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Marktbericht 11:55 Uhr

Marktbericht negativ

Ernüchterung am Aktienmarkt

Dax kämpft mit der 10.000er-Marke

Stand: 26.08.2015, 11:55 Uhr

Nach schwachen US-Vorgaben scheint die Erholungs-Party am Aktienmarkt erst einmal zu Ende. Insgesamt beruhigen sich die Märkte aber nach dem China-Schock. Die Börse kehrt langsam zum Alltag zurück.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Bei nervösem Handel warten die Anleger nach zwei Handelstagen mit extrem hohen Volatilitäten auf neue Impulse. Der Dax tendiert gut ein Prozent leichter und kämpft mit der Marke von 10.000 Punkten. Der Index folgt einem vor allem im Schlussgeschäft schwachen US-Markt und hat seine Erholungsphase damit erst einmal beendet.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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Die beeindruckende Kurserholung vom Dienstag müsse zunächst als Bärenmarkt-Rally beurteilt werden, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Hessischen Landesbank (Helaba) in einem Morgenkommentar. Unter einen Bärenmarkt-Rally verstehen Börsianer eine zwischenzeitliche Kurserholung in einem Abwärtstrend.

Im Dax jedenfalls gibt es kaum Gewinner, die Verliererliste wird aktuell von BMW, Linde und SAP angeführt. Leicht im Plus ist derzeit allein die Münchener-Rück-Aktie, die allerdings am Vortag am schlechtesten gelaufen war.

Euro unter 1,15 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro ist am Vormittag leicht zurückgefallen und liegt aktuell knapp unter der Marke von 1,15 Dollar. An den Finanzmärkten scheint die Phase heftiger Marktturbulenzen abzuklingen. Zumindest in Europa habe sich die Lage an den Märkten beruhigt, lautet die Einschätzung des Experten Ralf Umlauf von der Helaba. Im weiteren Handelsverlauf dürfte sich der Fokus am Devisenmarkt wieder stärker auf die US-Geldpolitik richten. Die Anleger warten auf Hinweise für den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung in den USA seit über neun Jahren.

VW-Absatz im Rückwärtsgang

VW-Vorzüge reagieren in einem allerdings schwachen Gesamtmarkt mit Verlusten auf die Absatzzahlen für den Juli. Der Konzern leidet vor allem unter der sich abschwächenden Tendenz in China, aber auch in den Märkten Brasilien oder Russland. Zuversichtlich äußerte sich Vertriebschef Christian Klingler hingegen für die Regionen Europa und Nordamerika.

Drohen der Deutschen Bank neue Abschreibungen?

Die Blicke der Anleger richten sich auf die Postbank, deren Hauptversammlung heute stattfindet. Kleinanleger sollen abgefunden werden, die Muttergesellschaft Deutsche Bank will sich von der Retail-Tochter trennen. Diese Trennung aber könnte schmerzhaft werden, denn der Marktwert der Bank ist umstritten. Der Deutschen Bank drohen im schlimmsten Fall bis zu 3,5 Milliarden Euro frische Abschreibungen.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Postbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Telekom bietet in Serbien

Die Bonner haben nach einem Bericht des "Handelsblatt" eine nicht bindende Offerte abgegeben für den 58-prozentigen Anteil des serbischen Staates an der Telekom Sbrija. Insgesamt gibt es acht Bieter. "Es ist ein offener und transparenter Prozess", sagte Serbiens Regierungschef Aleksandar Vucic der Zeitung. "Die Deutsche Telekom, aber auch die anderen Interessenten sind sehr willkommen in Serbien." Dem Blatt zufolge will Serbien mindestens 1,1 Milliarden Euro für seinen Anteil einstreichen. Der Verkauf soll innerhalb der kommenden fünf Monate abgeschlossen werden. Ein Telekom-Sprecher wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Neuer Finanzchef bei Symrise

Der Aromenhersteller aus dem MDax erhält mit Olaf Klinger einen neuen Finanzvorstand. Der 50-jährige Klinger kommt vom privaten Klinikbetreiber Ameos und wird sein Amt am 1. Februar 2016 antreten. Er löst Bernd Hirsch ab, der auf eigenen Wunsch das Unternehmen verlässt. Das Symrise-Papier gilt als langjähriger Liebling der Anleger. Erst am 5. August hatte die Aktie bei 64,47 Euro ein Rekordhoch erreicht, ehe sie mit dem Gesamtmarkt abrutschte.

Wirecard am TecDax-Ende

Die Aktie ist größter TecDax-Verlierer nach Medienberichten, dass sich das Unternehmen ins Bieterrennen um den Video-Spezialisten Worldplay begeben hat. Anleger befürchten, dass sich der Zahlungsabwickler, der derzeit mit rund 4,6 Milliarden Euro bewertet wird, überheben könnte. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur "Bloomberg" bietet Wirecard acht Milliarden Euro.

Nanogate legt zu

Der Oberflächenspezialist hat im ersten Halbjahr deutlich zugelegt. Der Umsatz erhöhte sich um 50 Prozent auf über 42 Millionen Euro, das Ebitda stieg um mehr als ein Drittel auf 4,7 Millionen Euro. Nanogate bestätigte seine Prognose für 2015, wonach der Umsatz auf mehr als 80 Millionen Euro steigen und sich das operative Ergebnis deutlich verbessern soll. Die im Entry Standard der Frankfurter Börse notierte Aktie legt zu.

Conwert und CA Immo können gefallen

Die im Wiener Auswahlindex ATX enthaltenen Immobilienfirmen haben gute Zahlen für das erste Halbjahr gemeldet. Zudem gibt das jeweilige Management einen zuversichtlichen Ausblick. Damit folgen die Österreicher der Tendenz, die sich auch bei den deutschen Immobilienaktien gezeigt hat.

Konkret stiegen die Einnahmen von Conwert, einem Spezialisten für Wohnimmobilien, aus dem operativen Geschäft um gut zwei Drittel auf 25,7 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr wurde die Prognose von 40 auf 48 Millionen Euro erhöht. Einer der Ankeraktionäre ist mit 24,8 Prozent der deutsche Immobilienkonzern Adler Real Estate. CA Immo steigerte das Nettoergebnis um 67,5 Prozent auf 55 Millionen Euro. Der Konzern profitierte besonders von einem guten Marktumfeld in Deutschland. Im Ausblick erwartet CA vor allem mit deutlichen Gewinnen aus Immobilienverkäufen. Anders als Conwert ist CA auf Büroimmobilien spezialisiert.

Voestalpine kippt das Umsatzziel

Weniger gute Nachrichten kommen vom österreichischen Indexkollegen Voestalpine. Der Stahlkonzern kippt sein Umsatzziel. "Schon alleine aufgrund des enormen Verfalls der Rohstoffpreise in den letzten Jahren werden wir den Umsatz nach unten korrigieren müssen", sagte Voestalpine-Chef Wolfgang Eder in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters, ohne aber eine konkrete Zahl zu nennen. Wichtiger als der Umsatz sei ohnehin, dass die Rentabilitätsziele erfüllt werden, sagte Eder. Voestalpine will bis zum Jahr 2020/21 einen Umsatz von 20 Milliarden Euro erwirtschaften nach zuletzt 11,2 Milliarden Euro. Die Aktie gibt nach.

Megafusion im Online-Glücksspiel-Sektor

Die britische Betfair und der irische Rivale Paddy Power planen ihren Zusammenschluss, wie beide Unternehmen bekannt gaben. Die Vereinbarung über das knapp sieben Milliarden Euro schwere Geschäft stehe, es müssten nur noch Details verhandelt werden. Der Umsatz beider Firmen läge bei 1,5 Milliarden Euro, das wäre Weltspitze.

Wir glauben, das ist eine sehr attraktive Chance", sagte Paddy-Power-Finanzchef Cormac McCarthy der Nachrichenagentur "Reuters". Der Zusammenschluss würde beiden Unternehmen eine viel bessere Position verschaffen, um im sehr wettbewerbsintensiven Markt mitzuhalten. An der Börse kommen die Pläne sehr gut an, beide Aktien legen deutlich zu.

rm

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Tagestermine am Montag, 31. August

Unternehmen:
Adler Real Estate: Halbjahreszahlen
Bertelsmann: Halbjahreszahlen
Hermle: Halbjahreszahlen

Konjunktur:
Japan: Industrieproduktion Juli (vorläufig), 01:50 Uhr
EU: Verbraucherpreise August (vorläufig), 11:00 Uhr
USA: Chicago Einkaufsmanagerindex August, 15:45 Uhr;
Uni Michigan Verbrauchervertrauen August (endgültig), 16:00 Uhr

Sonstiges:
Großbritannien: Feiertag, Börse geschlossen.

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