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Marktbericht 15:05 Uhr

Marktbericht negativ Pfeil abwärts

Rutsch bis unter die 9.300 Punkte

Dax schmiert weiter ab

Stand: 04.02.2016, 15:05 Uhr

Die kleine Erholung am deutschen Aktienmarkt war nur von kurzer Dauer. Am Nachmittag ist der Dax wieder deutlich ins Minus gekippt. Es droht der vierte Verlusttag in Folge. Der wiedererstarkte Euro setzt vor allem den Autotiteln zu.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Was ist bloß mit dem Dollar los? Am Donnerstag verliert der "Greenback" eineinhalb Cent gegenüber dem Euro. Die europäische Gemeinschaftswährung klettert auf über 1,12 Dollar und notiert auf dem höchsten Stand seit dreieinhalb Monaten. Bereits am Mittwoch hatte der Euro stark zugelegt. In den letzten zwei Tagen hat er über zwei Cent gegenüber dem Dollar gewonnen.

Fed-Vizechef besorgt über US-Konjunktur

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Börse 15.00 Uhr

Fed-Vizepräsident William Dudley hat Befürchtungen vor einer Abkühlung der US-und Weltkonjunktur angeheizt. Die Dollar-Stärke könnte gravierende Folgen für die US-Wirtschaft haben, warnte er in einem Interview. Tatsächlich lassen die jüngsten Konjunkturdaten befürchten, dass die US-Wirtschaft stärker an Schwung verliere als bislang angenommen, meint Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Im Dienstleistungssektor trübte sich überraschend die Stimmung ein. Zudem hat sich die Produktivität der US-Unternehmen im vierten Quartal deutlich verringert - um 3,0 Prozent.

Längere Zinspause?

Viele Anleger gehen nun davon aus, dass sich die US-Notenbank mit einer weiteren Straffung der Geldpolitik Zeit lassen dürfte. Nach Einschätzung der Analysten der Essener National Bank liegen die Erwartungen für einen weiteren Zinsanhebungsschritt im März bei nahezu null. Andrew Bossomworth, Anleihenexperte von Pimco, könnte sich sogar vorstellen, dass im Extremfall die Fed ihre Zinserhöhung rückgängig macht, sollte die USA in eine Rezession rutschen.

Wall Street dürfte schwächer eröffnen

Gestern noch hatte der schwächere Dollar die Wall Street angetrieben. Der Dow schloss über ein Prozent fester. Am Donnerstag sieht es aber nach Verlusten aus. Die Futures deuten auf einen schwachen Handelsauftakt hin. Der Dow steht vorbörslich 0,4 Prozent tiefer.

Dax auf neuem Jahrestief

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die schwachen Futures und der Höhenflug des Euro drücken den Dax nach unten – und wie. Der deutsche Leitindex weitet am frühen Nachmittag seine Verluste aus und fällt auf unter 9.300 Punkte. Damit hat er eine charttechnisch wichtige Unterstützung gebrochen und droht nun noch tiefer zu fallen. Seit Wochenbeginn hat der Dax rund 500 Punkte eingebüßt.

Ölpreise erholen sich weiter

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum 1 Woche
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Die Dollar-Schwäche hilft dem Ölpreis. Die Nordseesorte Brent verteuert sich leicht auf 35,31 Dollar. Der Preis für ein Fass der Sorte WTI steigt auf 32,64 Dollar. Am Rohstoffmarkt mehren sich Spekulationen auf eine mögliche Förderkürzung. Mehrere Rohölproduzenten scheinen zu einem Krisentreffen bereit, darunter auch Opec-Länder wie der Iran oder Russland.

Shell und Statoil bricht der Gewinn weg

Generell wirkt ein niedriger Ölpreis wie Schmierstoff auf die Konjunktur - doch wenn er zu tief fällt, bringt er zu viele Staaten und Konzerne in Bedrängnis. Shell und Statoil haben heute mit ihren neuesten Bilanzdaten davon ein einschüchterndes Beispiel geliefert. Shell verdiente 2015 unterm Strich fast 90 Prozent weniger als 2014, bei Statoil brach der Gewinn um rund die Hälfte ein.

Münchener Rück hat ein Herz für Aktionäre

In Deutschland nimmt die Berichtssaison an Fahrt auf. Gleich zwei Dax-Konzerne haben heute ihre Jahresbilanzen vorgelegt. Besonders die Zahlen der Münchener Rück kommen gut an, die Aktie setzt sich mit fast vier Prozent Kursplus an die Dax-Spitze. Der weltgrößte Rückversicherer hebt die Dividende um 50 Cent auf 8,25 Euro je Aktie an. An der Börse ist das ein Beleg dafür, dass das Management der künftigen Gewinnentwicklung vertraut.

Kalte Dusche von Daimler

Dagegen hat Daimler die Börse enttäuscht - trotz Rekordgewinn von knapp neun Milliarden Euro und Dividendenerhöhung um 80 Cent. Doch die leiseren Töne Daimlers mit Blick auf das China-Geschäft kamen nicht gut an. Das Reich der Mitte ist inzwischen der größte Einzelmarkt für Daimlers Pkw-Geschäft. Die Daimler-Aktie verliert gut fünf Prozent und ist damit größter Dax-Verlierer. Der starke Euro belastet zusätzlich. Auch die anderen Autoaktien notieren deutlich schwächer.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Gea auf Mehrmonatshoch

Im MDax sind die Aktien von Gea der Überflieger - mit einem Plus von sechs Prozent. Die Aktien erreichen mit 41,30 Euro ein Sechseinhalb-Monatshoch. Auch hier lockt der Blick auf die Bilanz des Anlagenbauers, die besser als erwartet ausfiel. Zudem könnten die Marktschätzungen für 2016 angesichts des Unternehmensausblick steigen, so Analyst Sebastian Growe von der Commerzbank.

Chinesen stocken Anteile an Kuka auf

Zeitweise um knapp zehn Prozent schossen die Aktien von Kuka hoch. Der chinesische Haushaltswaren-Hersteller Midea hat seine Beteiligung an dem Roboterhersteller von 5,4 auf 10,2 Prozent fast verdoppelt. Das schürt Übernahmefantasie. Chinesische Unternehmen sind derzeit auf großer Shoppingtour in Deutschland und Europa. Am Mittwoch machte der größte chinesische Chemiekonzern ChemChina eine Offerte von 43 Milliarden Dollar für den Schweizer Agrochemie-Konzern Syngenta.

Compugroup bleibt auf Kurs

Bei der im Technologiewerte-Index TecDax gelisteten Compugroup-Aktie fiel die Reaktion auf die Bilanz relativ verhalten aus. Der Medizinsoftware-Spezialist steigerte den Umsatz im vierten Quartal um vier Prozent auf 147 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte um 17 Prozent auf 33 Millionen Euro. 2016 will man das Wachstum fortsetzen und die Ertragskraft verbessern.

Bechtle überzeugt Anleger

Bechtle kann mit seinen vorläufigen Zahlen stärker überzeugen. Der IT-Dienstleister steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr um etwa zehn Prozent auf rund 2,8 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis kletterte sogar um ein Fünftel auf rund 129 Millionen Euro. Analyst Thorsten Reigber von der DZ Bank bezeichnete die Resultate als solide. Das Wachstums beider Geschäftsbereiche bleibe in Schwung.

HHLA macht schlapp

Aus dem SDax gab es zudem noch vorläufige Zahlen von der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA). Die Wirtschaftskrisen in Russland und der Ukraine sowie das deutlich verhaltenere Wirtschaftswachstum in China hinterlassen ihre Spuren. Der Umsatz sank um fünf Prozent auf gut 1,1 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis sank um 7 Prozent.

Analysten machen Kurse

Ansonsten sorgten Analystenkommentare für Bewegung im Dax. Dass die Privatbank Berenberg die Beobachtung von Infineon mit einer Kaufempfehlung wieder aufgenommen hat, ließ die Titel des Chipherstellers um 2 Prozent steigen. Die Aktien des Sportartikelherstellers Adidas honorierten eine frische Empfehlung der US-Investmentbank Goldman Sachs mit einem Plus von mehr als 2 Prozent.

Im MDax waren Salzgitter-Aktien nach einer Kaufempfehlung der Baader Bank gefragt. Sie waren zur Wochenmitte im Verlauf auf den tiefsten Stand seit 2005 abgerutscht, bevor sie ins Plus drehten. Analyst Christian Obst reduzierte zwar in seiner Studie das Kursziel von 30 auf 26 Euro, hob sein Votum für die Papiere des Stahlkochers aber von "Halten" auf "Kaufen" an. Dagegengerieten die Aktien von Wacker Chemie unter Druck nach einem verhaltenen Analystenkommentar der Commerzbank. Die Papiere des Chemieunternehmens und Solarindustriezulieferers bewegten sich damit weiter auf dem tiefsten Niveau seit Juli 2013, auf das sie am Dienstag nach der Vorlage von Geschäftszahlen abgerutscht waren.

Salzgitter: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Brain traut sich

Das Biotechnologie-Unternehmen Brain AG hat beim Gang an die Börse angesichts der jüngsten Turbulenzen nur sein Minimalziel erreicht. Der Ausgabepreis für die gut 3,6 Millionen Aktien Aktien wurde auf 9,00 Euro je Stück festgelegt und liegt damit am unteren Ende der ursprünglich angepeilten Spanne von 9 bis 12 Euro je Aktie. Der Börsengang ist für nächsten Dienstag, 9. Februar, geplant.

ING glänzt mit Milliardengewinn

Unter anderem gute Geschäfte in Deutschland haben der niederländischen Bank ING zu einem Gewinnsprung verholfen. Im vierten Quartal kletterte der Nettogewinn um 50 Prozent auf 822 Millionen Euro. Auch das Privatkunden- und Hypothekengeschäft legten zu.

SEB im Rückwärtsgang - Dividende steigt

Die schwedische Bank SEB hebt trotz eines Rückgangs des Betriebsgewinns im vierten Quartal die Dividende an. Für 2015 soll die Ausschüttung auf 5,25 Kronen je Aktie von zuvor 4,75 Kronen steigen. Im Schlussquartal ist das operative Ergebnis um rund 16 Prozent auf 5,51 Milliarden Schwedische Kronen umgerechnet 588 Millionen Euro) gefallen.

Sharp setzt auf Foxconn

Der angeschlagene Elektronik-Konzern Sharp gibt einem Insider zufolge dem taiwanesischen Apple-Zulieferer Foxconn den Vorzug für einen Rettungsplan. Damit lasse der japanische Konzern ein Angebot des einheimischen Staatsfonds INCJ liegen, sagte am Donnerstag eine mit dem Vorgang vertraute Person. Der Sender NHK berichtete weiter, Foxconn habe über 700 Milliarden Yen (etwa 5,3 Milliarden Euro) geboten, mehr als doppelt so viel wie INCJ. Sharp-Aktien schossen an der Börse in Tokio im Verlauf um fast 14 Prozent in die Höhe. Um das Schicksal von Sharp wird seit Monaten gerungen.

nb

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