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Marktbericht 20:00 Uhr

Marktbericht negativ Hasen rennen davon

Erholungsversuch abgebrochen

Dax-Jahresgewinn wieder verspielt

Der Dax kommt nicht zur Ruhe: Der deutsche Leitindex sackte tief unter die Marke von 9.400 Punkten und hat an den letzten beiden Handelstagen mehr als 500 Punkte verloren.

Die Investoren erlebten am Montag ein Wechselbad der Gefühle. In der Spitze schaffte der Dax am Vormittag zeitweise sogar fast den Sprung über die Marke von 9.700 Zählern. Den höchsten Stand erreichte er bei 9.678,26 Punkten. Aus dem Handel ging er aber mit einem Abschlag von 2,7 Prozent auf 9.334,01 Punkten. Damit setzt sich die Schwäche der vergangenen Woche fort. Auf Jahressicht hat er damit rund zwei Prozent eingebüßt. Aber vielleicht startet morgen ja schon die Weihnachtsrally.

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Börse 19.00 Uhr

Die Anleger sorgten sich Marktteilnehmern zufolge, dass die US-Notenbank Fed auf ihrer Sitzung am Mittwoch Signale für eine unerwartet rasche Leitzinsende geben könnte. Auch charttechnische Gründe beschleunigten den Absturz: Der Dax fiel unter die 200-Tage-Linie, was weitere Verkäufe ausgelöst haben dürfte. Sollten die Sorgen vor der Zinswende tatsächlich der Grund für die Kursverluste sein, fällt zumindest auf, dass die US-Anleger sie offenbar nur bedingt teilen. Dort notierte der Dow Jones am Abend rund 0,4 Prozent leichter. Der Late-Dax sank um 2,6 Prozent auf 9.372,08 Punkte.

US-Konjunktur mit Licht und Schatten

Und die US-Konjunkturdaten lieferten auch keineswegs ein derart eindeutig positives Bild, dass die Investoren aus Angst vor einem Ende der Liquiditätsschwemme heute mehr als irgendwann sonst in Panik geraten müssten - und nach Panik sah der Absturz, der um etwa 15:30 einsetzte dann doch schon ein wenig aus. Die Industrieproduktion ist zwar im November um 1,3 Prozent gestiegen - der stärkste Anstieg seit Mai. Die Daten zeigten, "dass die konjunkturelle Dynamik bis zur Mitte des laufenden Quartals" sehr stark war, sagte Helaba-Ökonom Ralf Umlauf.

Die Industrie im wichtigen US-Bundesstaat New York ist dagegen erstmals seit fast zwei Jahren geschrumpft. Der Empire-State-Index fiel im Dezember von 10,16 Punkten im November auf minus 3,58 Zähler. Ein Wert über der Null-Marke signalisiert ein Wachstum im Vergleich zum Vormonat. Nun zeigt das Barometer erstmals seit Januar 2013 ein Schrumpfen des Sektors an. Weil in dem Bundesstaat viele Industriebetriebe angesiedelt sind, gilt der Index als Frühindikator für die Lage der Branche. Schwächer als erwartet fielen auch Daten vom Immobilienmarkt aus.

Der Rubel fällt und fällt

Am Nachmittag kostete ein US-Dollar 62 Rubel und damit über sechs Prozent mehr als am Freitag. Damit fiel die russische Währung auf ein neues Rekordtief. Deutliche Verluste von teils deutlich mehr als einem Prozent mussten auch der brasilianische Real, die indische Rupie, die indonesische Rupiah, der südafrikanische Rand und die türkische Lira hinnehmen.

US-Dollar in Russischer Rubel: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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"Die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls Russlands wird an den Swap-Märkten ernsthaft diskutiert und derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent gesehen" sagte Jens Klatt, Marktstratege bei DailyFX. Ulrich Leuchtmann, Leiter der Devisenabteilung bei der Commerzbank, erklärte die Entwicklung mit der Aussicht auf eine Straffung der amerikanischen Geldpolitik. Dass die US-Notenbank Fed im kommenden Jahr aller Voraussicht nach damit beginnen werde, die Zinsen anzuheben, sei zwar nichts Neues, so Leuchtmann. "An den Finanzmärkten ist das aber noch nicht vollständig eingepreist."

RWE: Anleger sorgen sich um Dividende

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Kein einziger Dax-Titel schaffte den Sprung in die Gewinnzone. Am Dax-Ende notierten die Titel von RWE. Die neue Dividendenpolitik sorgt auch in der neuen Woche unter Analysten und Anlegern für Skepsis und Verunsicherung. Analyst Peter Bisztyga von Merrill Lynch vermutet hinter der angekündigten Änderung der Dividendenpolitik des Versorgers eine versteckte Gewinnwarnung. Ebenfalls kritisch äußerte sich das Analysehaus Independent Research.

BT will britiche Telekom-Beteiligung EE

Der britische Telefonkonzern BT will die Deutsche-Telekom-Beteiligung EE übernehmen. Es gebe exklusive Gespräche, dabei gehe es um einen Kaufpreis von 12,5 Milliarden Pfund, teilten BT und Deutsche Telekom mit. Ein Teil des Kaufpreises des britischen Mobilfunk-Geschäfts soll in Aktien von BT gezahlt werden. Nach Abschluss des Deals würde die Telekom zwölf Prozent an BT halten und wäre im Board des britischen Unternehmens vertreten. Auf den EE-Miteigentümer Orange würden dann vier Prozent an BT entfallen.

Deutsche Börse hat mehr von Tradegate

Die Deutsche Börse stockt ihren Anteil an der Wertpapierhandelsbank Tradegate kräftig auf. Durch die Ausübung von Kaufoptionen steige der Anteil von rund fünf auf knapp 15 Prozent. "Die Aufstockung hat für uns strategischen Charakter und bekräftigt unsere langfristig ausgerichtete Kooperation mit der Tradegate AG", sagte Martin Reck, Leiter des Kassamarktes der Deutschen Börse. Die Tradegate AG ist eine Wertpapierhandelsbank und als Liquiditätsspender an mehreren deutschen Börsen tätig, vor allem an der in Berlin ansässigen Tradegate Exchange.

Morphosys kommt voran

Das Biotech-Unternehmen Morphosys hat einen weiteren Erfolg für seinen Antikörper-Wirkstoff MOR 208 errungen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat den Wirkstoff laut Morphosys als sogenanntes Orphan Medicinal Product für die Behandlung einer Art von Lymphdrüsenkrebs empfohlen. Die Entscheidung müsse von der Europäischen Kommission noch bestätigt werden.

DBAG kauft zu

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat den Spezialmaschinenbauer Pfaudler Process Solutions gekauft - 19 Prozent direkt und die übrigen 81 Prozent durch den parallel investierenden DBAG Fund VI. Pfaudler stellt emaillierte Behälter und Teile her, die als Lagertanks, Rohre und für die Chemie- und Pharma-Produktion verwendet werden.

Catoil verunsichert

Im SDax fallen Catoil-Aktien mit überdurchschnittlichen Kursverlusten auf. Der österreichische Ölindustrie-Dienstleister hatte am Freitagabend angebliche Fehler in der Übernahmeofferte des Großaktionärs Joma öffentlich gemacht.

BVB-Aktie unter Druck

Nach einer erneuten Niederlage hat der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund (BVB) an der Börse schlechte Karten. Mit dem 16. Tabellenplatz notiert der Verein zwar nicht auf einem direkten Abstiegsplatz. Doch der Relegationsplatz ist mit Sicherheit eine starke Enttäuschung. Die BVB-Aktie fällt überdurchschnittlich.

Stabilus peilt Rekordjahr an...

... aber die im SDax gelistete Aktie sinkt. Der Hersteller von Gasfedern, Dämpfern und elektromechanischen Antrieben kündigte an, seinen Aktionären im Geschäftsjahr 2014/15 etwa 20 bis 40 Prozent vom Gewinn als Dividende auszuschütten. Für das abgelaufene Geschäftsjahr bis Ende September plant das Unternehmen noch keine Dividende. Stabilus ist seit September im SDax gelistet. "Wir sind weiterhin auf kräftigem Wachstumskurs und planen auch für 2015 ein weiteres Rekordjahr", sagte Vorstandschef Dietmar Siemssen.

ItN erhält Großauftrag

Die ItN Nanovation AG hat den mit Abstand größten Auftrag ihrer Firmengeschichte erhalten, teilt das Unternehmen mit. "Die ItN Nanovation AG wurde über ihren örtlichen Vertriebspartner Juffali Chemical Products von der Saudi Tumpane Ltd. verbindlich mit der Lieferung von Filtrationslösungen zum Neubau eines Wasserwerks im Nordwesten von Saudi-Arabien beauftragt", heißt es. Das Auftragsvolumen belaufe sich auf insgesamt rund 6,6 Millionen Dollar.

PetSmart wird übernommen

Die US-Tiermarktkette PetSmart wechselt für 8,7 Milliarden Dollar in die Hände von Finanzinvestoren. Der auf Produkte und Dienstleistungen rund um Haustiere spezialisierte Konzern vereinbarte das Geschäft mit einer Gruppe von Beteiligungsunternehmen unter der Führung von BC Partners. Einzelne aktivistische Aktionäre hatten das Management seit Juli zu einem Verkauf gedrängt. Die scharfe Konkurrenz großer Einzelhändler wie Wal-Mart und Amazon macht PetSmart, wie auch anderen Spezialgeschäften, immer mehr zu schaffen.

Schwacher Ausblick von Honeywell

Der US-Mischkonzern Honeywell bekommt die schwächere Weltwirtschaft zu spüren. Das Unternehmen rechne 2015 mit Umsätzen von 40,5 bis 41,1 Milliarden Dollar, teilte Honeywell mit. Analysten sind dagegen bislang von Erlösen von knapp 42 Milliarden Dollar ausgegangen. Zu schaffen mache dem Konkurrenten von General Electric (GE) neben der Wirtschaftsabkühlung auch ein Rückgang bei den US-Rüstungsausgaben im nächsten Jahr.

ts

Stand: 15.12.2014, 20:00 Uhr

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Tagestermine am Donnerstag, 18. Dezember

Unternehmen:
Nike: Q2-Zahlen, 22:15 Uhr
Uralkali: Q3-Zahlen
KWS Saat: Hauptversammlung

Konjunktur:
D: Ifo-Geschäftsklimaindex, 12/14, 10 Uhr;
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Philly Fed, 12/14, 16 Uhr
USA: Frühindikatoren, 11/14, 16 Uhr;

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