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Marktbericht 20:00 Uhr

Marktbericht Panik

Und wieder rote Vorzeichen

Dax fängt sich einfach nicht

In den vergangangenen vier Handelstagen hat der Dax rund 400 Punkte verloren. Wo bleiben eigentlich die Schnäppchenjäger? Noch scheint die Angst vor weiteren Verlusten das Handeln der Investoren zu bestimmen.

Der Dax ging zum Wochenstart mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 9.154,14 Punkten aus dem Handel. Das ist der tiefste Stand seit Mitte März. Die Handelsspanne betrug mehr als 100 Punkte - der Dax schwankte vom Minus ins Plus und zurück. Den tiefsten Tagesstand erreichte er bei 9.130,34 Punkten. Die deutliche Volatilität darf man getrost als Zeichen für die Nervosität und die Ungewissheit der Investoren interpretieren.

"Große Verunsicherung"

"Beim Dax ist nun ein Test der 9.100-Punkte-Marke wahrscheinlich. Es droht ein Fall an und unter das Jahrestief im Bereich der 8.900er Punkte", kommentiert Niall Delventhal, Marktanalyst von DailyFX. Die Anleger wirkten nahezu wie gelähmt nach dem tiefen Fall im Deutschen Aktienindex von allein 4,5 Prozent in der vergangenen Woche, so Delventhal. "Die saisonale Schwäche des Dax im August hält die Schnäppchenjäger noch an der Seitenlinie." Die Verunsicherung unter den Anlegern bleibe groß, stellte auch Andreas Paciorek, Marktanalyst bei CMC Markets fest. Auch die US-Börsen halfen nicht weiter. Am Abend lag der Dow Jones leicht um 0,2 Prozent im Plus. Der Late Dax gab um 0,2 Prozent auf 9.167,21 Punkte nach.

Ob sich die Talfahrt auch in dieser Woche fortsetzt, wird nicht zuletzt vom weiteren Verlauf der Berichtsaison abhängen. In den kommenden Tagen werden unter anderem die Allianz, Deutsche Telekom und BMW berichten. Außerdem wird die EZB am Donnerstag über die künftige Geldpolitik entscheiden.

Ein tiefer Blick in die Glaskugel

Wer von der aktuellen Lage am Aktienmarkt deprimiert ist, für den hat die BayernLB etwas Trost anzubieten: "Wir sehen den Dax Ende 2018 bei rund 12.500 Punkten", sagte Chefvolkswirt Jürgen Michels. In zwölf Monaten sehen die Experten den Leitindex bei 10.400 Zählern. Stützend wirke die Geldpolitik, die zwar an Impulskraft verlieren werde, aber angesichts einer nur langsamen geldpolitischen Straffung der Fed und einer noch länger auf sehr expansivem Pfad verbleibenden EZB die Aktienkurse unterstütze. Zudem wird sich der BayernLB zufolge der Aufschwung der Weltwirtschaft fortsetzen.

Autoabsatz in Amerika steigt...

Autoaktien liefen etwas besser als der Durchschnitt. Der Automarkt in den USA boomt. Im Juli wurden 1,43 Millionen Autos und Pick-ups zugelassen - neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gut lief es für BMW und Daimler. BMW verkaufte inklusive der Tochter Mini 32.200 Autos und damit sieben Prozent mehr. Bei der Daimler-Tochter Mercedes-Benz wurden inklusive Smart und Sprinter-Transportern mit 30.800 Einheiten 16 Prozent mehr abgesetzt.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Erneut schnitt der Volkswagen-Konzern mit seinen drei Marken allerdings höchst unterschiedlich ab. Die Kernmarke VW verbuchte ihr 16. Monatsminus hintereinander. Der Absatz sank um 15 Prozent auf 30.500 Einheiten. Die Töchter Audi und Porsche verbuchten dagegen Zuwächse von 12 Prozent auf 14.600 beziehungsweise 13 Prozent auf 4.300 Wagen.

... und in Deutschland belebt sich der Markt

Auch der Automarkt in Deutschland belebt sich: Privatkunden und Firmen meldeten 6,8 Prozent mehr neue Pkws als im Vorjahresmonat an, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mit. In den ersten sieben Monaten betrug der Zuwachs 3,0 Prozent. Dieser sei "vor allem auf das lebhafte Geschäft der gewerblichen Zulassungen zurückzuführen", sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann. Die privaten Neuzulassungen blieben noch hinter den Erwartungen zurück.

Keine Panik bei Fresenius

Die Aktionäre des Gesundheitskonzerns Fresenius müssen sich an ein völlig neues Kursniveau bei "ihrer" Aktie gewöhnen. Das Unternehmen hat einen Aktiensplit durchgeführt. Die Anteilseigener haben für je eine gehaltene Aktie ohne Zuzahlung zwei weitere Anteilsscheine erhalten. Sie haben damit eine dreimal so hohe Stückzahl wie bisher im Depot.

Gibt es Interesse an der Commerzbank?

Commerzbank-Aktien gehörten zu den stärksten Werten im Dax. Der Chef der Finanzholding RHJ, Leonard Fischer, hat dem "Spiegel" gesagt, er rechne mit Übernahme-Attacken auf deutsche Banken. "Das rückt als erstes die Commerzbank-Aktie in den Fokus. Hier kommt im Markt, gerade in der aktuell schwierigen Zeit für die Bank, immer als erstes Fantasie auf", zitiert die Nachrichtenagentur dpa-AFX einen nicht genannten Händler. Ob er das tatsächlich ernst meint, bleibt allerdings sein Geheimnis. Denn die Bank ist gefühlt schon seit Jahrzehnten ein ganz besonders heißer Übernahmekandidat.

Permira hält an Hugo Boss fest - vorerst

Der Finanzinvestor Permira hat mit einem Ausstieg beim Modekonzern Hugo Boss nach eigenen Angaben keine Eile. "Wir haben derzeit keine Verkaufsabsichten", sagte ein Permira-Sprecher. In Finanzkreisen hieß es, es gebe auch kein Mandat für eine Bank, einen Verkaufsprozess für die 3,7 Milliarden Euro schwere Beteiligung in Angriff zu nehmen. Permira habe bisher alle Anfragen von Interessenten abgelehnt. Bloomberg hatte mit einem Bericht über einen angeblich bevorstehenden Verkauf die Hugo-Boss-Aktie zeitweise um mehr als drei Prozent gedrückt.

Fraport expandiert in Amerika

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat die AMU Holding übernommen, die Besitzerin der Airmall USA. Die Airmall-Gruppe vermarktet Einzelhandelsflächen an den Flughäfen Baltimore, Pittsburgh, Cleveland und Boston. "Mit dem Erwerb der Airmall haben wir eine vielversprechende Plattform für die Entwicklung des US-Geschäfts begründet", erklärte Fraport-Chef Stefan Schulte.

Rheinmetalls Russland-Deal gestoppt

Rheinmetall: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Rheinmetall-Aktien gehörten zu den schwächsten Titeln im MDax. Der Grund: Das Aus für ein Rüstungsgeschäft mit Russland. Die Bundesregierung bestätigte einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung» über die widerrufene Genehmigung für den Bau eines Gefechtsübungszentrums mit einem Wert von 100 Millionen Euro. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte das Geschäft wegen der Ukraine-Krise schon im März vorläufig gestoppt.

Neue Schiffe für Tui

Europas größter Reisekonzern Tui baut sein Kreuzfahrtgeschäft aus. Die gemeinsam mit Royal Carribean Cruises betriebene Kreuzfahrtmarke Tui Cruises soll ihre Flotte bis zum Jahr 2017 von derzeit drei auf dann sechs Schiffe verdoppeln. Dem bereits im Bau befindlichen Schiff "Mein Schiff 4" sollen zwei weitere Kreuzfahrtriesen folgen. Zudem habe sich Tui Cruises Kaufoptionen für die Schiffe Nummer 7 und 8 gesichert, sagte ein Sprecher.

Großauftrag für Dürr

Der Autozulieferer Dürr hat von Volkswagen einen der größten Aufträge seiner Geschichte erhalten. Im neuen polnischen VW-Werk in Wrzesnia baut Dürr die Lackiererei für den Nachfolger des Transporters VW Crafter. Das Auftragsvolumen belaufe sich auf mehr als 100 Millionen Euro und sei im Auftragseingang für das zweite Quartal schon eingerechnet, erklärte ein Sprecher. Der Spezialist für Lackier- und Reinigungsanlagen hatte das Ordervolumen im zweiten Quartal um 15 Prozent auf 707 Millionen Euro gesteigert.

Mologen kommt voran

Die Aktie des Biotech-Unternehmens Mologen steigt kräftig. Das Unternehmen hat erste Genehmigungen für die Studie der klinischen Phase III für den Wirkstoffkandidaten MGN1703 erhalten. Dieser soll zu zur Behandlung von metastasierendem Darmkrebs eingesetzt werden.

Hawesko unter Verkaufsdruck

Vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen sind Hawesko auf Talfahrt gegangen. Der Weinhändler, zu dem neben dem Versandhandel auch die Ladenkette "Jacques' Weindepot" gehört, will am Mittwoch über die Entwicklung im zweiten Quartal berichten und Analysten rechnen mit einem Gewinneinbruch. Das zweite Quartal werde in diesem Jahr das schwächste für den Weinhändler sein, hatten erst in der vorigen Woche die Analysten von Close Brothers Seydler Bank erklärt.

HSBC enttäuscht

Die größte europäische Bank, die britische HSBC hat im ersten Halbjahr einen Rückgang beim Ergebnis vor Steuern um zwölf Prozent auf 12,3 Milliarden US-Dollar hinnehmen müssen. Damit verfehlte sie die Erwartungen von Analysten. Grund war ein schwaches Investmentbanking.

GE Investiert Milliarden in Afrika

General Electric: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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19.73
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Der Siemens -Rivale General Electric (GE) will bis 2018 zwei Milliarden Dollar in Afrika investieren. Für den US-Konzern böten sich große Chancen auf dem Kontinent, erklärte Firmenchef Jeffrey Immelt. Es seien dort zwar die Rohstoffe vorhanden, um den steigenden Energiebedarf Afrikas zu decken. Es klaffe jedoch eine Lücke bei der notwendigen Technologie und der Finanzierung. Konkret will GE das Stromnetz in Algerien stabilisieren und die Versorgung einer Öl-Raffinerie in Nigeria sicherstellen.

Wachstum bei Hypoport

Der internetbasierte Finanzdienstleister Hypoport hat in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres den Umsatz auf 53,3 Milllionen Euro gesteigert. Das entspricht einem Plus von 12,1 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erreichte 4,3 Millionen Euro.

5.000 Euro Gewinn für IQ Power

Im ersten Halbjahres 2014 beliefen sich die Konzernumsätze nach Unternehmensangaben auf 551.000 Euro nach 12.000 Euro im Vorjahr. Das Gesamtergebnis des ersten Halbjahres 2014 liegt bei rund plus 5.000 Euro, so das Management von IQ Power. Im Vorjahr habe der Verlust bei 781.000 Euro gelegen. Die IQ Power AG entwickelt Technologien für Starterbatterien für Kraftfahrzeuge.

ts

Stand: 04.08.2014, 20:00 Uhr

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Tagestermine am Dienstag, 2. September

Unternehmen:
Zumtobel: Q1-Zahlen, 07:30 Uhr

Konjunktur:
EU: Erzeugerpreise Juli, 11:00 Uhr
USA: ISM-Index Verarbeitendes Gewerbe August, 16:00 Uhr; Bauinvestitionen September, 16:00 Uhr

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