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Marktbericht 20:02 Uhr

Warten auf die US-Arbeitsmarktdaten

Dax macht die Rolle rückwärts

Nach dem leichten Plus an seinem 25jährigen Geburtsag am Montag ist der Dax am Dienstag wieder auf dem Rückzug. Widersprüchliche Konjunkturdaten und die Unsicherheit vor den mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten haben die Anleger in die Flucht getrieben. Am heftigsten unter Druck geriet die Aktie von FMC.

Marktbericht negativ Welle 1408. | Quelle: colourbox

"Skeptiker und Optimisten geben sich momentan die Klinke in die Hand und sorgen für entsprechend hohe Volatilität", kommentiert Händler Gregor Kuhn vom Broker IG das Geschehen am Aktienmarkt. Tatsächlich hat der Dax heute 73 Punkte oder 0,92 Prozent eingebüßt. Er schließt aber oberhalb der Schwelle von 7.900 Zählern bei 7.910. Am Nachmittag rutschte er sogar 110 Punkte ab auf 7. 874.

Besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten - die US-Industrie hat im Mai 2,1 Prozent mehr Aufträge verbucht - und leicht steigende Kurse an der Wall Street sorgten dafür, dass der deutsche Leitindex seine Verluste etwas. eingrenzte.

Vor der Veröffentlichung wichtiger Arbeitsmarktdaten am morgigen Mittwoch und am Freitag blieben die Anleger äußerst vorsichtig und nahmen Gewinne mit. Von den Arbeitslosenzahlen erhoffen sie sich Hinweise darauf, ab wann und wie stark die US-Notenbank ihre Wertpapier-Käufe drosselt. Bislang pumpt die Fed monatlich 85 Milliarden Dollar in die Finanzmärkte. Sofern sich die US-Konjunktur weiter erholt, will sie den Geldhahn ab Ende 2013 langsam zudrehen.

Dow dreht ins Minus

Auch an der Wall Street hat die Stimmung gedreht. Nachdem die guten Konjunkturzahlen den Dow Jones-Index zeitweise über die Schwelle von 15.000 Punkten gehoben hatte, bröckeln die Gewinne im weiteren Verlauf wieder ab und der Dow dreht sogar ins Minus. Bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend notiert der Dow Jones-Index bereits 0,14 Prozent niedriger bei 14. 955 Punkten.

Auch der Euro kommt am abend nicht vom Fleck. Die Gemeinschaftswährung klettert zwar leicht über ihr Tagestief von 1,2989 Dollar, notiert bei Börsenschluss mit 1,3013 Dollar aber immer noch schwächer als am Morgen wo sie noch bei 1,3074 Dollar stand.

Belastet wird der Dax auch von zahlreichen Herabstufungen amerikanischer Analysten und enttäuschenden Meldungen aus dem US-Gesundheitsministerium, die vor allem den Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) betreffen.

FMC fallen unter 50 Euro

Größter Verlierer im Dax sind die Papiere von FMC. Sie büßen 8,7 Prozent ein. Der Grund sind Sparpläne bei der Behandlung von Nierenkranken in den USA. Das US-Gesundheitsministerium hatte am Montagabend vorgeschlagen, die Zahlungen pro Behandlung ab 2014 um 9,4 Prozent zu kürzen. FMC betreibt als Marktführer in den USA zahlreiche Nierenkliniken und stellt Geräte für die Nierenwäsche her.

Citigroup mag Lanxess nicht

Mehr als fünf Prozent abwärts geht es mit der Aktie von Lanxess., nachdem die Citigroup das Kursziel für den Spezzialchemiehersteller von 46 auf 40 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Sell" belassen hat. Das neue Ziel reflektiere den massiven Preisverfall von Butadien, einem Vorprodukt für die Herstellung von künstlichem Kautschuk, schrieb Analyst Dominik Frauendienst in einer Studie vom Dienstag. Zudem belasteten die schwachen Autoverkäufe sowie eine schleppende Reifennachfrage in der EU. Der Experte reduzierte seine Ergebnisprognosen für die Jahre 2013 und 2014.

RWE weiter auf Abwegen

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
27.11
Differenz absolut
-0.29
Differenz relativ
-1.06%

Zu den schwächsten Werten im Dax gehören auch heute wieder die Titel von RWE, nachdem sich abzeichnet, dass die von einem Schiedsgericht zugesprochenen Rückzahlungen von Gazprom (die rede war von einem Milliardenbetrag) vorerst nicht fließen werden. Zu allem Ärger haben heute auch noch die Analysten von Morgan Stanley das Kursziel von RWE von 36 auf 28 Euro gesenkt und ihre Bewertung auf "Equal-Weight", also neutral, gesenkt.

Commerzbank markiert neues Rekordtief

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.04
Differenz absolut
0.10
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+0.84%

Die Commerzbank bleibt ebenfalls auf Talfahrt. Wenige Tage vor dem 50. Geburtstag von Bankchef Martin Blessing an diesem Samstag markiert das geschundene Papier zeitweise ein neues Rekordtief von 6,14 Euro. Für Fidel Helmer, Leiter des Wertpapierhandels der Privatbank Hauck & Aufhäuser, ist die Commerzbank ein "Musterbeispiel für den Untergang einer Aktie".  

Rückversicherer fallen in Ungnade

Zunehmender Preisdruck und eine JPMorgan-Studie belasten auch die Aktien der beiden Rückversicherer Münchener Rück und Hannover Rück und machen damit einen Teil der Erholung der letzten Tage wieder zunichte. JPMorgan die beiden Aktien auf "Neutral" und sogar "Underweight". Analyst Michael Huttner kalkuliert für die Rückversicherer in seiner Studie vom Dienstag nun mit einem zehnprozentigen Prämienrückgang im Geschäft mit Naturkatastrophen. In den anderen Bereichen dürften die Prämien im Schnitt stabil bleiben.

Dialogs Pläne gefallen

Positiv reagieren die Anleger dagegen auf die Absicht des Halbleiterherstellers Dialog Semiconductor, sein Geschäft mit Ladegeräten und im LED-Bereich mit einer Übernahme auszubauen. Für bis zu 345 Millionen Dollar (rund 264 Mio Euro) will der Konzern das US-Unternehmen iWatt kaufen. Der Zukauf sei zwar nicht günstig, aber dennoch positiv, da er den Gewinn je Aktie vom ersten Moment an stützen sollte, kommentierte ein Händler.

Talanx rutschen ans Index-Ende

Im MDax ist die Aktie von Talanx ans Index-Ende gerutscht. Der Grund: Talanx -Großaktionär HDI hat einen kleinen Teil seines Aktien-Bestandes an dem Versicherer über die Börse veräußert. Das Paket wurde zu 23,25 Euro je Aktie verkauft. Insgesamt hatte der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie 8,2 Millionen Talanx-Anteilscheine am Markt platziert. Dies entspricht einem Anteil von etwa 3,2 Prozent am Grundkapital der Talanx AG.

Grenkeleasing steigert Neugeschäft

Leicht enttäuscht reagieren die Anleger dagegen auf die jüngsten Zahlen des Finanzdienstleisters Grenkeleasing. Die Firma ist im ersten Halbjahr um 16,7 Prozent gewachsen. Der Deckungsbeitrag 2 des Neugeschäfts stieg im ersten Halbjahr auf 95,6 Millionen Euro von 84,9 Millionen ein Jahr zuvor.

Roche kauft zu

Der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche baut mit der Übernahme der US-Firma Constitution Medical das Geschäft mit Bluttests aus. Der Basler Konzern zahlt für die in Boston, Massachusetts, ansässige Firma 220 Millionen Dollar. Zudem wurden erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen vereinbart.

lg

Stand: 02.07.2013, 17:45 Uhr

Tagestermine am Montag, 24. November

Unternehmen:
Borussia Dortmund: Hauptversammlung
Telekom Austria: Bezugsfrist für Kapitalerhöhung endet

Konjunktur:
Deutschland:
Ifo-Geschäfsklimaindex im November, 10:00 Uhr
USA:
CFNAI-Index, 14:30 Uhr

Sonstiges:
Commerzbank:
Corporate Finance Outlook 2015, 09:30 Uhr
LBBW: Kapitalmarktausblick mit Chefvolkswirt Burkert, 10:00 Uhr
Japan:
Börse wegen Feiertags geschlossen

Darstellung: