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Marktbericht 9:15 Uhr

Marktbericht neutral

Verschnaufpause nach Kaufrausch

Dax: Jetzt müssen Anschlusskäufer her!

von Angela Göpfert

Stand: 20.05.2015, 09:15 Uhr

Nach dem gestrigen charttechnischen Befreiungsschlag befindet sich der Dax wieder fest in Bullenhand. Um das positive Szenario nicht zu gefährden, sollten die Bullen nun aber besser nicht nachlassen.

Zu Handelsbeginn leisten sich die Bullen immerhin keine großartigen Schwächen. Die 30 deutschen Standardwerte eröffnen unverändert bei 11.858 Punkten und rutschen danach leicht ins Minus. Am Dienstag waren sie noch 2,2 Prozent emporgeschnellt.

Keine Frage, mit dem gestrigen Kaufrausch hat sich das charttechnische Bild des Dax extrem aufgehellt. Die deutschen Standardwerte haben die Widerstandszone aus April-Abwärtstrend und Zwischentiefs bei 11.620/11.675 Punkten gestern eindrucksvoll per Aufwärtsgap überwunden.

Blick gen Allzeithoch

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Börse 09.05 Uhr

Das hatte zu einem regelrechten Short Squeeze geführt, nicht wenige Marktteilnehmer waren gezwungen, ihre Short-Positionen am Futures-Markt blitzschnell einzudecken.

Solange jetzt die Kurslücke bei 11.595 zu 11.707 Punkten nicht mehr geschlossen wird, hat der Dax weiter Luft nach oben. Der Weg bis an die nächste nennenswerte Widerstandslinie in Form der Zwischenhochs vom März bei 12.219 Punkten ist frei. Darüber lockt das Allzeithoch vom 10. April bei 12.391 Zählern.

Devisenmarkt: Nichts für schwache Nerven

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.0988
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Der Devisenmarkt wirft den Dax-Bullen am Mittwoch keine Steine in den Weg. Der Euro notiert auf Höhe seiner Unterstützungszone bei 1,10/1,11 Dollar. Laut Aussagen von Händlern wirkt hier immer noch die gestrige Ankündigung von EZB-Direktor Benoît Coeuré nach, wonach die EZB die in den Sommermonaten geplanten Anleihekäufe teilweise in den Mai und Juni vorziehen werde, um der Liquiditätsflaute im Sommer zu entgehen.

Wohlgemerkt: Das Gesamtvolumen der Anleihenkäufe bleibt unverändert! Insofern sind die Coeuré-Aussagen rational betrachtet eigentlich völlig ungeeignet, um einen solchen Abstieg des Euro zu rechtfertigen. Anleger sollten den Devisenmarkt weiterhin fest im Auge behalten.

"Smart money" nicht in Kauflaune

Die Vorgaben von der Wall Street fallen bescheiden aus. Sorge macht vor allem das Verhalten des "smart money". Die Profis und institutionellen Investoren praktizierten ein ausgiebiges "sell the rally": Im späten Handel wurden die frühen Kursgewinne im Dow Jones und S&P 500 konsequent abverkauft.

Der Dow Jones schloss magere 0,1 Prozent höher, der S&P 500 ging mit einem Minus von 0,1 Prozent aus dem Handel, nachdem beide Indizes im Handelsverlauf noch neue Rekordhöhen erklommen hatten. Der Nasdaq 100 gab 0,2 Prozent nach.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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18232.02
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S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
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Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
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4527.16
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Asien in Kauflaune

Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
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In Asien dominieren dagegen am Mittwochmorgen die Kursgewinne. Der SSE Composite in Shanghai steht zur Stunde 0,5 Prozent höher, der Nikkei in Tokio schloss 0,9 Prozent im Plus.

Die Regierung hatte zuvor vorläufige Daten bekanntgegeben, wonach Japans Wirtschaft im ersten Quartal um eine hochgerechnete Jahresrate von 2,4 Prozent gewachsen ist. Das ist mehr als Ökonomen erwartet hatten.

Banken: Fitch senkt den Daumen

Im Dax stehen am Morgen die Banken im Fokus. Die Ratingagentur Fitch hat am Dienstagabend mit der erwarteten Massenabstufung von europäischen Banken begonnen, weil Europas Regierungen nicht mehr bereit sind, die Geldhäuser im Krisenfall zu stützen.

Besonders hart traf es die Commerzbank, sie wurde gleich um vier Noten schlechter bewertet und steht mit "BBB" nur noch zwei Stufen über Ramschniveau. Auch die Deutsche Bank und die im MDax notierte Aareal Bank stufte Fitch herunter.

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.47
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Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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SAP: Schelte von den Aktionären?

SAP
SAP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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68.02
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Im Tagesverlauf dürfte auch SAP die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Softwarekonzern hält heute ab 10 Uhr seine Hauptversammlung in Mannheim ab. Zum Jahresauftakt hatte SAP seine mittelfristigen Wachstumserwartungen zurückgenommen. Der Umbau hin zu mehr Mietsoftware sorgte im ersten Quartal für einen Gewinneinbruch.

Daimler hat ein Brasilien-Problem

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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89.70
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Wegen einer Absatzflaute hat die Lkw-Sparte von Daimler in Brasilien 500 Angestellte entlassen und 7.000 in den Zwangsurlaub geschickt. Das Werk in Sao Bernardo do Campo nahe Sao Paulo wird für die ersten zwei Wochen des Juni heruntergefahren. Auch andere Autobauer wie Volkswagen sind von der Flaute in dem südamerikanischen Land betroffen.

Deutsche Post: Neuer Versuch

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Bei der Deutschen Post starten heute Gewerkschaft und Arbeitgeber einen weiteren Versuch zur Lösung des festgefahrenen Tarifkonflikts am Verhandlungstisch. In den vier Tarifrunden zuvor gab es keine Annäherung. Angesichts der Eskalation des Tarifkonflikts gilt eine Lösung als extrem schwierig. Für die Verhandlungen in Königswinter bei Bonn wurden zwei Tage angesetzt.

Metro: Offerte für Kaufhof

Metro ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Das Interesse des Karstadt-Eigentümers Rene Benko an Kaufhof beflügelt die Metro-Aktie. Die MDax-Titel ziehen stark an. Der Österreicher Benko hat einem Insider zufolge einen neuen Versuch für eine Übernahme des Rivalen gestartet.

Bertrand mit Umsatz- und Gewinnplus

Der jüngst in den Nebenwerteindex MDax aufgestiegene Bertrandt-Konzern hat im ersten Halbjahr ein Umsatzplus von neun Prozent auf 451,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Netto blieben 29,8 Millionen Euro nach 28,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Kernbranchen sind für die Firma neben der Automobilindustrie die Energie-, Medizin- und Elektrotechnik sowie der Maschinen- und Anlagenbau.

Deutsche Wohnen plant Kapitalerhöhung

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen will bei seinen Aktionären frisches Geld einsammeln. Der Konzern gibt 42,2 Millionen neue Aktien aus und möchte damit 875 Millionen bis 950 Millionen Euro einnehmen. Mit dem Geld soll vor allem der Kauf von 6.500 Wohnungen finanziert werden, die vor allem in Berlin liegen und insgesamt rund 500 Millionen Euro kosten.

Hella: Familienaktionäre blasen zum Rückzug

Im SDax rückt Hella in den Fokus. Die Familienaktionäre machen sich den rasanten Kursanstieg der Aktie zunutze und ziehen sich gut ein halbes Jahr nach dem Börsengang weiter aus dem Autozulieferer zurück. Über Nacht platzierten sie rund 13,9 Millionen Aktien bei institutionellen Investoren. Durch den Verkauf hat sich der Anteil der Hella-Aktien im Streubesitz auf rund 28 Prozent erhöht.

Sixt zum Verkauf empfohlen

Sixt ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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42.30
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Die Investmentbank Oddo Seydler hat Sixt-Stammaktien von "Hold" auf "Sell" abgestuft, das Kursziel aber von 38 auf 40 Euro angehoben. Das erste Quartal des Autovermieters habe ein gemischtes Bild geliefert. Die neue Einschätzung der Aktie reflektiere die jüngste Geschäftsentwicklung ebenso wie die reduzierte Beteiligung an der Sixt Leasing AG nach deren Börsengang.

Zooplus mit starkem Ergebniswachstum

Zooplus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die finalen Q1-Zahlen von Zooplus bestätigen das hohe Umsatzwachstum des Tierberdarf-Versandhändlers. Die Erlöse kletterten zu Jahresbeginn um 36,4 Prozent auf 164,6 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verbesserte sich von 1,2 Millionen Euro im Vorjahr um 25,4 Prozent auf 1,6 Millionen Euro im ersten Quartal 2015.

UBS kommt im Devisenskandal glimpflich davon

Die UBS muss im Devisenskandal weniger zahlen als zuletzt von vielen Experten erwartet. Für Probleme im Währungshandel wird ein Bußgeld in Höhe von 342 Millionen Dollar an die US-Notenbank fällig. Das US-Justizministerium wird hingegen keine Strafzahlung und keine Anklage erheben. Allerdings muss die UBS im Libor-Skandal weitere 203 Millionen Dollar nachlegen und ihre Schuld eingestehen.

Vienna Insurance mit Gewinnrückgang

Die historisch niedrigen Zinsen und hohe Unwetterschäden haben den Gewinn des größten österreichischen Versicherungskonzerns Vienna Insurance geschmälert. Vor Steuern ging das Ergebnis im ersten Quartal um gut 15 Prozent auf 131 Millionen Euro zurück. Analysten hatten im Schnitt mit 137 Millionen Euro gerechnet. Die verrechneten Prämien legten leicht auf 2,8 Milliarden Euro zu.

Google-Chance für Twitter

Unter den ausländischen Papieren lohnt Twitter einen Blick. In den USA wird die Google-Suche auf Smartphones und Tablets künftig mit aktuellen Beiträgen aus dem Kurznachrichtendienst Twitter ergänzt. Für Twitter könnte die Kooperation eine Chance sein, schneller die Nutzerzahlen zu steigern. Mit zuletzt gut 300 Millionen aktiven Nutzern wuchs Twitter den Investoren oftmals nicht schnell genug.

Google A: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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504.54
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Google C: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Twitter: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Die wichtigsten Google-Persönlichkeiten

Zehn Jahre an der Börse

Google-CEO Larry Page

Google-CEO Larry Page

Lawrence Edward Page wurde 1973 im US-Staat Michigan geboren. Der Sohn eines Informatikprofessors und einer Datenbankentwicklerin erwarb an der University of Michigan einen Bachelor in Ingeneurwissenschaften, bevor er für ein Informatik-Studium zur Universität von Stanford ging und dort Sergey Brin traf. 2001 gab er den Chefposten bei Google für zehn Jahre an Eric Schmidt ab. Page wurde durch den Erfolg des Megakonzerns zum mehrfachen Milliadär. Sein Vermögen schätzte Forbes 2014 auf knapp 32 Milliarden US-Dollar.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Dienstag, 26. Mai

Unternehmen:
Ryanair: Jahreszahlen, 07:00 Uhr
Alcatel Lucent: Hauptversammlung

Konjunktur:
USA: Auftragseingang Langlebige Güter im April, 14:30 Uhr
USA: Eigenheimabsatz im April, 16:00 Uhr
USA: Case-Shiller-Index, 15:00 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen im Mai, 16:00 Uhr

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