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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht neutral

Trotz der Turbulenzen in Washington

Dax: Erstmal durchatmen

Stand: 18.05.2017, 20:02 Uhr

Nach den heftigen Verlusten am Vortag haben sich die Gemüter der Anleger am Donnerstag beruhigt. An der Wall Street nutzen die Investoren den gestrigen Kurseinbruch sogar für den Wiedereinstieg. Ganz so mutig sind sie in Frankfurt noch nicht.

Nach den massiven Verlusten der Vortage hat sich die Reise gen Süden an den Aktienmärkten aber deutlich verlangsamt. Nach einem tiefen Fall auf 12.489 Punkte kann sich der Dax im Tagesverlauf wieder erholen. In der Spitze dreht er sogar hauchdünn ins Plus bei 12.634 Zählern. Im weiteren Verlauf machen die Anleger dann aber doch wieder etwas Kasse. Am Ende geht der Dax bei 12.590 Punkten aus dem Handel, 0,33 Prozent oder 41 Punkte tiefer als am Vortag.

Schützenhilfe bekommt der Dax von der Wall Street. Nachdem der Dow-Jones-Index am gestrigen Mittwoch 1,8 Prozent verloren hatte - den höchsten Tagesverlust seit September, kommt es heute zu einer Denkpause. Der Dow dreht sogar leicht ins Plus. Bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend notiert er 0,26 Prozent höher bei 20.661 Punkten.

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Börse 20.15 Uhr

Für Beruhigung sorgt die sich verbreitende Überzeugung, dass die Aussichten auf ein Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump offenbar sehr gering sind - auch wenn die Ermittlungen gegen den Präsidenten zu den Umständen des Rauswurfs des FBI-Chefs noch lange nicht abgeschlossen sind. Manche wittern hinter den ständigen angriffen auf den Präsidenten gar ein Komplott der Geheimdienste.

US-Wirtschaft läuft

Fakt ist, dass Amerikas Wirtschaft läuft. So hat sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Mai überraschend aufgehellt. Er ist im Mai auf 38,8 Punkte gestiegen, nach 22,0 Punkten im Vormonat. Erwartet wurde ein Rückgang auf 18,5 Punkte. Zudem ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche unerwartet gefallen. Der Index der Frühindikatoren des Conference Boards ist den achten Monat in Folge gestiegen und lässt auf ein fortgesetztes Wirtschaftswachstum in den USA schließen.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.595,55
Differenz relativ
-0,21%
Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
21.082,95
Differenz relativ
+0,34%

Trotzdem bleiben natürlich Zeifel, ob Trump angesichts immer neuer Skandale überhaupt eines seiner großen Wahlkampfversprechen einlösen kann, die den Märkten in den vergangenen Monaten einen kräftigen Autrieb bescherten.

Viele Investoren sorgten sich, dass die von Trump gemachten Ankündigungen, die Unternehmenssteuern zu senken, die Infrastruktur zu modernisieren und die Verteidigungsausgaben zu erhöhen, vielleicht nicht umgesetzt werden könnten, erklärt Jochen Stanzl von CMC Markets. In der Hoffnung auf einen Wirtschaftsboom haben die internationalen Börsen seit der Präsidentschaftswahl im November zwischen zehn und 20 Prozent zugelegt.

Euro weiter über 1,11 Dollar

Der Euro notiert nach dem jüngsten steilen Anstieg immer noch über der Marke von 1,11 Dollar. Von seinem am Abend erklommenen Sechs-Monats-Hoch von 1,1171 Dollar hat sich der Euro aber etwas entfernt. Bei Xetra-Schluss in Frankfurt notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,1121 Dollar.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1213
Differenz relativ
+0,03%
Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
19.686,84
Differenz relativ
-0,64%

Deutsche Börse ex Dividende

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
90,30
Differenz relativ
-0,23%

Schwächster Wert im Dax ist die Aktie der Deutschen Börse. Sie wird heute ex Dividende gehandelt. Rechnet man die Ausschüttung von 2,35 Euro je Anteilsschein mit ein, ist das Minus aber deutlich geringer.

BMW charttechnisch angeschlagen

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
84,70
Differenz relativ
-0,63%

Unter Druck stehen auch die Aktien von BMW. Sie sind einer der größten Verlierer im Dax und fallen um gut 2,5 Prozent. Der Rutsch unter die 100-Tage-Linie und 50-Tage-Linie habe für zusätzlichen Abgabedruck gesorgt, erklärte ein Händler. Diese von charttechnisch orientierten Anlegern beobachteten Durchschnittskurse gelten als Indikator für den mittelfristigen Trend. Die 100-Tage-Linie verläuft aktuell bei 86,06 Euro, die 50-Tage Linie bei 85,28 Euro. Belastet wird das Papier zudem weiter von der allgemeinen Diesel-Problematik.

Merck: Chinesen erobern Marktanteile

Merck-Logo vor Unternehmensgebäude

Börse 10.00 Uhr Merck-Bilanz enttäuscht

Noch höhere Verluste muss die Aktie des Pharma- und Chemiekonzerns Merck hinnehmen. Dort verliert das hochprofitable Geschäft mit Flüssigkristallen an Glanz. Konkurrenz aus China setzt dem Unternehmen zu und lässt die Marktanteile von Merck schrumpfen. Finanzchef Marcus Kuhnert beschwichtigte am Donnerstag in einer Telefonkonferenz: "Es ist hier nicht so, dass wir jetzt von der Klippe fallen." Dennoch senkte der Konzern die Umsatz- und Ergebniserwartungen für diesen Bereich. Das Geschäft mit Flüssigkristallen war dank des Booms zu immer größeren Bildschirmen und steigender Smartphone- und Tablet-Zahlen für Merck lange der Hauptgewinnbringer.

Deutsche Bank will Geld von Vorständen

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
16,75
Differenz relativ
-0,59%

Derweil zieht sich bei der Deutschen Bank die Hauptversammlung in die Länge. Das Institut will einen Schlussstrich unter ihre skandalbehaftete Vergangenheit ziehen - aber nicht, ohne frühere Top-Manager für Altlasten zur Kasse zu bitten. Aufsichtsratschef Paul Achleitner sagte am Donnerstag zum Auftakt der Hauptversammlung in Frankfurt, es gebe fortgeschrittene Gespräche mit einstigen Vorständen. Er erwarte in den nächsten Monaten eine Regelung, "die einen wesentlichen finanziellen Beitrag der Betroffenen sicherstellt". Seit längerem sei zusammen mit externen Juristen die Frage einer persönlichen oder kollektiven Verantwortung geprüft worden.

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Börse 14.00 Uhr Deutsche-Bank-Aktionäre wollen Ergebnisse sehen

Südzucker ist nicht bange

Südzucker: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19,10
Differenz relativ
-0,80%

Südzucker sieht sich für die anstehenden Umwälzungen auf dem Zuckermarkt gut gerüstet. "Das Fahrwasser wird unsicherer, aber uns ist nicht bange", sagte Vorstandschef Wolfgang Heer heute auf der Bilanzpressekonferenz des MDax-Konzerns. Ende September 2017 läuft die Zuckermarktordnung in der EU aus, die fast fünf Jahrzehnte lang Produktionsquoten und Mindestpreise für Zuckerrüben reguliert hat. Dann müssen sich die europäischen Zuckerhersteller dem weltweiten Wettbewerb stellen. Experten gehen davon aus, dass sich die Zuckerpreise in der EU nach dem Ende der Regulierung zunächst einmal abschwächen werden.

Zooplus mit strammen Wachstum

Zooplus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
198,90
Differenz relativ
-0,05%

Kräftig abwärts geht es mit der Aktie von Zooplus. Dabei hat der Online-Tierbedarfshändler aus dem SDax seinen Vorsteuergewinn im ersten Quartal von 2,9 auf 3,4 Millionen Euro verbessert. Der Umsatz kletterte um 24 Prozent auf 257 Millionen Euro. Der freie Cashflow legte um 10,4 auf 16,2 Millionen Euro zu.

Harte Zeiten für Grammer

Grammer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
50,21
Differenz relativ
-0,53%

Auch die Grammer-Aktie steht unter Druck. Der Autozulieferer leidet massiv unter dem Machtkampf mit dem Investor Hastor. "Im ersten Quartal haben sich unsere Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum halbiert", sagte Grammer-Aufsichtsratschef Klaus Probst der "Wirtschaftswoche". "Meine Einschätzung ist, dass der Einstieg der Familie Hastor Grammer und vielleicht sogar Prevent die Zukunft kostet", sagte Probst dem Magazin. "Ich sehe eine Katastrophe auf Grammer zukommen", ergänzte er.

Startschuss für Biotest-Übernahme

Die chinesische Investmentgruppe Creat startet die im März bekanntgegebene Übernahme der hessischen Pharmafirma Biotest. Die Aktionäre können bis zum 15. Juni ihre Anteile anbieten, wie Creat am Donnerstag mitteilte. Die Biotest-Eigentümerfamilie Schleussner hat sich bereits vertraglich verpflichtet, ihren in der OGEL GmbH gebündelten Anteil von knapp 51 Prozent den Asiaten zu übertragen.

Alibaba boomt weiter

Die chinesische Handelsplattform Alibaba hat im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut kräftig zugelegt. Jetzt will das Unternehmen durch einen Aktienrückkauf bis zu sechs Milliarden US-Dollar (5,4 Milliarden Euro) an seine Aktionäre zurückgeben, wie es am Donnerstag in Peking mitteilte. Das Rückkaufprogramm soll zwei Jahre lang laufen.

Walmart hat's weiter schwer

Der weltgrößte Einzelhändler Walmart hat im ersten Geschäftsquartal bis Ende April seinen Umsatz lediglich um 1,4 Prozent auf 117,5 Milliarden Dollar steigern können. Währungsbereinigt lag das Plus bei 2,5 Prozent. Das operative Ergebnis sank hingegen leicht um 0,7 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar.

Cisco enttäuscht

Für Enttäuschung sorgte am Abend nach Börsenschluss der Netzwerkspezialist Cisco Systems. Der Konzern rechnet für das laufende Quartal mit einem Umsatzrückgang von vier bis sechs Prozent. Damit würde der Umsatz zwischen 11,88 und 12,13 Milliarden Dollar liegen und die Analystenerwartungen von 12,51 Milliarden Dollar verfehlen. Die Cisco-Aktie notiert im vorbörslichen New Yorker Handel gut sieben Prozent tiefer.

Fiat Chrysler hat auch manipuliert

Fiat Chrysler: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,36
Differenz relativ
-1,22%

Auch die Papiere von Fiat Chrysler gerieten nachbörslich unter Abgabedruck. Das US-Justizministerium bereitet laut Bloomberg nun auch gegen den italienisch-amerikanischen Autokonzern eine Klage in der Dieselaffäre vor. Sollten in Gesprächen die Streitpunkte rund um mutmaßliche Verstöße gegen Abgasgesetze nicht ausgeräumt werden können, könnte noch diese Woche eine Klage eingereicht werden, hieß es unter Berufung auf zwei Insider.

lg

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 24. Mai

Unternehmen:
Vonovia: Q1-Zahlen, 7 Uhr
Schoeller-Bleckmann: Q1-Zahlen, 8 Uhr
Marks & Spencer: Jahreszahlen, 8 Uhr br> Bilfinger: HV, 10 Uhr
Vossloh: HV, 10 Uhr
Grammer: HV, 10 Uhr
QSC: HV, 10 Uhr
Indus Holding: HV, 10:30 Uhr
Glencore: HV, 11 Uhr
Leifheit: HV, 12 Uhr
HP: Q2-Zahlen, 22:05 Uhr
CTS Eventim: Q1-Zahlen
Tiffany & Co.: Q1-Zahlen

Konjunktur:
D: GfK-Konsumklima 06/17, 8 Uhr
D: Bauhauptgewerbe, 03/17
EU: Rede von Mario Draghi in Madrid, 14:45 Uhr
USA: Markit PMI, Gewerbe und Dienste 05/17 (1. Veröffentlichung), 15:45 Uhr
USA: Verkauf bestehender Häuser 04/17, 16 Uhr
USA: Energieministerium Ölbericht (wöchentl.), 16:30 Uhr
USA: FOMC-Sitzungsprotokoll v. 2./3.5.2017

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