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Marktbericht 20:15 Uhr

Marktbericht neutral

Woran liegt das nur?

Dax hinkt hinterher

Stand: 15.02.2017, 20:15 Uhr

Nebenwerte hui, Dax pfui. Im Vergleich zur zweiten Reihe macht der Dax derzeit keine gute Figur - und gegen die Wall Street bleibt der Index noch deutlicher zurück.

Am Ende eines durchwachsenen Handelstages beendete der deutsche Leitindex den Handel bei 11.793 Punkten. Das war ein Tagesgewinn von 0,19 Prozent, mit einer Handelsspanne zwischen 11.725 und 11.848 Punkten. Normalerweise keine besonders spektakuläre Meldung, eher "business as usual".

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.804,03
Differenz relativ
-1,20%

Aber was ist derzeit normal? Die Dax-Reaktion des heutigen Tages erhält nämlich ein anderes 'Geschmäckle', wenn man sich das derzeitige nationale und internationale Börsenumfeld anschaut. Gerade die internationalen Vorgaben sind bekanntlich stets von großer Bedeutung für den deutschen Leitindex mit seinen vielen exportlastigten Welt-Unternehmen.

Börsen auf Rekordkurs

Und da sieht es derzeit richtig gut aus. Vor allem die US-Märkte eilen derzeit von einem Rekordhoch zum nächsten, befeuert durch die Fantasie auf wie auch immer ausfallende positive fiskalpolitische Effekte der neuen Regierung und zuletzt noch durch die Deregulierung des Bankensektors. Fast schon Goldgräberstimmung derzeit in New York.

Wer jetzt aber meint, Deutschland werde abgehängt, irrt. Denn die Nebenwerteindizes MDax und SDax sowie der Technologieindex TecDax sind ebenfalls auf Rekordkurs. Der Kleinwerteindex SDax hat sogar erstmals die Marke von 10.000 Punkten übersprungen, der MDax heute schon in der Spitze 23.403 Punkte erreicht. Wer sich die Indizes anschaut sieht, dass dort Unternehmen mit viel Qualität vertreten sind. Um diesen Mittelstand beneiden uns viele ausländische Investoren. "Made in Germany" ist also nicht nur eine Domaine des Dax.

MDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
23.345,11
Differenz relativ
-1,05%
SDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9.889,14
Differenz relativ
-1,48%
TecDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.885,81
Differenz relativ
-1,39%

Mit der Rally der Nebenwerte werden damit insbesondere politische Begründungen entkräftet, die für die Dax-Schwäche herhalten müssen. Stichworte sind die anstehenden Wahlen in Frankreich, den Niederlanden oder Deutschland, aber auch die Brexit-Folgen und die Protektionismus-Sorgen der Trump-Regierung. Börsianer tun sich denn auch schwer, die aktuelle Dax-Entwicklung zu erklären.

ARD-Börsenstudio Hörfunk: Alexander Schmitt

Börse 20.15 Uhr: Lufthansa Tarifeinigung Dax

Marktexperte Jens Klatt beklagt etwa die fehlende eigene Stärke des deutschen Leitindex. Ein neues Jahreshoch sei bestenfalls im Windschatten der Wall Street möglich, und auch dort könne der Gipfelsturm nicht immer weitergehen.So lange der Dax keine neue Jahresbestmarke schaffe, bleibe die Gefahr eine deutlicheren Rückschlags, warnt sogar Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. Zur Erinnerung: Dax Dax-Allzeithoch ist fast zwei Jahre alt. Im April 2015 wurden 12.390 Punkte erreicht.

Autowerte belasten

In jedem Fall hat heute die schwache Entwicklung des hochgewichteten Autosektors eine bessere Entwicklung des Dax behindert. Auch Zulieferer Continental musste Federn lassen. Schwächster Wert war aber ProSiebenSat.1, der 0,9 Prozent abgab. Allerdings hatte das Papier zuletzt wieder viel Boden gut gemacht. An der Dax-Spitze standen die Banken, die von der Aussicht auf höhere Zinsen, zumindest in den USA, profitierten.

Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
192,05
Differenz relativ
-1,51%
Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
18,14
Differenz relativ
-2,16%

Wall Street setzt neue Bestmarken

An der New Yorker Börse steigen die großen Indizes derzeit weiter, wenn auch in moderaten Schritten. Das reicht aber, um jeden Tag auf das alte Rekordhoch noch ein Schnäppchen draufzusetzen. Der Leitindex Dow Jones ist bisher im Tageshoch bis auf 20.609 Punkte gestiegen.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
20.821,76
Differenz relativ
+0,06%

Es gab eine Fülle von Konjunkturzahlen die zeigen, dass die Wirtschaft in Amerika gut in Form ist. Zinserhöhungen, die gestern von Notenbankchefin Janet Yellen ziemlich deutlich avisiert wurden, werden wohl schneller kommen als erwartet. Konkret signalisieren die jüngsten Preisdaten und Einzelhandelsumsätze aus dem Januar sowie der Empire-State-Konjunkturindex aus New York für den Februar eine beschleunigte Entwicklung.

Janet Yellen

Janet Yellen. | Bildquelle: Imago

So stiegen die Verbraucherpreise im Monatsvergleich um 0,6 Prozent, erwartet waren nur 0,3 Prozent. Die Einzelhändler setzten 0,4 Prozent mehr um, erwartet wurden nur 0,1 Prozent mehr. Der Empire-State-Index lag bei 18,7 Punkten. Nach 6,5 Punkten im Januar und einer Erwartung von nur 7,0 Punkten.

"Die Zahlen überraschen durchweg auf der Oberseite. Zwar ist der Kernpreisdruck noch moderat, der Anstieg dürfte aber die Sorgen vor einer deutlich höheren Inflationsrate untermauern. Per saldo werden die Zinserhöhungserwartungen verstärkt", kommentiert Analyst Ralf Umlauf von der Helaba. Daten zur Industrieproduktion und vom Immobilienmarkt fielen hingehen etwas schwächer aus.

Euro auf Berg- und Talfahrt

Die Aussagen Yellens vom Vorabend sowie die starken Konjunkturzahlen haben zunächst den Euro bis auf ein Tagestief von 1,0521 Dollar gedrückt. Im weiteren Verlauf erholte sich die Gemeinschaftswährung wieder und steht aktuell etwas über 1,06 Dollar. Insgeamt aber bleibt der Euro in Anbetracht der Zinserwartungen in Amerika angeschlagen, wie der heutige Tag gezeigt hat.

Im Zuge des erstarkten Dollars fielen zunächst auch die Ölpreise zurück. Sie beliben derzeit im Minus. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostet rund 0,7 Prozent, eines der US-Sorte WTI 0,8 Prozent weniger.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,0555
Differenz relativ
-0,22%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
54,06
Differenz relativ
-0,59%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
56,08
Differenz relativ
-0,78%

Lufthansa und Piloten einigen sich, Banken gefragt

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit nimmt die Schlichterempfehlung zum Lohnstreit mit der Lufthansa an. Allerdings sind noch viele weitere Tarifthemen offen, über die weitere Gespräche vereinbart wurden. Dazu gehören die Betriebsrenten und die Übergangsversorgung. Dabei sind neue Streiks nicht ausgeschlossen. Die Lufthansa-Aktie legte trotzdem 1,67 Prozent zu und war hinter den Bankaktien drittgrößter Tagesgewinner.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13,71
Differenz relativ
+0,07%
Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
18,14
Differenz relativ
-2,16%
Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,10
Differenz relativ
-2,81%

PSA sucht das Gespräch in Sachen Opel

Europaweit sorgt(e) der sich anbahnende Verkauf von Opel an Peugeot für Gesprächsstoff. Auch die Politik ist jetzt alarmiert und mahnt insbesondere die Sicherheit der Arbeitsplätze in Deutschland und Großbritannien an. Im Vereinigten Königreich ist Opel unter der Marke Vauxhall weit vertreten und bekannt.

Die Peugeot-Aktie fiel nach den gestrigen Avancen wieder zurück. Die Chefin des Opel-Mutterkonzerns General Motors informierte die Führung des deutschen Autobauers heute in Rüsselsheim über den möglichen Verkauf von Opel an Peugeot. JPMorgan und Barclays haben ihre Empfehlung "Overweight" für die Peugeot-Aktie bestätigt.

Pfeiffer-Vorstand: Busch-Offerte "nicht attraktiv"

Der ins Visier seines Wettbewerbers Busch geratene Vakuumpumpenhersteller Pfeiffer Vacuum hat dessen Übernahmeofferte zurückgewiesen. "Aus heutiger Sicht wird der Vorstand von Pfeiffer Vacuum seinen Aktionären die Annahme des Angebots nicht empfehlen können." Die Offerte spiegele nicht die Wachstumspotenziale wider. Busch bietet je Pfeiffer-Aktie 96,20 Euro, das Papier aus dem TecDax schloss heute bei 106 Euro deutlich darüber.

Gerresheimer: Kräftige Dividendenerhöhung

Der Verpackungsspezialist Gerresheimer hat ein erfolgreiches Jahr 2016 hinter sich. Das Konzernergebnis stieg um 49,3 Prozent auf 168,2 Millionen Euro, insbesondere auch aufgrund des  Verkaufs des Geschäftsbereichs Life Science Research. Das Unternehmen schlägt eine Dividende von 1,05 Euro je Aktie vor – und damit eine Steigerung um 23,5 Prozent.

Norma kommt nicht voran

Die Geschäfte des Autozulieferers Norma haben 2016 stagniert. Laut vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz um 0,6 Prozent auf 894,9 Millionen Euro, das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) zog um 0,8 Prozent an auf 157,5 Millionen Euro. Die Ebita-Marge verblieb damit auf 17,6 Prozent. Anlegre hatten aber wohl schlechtere Zahlen befürchtet, denn das Norma-Papier legte 2,33 Prozent zu und war damit Tagessieger im MDax.

Patrizia übertrifft eigene Prognose

Im SDax begeisterte Patrizia Immobilien mit seinen Geschäftszahlen für 2016. Der Augsburger Immobilien-Investor hat seine erst vor drei Monaten nach oben geschraubten Gewinnerwartungen für 2016 übertroffen. Statt eines prognostizierten operativen Ergebnisses von 265 Millionen Euro standen am Ende 283 Millionen Euro zu Buche.

Kontron wird verschmolzen

Der Hersteller von Embedded-Computertechnologie hat bekannt gegeben, dass die Firma mit der S&T Deutschland Holding AG verschmolzen werden soll. Die Holding ist eine 100-prozentige Tochter der im TecDax enthaltenen österreichischen S&T AG. Die Aktionäre können sich nach Angaben des Unternehmens entweder für ein Barabfindungsangebot oder das Angebot der S&T AG im Zuge der Sachkapitalerhöhung die Gegenleistung in Höhe von 90% in neuen S&T Aktien und in Höhe von 10% als Barkomponente anzunehmen. S&T-Aktien waren Tagessieger im TecDax.

Buffett: Noch reicher dank Apple

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
128,75
Differenz relativ
-0,33%

Warren Buffett hat einmal mehr seinen guten Riecher für lukrative Geldanlagen bewiesen. Buffetts Firma Berkshire Hathaway hat im vierten Quartal ihren Anteil am iPhone-Hersteller Apple im vierten Quartal nahezu vervierfacht. Seitdem sind die Papiere des wertvollsten Konzerns der Welt kräftig im Kurs gestiegen. Erst am Dienstag markierten sie bei 135,09 Dollar ein frisches Allzeithoch.

Laut den neuesten 13F Filings an die US-Börsenaufsicht SEC ist Buffett überdies vor der geplanten Übernahme durch Bayer bei Monsanto eingestiegen. Bei den vier größten US-Airlines American, Delta, Southwest und United Continental griff der Starinvestor ebenfalls zu und erhöhte seine Anteile um das Siebenfache.

Pepsi mit solidem Zahlenwerk

PepsiCo: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
103,50
Differenz relativ
-0,02%

Eine gestiegene Nachfrage nach kalorien- und fettärmeren Getränken und Snacks brachte dem US-Konzern einen Quartalsgewinn über den Markterwartungen. Der Quartalsumsatz stieg um fünf Prozent auf 19,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn belief sich auf 1,4 Milliarden und übertraf nach bereinigter Rechnung die Prognosen von Analysten. Wegen Sondereffekten fiel er aber um knapp ein Fünftel niedriger aus als vor Jahresfrist. Die Aktie ist vorbörslich an der NYSE leicht im Minus.

Alcoa-Paket verkauft

Das vom ehemaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführte Metallunternehmen Arconic hat zwei Drittel seines 19,9-prozentigen Aktienateils an Alcoa verkauft und damit 890 Millionen Dollar erlöst. Mit dem Geld soll die Bilanz entlastet werden. Arconic ist aus der Aufspaltung von Alcoa hervorgegangen. Die klassische Verhüttungssparte führt weiter den Namen Alcoa.

Arconic spezialisiert sich dagegen auf hochwertige Aluminium- und Titanlegierungen für den Fahrzeug- und Flugzeugbau sowie die Bauindustrie. Im vierten Quartal 2016 verbuchte Arconic einen Nettoverlust von 1,2 Milliarden Dollar. Kleinfeld steht unter Druck, weil der Hedgefonds Elliott Management auf eine Ablösung des Konzernchefs dringt. Seit Elliott Ende Januar einen Chefwechsel forderte, ist der Kurs um 30 Prozent gestiegen.

Verizon bekommt Rabatt

Wegen der heftigen Cyber-Attacke auf Yahoo kommt der Telekomriese Verizon beim Internetpionier Yahoo wohl günstiger zum Zuge. Dies berichten Insider. Die Vereinbarungen sehen vor, dass der US-Telekomkonzern für die Yahoo-E-Mail-, Such- und Messengerdienste und den Bereich Online-Werbung zwischen 250 und 350 Millionen Dollar weniger auf den Tisch legen müsse als die ursprünglich vereinbarten 4,83 Milliarden Dollar.

Ein Verizon-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Yahoo war zunächst nicht erreichbar. Mehr als eine Milliarde Yahoo-Nutzer waren vom Datenklau betroffen gewesen. Den Schaden durch potenzielle Rechtsansprüche wollen sich beide Unternehmen teilen, hieß es weiter.

rm

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Rosenmontag, 27. Februar

Unternehmen:
Stada: Fristende zum Übernahmeangebot der Advent
Associated British Foods (Primark): Trading Update

Konjunktur:
EU: EZB Geldmenge M3, Januar, 10:00 Uhr
EU: Wirtschaftsvertrauen, Geschäftsklima und Verbrauchervertrauen Euro-Zone im Februar, 11:00 Uhr
USA: Auftragseingang langlebige Güter im Januar, 14:30 Uhr
USA: Schwebende Hausverkäufe im Januar, 16:00 Uhr

Konjunktur:
Barcelona/ Spanien: Mobile World Congress mit PKs von Netflix, Sony und Deutsche Telekom (bis 28.2.)

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