Seitenueberschrift

Börsentrend 17:45 Uhr

Stillstand am Aktienmarkt

Dax macht erst mal Pause

Nach der Rally des letzten Jahres und einem weiteren Kursanstieg zu Beginn des Jahres ist die Rekordjagd am Freitag erst einmal zum Stehen gekommen. Im Wochenvergleich muss der deutsche Leitindex sogar leichte Verluste hinnehmen.

Der Dax schließt nach einem impulsarmen und lostlosen Handel bei 7.715 Punkten, sieben Zähler über seinem Schluss von Donnerstag. Auf Wochenbasis ergibt sich ein Minus von 0,78 Prozent, verglichen mit einem Anstieg in der Vorwoche von 2,15 Prozent. Auch an der New Yorker Börse kommen nach zwei freundlichen Handelstagen in Folge die Kurse nicht weiter voran. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Dow bei 13.469 Punkten, knapp zwei Zähler unter dem Stand von gestern.

Negativ wirkte sich aus, dass sich der Auftrieb bei den Verbraucherpreisen in China zum Jahresende hin deutlich verstärkt hatte. Dies dämpfte Händlern zufolge die Hoffnung auf eine weitere geldpolitische Lockerung, die auch die weltweite Konjunktur beleben könnte. Dem standen aber positive Nachrichten aus Japan gegenüber: Mit der größten Konjunkturspritze seit Jahren will die neue Regierung die Wirtschaft aus der Rezession reißen.

Nur gering belastet wurde das deutsche Börsenbarometer von dem höher als erwartet ausgefallenen Handelsbilanzdefizit der USA, das im November 48,7 Milliarden Dollar erreicht hat. Erwartet waren 41,3 Milliarden.

Euro im Höhenflug

Von der enttäuschenden US-Handelsbilanz konnte vor allem der Euro profitieren. Die ohnehin schon teure Gemeinschaftswährung schießt am Nachmittag auf 1,3360 Dollar in die Höhe, einen Cent mehr als noch zur Mittagszeit. Am Vortag hatte er sogar zwei Cent dazugewonnen. Bei Börsenschluss notiert der Euro dann bei 1,335 Dollar. Den Höhenflug der Gemeinschaftswährung hatte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag ausgelöst, nachdem er Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung eine klare Absage erteilt und sich optimistisch zur Entwicklung der Euro-Zone geäußert hatte.

Einen wirklichen Rücksetzer bei den Aktienkursen erwarten die meisten Analysten nicht. Die sich aufhellenden Aussichten für die Konjunktur sorgten dafür, dass die Chancen auf ein neues Dax-Rekordhoch von 8.500 Punkten zunähmen, glauben die Experten der Commerzbank.

Volkswagen fährt an Dax-Spitze

Größter Gewinner im Dax sind die Vorzüge von Volkswagen. Das Unternehmen hat 2012 einen neuen Rekordabsatz eingefahren und dank weltweit glänzender Geschäfte die Folgen der europäischen Marktkrise mehr als ausgleichen können. Die Kernmarke VW-Pkw lieferte 5,74 Millionen Fahrzeuge aus - ein Plus von 12,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das teilte die Konzernzentrale am Freitag in Wolfsburg mit. Vertriebschef Christian Klingler setzt vor allem auf den im November gestarteten Golf 7, damit der gute Trend anhält. In Westeuropa und auf dem deutschen Heimatmarkt gelang es den Niedersachsen insgesamt aber nicht, die Nachfragekrise abzuschütteln. "2013 wird ein sehr anspruchsvolles Jahr", sagte Klingler.

Auch die Papiere von Bayer und der Deutschen Post legen gegen den Trend um mehr als ein Prozent zu.

ThyssenKrupp von Lustreisen belastet?

Auf der Verliererseite steht dagegen die Aktie von ThyssenKrupp. Am Morgen war bekannt geworden, dass der Industriekonzern nicht nur Journalisten, sondern auch Gewerkschafter zu teuren Luxusreisen eingeladen hat. ThyssenKrupp-Konzern wies in einer Stellungnahme auf eine bereits eingeleitete Untersuchung hin, deren Ergebnisse noch nicht vorlägen.

Coba unter Druck, auch Wells Fargo enttäuscht

Schwächster Wert im Dax ist aber die Commerzbank-Aktie. Sie hat am Freitag ihren Höhenflug der letzten Tage beendet und ist mit einem Minus von 3,5 Prozent aus dem Handel gegangen. Ein Händler begründete den kurzfristigen Kursrutsch bei hohen Umsätzen mit Stop-Loss-Verkäufen. Diese seien losgetreten worden, nachdem zunächst Spekulationen um einen möglichen weiteren Kapitalbedarf der Bank die Kurse hatten ins Minus bröckeln lassen. Am Morgen hatten noch Berichte über eine mögliche Dividendenzahlung der polnischen Commerzbank-Tochter BRE Bank für gute Stimmung und eine fortgesetzte Kursrally der Bank geführt.

Bergab geht es auch mit der Aktie der US-Bank Wells Fargo aus San Francisco. Dabei hat das Institut im vierten Quartal mit 91 Cent je Aktie ein deutlich besseres Ergebnis erzielt als erwartet. Analysten hatten nur mit 87 bis 89 Cent gerechnet. Auch konnte die Bank ihre Einnahmen im vierten Quartal im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 21,9 Milliarden Dollar steigern.

Hugo Boss bleibt optimistisch

Im MDax kann sich die Aktie der Modemarke Hugo Boss vom Seitwärtstrend abkoppeln und gut zwei Prozent zulegen. Finanzvorstand Mark Langer hatte erklärt, sein Unternehmen werde sich im laufenden Jahr besser entwickeln als der Luxusgütersektor insgesamt.

WackerChemie-Aktie ganz schwach

Papiere des Spezialchemie-Konzerns Wacker müssen ihre gestrigen Gewinne wieder abgeben und sind der schwächste Wert im MDax. Händlern zufolge belasten Nachrichten aus China den Wert. Danach gibt es Überlegungen, Einfuhren von Polysilizium ins Reich der Mitte könnten danach mit Strafzöllen belegt werden. Zudem könnten chinesische Hersteller des Rohstoffes für die Solarindustrie ihre Produktion wieder hochfahren.

Daumen runter für Salzgitter

Kräftig bergab geht es auch mit der Aktie von Salzgitter. Sie wurde von der Credit Suisse von "Outperform" auf "Neutral" abgestuft, das Kursziel aber auf 42,00 Euro belassen. Die Aktie des Stahlkonzerns habe sich seit September um etwa 20 Prozent besser als die Papiere einiger Konkurrenten entwickelt, begründete Analyst Michael Shillaker sein neues Votum.

Gerüchte treiben Praktiker

Stürmisch nach oben geht es mit der Aktie von Praktiker. Grund ist eine Meldung, das SDax-Unternehmen könne sich mit dem österreichischen Rivalen Baumax verbünden. Auch eine Kaufempfehlung der Berenberg Bank machte Anlegern Mut.

Stand: 11.01.2013, 17:45 Uhr

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Tagestermine am Donnerstag, 31. Juli

Unternehmen:
Siemens: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
FMC: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Fresenius: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
BNP Paribas: Q2-Zahlen 07:00 Uhr
Anheuser-Busch Inbev: Q2-Zahlen, 7:00 Uhr
Hochtief: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Alcatel-Lucent: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Celesio: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Evonik: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Nemetschek: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Deutsche Annington: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Air Liquide: Halbjahreszahlen, 07:20 Uhr
Sanofi: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Erste Group: Halbjahreszahlen, 07:30 Uhr
Lufthansa: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Dürr: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Takkt: Q2-Zahlen Uhr, 07:30 Uhr
Hugo Boss: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Metro: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
DMG Mori Seiki: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Telefonica: Halbjahreszahlen, 07:30 Uhr
Generali: Halbjahreszahlen, 07:30 Uhr
Eni: halbjahreszahlen, 07:45 Uhr
Santander: Q2-Zahlen
Astra Zeneca: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
BAE Systems: Halbjahreszahlen, 08:00 Uhr
Diageo: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Lloyds Banking Group: Halbjahreszahlen, 08:00 Uhr
Shell: Q2-Zahlen
Thomas Cook: Q3-Interim-Statement, 08:00 Uhr
BT Group: Q1-Zahlen, 08:00 Uhr
Sony: Q1-Zahlen, 08:00 Uhr
Panasonic: Q1-Zahlen, 08:00 Uhr
Toshiba: Q1-Zahlen, 08:00 Uhr
Pro SiebenSat1: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Continental: Q2-Zahlen, 08:30 Uhr
t-Mobile US: Q2-Zahlen
Bombardier: Q2-Zahlen
Exxon: Q2-Zahlen
Lagardere: Halbjahreszahlen
L'Oreal: Halbjahreszahlen
Areva: Q2-Zahlen, 17:45 Uhr
Enel: Halbjahreszahlen, 18:00 Uhr
Volkswagen: Q2-Zahlen
Banco Espirito Santo: außerordentliche Hauptversammlung
EdF: Halbjahreszahlen
GDF Suez: Halbjahreszahlen
Carrefour: Halbjahreszahlen
Samsung: Q2-Zahlen
Finmeccanica: Halbjahreszahlen
Mastercard: Q2-Zahlen
Kellog: Q2-Zahlen
Conoco Philips: Q2-Zahlen
Colgate-Palmolive: Q2-Zahlen
LinkedIn: Q2-Zahlen Tesla Motor: Q2-Zahlen
Time Warner Cable: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Arbeitslosenzahlen Juli, 09:55 Uhr
EU: Arbeitslosenzahlen und Verbraucherpreise Juli, 11:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (wöchentl.), 14:30 Uhr ;
Chicagoer Einkaufsmanagerindex Juli, 15:45 Uhr

Darstellung: