Seitenueberschrift

Marktbericht 11:44 Uhr

Ein Weihnachtsmann auf dem Motorrad

Deutsche Standardwerte verringern ihr Minus

Dax: Nächster Halt Weihnachtsrally?

von Angela Göpfert

Die Augen der Anleger richten sich zunehmend auf die heute Abend anstehende Pressekonferenz der Fed. Diese könnte der ideale Katalysator für eine Weihnachtsrally sein.

Dabei kommt es allerdings ganz genau auf die Wortwahl von Fed-Chefin Janet Yellen an. Ökonomen gehen im Schnitt davon aus, dass die Fed ihre Formulierung, der Leitzins dürfte noch für "beträchtliche Zeit" bei knapp über null Prozent liegen, streichen wird.

Hexensabbat wirft Schatten voraus

Angesichts der jüngsten Marktverwerfungen scheint es allerdings kaum denkbar, dass das bekennende Täubchen Yellen das Risiko eingeht, die Marktteilnehmer mit allzu eindeutigen Formulierungen in Richtung Zinswende zu verschrecken.

Auf alle Fälle dürfte heute Abend an der Wall Street respektive morgen beim Dax eine grundlegende Entscheidung fallen, wie die Märkte dieses Jahr beenden wollen. Für zusätzliche Dramatik dürfte erneut der nahende große Verfallstag (Hexensabbat) am Freitag sorgen.

Hoffnung auf kurzfristige Wende

Audio allgemein - Startbild

Börse 11.00 Uhr

Mut macht nach wie vor die Saisonalität, Stichwort Weihnachtsrally: An den letzten fünf Handelstagen im Dezember sowie den ersten beiden Handelstagen im Januar neigen Dax und Dow für gewöhnlich zur Stärke.

Mut macht auch die jüngste Kursentwicklung. Der Dax hat gestern im Stunden-Chart ein Doppel-Tief markiert. Ein solcher Doppel-Boden gilt als klassische Umkehrformation. Das eröffnet, zumindest im ultra-kurzfristigen Zeitraster, die Chance auf Kursgewinne.

Angst lässt nach

Zunächst muss der Dax aber der gestrigen rasanten Rally Tribut zollen. Allerdings wahren die 30 Standardwerte selbst im vorläufigen Tagestief (9.429 Zähler) gehörigen Abstand zu den gestrigen Tiefständen. Zur Mittagszeit hat sich das Minus deutlich reduziert, der Dax versucht sich sogar an der Rückeroberung der 200-Tage-Linie (aktuell bei 9.525 Punkten).

Dazu passt die nachlassende Volatilität. Der VDax New hatte gestern bei 27,5 den zweithöchsten Stand des Jahres nach Mitte Oktober erreicht. Heute bleibt das "Angstbarometer" mit 24,7 deutlich darunter.

Rubel kann Gewinne nicht halten

US-Dollar in Russischer Rubel: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
58.26
Differenz absolut
-3.59
Differenz relativ
-5.81%

Am Devisenmarkt sorgt erneut der Rubel für helle Aufregung. Der angekündigte Verkauf von Devisenreserven hat der russischen Währung nämlich nur ganz kurz Auftrieb verliehen. In der Spitze verlor der Dollar knapp neun Prozent auf 62,35 Rubel. Doch schon am späten Vormittag notierte der Dollar wieder kaum verändert bei rund 68 Rubel.

Telekom von Citi belobigt

Im Dax gehört die Aktie der Deutschen Telekom zu den größten Kursgewinnern. Vor dem Hintergrund des sich anbahnenden EE-Deals in Großbritannien hat die Citigroup das Kursziel für die T-Aktie von 13,50 auf 14,00 Euro angehoben und ihre Kaufempfehlung bestätigt.

Commerzbank: Russische Ängste

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.90
Differenz absolut
-0.08
Differenz relativ
-0.73%

Dagegen ist die Aktie der Commerzbank am Mittwoch ans Dax-Ende gerutscht. Händler verweisen auf anhaltende Sorgen um Belastungen aus der Krise in Russland. Das zweitgrößte deutsche Geldhaus könnte hiervon neben der Aareal Bank mit am stärksten belastet werden.

BASF im Ölpreis-Sog

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
69.52
Differenz absolut
-1.11
Differenz relativ
-1.57%

Dagegen verliert die BASF-Aktie in etwa mit dem Markt. Die Société Générale hat das Kursziel von 70 auf 66 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Hold" belassen. Wegen der fallenden Ölpreise stiegen die Risiken, hieß es zur Begründung. Erst kürzlich hatte Marktexperte Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest mit Blick auf den Ölpreisverfall gewarnt, es stehe eine Infektion des Chemie-Sektors zu befürchten.

Eon/RWE: Bundesregierung plant Atom-Fonds

Laut einem Zeitungsbericht plant die Bundesregierung einen milliardenschweren Fonds, um Rückbau und Entsorgung der deutschen Atomkraftwerke sicherzustellen. Die AKW-Betreiber sollen stufenweise etwa 17 Milliarden Euro in einen Fonds einzahlen, um die "langfristigen Verpflichtungen der Entsorgung" abzudecken, schreibt die "Süddeutsche Zeitung".

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.25
Differenz absolut
-0.71
Differenz relativ
-2.63%

Gea erhält Großauftrag

Im MDax wartet Gea mit positiven Nachrichten auf. Der Anlagenbauer hat aus Westeuropa Großaufträge für Milchverarbeitungsanlagen erhalten. Das Gesamtvolumen der zwei Bestellungen liegt bei fast 50 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatte der Konzern insgesamt rund 4,3 Milliarden Euro umgesetzt.

Tui: Erfolgreiches Börsendebüt in London

Die Aktien der neuen Tui AG haben am Mittwoch in London ihr Börsendebüt gefeiert. Sie starteten bei 1.100 Pence und notierten zuletzt gut 1 Prozent höher bei 1.115 Pence. Die Deutsche Bank startet den Titel mit 1.387 Pence, die Empfehlung lautet "Buy". Die neuen Anteile entstanden aus der Fusion von Europas größtem Reisekonzern Tui mit seiner britischen Veranstaltertochter Tui Travel.

Puma: Rihanna soll Frauen ködern

Im SDax versucht Puma mit dieser Nachricht zu begeistern: Popsängerin Rihanna soll für den Sportausrüster neue weibliche Kundschaft ködern. Die 26-jährige Sängerin aus Barbados werde im Januar Markenbotschafterin und Chefdesignerin der Frauenfitness-Kollektion, teilte das Unternehmen mit. Die Puma-Aktie könnte einen Schubs übrigens gut gebrauchen.

Hawesko: Doch kein weißer Ritter

Kurz vor Xetra-Schluss gestern kam auch noch diese Meldung über die Ticker: Der Finanzinvestor Permira plant nach Angaben von Hawesko doch keine Offerte für den Weinhändler. Zuvor hatten Insider berichtet, dass Permira als "weißer Ritter" an der der Seite des Hawesko-Vorstandes gegen die Übernahmepläne von Detlev Meyer kämpfen könnte.

DAB Bank: Börsen-Aus steht vor der Tür

Die Münchener DAB Bank soll nach der Übernahme durch BNP Paribas vom Kurszettel verschwinden. Die französische Großbank kündigte an, die Kleinaktionäre per Squeeze-out zwangsweise aus dem Unternehmen zu drängen. Die BNP hält mittlerweile 91,7 Prozent an der DAB. Im Zuge einer Übernahme reichen 90 Prozent für den Squeeze-out.

Apple stoppt Online-Verkauf in Russland

Unter den ausländischen Titeln macht einmal mehr Apple auf sich aufmerksam. Der Tech-Gigant hat wegen der Wirtschaftskrise in Russland den dortigen Verkauf über das Internet eingestellt. Grund seien die extremen Schwankungen des Rubel, erläuterte das Unternehmen am Dienstag. Apple überarbeitet nun seine Preisgestaltung.

Milliardenübernahme lastet auf Philips

Die geplante Übernahme der US-Medizintechnikfirma Volcano drückt die Philips-Aktie tief ins Minus. Philips bietet für den Spezialisten für Ultraschall-Geräte 18 Dollar je Aktie oder insgesamt 1,2 Milliarden Dollar. Es ist die zweitgrößte Medizintechnik-Akquisition der Unternehmensgeschichte. Am Dienstag hatten Volcano-Papiere bei 11,49 Dollar geschlossen.

Hermès von LVMH-Deal beflügelt

Das Ende eines jahrelangen Streits mit dem Großaktionär LVMH gibt der Aktie der für ihre Seidenschals bekannten französischen Traditionsfirma Hermès mächtig Auftrieb. LVMH verteilt heute seine rund 23-prozentige Beteiligung an Hermès unter den eigenen Aktionären. Dieser Deal  ist Teil einer Vereinbarung vom September, nachdem sich Hermès jahrelang gegen die Beteiligung des Rivalen gewehrt hatte.

Baidu beteiligt sich an Uber

Der chinesische Internet-Konzern Baidu beteiligt sich am Taxi-Dienst Uber. Mit der Allianz solle Ubers Präsenz in China ausgebaut werden, teilten beide Firmen am Mittwoch in Peking mit. Die Größe des erworbenen Anteils und den Kaufpreis wollte Baidu nicht nennen. China ist einer der weltgrößten Transport-Märkte. Die gut gelaufene Baidu-Aktie ist im November in einen kurzfristigen Abwärtstrend eingeschwenkt.

Stand: 17.12.2014, 11:44 Uhr

Tagestermine am Montag, 22. Dezember

Unternehmen:
Hornbach: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Brüssel: Verbrauchervertrauen Euro-Zone, Dezember, 16 Uhr

Darstellung: