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Börsentrend 20:02 Uhr

Trotz vertagtem Griechenland-Entscheid

Dax lässt sich nicht entmutigen

Der deutsche Aktienmarkt bleibt trotz der Hängepartie um Griechenland verhalten optimistisch. Zwar sind am Mittwoch viele Anleger in Deckung geblieben, doch kann der Dax seine anfänglichen Verluste wieder wettmachen.

Am Ende schafft der Leitindex sogar ein kleines Plus und schließt knapp 12 Zähler höher bei 7.185 Punkten. Beflügelt von einer robusten Wall Street klettert der Dax im Abendhandel sogar um 0,4 Prozent auf ebenfalls 7.186 Zähler. Der Euro legt leicht zu und notiert zum Ende des Parketthandels in Frankfurt bei 1,2826 Dollar. Auch an der Wall Street kann die erneute Verzögerung bei der Rettung Griechenlands den Anlegern nicht viel anhaben.

Der Dow Jones-Index steigt bis zum Börsenschluss in Frankfurt um 0,44 Prozent auf 12.844 Zähler. Wegen des morgigen Thanksgiving-Wochenendes haben sich viele Investoren bereits in das lange Wochenende zurückgezogen, entsprechend dünn sind die Umsätze.

Entscheidung aufgeschoben

Die Anleger halten es für äußerst unwahrscheinlich, dass Griechenland noch fallengelassen wird. "Die Entscheidung ist nicht aufgehoben, nur aufgeschoben", bringt Analyst Sebastian Sachs von der Metzler Bank die Stimmung auf den Punkt. "Das ist politisches Theater." Eine Einigung werde früher oder später noch kommen, erklärt auch Suji Saito, Währungsstratege bei der Credit Agricole in Tokio.

Weitgehend ignoriert haben die Anleger auch die gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten aus den USA. Dort haben sich in der vergangenen Woche weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Mit 410.000 ist der Wert aber immer noch ein vergleichsweise hoch. Grund dafür ist der Wirbelsturm "Sandy", der weite Teile der Wirtschaft lahmgelegt hatte. Das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima hat sich im November deutlich weniger als zunächst ermittelt aufgehellt. Dagegen ist der Sammelindex der Frühindikatoren im Oktober etwas stärker gestiegen als erwartet.

SAP auf Zwölf-Jahres-Hoch

Im Dax hat die SAP-Aktie ihre Gewinne ausgebaut und ist zeitweise auf ein Zwölf-Jahres-Hoch gestiegen. Seit Freitag haben sie mehr als sechs Prozent an Wert gewonnen. Die positiven Aussagen von der Investorenkonferenz in der vergangenen Woche wirkten noch nach, sagte ein Händler. SAP hatte am Freitag in Barcelona sein Umsatzziel für 2015 bekräftigt.

K+S und Siemens von Analysten geschmäht

Zu den schwächsten Werten im Dax gehören die Papiere von Siemens und von K+S. Die Deutsche Bank hat die Aktie von Siemens von "Hold" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 75,00 auf 65,00 Euro gesenkt. Das angekündigte Restrukturierungs-Programm sei in den Details wenig beeindruckend, so die Experten in einer aktuellen Studie. Bei K+S sorgt eine Herabstufung durch die US-Bank JPMorgan für Verdruss. Diese hat den Titel auf "underweight" gestuft und das Kursziel mit 28 Euro deutlich unter den derzeitigen Kurs von 32,70 Euro gesenkt.

ThyssenKrupp hat neuen Vorstand

Zu den schwächsten Werten im Dax gehört auch die Aktie von ThyssenKrupp, ohne dass es dafür kursrelevante Nachrichten gibt. Das Unternehmen gab lediglich bekannt, dass der frühere nordrhein-westfälische IG Metallchef Oliver Burkhard neuer Personalvorstand wird. Der 40-Jährige ziehe im Februar in das Führungsgremium ein und trete im April die Nachfolge von Ralph Labonte an, teilte ThyssenKrupp am Mittag nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. Labonte scheide aus gesundheitlichen Gründen aus.

Gagfah enttäuscht

Enttäuscht reagieren die Anleger auf die Quartalszahlen von Gagfah. Die Aktien des Wohnungskonzerns verlieren mehr als ein Prozent und gehören damit zu den schwächsten Werten im MDax. Der Vorsteuergewinn (Ebit) ging im dritten Quartal auf 79,6 (Vorjahreszeitraum: 89,2) Millionen Euro zurück. Der Markt hatte mit einem besseren Ergebnis gerechnet, sagte ein Händler.

Südzucker belastet eigene Aktie

Noch schwächer notieren dagegen die Papiere von Südzucker. Deutschlands größter Zuckerhersteller will sein Eigenkapital stärken und Wandelschuldverschreibungen vorzeitig zurückkaufen. Zur Finanzierung wurden 15,3 Millionen Aktien zu einem Preis von 29,70 Euro platziert, wie das Unternehmen mitteilte.14,62 Millionen der Aktien stammen aus einer Kapitalerhöhung, der Rest sind eigene Aktien des Unternehmens. Die Zahl der Aktien steigt damit um knapp acht Prozent.

Sky einsame Spitze

Dagegen können die Aktien des Bezahlsenders Sky um fast neun Prozent zulegen und sind damit der stärkste Wert im MDax. Sky hatte am Dienstag nach Börsenschluss mitgeteilt, steuermindernde Verlustvorträge in Höhe von 2,1 Milliarden Euro blieben auch bei Änderungen der Gesellschafterstruktur erhalten. Murdochs News Corp hält bereits 49,9 Prozent an Sky Deutschland. Die Steuergarantie des Finanzamts macht eine Mehrheitsübernahme attraktiver. Der Sender macht zwar immer noch Verlust, hat aber Abonnentenzahl und Umsatz gesteigert und schreibt seit zwei Quartalen operativ schwarze Zahlen.

Xing will mehr

Das Management des Karrierenetzwerks Xing hält das Pflichtangebot der Verlagsgruppe Burda mit 44 Euro je Aktie "aus finanzieller Sicht für nicht angemessen". Gleichzeitig wird die Übernahme durch Burda "aus unternehmerischer Sicht" aber begrüßt. Die Anleger wissen deshalb nicht wohin und lassen die Aktie links liegen.

Schoeller-Bleckmann mit sprudelndem Gewinn

Die Aktie des österreichischen Ölfeldausrüsters legt gut zwei Prozent zu. Schoeller-Bleckmann hat im dritten Quartal seine Gewinne von 99,5 auf 131,0 Millionen Euro ausgeweitet. Dank hoher Nachfrage nach seinen Diensten hat das Unternehmen seinen Umsatz kräftig von 13,7 auf 19,9 Milliarden Euro gesteigert.

Stand: 21.11.2012, 20:02 Uhr

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Unternehmen:
Deutsche Börse: Handelsstatistik August
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Renault: Absatz August

Konjunktur:
China: HSBC PMI Verarbeitendes Gewerbe, August, 3:45 Uhr
Deutschland: BIP Q2/14 (endgültig) und Defizitquote
Griechenland: BIP Q2 endgültig, 11:00 Uhr

Sonstiges:
USA: Labor Day, Börsen geschlossen

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