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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht positiv

Nervöse Achterbahnfahrt

Dax: Ölpreise rauf, Aktienmärkte entspannt

Stand: 27.01.2016, 20:02 Uhr

Die am Abend deutlich gestiegenen Ölpreise haben an den Aktienmärkten für Entspannung gesorgt. Offenbar drängt Russland die Opec-Staaten zu einer Kürzung der Rohölförderung.

Dem Dax ist es am Nachmittag gelungen, sich von seinem Tagestief bei 9.728 Punkten zu erholen und trotz einer schwächelnden Wall Street ins Plus zu drehen. Nach Meldungen, Russland und die Opec-Staaten wollten über mögliche Öl-Förderkürzungen beraten, legten die Ölpreise zu und in der Folge macht der Dax in der Schlussuaktion einen Sprung nach oben und schließt 0,59 Prozent oder 58 Punkte höher bei 9.880 Zählern.

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Börse 19.00 Uhr

Der gestiegene Ölpreis sorgt auch in New York für etwas Entlastung. Trotz enttäuschender Prognosen von Apple und Boeing schafft es der Dow Jones-Index seine anfänglichen Verluste wieder wettzumachen. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der US-Leitindex praktisch unverändert zum Vortag bei 16.166 Zählern, nachdem er zuvor zu Handelsbeginn noch auf 15.988 Zähler gerutscht war. Trotzdem halten sich viele Anleger vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Abend zurück. Eine Änderung der Leitzinsen an diesem Mittwoch gilt jedoch als nahezu ausgeschlossen.

Fed im Blick

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Die Notenbank hatte erst im Dezember die Zinswende eingeleitet. Viele Anleger erhoffen sich aber Auskunft darüber, wie die Fed die Unsicherheit über den Zustand der chinesischen Wirtschaft, den Ölpreiskollaps sowie die jüngsten Verluste an den Aktienmärkten betrachtet. Marktexperten erwarten, dass die Fed diese Risiken berücksichtigt, sich aber dennoch alle Optionen für ihre Geldpolitik, also auch weitere für eine weitere Zinserhöhung, offenhält.

An den Finanzmärkten wird im laufenden Jahr mit wesentlich weniger Zinsanhebungen gerechnet als von der Fed signalisiert. "Die Fed muss entscheiden, was das größere Risiko ist", heißt es in einer Vorschau der Commerzbank: Einerseits könnte eine baldige Zinserhöhung Schockwellen durch die ohnehin angeschlagenen Finanzmärkte schicken. Andererseits könnte eine Zinspause die Märkte in ihrer pessimistischen Konjunkturhaltung bestätigen und damit ebenfalls negativ wirken.

Ölpreise ziehen an

Die Meldung über eine mögliche Kürzung der Öl-Förderung hat am Abend die Preise für Brent und WTI deutlich steigen lassen. Für ein Fass der Norseesorte Brent musste über 34 Dollar gezahlt werden, sieben Prozent mehr als noch am Morgen. Auch der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI stieg deutlich an auf zuletzt 32,65 Dollar.

Die rasante Talfahrt am Ölmarkt könnte nach Meinung eines der weltgrößten Rohstoffhändler bald ein Ende finden. In den USA würden bereits Öl-Sorten zu Preisen unter den Herstellungskosten verkauft, erläuterte Marco Dunand, Gründer und Chef des Handelshauses Mercuria.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Goldmänner empfehlen Fresenius

Eine Empfehlung von Goldman Sachs hat die Aktien von Fresenius Medical Care an die Dax-Spitze gehoben. FMC steigen in einem insgesamt schwachen Markt um über zwei Prozent. Die Analysten haben die Titel auf ihre Empfehlungsliste "Conviction Buy" gesetzt und zugleich das Kursziel auf 96 von 86 Euro erhöht. Das Aufwärtspotenzial liege bei rund 20 Prozent. Die Fundamentaldaten des Dialysekonzerns seien so stark wie seit rund einem Jahrzehnt nicht mehr. Auch für die Aktien der Muttergesellschaft Fresenius erhöhten die Analysten ihr Kursziel auf 66 von 63 Euro.

Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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BASF schreibt ab

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Einer der größten Verlierer im Dax ist dagegen BASF. Der Chemiekonzern hat wegen der niedrigen Ölpreise einen deutlichen Ergebniseinbruch erlitten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit voraussichtlich 6,2 Milliarden Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 7,6 Milliarden Euro. Da BASF von längerfristig niedrigen Ölpreisen ausgeht, nimmt der Konzern eine Wertberichtigung im Segment Oil & Gas in Höhe von rund 600 Millionen Euro vor.

Siemens hat Dividende gezahlt

Auch Siemens-Aktien sind unter Druck. Grund ist die Auszahlung der Dividende von 3,50 Euro nach der gestrigen Hauptversammlung. Wegen seines versetzten Geschäftsjahres ist Siemens traditionell das erste Dax-Unternehmen im Jahr, das eine HV abhält und die Dividende auszahlt.

US-Steel lässt ThyssenKrupp abrutschen

Thyssenkrupp-Aktien zählen mit einem Minus von gut zwei Prozent ebenfalls zu den schwächsten Werten im Dax. Im MDax sackten die Papiere des Stahlkochers Salzgitter um 2,48 Prozent ab. Händler verwiesen auf einen "wirklich enttäuschenden Ausblick" von US Steel auf das Jahr 2016. Die Stimmung in der Branche werde dadurch wieder eingetrübt. Die Aktie von US Steel stürzt zweistellig ab.

ThyssenKrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Salzgitter schreibt wieder schwarz

Salzgitter: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Positive Nachrichten kommen dagegen von Salzgitter. Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern hat 2015 erstmals seit 2011 wieder ein positives Jahresergebnis erwirtschaftet. Der Vorsteuergewinn lag 2015 bei 12 Millionen Euro. Dazu beigetragen hat den Angaben zufolge auch ein positiver Beitrag aus der Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis. Die Aktie drehte im späten Handel ins Plus, nachdem sie im regulären Xetra-Handel noch 2,5 Prozent abgeben musste.

SMA macht Freude

Im TecDax liegt der Solartechnikkonzern SMA an der Spitze. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 30 bis 33 Millionen Euro erreicht. Damit wurde die zuletzt mehrfach erhöhte Prognose übertroffen. Zuletzt hatte SMA einen Umsatz von 925 bis 975 Millionen Euro und ein Ebit zwischen 10 und 30 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Dialog leidet unter Apple

Zu den schwächsten Werten im TecDax gehören dagegen die Papiere von Dialog. Die Aktien des Apple-Zulieferers sinken um über drei Prozent, nachdem der iPhone-Hersteller sinkende Verlaufszahlen in Aussicht gestellt hat. Seit Jahresbeginn steht auf dem Kurszettel der Dialog-Anleger ein Minus von rund 12 Prozent.

Aurubis in der Rohstoffbaisse

Im MDax haben vorläufige Ergebnisse für das erste Geschäftsquartal des Kupferherstellers Aurubis die Aktien ans Index-Ende gedrückt. Die Zahlen überzeugten auf den ersten Blick nicht und lägen wohl unter den Analystenprognosen, sagte ein Aktienhändler. Die Papiere verloren zuletzt 7,5 Prozent. Sie sackten in einer ersten Reaktion bis auf den tiefsten Kurs seit November 2014. Seit der Vorlage von Zahlen Mitte Dezember 2015 verlor das Papier bis zu 29 Prozent an Wert.

Novartis im Rückwärtsgang

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat im vergangenen Jahr unter der schwachen Entwicklung der Augenheil-Sparte Alcon gelitten. Der Umsatz sank um fünf Prozent auf 49,41 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt 49,9 Milliarden Dollar prognostiziert. Der Gewinn ging um 34 Prozent auf 7,02 Milliarden Dollar zurück. Immerhin steigt die Dividende um 0,10 auf 2,70 Franken.

Fiat erwartet weniger Umsatz

Fiat Chrysler stellt sich nach der Abspaltung von Ferrari auf etwas geringere Umsätze ein. Die Erlöse dürften in diesem Jahr bei etwa 110 Milliarden Euro liegen, teilte das Unternehmen mit. 2015 setzte Fiat noch 113,2 Milliarden Euro um. Im Schlussquartal legte der Umsatz um elf Prozent auf 30,1 Milliarden Euro zu, das Betriebsergebnis stieg um fast 40 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

Toyota bleibt vor VW

Toyota: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Toyota war im vergangenen Jahr erneut der größte Autobauer der Welt. Die Japaner verkauften weltweit 10,15 Millionen Autos. Das entspricht einem leichten Rückgang um 0,8 Prozent im Vergleich zu 2014. Der Volkswagen-Konzern hatte im selben Zeitraum einen Rückgang um zwei Prozent verbucht.

Boeing enttäuscht

Hohe Sonderkosten haben den Gewinn bei Boeing zum Jahresende stark belastet - zudem hat das Unternehmen einen überraschend schwachen Ausblick vorgelegt. Der Gewinn sank im vierten Quartal verglichen mit dem Vorjahreswert um etwa 30 Prozent auf 1,03 Milliarden Dollar (0,95 Mrd Euro), wie der Airbus-Konkurrent am Mittwoch mitteilte. Das Ergebnis litt unter einer Einmalbelastung in Höhe von 569 Millionen Dollar. Die Aktie verliert über neun Prozent.

RBS noch im Krisenmodus

Wie die großen deutschen Bank hat auch die Royal Bank of Scotland (RBS) noch immer mit den Folgen der Finanzkrise zu kämpfen. Wegen drohender Strafen in den USA muss die Bank weitere Rückstellungen in Höhe von 3,6 Milliarden Pfund bilden.

Nordea verschreckt

Schwächer als erwartet ausgefallene Zahlen und eine enttäuschende Dividende haben die Papiere der schwedischen Nordea Bank auf Talfahrt geschickt. Die Aktien des gemessen am Börsenwert größten skandinavischen Geldhauses fielen an der Stockholmer Börse um bis zu 4,7 Prozent. Das operative Ergebnis lag mit 1,03 Milliarden Euro im vierten Quartal 2015 unter den ERwartungen. Die Aktionäre sollen trotzdem eine um 0,02 Euro höhere Dividende von 0,64 Euro erhalten. Doch auch diese Zahl enttäuschte, hatten Analysten doch 0,66 Euro erwartet.

Ericsson unter Druck

Unter Druck geraten sind auch die Aktien des schwedischen Telekomausrüsters Ericsson, nach Vorlage der Quartalszahlen. Die Titel verbilligten sich am Mittwoch um bis zu 6,9 Prozent auf 76,40 Kronen. Die Bilanz für das vierte Quartal fiel Experten zufolge gemischt aus. So übertraf Ericsson zwar die Markterwartungen beim operativen Ergebnis, allerdings verfehlten die Skandinavier bei der Bruttomarge die Prognosen.

lg

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Tagestermine am Montag, 26. September

Unternehmen:
Wincor Nixdorf, ao Hauptversammlung

Konjunktur:
Deutschland: ifo-Geschäftsklima, 10 Uhr
USA: Verkauf neuer Häuser, 16 Uhr

Sonstiges:
ETF-Forum: in Frankfurt (Dt. Börse)
USA:Erste TV-Debatte Clinton / Trump

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