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Marktbericht 20:00 Uhr

Anleger füllen ihre Depots

Dax legt grandiose Serie auf's Parkett

Der letzte Börsentag mit negativem Vorzeichen liegt schon ziemlich lange zurück. Im Moment läuft es für die Investoren also wie bestellt. Aber vielleicht denkt so mancher mal darüber nach, etwas Geld vom Tisch zu nehmen?

Auch die schönste Serie geht einmal vorüber, dürfte sich so mancher Investor nach acht Gewinntagen in Folge denken. Die aktuelle Rally bescherte den Anlegern eine beachtliches Plus von immerhin mehr als 500 Punkten. Aber noch sind wir nicht so weit.

Der Dax schloss mit einem Aufschlag von 0,5 Prozent auf 9.785,54 Zählern. Der Late-Dax steigt um ein Prozent auf 9.774,62 Punkte. Der Dow Jones sank leicht zurück, nachdem er im Handelsverlauf ein Rekordhoch bei 17.855,27 Punkten erreicht hatte.

"Zunder für die Börsen"

EZB-Präsident Mario Draghi

EZB-Präsident Mario Draghi. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

"Wie es scheint, ist der ungebremste Optimismus an die Aktienmärkte, insbesondere hierzulande, zurückgekehrt", meint Christian Schmidt, Helaba-Fachmann. Am vergangenen Freitag hatte die PBoC mit ihrer überraschenden Zinssenkung freundliche Stimmung aufkommen lassen. EZB-Präsident Mario Draghi unterstrich am selben Tag, dass die Notenbank ihre bereits sehr expansive Geldpolitik weiter lockern könnte.

Heute sorgte schließlich ein unerwartet positiver Ifo-Index für Nachkäufe. Nach den Notenbank-Stimuli vor dem Freitag habe der besser als erwartet ausgefallene Ifo-Geschäftsklima-Index aus Deutschland weiteren Zunder für die Börsen geliefert, sagte Marktanalyst Andreas Paciorek vom Broker CMC Markets.

Mangel an Alternativen?

Was sollen die Investoren auch sonst tun außer Aktien kaufen? "Aktien werden momentan eher wegen des erheblichen Mangels an Alternativen gekauft denn aufgrund von überragenden Aussichten für Konjunktur und Unternehmensgewinne", erklärt Daniel Saurenz von Feingold Research. Aber warum auch immer Aktien gerade gekauft werden: Wer nicht dabei ist, hat die Chance auf schöne Gewinne verpasst.

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Börse 19.00 Uhr

Aktuell seien viele Investoren gezwungen, entgegen ihrer Einstellung auf den fahrenden Zug noch aufzuspringen, da ihnen sonst die Kurse weglaufen würden, kommentiert Jens Klatt, Marktstratege bei DailyFX. "Gerade Fondsmanager, die ihren Anlegern nicht erklären wollen, warum die Kurse an den Börsen steigen, ihr Fondspreis aber nicht, dürften im Zuge des klassischen Window Dressings zum Jahresende gezwungen sein, noch in den Markt einzusteigen."

Bank-Aktien europaweit gefragt

Kein Wunder, wären Banken doch die natürlichen Profiteure, sollte Mario Draghi seiner Ankündigung weiterer Maßnahmen tatsächlich Taten folgen lassen. Die Société Générale, BNP Paribas und die Deutsche Bank gehörten zu den stärksten Titeln. Im Dax konnte sich die Deutsche Bank sogar zeitweise an die Index-Spitze vorarbeiten.

Ist die Zeit reif für Deutsche Börse?

Dort schloss der Börsenbetreiber. Anleger griffen zu Papieren der Deutschen Börse nach einer Kaufempfehlung der Citigroup. Citi-Analystin Nese Guner sieht nach fünf Jahren unterdurchschnittlicher Kursentwicklung nun den richtigen Zeitpunkt gekommen, die Papiere des deutschen Börsenbetreibers zu kaufen. Positiv wertet sie die Gewinnstabilisierung und die vergleichsweise geringe Bewertung.

Deutsche Telekom so teuer wie zuletzt 2008

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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13.54
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Viele legten sich auch die Aktie der Deutschen Telekom ins Depot. Die britische Investmentbank Barclays hat den Titel von "Equal Weight" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 13 auf 15 Euro erhöht. Die T-Aktie markiert bei 13,38 Euro ein neues Sechs-Jahres-Hoch – und sendet damit ein technisches Kaufsignal. Vom Jahrestief Mitte Oktober hat sie knapp ein Drittel an Wert gewonnen.

Anleger mögen Autobauer

Die Aktien der Autobauer haben im Dax ebenfalls vorne mitgemischt. Ereignisse wie der überraschend gestiegene Ifo-Index unterstützten die Nachfrage nach konjunktursensitiven und zyklischen Branchentiteln, schrieb Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Lufthansa: Marktanteil in Deutschland erhöht

Positive Nachrichten kamen aus dem Hause Lufthansa: Laut dem Vorstandsvorsitzenden Carsten Spohr hat die Deutsche Lufthansa ihren Marktanteil auf dem Heimatmarkt in den vergangenen Monaten erhöht. Zudem äußerte sich Spohr optimistisch, was die weitere Entwicklung im Tarifkonflikt mit den Piloten angeht. Der Aktie half die Nachricht nicht weiter.

K+S größter Verlierer

Aktien von K+S fielen zurück. Börsianer sehen die Hoffnungen auf steigende Kali-Preise durch einen aktuellen Medienbericht wieder deutlich gedämpft. Demnach soll die Produktion in der jüngst überfluteten russischen Mine des Kali-Giganten Uralkali zeitnah zumindest teilweise wieder aufgenommen werden.

RWE und Eon im Gabriel-Sog

Zu den Verlieren im Dax gehörten auch RWE und Eon. Einem "Spiegel"-Bericht zufolge will Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Stromkonzerne verpflichten, den Kohlendioxidausstoß ihrer fossilen Kraftwerke um mindestens 22 Millionen Tonnen zu verringern. Praktisch liefe dies darauf hinaus, Kohlemeiler abzuschalten.

Analyst Mahamkali traut Metro etwas zu

Metro-Aktien profitierten von einer Empfehlung der Investmentbank Macquarie. Zuletzt lagen sie sogar in Sichtweite der 200-Tage-Linie bei aktuell 28,23 Euro. Analyst Sreedhar Mahamkali hält die Probleme des Einzelhandelskonzerns in Russland für in der Aktie eingepreist. Der Sparte Media Markt Saturn traut er bei robusten Umsätzen im vierten Quartal zudem die erste operative Gewinnsteigerung seit dem Geschäftsjahr 2010 zu. Mit dem Schuldenabbau komme Metro sehr schnell voran. Mit seinem Kursziel von nun 31 Euro signalisiert der Experte noch knapp 13 Prozent Potenzial.

Dürr nach dem Rekord

Dürr-Aktien haben ihre Gewinne auf plus ein Prozent reduziert. Die Papiere des Autozulieferers sind in den vergangenen sechs Wochen um fast 38 Prozent geklettert und markierten am Mittag bei 70,69 Euro ein weiteres Rekordhoch. NordLB-Analyst Frank Schwope stufte die Aktie nun mit "Verkaufen" ein. "Mit Blick auf die gegenwärtig volatile Marktsituation und die konjunkturellen Unsicherheiten empfehlen wir, Gewinne mitzunehmen."

Dürr und Homag bereiten den Abschluss eines Beherrschungsvertrags vor. Dieser wird gegebenenfalls um einen Gewinnabführungsvertrag ergänzt. Der Vertrag soll die Einbindung der Homag als Teil eines gemeinsamen Vertragskonzerns mit der Dürr AG als herrschendem Unternehmen regeln und die Zusammenarbeit zwischen Dürr und Homag vereinfachen, teilen die Unternehmen mit.

Blut, Schweiß und Tränen beim BVB

Hans-Joachim Watzke hat die auf einen Abstiegsplatz abgerutschten Profis auf der Aktionärsversammlung in die Pflilcht genommen: "Blut, Schweiß und Tränen", verlangte der Geschäftsführer. Die Aktionäre waren unzufrieden mit der Ligakrise. "Wie sieht es auf Jahre auf der Erlösebene aus?", fragte ein Aktionärsvertreter mit Blick auf eine möglicherweise ausbleibende Qualifikation für die Champions League. Finanziell sieht Watzke nur geringe Einbußen, wenn die Mannschaft die Champions League nicht erreiche. Die Aktionäre stimmten übrigens mit großer Mehrheit einer Dividende von zehn Cent je Aktie zu.

Nach Kurseinbruch: BaFin schaut sich Schaltbau an

Im SDax brechen Aktien von Schaltbau um rund zehn Prozent ein. Der Münchener Verkehrstechnikkonzern hat seine Gewinnprognose für das laufende Jahr kassiert. Erst zwei Tage vor der Senkung der Jahresprognose hatten die Münchner einen Aktienrückkauf angekündigt. Das ruft die BaFin auf den Plan: Sie will den Handel in Schaltbau-Aktien "routinemäßig" im Hinblick auf Insiderhandel analysieren.

Zalando bringt Gap zurück nach Deutschland

Es wird ein Comeback, wenn auch nur ein virtuelles: Ab Mai wird Zalando Jeans und Shirts der US-Marke Gap in seinem Online-Shop präsentieren. "Wir bieten eine Plattform, um 15 lokale Märkte zu erschließen, so David Schneider, einer der Zalando-Gründer und -Vorstände. Die Zalando-Aktie schnellte nach dieser Ankündigung empor und näherte sich so ihrem Ausgabekurs weiter an.

Zalando: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Aufatmen bei Credit Suisse

Unter den ausländischen Titeln steht die Credit Suisse im Fokus. Demnach kann sie ihren Steuerstreit mit den USA endgültig hinter sich lassen. Ein halbes Jahr, nachdem sich die Schweizer Bank mit den US-Behörden geeinigt hatte, stimmte nun auch eine US-Richterin einer Vereinbarung über eine Zahlung von 2,6 Milliarden Dollar inklusive Schuldeingeständnis zu.

Syngenta setzt Rotstift an

Der Agrarchemiekonzern Syngenta hat Einzelheiten zu dem bereits im Februar angekündigten Kostensenkungsprogramm bekanntgegeben. Im kommenden Jahr will der Schweizer Konzern 265 Millionen Dollar einsparen. 1.800 Stellen sollen dabei abgebaut oder verlagert werden. Bis 2018 will der Konzern die Kosten um insgesamt eine Milliarde Dollar zurückfahren.

Royal Bank of Scotland: Ups…

Peinlich, peinlich: Die größtenteils staatliche Royal Bank of Scotland hat einen Rechenfehler beim Stresstest der Bankenaufsicht EBA zugegeben. Statt wie bislang angenommen locker zu bestehen, ist die britische Großbank gerade so durchgekommen. Im sogenannten Stress-Szenario hatte die RBS irrtümlicherweise 4,2 Milliarden Euro Eigenkapital zu viel angegeben.

Hyundai/Kia heben Absatzziel an

Die südkoreanischen Auto-Hersteller Hyundai und Kia sind dank überraschend guter Verkäufe in Schwellenländern optimistisch gestimmt. Das bisherige Absatzziel für dieses Jahr von konzernweit 7,86 Millionen Fahrzeugen wird auf mindestens 8,0 Millionen angehoben. Zusammen sind die Partner die Nummer fünf auf dem Weltmarkt, der von Toyota, Volkswagen und GM dominiert wird.

ASMLs Prognose enttäuscht

Der weltgrößte Chipausrüster ASML vergrault viele Anleger mit seinem längerfristigen Geschäftsausblick. Der niederländische Konzern will den Umsatz bis 2020 auf rund zehn Milliarden Euro steigern von 5,2 Milliarden im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie soll sich in dieser Zeit verdreifachen. Investoren und Branchenexperten enttäuschte dies. Der Markt habe erwartet, dass ASML die Ziele bereits 2018 erreiche, schrieb ING-Analyst Robin van den Broek.

ts

Stand: 24.11.2014, 20:00 Uhr

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Tagestermine am Donnerstag, 27. November

Unternehmen:
Infineon: Jahreszahlen, 07:30 Uhr
Catoil: Q3-Zahlen
Münchener Rück: Analystentag in London

Konjunktur:
EU: Acea, Nfz-Neuzulassungen Oktober, 08:00 Uhr;
Geschäftsklima November, 11:00 Uhr
Deutschland: Arbeitslosenzahlen November, 09:55 Uhr;
GfK-Pressekonferenz zu Konsumklima und Weihnachtsgeschäft;
Verbraucherpreise November (vorläufig), 14:00 Uhr
Frankreich: Arbeitslosenzahlen Oktober, 18:00 Uhr

Sonstiges:
USA: Feiertag (Thanksgiving), Börse geschlossen

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