Marktbericht 18:00 Uhr

Marktbericht neutral

Unter 11.600 Punkte Dax knickt ein

Stand: 03.01.2017, 18:00 Uhr

Am Aktienmarkt ist es heute nicht, wie von vielen erhofft, im Hurra-Stil weitergegangen. Der Dax konnte anfängliche Gewinne nicht verteidigen und schloss leicht im Minus. Ein Beinbruch ist das alles aber nicht.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.165,19
Differenz relativ
-0,31%

Denn der deutsche Leitindex konsolidiert trotz des leichten Tagesverlustes von 0,11 Prozent auf 11.584 Punkte weiter auf hohem Niveau. Er konnte aber nicht an den gelungenen Jahresstart vom Vortag anknüpfen. Dabei sah es am Vormittag gar nicht schlecht aus, bei 10.637 Punkten wurde ein neues Zwölf-Monats-Hoch markiert. Dann aber fehlten die Anschlussaufträge. Besser machten es da die Nebenwertindizes MDax und SDax, die beide im Handelsverlauf neue Rekordstände markierten.

Der MDax legte dabei bis auf 22.541 Punkte vor, am Ende schloss der Index der mittelgroßen Aktien aber nahezu unverändert bei 22.407 Punkten. Im Keinwerteindex SDax das gleiche Bild. Hier wurde im Verlauf die neue Bestmarke von 9.692 Punkten aufgestellt, der Schlusskurs lag dann bei 9,639 Punkten nahezu unverändert. Der europäische Auswahlindex Euro-Stoxx-50 gewann hingegen 0,3 Prozent auf 3.317 Zähler.

Geholfen hatten dem Markt zu Sitzungsbeginn zunächst gute Konjunkturmeldungen aus China. Der Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex für die chinesische Industrie stieg im Dezember um einen Punkt auf 51,9 Punkte und damit stärker, als Volkswirte erwartet hatten. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr war der Dax nicht zuletzt wegen massiver Konjunkturängste aus China sehr schwach ins neue Börsenjahr gestartet.

MDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
24.827,65
Differenz relativ
-0,29%
SDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.375,86
Differenz relativ
-0,47%
EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.446,03
Differenz relativ
-0,46%

Wall Street im Aufholmodus

Auch in Amerika wird wieder gehandelt. Die Börsenpause hat dort einen Tag länger als in Deutschland gedauert, da der Neujahrsfeiertag diesem Jahr auf einen Sonntag gefallen und daher nachgeholt wurde. Da hat wohl so mancher Anleger mit den Hufen gescharrt, nach den guten Vorgaben aus Europa und Asien.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
21.674,51
Differenz relativ
-0,35%

Die Wall Street ist zumindest mit viel Schwung in den Tag gestartet, fällt aber aktuell zurück. Der Leitindex Dow Jones legt aktuell nur noch 0,1 Prozent zu und steht damit bei 19.784 Punkten. Derzeit sieht es damit nicht so aus, als ob der Index die Marke von 20.000 Punkten noch knacken würde. Bisher wollten die Anleger den letzten Schritt nicht gehen, bei 19.987 Punkten war zuletzt Schluss gewesen. Heute lag das Tageshoch bisher bei 19.938 Punkten.

Gute US-Konjunkturdaten

ARD-Börsenstudio: Jan Plate

Börse 17.00 Uhr

Rückenwind kommt in den USA aber von der Konjunkturseite. So stieg der ISM-Einkaufsmangerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Dezember auf 54,7 Punkte, erwartet wurden nur 53,6 Punkte. "Der vierte Anstieg in Folge ist erfreulich und so wird das Szenario eines fortgesetzten Wirtschaftswachstums untermauert", kommentierte Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen Thüringen.

Noch bessere Nachrichten gab es aus der Bauwirtschaft. Denn die Bauausgaben stiegen im November um 0,9 Prozent, ein Wert, der ebenfalls über den Erwartungen von 0,6 Prozent lag. Absolut erreichten die Ausgaben mit 1,18 Billionen Dollar damit den höchsten Wert seit dem Vorkrisenjahr 2006. Die guten Daten untermauern das Szenario der Börse, dass die Notenbank Fed demnächst einen weiteren Zinsschritt gehen wird. Ein wichtiges Siganl könnte es schon am Freitag geben, wenn die Arbeitsmarktdaten für den dezember erwartet werden.

Euro schmiert ab

Im Gegenzug fiel der Euro nach den starken Wirtschaftsdaten zunächst zurück bis auf 1,0343 Dollar. Aktuell hat er die Marke von 1,04 Dollar aber wieder zurückerobert bei 1,0422 Dollar. In der Spitze bewegte sich der Kurs damit über 1,5 Cent, das Tageshoch lag bei 1,0490 Dollar. Auch am heimischen Rentenmarkt weiteten sich die Verluste aus. Der Bund-Future sank um 0,7 Prozent. Die zehnjährige Bundeanleihe (WKN 110 240) mit einem Kupon von Null Prozent verlor fast ein Prozent.

Auch stärker als erwartet ausgefallene Inflationsdaten aus Deutschland konnten da nichts ändern, zumal die Teuerung in Frankreich am Morgen schwächer ausgefallen war. Im Dezember sind die Verbraucherpreise hierzulande im Jahresvergleich um 1,7 Prozent gestiegen. Das ist mehr, als erwartet wurde. Die Teuerung dürfte künftig "in den Bereich der zwei Prozent vorstoßen", sagte VP Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel am Dienstag. Seiner Einschätzung nach sind aber allein höhere Energiepreise die "Haupttriebfeder" für die stärkere Inflation.

Ölpreis auf Höhenflug

Furore machte am Dienstag der Ölpreis, nachdem die Terminbörsen ebenfalls erst heute in den Handel eingestiegen sind. Ein Barrel der US-Sorte WTI kostete zwischenzeitlich erstmals seit Juli 2015 wieder mehr als 55 Dollar. Die Nordseesorte Brent hatte sich auf rund 58 Dollar je Fass verteuert, ehe es etwas bergab ging.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
48,44
Differenz relativ
+2,98%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
52,66
Differenz relativ
+3,47%

Commerzbank ganz vorne im Dax

Tagessieger im Dax war das Commerzbank-Papier, das 4,29 Prozent zulegte. Damit setzte sich die Erholung der Bankaktien auch hierzulande weiter fort. Auch die zuletzt etwas zurückgebliebene Allianz-Aktie wurde wiederentdeckt. Das Analysehaus Bernstein hat sein "Outperform"-Anlageurteil für die Allianz bestätigt.

Das Papier markierte im Verlauf ein neues Zwölf-Monats-Hoch bei 160,10 Euro. Damit stand es fast so hoch wie am 4. Januar 2016, als 160,15 Euro erreicht wurden. Zum Handelsschluss rückte die Aktie 1,43 Prozent vor auf 159,55 Euro. Gefragt waren auch Autoaktien im Gefolge des schwachen Euro. VW-Papiere gewannen dabei mit 1,96 Prozent am stärksten. Tagesverlierer waren Vonovia, die Aktie des Immobilienkonzerns verlor 1,75 Prozent.

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10,94
Differenz relativ
+0,51%
Vonovia: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
35,26
Differenz relativ
-0,66%
Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
182,70
Differenz relativ
+0,05%

Deutsche Bank drehen ins Plus

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
14,10
Differenz relativ
-0,07%

Papiere des Branchenprimus haben sich am Nachmittag von ihren anfänglichen Verlusten erholt und schlossen 0,97 Prozent im Plus. Zuvor hatten sie laut Händlern unter einer Abstufung des Analysehauses Kepler auf "Halten"gelitten. Das Kursziel wurde allerdings bei 14,85 Euro belassen. Am Vorabend war außerdem bekannt geworden, dass der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, beim US-Finanzhaus Cantor Fitzgerald LP einsteigt. Jain war 2015 nach drei glücklosen Jahren bei der Deutschen Bank abgetreten und hatte dann an John Cryan übergeben.

Euronext übernimmt LSE-Tochter

Die paneuropäische Börse Euronext übernimmet die Clearing-Tochter Clearnet von der London Stock Exchange (LSE). Der Kaufpreis beträgt 510 Millionen Euro in bar. Der Verkauf der Clearing-Sparte ist eine Bedingung für die Fusion zwischen der Londoner Börse und der Deutschen Börse.

Euronext: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
48,74
Differenz relativ
+0,23%
Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
89,44
Differenz relativ
+0,27%

Medigene an der TecDax-Spitze

Die Aktie des Biotech-Unternehmens Medigene liegt auch am Dienstag im Trend und gewannt - ohne aktuelle Nachrichten - weitere knapp sechs Prozent hinzu. Seit Mitte Dezember hat der Titel rund zwei Drittel zugelegt. Auch Aktien des Bausoftware-Spezialisten RIB Software gewinnen. Das Unternehmen hat ein Joint Venture mit dem US-Auftragsfertiger Flex gegründet, das jährliche Umsätze von 800 Millionen Euro für RIB erwirtschaften soll. In die Spitzengruppe hat es auch das Medizinunternehmen Stratec Biomedical geschafft.

Medigene: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,09
Differenz relativ
-0,30%
RIB Software: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
15,02
Differenz relativ
-0,76%

Nordex mit Großauftrag aus Argentinien

Nordex: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11,68
Differenz relativ
-4,26%

Auch der Windradbauer und Indexkollege Nordex war gefragt. Das Unternehmen hat in Argentinien zwei Aufträge über 148 Megawatt erhalten. Damit sei den Hamburgern der Einstieg in den neuen Wachstumsmarkt Argentinien gelungen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Mit dem Bau werde im vierten Quartal 2017 begonnen. Im Sommer 2018 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Kunde sei Central Puerto, ein privater Energieversorger des Landes.

Grenke mit Margenproblem?

Grenke: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
76,21
Differenz relativ
-0,63%

Der Leasing-Spezialist aus dem SDax hat im vergangenen Jahr ein Wachstum des Neugeschäfts um 16 Prozent erreicht, das auf 1,97 Milliarden Euro stieg. Händler monierten in ersten Kommentaren "etwas gesunkene Margen" und ein geringeres Wachstum im Segment Factoring. Die Aktie verlor 0,43 Prozent.

Ford streicht Mexiko-Investitionen

Ford: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,99
Differenz relativ
-1,64%

Der US-Autobauer Ford streicht seine Pläne zum Bau eines 1,6 Milliarden Dollar teuren Werks in Mexiko. Stattdessen sollten 700 Millionen Dollar in eine Fabrik in Michigan in den USA investiert werden, teilte Ford am Dienstag mit. Der Autobauer knickt damit vor dem politischen Druck des designierten Präsidenten Trump ein, der sowohl Ford als auch den Konkurrenten General Motors stark kritisiert hatte für die Produktion in Mexiko. Er droht den Herstellern Strafzölle an für reimportierte Autos aus dem Nachbarland. Entsprechende Freihandelsvereinbarungen die dies möglich machen, sind Trump ein Dorn im Auge. Das Ford-Papier legt an der Nyse derzeit fast 2,5 Prozent zu.

Intel steigt bei Here ein

Der US-Chipriese will sich am digitalen Kartendienst 'Here' der deutschen Autobauer Daimler, BMW und Audi beteiligen. Insider berichten über einen Anteil von 15 Prozent, was aber vom Unternehmen nicht kommentiert wurde. Der neue Partner wird von den klassischen Autobauern ausdrücklich willkommen geheißen. Diese arbeiten verstärkt mit IT-Firmen zusammen, um den Plänen für autonomes Fahren von Google und Apple etwas entgegenzusetzen. Vergangene Woche erst hatten zwei chinesische Unternehmen und Singapurs Staatsfonds GIC angekündigt, zusammen zehn Prozent an Here zu übernehmen.

Intel: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum Intraday
Kurs
35,01
Differenz relativ
-0,45%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
79,54
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-0,34%
Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
60,31
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-0,18%

rm

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Tagestermine am Montag, 21. August

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