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Marktbericht 11:30 Uhr

Marktbericht neutral

Kursplus leicht ausgebaut

Dax: Europa-Schwäche gibt zu denken

von Angela Göpfert

Stand: 08.02.2017, 11:30 Uhr

Dax und EuroStoxx 50 hinken den US-Indizes extrem hinterher. Das bedeutet nichts Gutes.

Jubel-Stimmung an der Wall Street: Dow Jones Index, Nasdaq 100 und Nasdaq Composite haben am Dienstag neue Rekordhochs markiert. Im Gegensatz dazu sind die Anleger in Europa deutlich verhaltener gestimmt.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
20.837,44
Differenz relativ
+0,08%
S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.369,75
Differenz relativ
+0,10%
Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
5.347,55
Differenz relativ
+0,08%

EuroStoxx 50 bietet trauriges Bild

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.835,11
Differenz relativ
+0,11%

Der EuroStoxx 50 hat noch nicht einmal sein 2015er-Hoch überwunden – und notiert aktuell rund 70 Prozent unterhalb seines Allzeithochs aus dem Jahre 2000 (5.522 Punkte).

Der Performance-Dax zieht heute im Laufe des Vormittagshandels um bis zu 0,3 Prozent an auf 11.591 Punkte in der Spitze. Von diesem Niveau aus müsste er aber nochmals 6,9 Prozent zulegen, um sein Allzeithoch (12.391 Punkte) aus dem Jahre 2015 einzustellen.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre
Kurs
11.835,11
Differenz relativ
+0,11%
EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum 5 Jahre
Kurs
3.317,05
Differenz relativ
+0,23%

Kurs-Dax besser vergleichbar

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Börse 11.00 Uhr

Und selbst diese Betrachtungsweise ist noch beschönigend, schließlich ist der Performance-Dax wegen der Berücksichtigung von Dividenden-Zahlungen nach oben verzerrt. Bei allen anderen großen internationalen Indizes werden Dividenden bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

Der mit internationalen Indizes wesentlich besser vergleichbare Dax-Kursindex notiert übrigens 13 Prozent unterhalb seines Rekordhochs.

Superwahljahr sorgt für Verunsicherung

All diese Zahlen sind Beleg für eine anhaltende und sehr ausgeprägte Schwäche deutscher und europäischer Aktien im Vergleich zu ihren amerikanischen Konkurrenten. Eine solche war in der Vergangenheit übrigens häufiger Vorläufer einer Korrektur - auch in den USA.

Aktuelle fundamentale Gründe für die Zurückhaltung insbesondere amerikanischer Fondsmanager, sich in Europa zu engagieren, liegen auf der Hand: Politische Unsicherheiten in Bezug auf Griechenland und die im Jahresverlauf anstehenden Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland verunsichern die Investoren.

Zwischen verhaltener Charttechnik und negativer Saisonalität

Aus technischer Perspektive würde sich das Bild im Dax mit einem Sprung über den Kreuzwiderstand bei 11.620 Punkten wieder aufhellen. Dagegen würde ein Sturz unter die 11.400 das Tor in Richtung 11.000 weit aufstoßen.

Überdies mahnt die negative Saisonalität (7er-Jahre, Nachwahljahre) im Februar zur Vorsicht. Mehr dazu in unserem Interview mit Marktbeobachter Robert Rethfeld von "Wellenreiter-Invest".

Gold-Anleger haben immer noch nicht genug

Die Ölpreise stehen weiter unter Druck. Experten gehen davon aus, dass die Lagerbestände an Rohöl in den USA in der vergangenen Woche erneut zugelegt haben. Die für 16:30 Uhr anstehenden Daten dürften für Bewegung sorgen. Der Goldpreis kann auf seine jüngste Rally noch eins draufsetzen und zieht an auf aktuell 1.236 Dollar je Feinunze.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
53,52
Differenz relativ
-1,11%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
55,40
Differenz relativ
-1,08%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.256,36
Differenz relativ
+0,26%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,0598
Differenz relativ
+0,11%

Der Euro, der – zu Freuden der Exportwerte im Dax – am Vortag kräftig Federn lassen musste, tendiert auch am Mittwoch weiter abwärts. Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,0648 Dollar.

Merck mit Analysten-Malus

Die Aktien der Merck KGaA zählen nach einem verhaltenen Analystenkommentar zu den anstehenden Geschäftszahlen zu den schwächsten Dax-Werten. Die Markterwartungen an den Pharma- und Chemiekonzern erschienen insbesondere beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) etwas zu hoch, schrieb Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank in einer Studie.

Deutsche Bank: Muss der Investmentbanking-Chef gehen?

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
18,52
Differenz relativ
+0,62%

Der Investmentbanking-Chef der Deutschen Bank, Jeffrey Urwin, könnte laut dem "Wall Street Journal" womöglich seinen Posten räumen. Es würden Gespräche bei dem Geldhaus geführt, wonach Finanzchef Schenck den Geschäftsbereich übernehmen solle. Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme ab.

Lufthansa: Silberstreif am Tarif-Horizont

Die Lufthansa-Billigtochter Eurowings und die Flugbegleitergewerkschaft Ufo wollen einem Insider zufolge ihren zähen Tarifkonflikt in einer Schlichtung lösen. Zudem haben die Experten der Société Générale die Aktien auf "buy" von "hold" gestuft. Die Lufthansa-Aktie ist zunächst größter Dax-Gewinner.

Daimler: Citigroup tritt nach

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
68,56
Differenz relativ
-0,26%

Daimler-Aktionäre haben aktuell eine schwere Zeit. In den vergangenen rund zwei Wochen fielen sie um knapp neun Prozent. Jetzt hat auch noch die Citigroup ihre Kaufempfehlung gestrichen und die Aktie auf "Neutral" herabgestuft und das Kursziel von 80,00 auf 73,50 Euro gesenkt. Die Gewinnentwicklung des Dax-Konzerns dürfte den Anlegern nicht mehr ausreichen.

Osram mit Gewinnrückgang

Der Lichttechnikkonzern Osram hat seinen Umsatz im Weihnachtsquartal um 5,4 Prozent auf 991 Millionen Euro gesteigert. Unter dem Strich ging der auf die Aktionäre entfallende Gewinn von 337 Millionen Euro im Vorjahr auf 98 Millionen Euro zurück, vor allem weil Sondererträge aus Beteiligungsverkäufen vor einem Jahr den Überschuss aufgehübscht hatten.

Hochtief-Tochter begeistert mit Bilanz

Hochtief: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
142,45
Differenz relativ
-0,59%

Die im MDax notierte Aktie des Baukonzerns Hochtief kann von guten Zahlen ihrer Tochter Cimic – früher Leighton – profitieren. Cimic-Aktien stiegen an der Börse im australischen Sydney um 7,6 Prozent. "Die Zahlen für 2015/16 waren besser als erwartet, und die Prognose für 2017 liegt ebenfalls höher", sagte ein Händler.

Grenke: Ausblick kommt gut an

Im SDax können Grenke-Aktien von Geschäftszahlen profitieren. Vor allem der Ausblick auf das neue Jahr dürfte bei den Anlegern positiv ankommen, sagte ein Händler. Das Unternehmen erwartet 2017 einen Anstieg des Leasing-Neugeschäft um 11 bis 16 Prozent und beim Factoring um 12 bis 20 Prozent. Der Konzerngewinn soll auf 113 bis 123 Millionen Euro steigen.

DMG Mori rechnet mit schwierigen Zeiten

DMG Mori Seiki: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
45,63
Differenz relativ
+0,11%

Der Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori stellt sich nach Umsatz- und Gewinneinbußen im vergangenen Jahr auf schweres Fahrwasser ein. Er rechne für das laufende Geschäftsjahr "mit einem schwierigen internationalen Marktumfeld", teilte der seit zehn Monaten amtierende Vorstandschef Christian Thönes mit.

Disney: Sportsender macht Probleme

Ein Rückgang der Werbeeinahmen und Probleme beim Sportsender ESPN haben Walt Disney im abgelaufenen Quartal deutlich zugesetzt. Der Konzernumsatz gab im ersten Quartal um drei Prozent auf 14,8 Milliarden Dollar nach und verfehlte damit die Erwartungen der Experten. Der Überschuss sank um 14 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Derweil liefen die Vergnügungsparks weiter gut und verzeichneten Zuwächse.

ABB stoppt Auftragsschwund

Der Elektrokonzern ABB hat seinen Auftragsschwund im abgelaufenen Quartal vorerst gestoppt. Auf vergleichbarer Basis gingen drei Prozent mehr neue Orders im Volumen von knapp 8,3 Milliarden Dollar ein. Der Nettogewinn des Schweizer Siemens-Rivalen verdoppelte sich zwar auf 489 Millionen Dollar, blieb aber deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Syngenta: Übernahme im zweiten Quartal?

Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta hat ein Jahr nach dem Übernahmeangebot von ChemChina als nach wie vor eigenständiges Unternehmen einen Gewinnrückgang von zwölf Prozent auf 1,18 Milliarden für das Geschäftsjahr 2016 veröffentlicht. Die beiden Firmen sind zuversichtlich, dass die Übernahme nun im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen werden kann.

Sehr verhaltener Ausblick von Sanofi

Frankreichs größter Pharmakonzern Sanofi rechnet in diesem Jahr nicht mit einer Ergebnisverbesserung. Der Gewinn je Aktie werde entweder stabil oder sogar leicht unter dem im vergangenen Geschäftsjahr erreichten Wert bleiben. Im abgelaufenen vierten Quartal fiel der Überschuss um 2,9 Prozent auf 1,61 Milliarden Euro.

Rio Tinto: Sparprogramm zahlt sich aus

Der australische Bergbau-Konzern Rio Tinto hat von der Erholung auf den Rohstoffmärkten und gesenkten Kosten profitiert. Der bereinigte Gewinn des Weltmarktzweiten stieg im vergangenen Jahr um zwölf Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar und lag damit über den Erwartungen der Analysten.

TomTom fährt operativen Verlust ein

Der niederländische Navigationsgeräte-Hersteller TomTom ist im abgelaufenen Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Der Konzern fuhr nach einem Gewinn vor Jahresfrist einen operativen Verlust von 0,5 Millionen Euro ein. Der Umsatz ging um sechs Prozent zurück.

Carlsberg: Überraschender Rückgang

Der Umsatz des dänischen Brauers Carlsberg ist im abgelaufenen Quartal überraschend zurückgegangen. Statt des erwarteten leichten Anstiegs fielen die Einnahmen des Anbieters von Bieren wie Holsten, Astra und Tuborg um rund fünf Prozent auf umgerechnet 1,86 Milliarden Euro.

Moeller-Maersk verfehlt Markterwartungen

Der dänische Reederei- und Ölkonzern Moeller-Maersk ist im vergangenen Quartal mit seinem operativen Ergebnis (Ebitda) von 1,5 Milliarden Dollar und seinem Umsatz von 8,89 Milliarden Dollar hinter den Analystenerwartungen zurückgeblieben. Für das laufende Jahr sagt das Management einen Anstieg des bereinigten Nettogewinns voraus.

Milka-Konzern Mondelez enttäuscht

Der Milka-Hersteller Mondelez hat, belastet von der Dollarstärke, im vierten Quartal weniger verdient und umgesetzt als Analysten erwartet hatten. Der Gewinn lag unter dem Strich bei 93 Millionen Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 729 Millionen Dollar entstanden. Der Umsatz sank um 8,1 Prozent auf 6,77 Milliarden US-Dollar. Anleger zeigten sich enttäuscht.

Apple rollte zu Weihnachten Smartwatch-Geschäft auf

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
129,46
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-0,01%

Apple hat nach Berechnungen von Experten mit der zweiten Version seiner Computer-Uhr der Konkurrenz Marktanteile abgenommen. Die Apple Watch sei trotz Lieferengpässen bei einigen Modellen im vierten Quartal etwa sechs Millionen Mal verkauft worden, schätzt die Marktforschungsfirma Canalys. Damit seien rund zwei Drittel der weltweit abgesetzten Computer-Uhren von Apple gekommen.

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Apples Geschichte - alles Jobs oder was?

Steve Jobs' Genie-Streiche

 Steve Wozniak (links) und Steve Jobs 1976

1976: Die Gründung

Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gründeten Apple im April 1976 gemeinsam. Jobs als treibender Verkäufer, Wozniak als Tüftel-Genie und Wayne als Schlichter für die ungleichen Freunde. Allerdings stieg Wayne bereits einige Tage später wieder aus dem Unternehmen aus. Mehr zum Thema: Ronald Wayne: Der vergessene Apple-Gründer

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Dienstag, 28. Februar

Unternehmen:
Hochtief: Jahreszahlen, 07:00 Uhr
Salzgitter AG: Jahreszahlen, 07:30 Uhr
ElringKlinger: Jahreszahlen, 07:30 Uhr
Steinhoff International Holdings: Q1 Trading Update
Georg Fischer: Jahreszahlen, 07:00 Uhr
Novartis: Hauptversammlung, ab 10:00 Uhr
Erste Group: Jahreszahlen und PK, 11:00 Uhr
Ryanair: PK in Frankfurt mit CEO O'Leary, 11:30 Uhr
Salesforce.com: Q4-Zahlen

Konjunktur:
Japan: Industrieproduktion im Januar. 00:50 Uhr
Deutschland: DIW-Konjunkturbarometer
USA: BIP Q4, zweite Schätzung, 14:30 Uhr
USA: Case-Shiller-Index für Dezember, 15:00 Uhr
USA: Einkaufsmanagerindex Chicago im Februar, 15:45 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen im Februar, 16:00 Uhr

Konjunktur:
Luxemburg: Urteil des Gerichts der EU zu Antidumping- und Antisubventionszölle auf Solarpaneele aus China
Barcelona/ Spanien: Mobile World Congress (bis 2.3.)

Darstellung: