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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht positiv Dax

Dämpfer von der Wall Street

Dax: Erst Turbo, dann Kriechgang

Stand: 25.07.2016, 20:02 Uhr

Der Dax hat den ersten Handelstag der neuen Woche trotz eines herben Dämpfers am Nachmittag doch noch freundlich beendet. Ein überraschend guter Ifo hatte am Vormittag für große Freude gesorgt.

Am Mittag kletterte der Dax bis auf 10.264 Punkte, seinen Tageshöchststand, nachdem die deutschen Unternehmen laut der jüngsten Ifo-Umfrage extrem gelassen auf den Brexit reagiert haben. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen fielen besser aus als von Volkswirten erwartet worden war. Tatsächlich dürfte das deutsche BIP wegen des Brexit-Votums in diesem Jahr lediglich 0,1 Prozent schwächer ausfallen als erwartet.

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Börse 20.15 (Tageszusammenfassung für DLF)

Am Nachmittag bröckeln die Gewinne dann kurzzeitig fast vollständig ab und das Börsenbarometer fällt auf 10.125 Punkte. Auslöser sind die nachgebenden Ölpreise. Sie belasten die Kurse der großen Ölfirmen, allen voran Chevron und Exxon an der Wall Street. Dadurch gerät der amerikanische Leitindex Dow Jones ins Rutschen und verliert ein halbes Prozent auf 18.474 Punkte, nachdem Dow und S&P im bisherigen Monatsverlauf je 3,6 Prozent gewonnen hatten.

Warten auf neue Bilanzen

Für Unsicherheit sorgte auch die Fed, die ihren Zinsentscheid am Mittwoch bekanntgeben wird. Zwar gilt eine Zinserhöhung als ausgeschlossen. Doch könnte die Notenbank in ihrem Kommentar Hinweise auf die künftige Geldpolitik geben.

Da es keine Konjunkturdaten und kaum Unternehmensnachrichten gebe, fehlten Impulsgeber für die meisten Aktienkurse. Das wird sich allerdings schon morgen ändern, wenn am Nachmittag wieder eine Vielzahl von Quartalsbilanzen auf der Agenda stehen. In den USA steuert die Berichtssaison nämlich auf ihre heiße Phase zu. Die Ergebnisse werden zeigen, ob die durch die zahlreichen Allzeithochs vieler US-Aktien gerechtfertigt sind oder nicht.

Gewisse Sorglosigkeit

Das Minus an der Wall Street bremst auch die Kurse in Frankfurt aus. Zeitweise notiert der Dax nur noch 0,1 Prozent im Plus. In den letzten Minuten vor Xetra-Schluss greifen einige Anleger dann doch wieder zu, so dass der Dax am Ende bei 10.198 Punkten aus dem Handel geht, genau ein halbes Prozent höher als am Freitag.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.529,59
Differenz absolut
-93,38
Differenz relativ
-0,88%

Marktbeobachter diagnostizierten momentan eine gewisse Sorglosigkeit am Markt. Dies sei auch am Angstbarometer des Dax abzulesen, der auf Jahressicht auf seine niedrigsten Stände gefallen sei.

Euro weiter unter 1,10 Dollar

Der Kurs des Euro hat nach dem überraschend gut ausgefallenen Ifo-Geschäftsklimaindex etwas zugelegt. Bei Börsenschluss am Abend wird die Gemeinschaftswährung bei 1,0988 Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Freitagabend. In der Nacht war der Euro zuvor bis auf 1,0952 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit etwa einem Monat.

US-Dollar in Yen: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
100,57
Differenz absolut
0,10
Differenz relativ
+0,10%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,128
Differenz absolut
0,00
Differenz relativ
+0,15%

Gold und Öl weiter unter Druck

Spekulationen auf ein Überangebot in den USA haben am Montag die Ölpreise belastet. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um rund zwei Prozent auf 44,81 Dollar je Barrel (159 Liter). Das war der niedrigste Preis seit Mitte Mai. US-Leichtöl WTI kostete mit 43,22 Dollar 2,2 Prozent weniger. Zum einen belaste die Aussicht auf weiterhin hohe US-Bestände die Preise. Zum anderen setzten viele Anleger angesichts einer schleppenden Konjunktur weltweit auf eine sinkende Nachfrage.

Der Goldpreis nähert sich weiter in raschen Schritten der runden Marke von 1.300 Dollar. Das Tagestief liegt bei gut 1.313 Dollar die Feinunze.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.322,37
Differenz absolut
-1,38
Differenz relativ
-0,10%
Kurs
49,42
Differenz absolut
0,38
Differenz relativ
+0,77%
Kurs
47,04
Differenz absolut
0,32
Differenz relativ
+0,68%

Lufthansa: Und noch eine Herabstufung

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10,42
Differenz absolut
-0,30
Differenz relativ
-2,80%

Zu den Verlierern im Dax gehört die Lufthansa-Aktie. Die UBS hat den Luftfahrt-Titel nach einer Gewinnwarnung von "Buy" auf "Neutral" abgestuft. Von den günstigeren Treibstoffpreisen bleibe nicht viel bei der Fluggesellschaft hängen, hieß es in einer Studie vom Montag.

ThyssenKrupp testet Widerstand

ThyssenKrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
21,15
Differenz absolut
-0,06
Differenz relativ
-0,31%

Zulegen können dagegen die Aktien von ThyssenKrupp. Sie haben erneut ihren Chartwiderstand im Bereich von 20 Euro getestet. Seit Anfang Mai ist ein weiterer Anstieg der Papiere des Stahl- und Industriekonzerns bereits mehrmals an dieser Hürde gescheitert - auch heute. Zuletzt wurden Thyssen-Papiere mit 19,96 Euro gehandelt. In der Dax-Erholung seit dem Brexit-Rückschlag sind ThyssenKrupp-Aktien mit aktuell rund 17 Prozent Kursgewinn in fünf Wochen drittbester Wert im Leitindex hinter RWE und SAP.

VW vor Toyota

Zulegen können auch die Autoaktien, auch die von VW. Der vom Dieselskandal erschütterte Konzern hat nach einer Studie im ersten Halbjahr seine Position als absatzstärkster Autobauer weltweit vor Toyota behauptet. Nach Schätzungen des Center of Automotive Management (CAM) schlug der Zwölf-Marken-Konzern bis Ende Juni 5,04 Millionen Fahrzeuge los, ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Japans größter Autohersteller lag mit einem Absatz von 4,99 Millionen Pkw knapp dahinter.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
120,40
Differenz absolut
-2,25
Differenz relativ
-1,83%
Toyota: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
53,38
Differenz absolut
-0,34
Differenz relativ
-0,62%

Deutsche Börse: 58,1 Prozent der Aktien angedient

Die Deutsche Börse muss beim anvisierten Zusammenschluss mit der London Stock Exchange (LSE) bis zur letzten Minute auf grünes Licht ihrer Eigentümer warten. Im Rahmen des Fusionsangebots seien bis zum frühen Montagnachmittag 58,1 Prozent der Deutsche-Börse-Aktien angedient worden, teilten die Frankfurter mit. Deutschlands größter Börsenbetreiber braucht bis Dienstag, 24 Uhr, mindestens 60 Prozent Zustimmung, um mit der Fusion fortfahren zu können.

Sartorius und Adva rocken den TecDax

Im TecDax zieht die Sartorius-Aktie nach einer Prognoseanhebung in der Spitze bis auf ein Rekordhoch von über 72 Euro an. Die Aktien seien zwar nicht gerade günstig, doch liefere das Unternehmen und übertreffe weiterhin die Markterwartungen. Das rechtfertige die hohe Bewertung, meint die Privatbank Berenberg. Noch stärker zulegen können die Papiere von Adva Optical. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser empfiehlt den Telekomausrüster zum Kauf mit einem Kursziel von 11,10 Euro. Derzeit ist die Aktie weniger als acht Euro wert.

Dürr auf Jahreshoch

Im MDax sind Dürr-Aktien nach einer optimistischen Studie der SocGen um über drei Prozent auf den höchsten Strand seit Dezember 2015 geklettert. Analyst Sébastien Ubert traut dem Anlagenbauer wegen einer wohl starken Auftragslage im zweiten Quartal eine Anhebung der Prognose für das Gesamtjahr zu. Damit könne sich das Management auch das obere Ende der bislang angepeilten Umsatzspanne zum Ziel setzen. Ubert bleibt bei seiner Kaufempfehlung und sieht mit einem Kursziel von 93 Euro noch über 20 Prozent Potenzial.

Airbus: Analysten senken den Daumen...

Unter Druck steht dagegen Airbus. Die US-Investmentbank JPMorgan hat Airbus von "Neutral" auf "Underweight" abgestuft und das Kursziel von 51,00 auf 45,50 Euro gesenkt. Grund für den Stimmungsumschwung: Risiken bei der Umsetzung der Unternehmensziele und die zunehmend schlechten Nachrichten aus der Luftfahrt.

... auch für ElringKlinger

Auch ElringKlinger im SDax hat unter einer Herabstufung durch JPMorgan zu leiden. Die Amerikaner haben den deutschen Autozulieferer nach Eckdaten zum zweiten Quartal von "Neutral" auf "Underweight" abgestuft und das Kursziel von 19 auf 14 Euro gesenkt. Die Aktie biete im Branchenvergleich ein ungünstiges Chance-Risiko-Profil.

Ryanair bekräftigt Gewinnziel

Ryanair: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
11,97
Differenz absolut
-0,38
Differenz relativ
-3,09%

Ryanair hält trotz des Brexit-Votums und Anschlägen in Europa an seiner Gewinnprognose fest. Der Überschuss werde im bis Ende März 2017 laufenden Geschäftsjahr um etwa 13 Prozent auf 1,38 bis 1,43 Milliarden Euro zulegen, stellte die irische Billigfluggesellschaft am Montag in Aussicht. Das wäre ein Rekordergebnis.

Nintendo: Zu hoch geklettert

Enttäuschte Hoffnungen auf einen Gewinnschub durch das Handyspiel "Pokémon Go" haben einen Ausverkauf bei Nintendo ausgelöst. Die Aktien des japanischen Videospiel-Anbieters stehen vor dem größten Tagesverlust seit fast 26 Jahren. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, "Pokémon Go" werde nur einen begrenzten Einfluss auf die Geschäftszahlen haben.

Verizon krallt sich Yahoo

Das Schicksal von Yahoo ist entschieden. In einem Schnäppchen-Deal in Höhe von knapp fünf Milliarden Dollar verleibt sich der US-Telco Verizon den Internet-Pionier ein. Das heute bekanntgegebene Geschäft wurde nach einem fünf Monate dauernden Bieterwettstreit festgezurrt. Damit wird sich Yahoo unter anderem von seinem E-Mail-Dienst und den Webseiten für Nachrichten, Finanzen und Sport trennen.

LVMH verkauft Donna Karan

Der französische Luxusgüterkonzern LVMH trennt sich von Donna Karan. Für 650 Millionen Dollar geht das Modeunternehmen mit den Marken Donna Karan und DKNY an die amerikanische G-III Apparel Group. G-III hat mehr als 30 verschiedene Modemarken unter seinem Dach, darunter Calvin Klein, Guess und Tommy Hilfiger.

Ericsson wechselt Chef aus

Der Netzwerkausrüster Ericsson tauscht seinen Chef aus. Vorstandschef Hans Vestberg trete mit sofortiger Wirkung zurück, teilte der Konzern am Montag mit. Der bisherige Finanzchef Jan Frykhammar übernehme übergangsweise seinen Posten. Es werde intern und extern nach geeigneten Kandidaten gesucht.

Philips schlägt sich besser als gedacht

Der niederländische Konzern und Siemens-Konkurrent Philips hat im zweiten Quartal ein operatives Ergebnis von 544 Millionen Euro erwirtschaftet und damit die Erwartungen leicht übertroffen. Der Umsatz betrug 5,9 Milliarden Euro. Die Ebita-Marge stieg auf 9,3 Prozent nach 6,8 Prozent im ersten Vierteljahr.

lg

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Tagestermine am Donnerstag, 25. August

Unternehmen:
Fielmann: Q2-Zahlen (endgültig), 7:30 Uhr
RTL Group: Halbjahreszahlen, 8 Uhr
Givaudan: Investorenkonferenz, 9:30 Uhr
Vivendi: Halbjahreszahlen, 17:40 Uhr
CTS Eventim: Q2-Zahlen
Tiffany & Co: Q2-Zahlen
Medtronic: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklima August, 10 Uhr
USA: Auftragseingang langlebiger Güter Juli, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: PMI Markit Service August, 15:45 Uhr

Sonstiges:
Jackson Hole: Beginn des Fed-Symposiums

Darstellung: