Wall Street. Sollten die US-Indizes ihre Rekordjagd fortsetzen, könnte das den Dax zumindest kurzfristig stabilisieren. Allerdings steht das extrem positive Sentiment weiteren deutlichen Kursgewinnen in Übersee entgegen.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
17810.06
Differenz absolut
91.06
Differenz relativ
+0.51%
S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
2063.50
Differenz absolut
10.75
Differenz relativ
+0.52%
Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
4251.32
Differenz absolut
9.23
Differenz relativ
+0.22%

Kurz vor Handelsbeginn an der Wall Street stehen heute mit dem Empire-State-Index November sowie der Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda.

Merck: Kooperation mit Pfizer, Rekordhoch

Gegen den Abwärtstrend am Gesamtmarkt kann sich die Merck-Aktie stemmen. Der Darmstädter Pharmakonzern hat eine großangelegte Allianz mit dem US-Wettbewerber Pfizer zur Behandlung von Krebs geschlossen. Gemeinsam wollen die Partner einen Antikörper von Merck in der Immuntherapie von Krebs entwickeln und vermarkten. Merck winken dadurch Zahlungen von bis zu 2,3 Milliarden Euro. Die Aktie markiert bei 77,66 Euro ein neues Rekordhoch.

Geht Fresenius leer aus?

Dagegen gehört die Fresenius-Aktie zu den schwächsten Dax-Werten. Der Gesundheitskonzern wird das Geschäft mit medizinischer Ernährung von Danone möglicherweise doch nicht übernehmen können. Die Franzosen hätten Schwierigkeiten, ihre Preisvorstellungen durchzusetzen und dächten stattdessen über einen Börsengang der Sparte im kommenden Jahr nach, berichtet Bloomberg.

Conti-Aktie mit Analysten-Malus

Auch die Continental-Aktie präsentiert sich extrem schwach. Die Investmentbank HSBC hat die Papiere des Autozulieferers und Reifenherstellers von "Buy" auf "Neutral" herabgestuft und ihr Kursziel von 195 auf 180 Euro eingestampft. Der Aktie des Autozulieferers fehle es derzeit an positiven Katalysatoren für einen weiteren Kursanstieg.

Analysten nehmen Airbus in die Mangel

Im MDax hat die Airbus-Aktie unter gleich vier Kurszielsenkungen zu leiden. Mit einem Minus von mehr als zwei Prozent ist sie der schwächste Wert im französischen CAC 40, Eurostoxx und dem MDax. Die DZ Bank, Deutsche Bank, die französische Investmentbank Exane BNP Paribas und JPMorgan haben ihre Ziele gesenkt, blieben aber bei ihren positiven Einstufungen.

Rhön-Klinikum nicht am Ziel?

Auch die Rhön-Klinikum-Aktie verzeichnet überproportionale Kursverluste. Anleger rätseln, ob der Klinikbetreiber sein Ziel beim Aktienrückkauf erreicht hat. Wenige Stunden vor Auslaufen der Frist am 14. November um Mitternacht wurden Rhön nur 55,73 Millionen Aktien angedient. Der Konzern will aber knapp 65,8 Millionen Aktien zurückkaufen. Das endgültige Ergebnis wird voraussichtlich am Dienstagabend mitgeteilt.

Was hat Singer nur mit BB Biotech vor?

Im TecDax hält sich die BB-Biotech-Aktie klar besser als der Markt. Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft, die vor allem in Biotech-Werte investiert, hat einen ziemlich unbequemen neuen Großaktionär. Der US-Hedgefonds Elliott ist über die Tochter Cornwall mit 3,1 Prozent bei BB Biotech eingestiegen. Die Gesellschaft des US-Investors Paul Singer ist nun der zweitgrößte Aktionär nach Biotech Target NV.

Vossloh: Großaktionär schürt Hoffnungen

Im SDax ist die Vossloh-Aktie über die Maßen gefragt. Vossloh-Großaktionär Heinz Hermann Thiele hat unter bestimmten Umständen Interesse an einem größeren Anteil an dem Bahntechnikkonzern. Im Moment sei er mit seinem Aktienpaket zufrieden, sagte er dem "Handelsblatt". Doch das könne sich auch ändern. "Je nach Geschäftsentwicklung muss es bei dieser Beteiligung ja nicht bleiben."

Rocket Internet gibt sich ehrgeizig

Jenseits der großen Indizes ruft Rocket Internet nach der fulminanten Rally vergangene Woche mit Zahlen für ein Dutzend größerer Startups unter ihren Beteiligungen keine übermäßige Euphorie an der Börse hervor. Rocket-Internet-Gründer und Konzernchef Oliver Samwer kündigte an, man wolle "auch 2015 wieder mindestens zehn neue Startups auf den Weg bringen".

Kein neues Angebot für Hawesko

Derweil sorgt Hawesko-Großaktionär Detlev Meyer für Ernüchterung: Er werde auf keinen Fall mehr Geld bieten als bisher, der Preis sei "fair". Meyer will Vorstandschef Alexander Margaritoff als größten Anteilseigner verdrängen und den Kurs des Unternehmens selbst bestimmen. Er bietet dafür 40 Euro je Aktie für die Muttergesellschaft der Handelskette Jacques' Wein-Depot. Unter Meyer müssten sich die Aktionäre auf eine Halbierung der Dividende einstellen.

Nokia: S&P senkt den Daumen

Unter den ausländischen Titeln gerät heute Nokia unter Druck. Das Analysehaus S&P Capital IQ hat den Titel nach Zahlen von "Hold" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 7,00 auf 5,80 Euro gesenkt. Es habe ihn enttäuscht, dass das finnische Unternehmen nun langfristig mit einer bereinigten Rendite von lediglich 8 bis 11 Prozent im Netzwerk-Bereich rechne, schrieb Analyst William Howlett in einer Studie vom Freitag.

Roche: Neuer Erfolg für Blockbuster

Aus den USA kommen positive Nachrichten für den Schweizer Pharmariesen Roche. Das Roche-Krebsmittel Avastin ist in den USA zur Behandlung einer weiteren Krebsart zugelassen worden. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das Medikament zur Therapie von wiederkehrendem platin-resistenten Eierstockkrebs registriert. In den ersten neun Monaten 2014 hatte Roche mit Avastin 4,75 Milliarden Schweizer Franken umgesetzt, 6 Prozent mehr als in der entsprechenden Vorjahresperiode.

Vivendi: Besser als gedacht

Der sich gerade in einem tiefgreifenden Umbau befindende französische Mischkonzern Vivendi hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet. Der bereinigte Nettogewinn belief sich von Juli bis September auf 189 Millionen Euro nach 79 Millionen Euro im Vorjahr, wie der Konzern am Freitag nach Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten lediglich mit 157 Millionen Euro gerechnet.

Geldsegen für Sonova-Aktionäre

Die Aktionäre des Schweizer Hörgeräteherstellers Sonova können sich über einen Geldsegen freuen. Der Weltmarktführer will die Dividendenzahlung schrittweise erhöhen und strebt für die kommenden Jahre eine Ausschüttungsquote in der Größenordnung von 40 Prozent an. Im vergangenen Geschäftsjahr belief sich die Ausschüttungsquote auf 37 Prozent. Zudem sollen in den kommenden maximal drei Jahren Aktien im Umfang von 500 Millionen Franken zurückgekauft werden.

Actavis kommt Allergan-Übernahme näher

Der US-Pharmakonzern Actavis steht einem Insider zufolge kurz davor, den Botox-Hersteller Allergan für bis zu 65,5 Milliarden Dollar zu übernehmen. Es sollten bis zu 220 Dollar je Aktie geboten werden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Eine Entscheidung könnte demnach noch am Montag bekannt gegeben werden. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab.

Facebook arbeitet an Karriere-Plattform

Das soziale Online-Netzwerk Facebook will laut "Financial Times" auch in der Arbeitswelt mitmischen. Das Unternehmen arbeite "im Geheimen" an einer neuen Internetseite mit dem Namen "Facebook at Work", das Karriere-Netzwerken wie LinkedIn Konkurrenz machen solle. Über die Seite sollen Nutzer berufliche Kontakte pflegen, mit Kollegen diskutieren und gemeinsam an Dokumenten arbeiten können.

Stand: 17.11.2014, 11:37 Uhr

Tagestermine am Montag, 24. November

Unternehmen:
Borussia Dortmund: Hauptversammlung
Telekom Austria: Bezugsfrist für Kapitalerhöhung endet

Konjunktur:
Deutschland:
Ifo-Geschäfsklimaindex im November, 10:00 Uhr
USA:
CFNAI-Index, 14:30 Uhr

Sonstiges:
Commerzbank:
Corporate Finance Outlook 2015, 09:30 Uhr
LBBW: Kapitalmarktausblick mit Chefvolkswirt Burkert, 10:00 Uhr
Japan:
Börse wegen Feiertags geschlossen

Darstellung: