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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht negativ

Deutliche Verluste

Dax: Kein fröhlicher Tanz in den Mai

Stand: 29.04.2016, 20:02 Uhr

Nachdem sich der Dax zwischenzeitlich um mehr als zehn Prozent erholt hatte, geht es zum Monatsende wieder abwärts. Damit fällt die April-Bilanz bescheiden aus.

Durchwachsene Konjunkturdaten, die Nachwehen der Notenbanksitzungen in den USA und Japan sowie ein erstarkter Euro haben die Aktienmärkte am Freitag auf Talfahrt geschickt. Der Dax hat am Nachmittag seine Verluste weiter ausgebaut und schließt auf einem Tagestief von 10.039 Punkten, ein Minus von 2,73 Prozent oder 282 Punkten. Auf Wochensicht verlor der Leitindex 3,2 Prozent. Im Monat April bleibt nur ein mageres Plus von 0,7 Prozent.

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Börse 20.15 Uhr

Aus technischer Sicht hat das Börsenbarometer die wichtige 200-Tage-Linie nach unten durchbrochen. Bis zur runden 10.000er Marke werde der Index wohl zum Wochenstart zurückgehen, meint Jochen Stanzl von CMC Markets. Dann erst dürfte sich entscheiden, ob es zu einer neuen Erholung komme oder erst einmal wieder tiefere Kurse angesteuert werden.

Bereits am Morgen war der Dax mit Verlusten in den Handel gestartet, aus Enttäuschung über die Entscheidung der japanischen Notenbank die Geldpolitik vorerst nicht weiter lockern zu wollen. Dies hat den Yen zum Dollar auf ein 18-Monats-Hoch getrieben und in der Folge die Aktienmärkte in New York und Frankfurt belastet.

Starker Euro

Am Nachmittag sorgen schwache Konjunkturdaten aus den USA für eine weitere Verkaufswelle. Zwar sind die Einkommen in den USA etwas stärker gestiegen als zuletzt, doch die Konsumausgaben blieben hinter den Erwartungen zurück. Auch hat sich das Geschäftsklima in der Region Chicago im April stärker eingetrübt als erwartet. Der Einkaufsmanagerindex fiel von 53,6 Punkten im Vormonat auf 50,4 Punkte. Auch das von der Uni Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen fiel etwas schlechter aus als gehofft.

Die Daten befeuerten den Euro, weil sie eine rasche Anhebung der US-Leitzinsen unwahrscheinlicher machen. Die Gemeinschaftswährung klettert deutlich über die Marke von 1,14 Dollar, gut ein Cent mehr als noch am Morgen. Dieser Anstieg sorgt an den Aktienmärkten für erhöhten Verkaufsdruck, weil ein starker Euro die Waren europäischer Unternehmen auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig macht.

Verluste auch an der Wall Street

Auch in den USA setzen die Nachwehen der Notenbank-Entscheidungen den Märkten zu. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete 0,3 Prozent im Minus bei 17.777 Punkten, weitet seine Verluste im Handelsverlauf aber weiter aus. Bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend notiert der Dow bereits 0,9 Prozent im Minus bei 17.688 Punkten.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.297,85
Differenz absolut
-95,86
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-0,92%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1242
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-0,00
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-0,10%
US-Dollar in Yen: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
100,40
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0,10
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+0,10%

Exxon und Chevron: Ölpreisverfall belastet

Der Ölpreisverfall macht den Branchengrößen Exxon und Chevron gehörig zu schaffen. Der Nettogewinn von Exxon brach im ersten Quartal um fast zwei Drittel auf 1,81 Milliarden Dollar ein, wie der weltgrößte börsennotierte Öl-Produzent am Freitag mitteilte. Chevron rutschte sogar in die roten Zahlen: Unter dem Strich stand ein Verlust von 725 Millionen Dollar zu Buche, nach einem Gewinn von 2,57 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

Lufthansa ex Dividende

Im Dax sind die Lufthansa-Aktien bis zum Handelsschluss die mit Abstand größten Verlierer. Sie befinden sich damit in "guter Gesellschaft": Ein pessimistischer Ausblick der British-Airways-Mutter IAG drückte europaweit Luftfahrtwerte in die Tiefe. Wegen einer rückläufigen Nachfrage nach Geschäftsreisen schraubte IAG seine Expansionspläne zurück. Zudem wurde die Lufthansa am Tag nach der Hauptversammlung ex Dividende gehandelt.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,83
Differenz absolut
-0,46
Differenz relativ
-4,44%

Deutsche Bank: Thoma schmeißt hin

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10,26
Differenz absolut
-0,29
Differenz relativ
-2,76%

Auch die Papiere der Deutschen Bank stehen kräftig unter Druck und müssen die gestrigen Kursgewinne vollständig wieder abgeben. Das Geldhaus hatte am Morgen mitgeteilt, dass der Vorsitzende des Integritätsausschusses im Aufsichtsrat, Georg Thoma, sein Amt Ende Mai niederlegt. Thoma war in den vergangenen Tagen massiv angegriffen worden, weil er bei der Aufarbeitung der Skandale aus den letzten Jahren offenbar zu genau hinschaute und damit den Zorn der anderen Bankaufsichtsräte und Bankmanager auf sich gezogen hatte.

Linde gefällt

Dagegen sorgen die Linde-Zahlen bei den Anlegern für Erleichterung. Die schwachen Geschäftszahlen des französischen Wettbewerbers Air Liquide waren wohl doch kein schlechtes Omen für den deutschen Industriegase-Spezialisten und Anlagenbauer. Linde überraschte vor allem beim Gewinn positiv.

Dekkers sieht Bayer gut aufgestellt

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
88,93
Differenz absolut
-0,27
Differenz relativ
-0,30%

Der scheidende Bayer-Chef Marijn Dekkers sieht den Pharma- und Agrarkonzern nach der Neuausrichtung bestens vorbereitet für künftige Aufgaben. Bayer habe eine gute Zukunft vor sich, so Dekkers auf der Bayer-Hauptversammlung. An diesem Wochenende reicht Dekkers den Staffelstab an Werner Baumann weiter, der im Vorstand zuletzt unter anderem für die Strategie zuständig war.

BASF: Bremsklotz Ölpreis

Abwärts geht es mit BASF-Aktien. Im ersten Quartal ist das Betriebsergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen wegen des niedrigen Ölpreises um acht Prozent auf 1,9 Milliarden Euro gesunken. Analysten hatten einen noch stärkeren Rückgang auf 1,7 Milliarden Euro befürchtet. Wie es mit dem Konzern nun weitergeht, darüber sind sich die Analysten uneinig.

Continental hebt Renditeziel an

Auch Conti-Aktien schwächeln. Dabei hat der Autozulieferer sein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) zu Jahresbeginn um 8,4 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gesteigert. Der Dax-Konzern konkretisierte daraufhin sein Renditeziel und hob den Ausblick für die bereinigte Ebit-Marge auf Konzernebene von mehr als 10,5 Prozent auf rund elf Prozent an.

Fuchs Petrolub unter Erwartungen

Im MDax sind die Papiere von Fuchs Petrolub die größten Verlierer. Das Unternehmen habe die Markterwartungen im ersten Quartal etwas verfehlt, meint Analyst Lutz Grüten von der Commerzbank. Der unveränderte Gesamtjahresausblick erscheine herausfordernd. Der Umsatz stieg im ersten Quartal dank Zukäufen um zwölf Prozent auf 550 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um vier Prozent auf 85 Millionen Euro zu.

Nemetschek profitiert vom Auslandsgeschäft

Im TecDax hat die Softwarefirma Nemetschek ihre Quartalszahlen vorgelegt - und die Anleger unbeeindruckt gelassen. Wegen gut laufender Geschäfte im Ausland legte der Umsatz um knapp 17 Prozent auf 77,7 Millionen Euro zu, fast 70 Prozent des Umsatzes machte die Firma dabei im Ausland.

Aktienplatzierung lastet auf Hella

Ein Teilausstieg der Gründerfamilie setzt der Hella-Aktie zu. Der Thomson-Reuters-Tochter IFR zufolge bietet das Bankhaus Lampe im Auftrag der Gründerfamilie 1,74 Millionen Papiere in einer Spanne von 32,50 bis 33,50 Euro je Aktie an. Die zum Verkauf stehenden Titel seien bereits als Streubesitz klassifiziert.

RIB Software verbucht Gewinneinbruch

Der Bausoftwarehersteller RIB Software hat im ersten Quartal trotz höherer Erlöse einen Gewinneinbruch von rund 56 Prozent auf 1,224 Millionen Euro verbucht. Neben höheren Aufwendungen wie zum Beispiel für Vertrieb und Marketing schlugen hier besonders hohe Belastungen aus der Währungsumrechnung durch.

Washtec bestätigt Renditeziel

Die Quartalszahlen von Washtec erweisen sich nicht als Kurstreiber. Der nach eigenen Angaben "führende Anbieter von innovativen Lösungen rund um die Fahrzeugwäsche weltweit" hat nach einem Umsatzplus von zwei Prozent im ersten Quartal sein Umsatz-Jahresziel von drei bis fünf Prozent bestätigt.

Novo Nordisk ringt mit starker dänischer Krone

Der weltweit größte Insulinhersteller Novo hat wegen der starken dänischen Krone seine Prognosen für Umsatz und operatives Ergebnis etwas reduzieren müssen. Gemessen in den jeweiligen Landeswährungen bestätigte der Konzern indes seine Jahresziele.

Swiss Re mit Gewinnrückgang

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re ist mit einem Gewinnrückgang von 15 Prozent auf 1,23 Milliarden Dollar ins Jahr gestartet. Zwar blieb die Nummer zwei der Branche von teuren Großschäden verschont. Anders als im Vorjahr gab es aber keinen Gewinnsprung in der Lebensversicherungssparte.

Amgen hat's schon wieder getan

Der weltweit größte Biotech-Konzern Amgen ist nicht zu stoppen. Erneut hob das Unternehmen am Donnerstag seine Prognose für Umsatz und Gewinn im laufenden Jahr an. Nun sollen die Erlöse bei 22,2 bis 22,6 Milliarden US-Dollar liegen, beim Gewinn je Aktie (EPS) werden 10,85 bis 11,20 Dollar erwartet.

LinkedIn nimmt sich mehr vor

Ein Umsatzsprung zu Jahresanfang stimmt das weltgrößte Online-Karrierenetzwerk LinkedIn optimistisch. Die Erlöse stiegen im ersten Quartal überraschend kräftig um 35 Prozent auf 860,7 Millionen Euro, wie das US-Unternehmen mitteilte. Es hob daraufhin seine Prognosen für 2016 an.

Expedia: Kein Kauf-Kater – im Gegenteil

Das Internet-Reiseportal Expedia profitiert von seiner Einkaufstour. Der Umsatz stieg im ersten Quartal überraschend kräftig um 39 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar, wie das US-Unternehmen mitteilte. Die Zukäufe des vergangenen Jahres hätten erheblich dazu beigetragen.

Sanofi übt sich in Zuversicht

Der Pharmakonzern Sanofi zeigt sich zuversichtlich, die Zustimmung der Medivation-Aktionäre zur milliardenschweren Übernahme zu gewinnen. Im ersten Quartal verdienten die Franzosen währungsbereinigt mit 1,72 Milliarden Euro 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr, der Umsatz legte 0,7 Prozent auf 8,54 Milliarden Euro zu.

Groupon rutscht tiefer in die roten Zahlen

Die Rabattcoupon-Internetseite Groupon hat zu Jahresbeginn seinen Verlust ausgeweitet. Das Quartalsminus stieg auf 49,1 Millionen Dollar nach 14,3 Millionen im Vorjahr. Erneut lastete der starke Dollar auf der Bilanz. Anleger hatten aber noch schlechtere Zahlen erwartet.

Amazon: Rekordgewinn dank Cloud-Geschäft

Amazon kann also doch Geld verdienen: Der Online-Händler war bei Anlegern lange berüchtigt dafür, bestenfalls ein kleines Plus zu machen. Im vergangenen Quartal verdiente Amazon aber nun 513 Millionen Dollar – Rekord für das Unternehmen.

lg

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Tagestermine am Dienstag, 27. September

Unternehmen:
Nike: Q1-Zahlen, 22:15 Uhr

Konjunktur:
USA: Markit PMI Dienste, 15:45 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen, 16 Uhr

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