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Marktbericht 14:40 Uhr

Marktbericht neutral

Warten auf die Fed

Dax: erst einmal durchatmen

Stand: 14.02.2017, 14:40 Uhr

Nach dem starken Wochenauftakt hat der Dax heute erst einmal eine Ruhepause eingelegt. Tatsächlich bewegt sich der Leitindex kaum vom Fleck. Das könnte sich am späten Nachmittag ändern.

Um 16 Uhr unserer Zeit muss sich die US-Notenbankchefin erstmals dem von Republikanern dominierten Bankenaussschuss im Senat stellen. Dabei könnte Janet Yellen wegen der gestiegenen Teuerung weitere Zinsanhebungen in diesem Jahr in Aussicht stellen und damit für einen stärkeren Dollar sorgen - entgegen dem Wunsch von Präsident Trump, der für einen schwächeren Greenback plädiert hatte.

Welche Auswirkungen der Auftritt Yellens auf den Aktienmarkt haben wird, bleibt abzuwarten. Ein Blick auf den Terminmarkt zeigt jedoch, dass die Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im März bei weniger als 20 Prozent sehen. Der Dax scheint jedenfalls nach dem gestrigen Kursanstieg in Schockstarre verfallen zu sein. Der Leitindex pendelt in einer engen Range zwischen 11.753 und 11.787 Punkten. Zuletzt notiert der Dax bei 11.774 Punkten auf dem Schlussstand von gestern.

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Börse 14.00 Uhr: HeidelbergCement Dax

Weder das anhaltend starke Wirtschaftswachstum in Deutschland - im vergangenen Jahr stieg das BIP um 1,9 Prozent und damit mehr als anfangs erwartet - noch die guten Konjunkturaussichten im ersten Quartal können die Anleger aus der Reserve locken.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Einen unmittelbaren Grund für den heutigen Stillstand an den Aktienmärkten lässt sich also nicht ausmachen. Marktexperten verweisen dann gern auf die Politik, die den Anlegern Sorge bereite. "Neben den Unsicherheiten im Vorfeld der Wahlen in Europa bleiben vor allem Trump und der Brexit die größten Risikofaktoren für die deutsche Wirtschaft", sagte Christian Lips von der NordLB.

Störungen im Geschäft mit Großbritannien wegen des Brexit erwarten die Exportlobbyisten wie der Industrieverband BDI erst ab 2019. Auch der DIHK zeigte sich beunruhigt: "Sorgen machen vielen Betrieben protektionistische Aktivitäten und Drohungen", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Allerdings ist vor dem Auftritt von Janet Yellen auch von der Wall Street keine Hilfe zu erwarten. Der Dow Jones-Index wird eine Stunde vor Handelsbeginn unverändert erwartet.

Euro leicht im Aufwind

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,0581
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Vom Devisenmarkt kommen ebenfalls keine Impulse. Der Euro pendelt am Nachmittag um 1,0623 Dollar. Doch übergeordnet bleibt die europäische Gemeinschaftswährung angeschlagen.

Opel an PSA: der Schock

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Börse 13.00 Uhr Opel Peugeot Dax

Für Entsetzen in Rüsselsheim und anderen Opel-Standorten sorgte am Mittag die Meldung über Verhandlungen des Opel-Mutterkonzerns GM mit dem vom französischen Staat kontrollierten Autobauer PSA (Peugeot-Citroen). Der Konzern prüft derzeit eine Übernahme des deutschen Autobauers, bestätigte ein PSA-Sprecher.

Aus Kreisen hatte Bloomberg zuvor berichtet, eine Vereinbarung könne in den kommenden Wochen zustande kommen. Allerdings könnten die Gespräche auch noch scheitern. Opel schreibt seit vielen Jahren rote Zahlen. Deshalb hatte die Mutter GM zuvor auch bei Volkswagen angeklopft. Die Wolfsburger lehnten aber dankend ab - und könnten sich im Fall eines Opel-Verkaufs über den Wegfall eines Konkurrenten freuen. VW- und GM-Aktien legen zu.

General Motors: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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35,58
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Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
142,15
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1,90
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T-Mobile bleibt ein Renner

Dank eines rasanten Kundenwachstums hat die US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom den Jahresgewinn verdoppelt. T-Mobile US verdiente 2016 unter dem Strich 1,46 Milliarden Dollar nach 733 Millionen Dollar im Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die Zahl der Handynutzer wuchs gleichzeitig - wie bereits bekannt - um 8,2 Millionen auf gut 71,5 Millionen. T-Mobile US ist vor Sprint drittgrößter Mobilfunker in den Vereinigten Staaten. Für dieses Jahr stellt die T-Mobile-Spitze ein Betriebsergebnis von 10,4 Milliarden bis 10,8 Milliarden Dollar in Aussicht. Und wie reagieren die Anleger der Deutschen Telekom? Praktisch gar nicht.

RWE von Analysten befeuert

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
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Im Dax ist die RWE-Aktie aufgrund einer positiven Analystenstudie der stärkste Wert. Die Aktien des Versorgers bieten laut Morgan Stanley eine attraktive Gelegenheit für Anleger. Die Risiken für das Unternehmen schienen in den Kurs eingepreist und die Dividenden könnten die Markterwartungen übertreffen. Morgan Stanley stufte RWE von "Equal-weight" auf "Overweight" hoch.

HeidelbergCement enttäuscht die Anleger

Dagegen kommen die Zahlen von HeidelbergCement nicht gut an. Der Baustoffkonzern hat im vierten Quartal vor allem von seinem milliardenschweren Italcementi-Zukauf profitiert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte laut vorläufigen Berechnungen von Oktober bis Ende Dezember um 18 Prozent auf 818 Millionen Euro zu. Analysten hatten hier aber mehr erwartet. Zudem bremste ein früherer Wintereinbruch in Europa, Kanada und in Teilen der USA das Wachstum im Schlussquartal.

Nemetschek mit Analysten-Bonus

Im TecDax haussiert die Nemetschek-Aktie nach einer positiven Analystenstudie. Die Privatbank Berenberg hat den Titel nach dem jüngsten Kursrückgang von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 46 auf 60 Euro angehoben. Hinter der Aktie des Bausoftware-Spezialisten stehe eine Wachstumsgeschichte. Die Bewertungsprämie der Aktie sei gerechtfertigt.

Rheinmetall: Da geht noch was?!

Im MDax kann Rheinmetall mit einer positiven Analystenstudie punkten. Die Schweizer Großbank UBS hat die Aktie vor den Jahreszahlen von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 63 auf 80 Euro angehoben. Erstmals seit 2012 dürfte die Rüstungssparte eine positive Bilanz beim Geldumschlag aufweisen. Diese nachhaltig erwartete Cashflow-Erholung sei noch nicht im Aktienkurs eingepreist.

Stada: Großaktionär will mehr Geld

Stada: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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57,48
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Auch die Stada-Aktie ist weiter einen Blick wert. Stada-Aktionär Guy Wyser-Pratte hält die Übernahmeofferte für den Generikahersteller von 56 Euro je Aktie durch Cinven für zu niedrig. "56 Euro sind nur ein Billigangebot, um die Party in Gang zu bringen", sagte Wyser-Pratte dem "Handelsblatt". Er betrachte 65 Euro je Aktie als fairen Preis.

Bilfinger: Hoffnungsfaktor Umstrukturierung

Bilfinger: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
38,98
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Der kriselnde Ingenieurdienstleister will mit einer neuen Struktur ab 2018 auf einen stabilen Wachstumspfad zurückkehren. Am Montagabend gab der Aufsichtsrat dafür grünes Licht. Im laufenden Geschäftsjahr werde der Umsatz erneut sinken, wenn auch nicht mehr so stark wie 2016. Der neue Vorstandschef Blades peilt bis 2020 eine bereinigte operative Rendite von fünf Prozent an.

Grammer: Chinesen lieber als Bosnier

Der bayerische Autozulieferer Grammer gewinnt einen neuen Partner aus China. Die ebenfalls auf die Innenraum-Ausstattung von Autos spezialisierte Ningbo Jifeng soll Grammer nicht nur den Zugang zum chinesischen Markt ebnen. Als künftiger Großaktionär kann Jifeng auch zum Bollwerk gegen die unliebsame bosnische Unternehmerfamilie Hastor werden. Jifeng steigt über eine Pflichtwandelanleihe ein, die Grammer 60 Millionen Euro bringt.

Tui: Winterquartal diesmal nicht ganz so schwach

Europas größter Reisekonzern Tui hat den saisonüblichen Verlust im mauen Winter dank guter Geschäfte mit Kreuzfahrten und bei der Hotelgruppe RIU verkleinert. Das operative Minus lag bei 67 Millionen Euro nach 80 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Thomas-Cook-Rivale kündigte überdies an, seine Spezialreise-Sparte Travelopia an den Finanzinvestor KKR losschlagen.

Diebold Nixdorf bleibt in den Miesen

Hohe Kosten für die Übernahme des deutschen Wettbewerbers haben dem US-Geldautomatenhersteller Diebold Nixdorf rote Zahlen eingebrockt. Vorstandschef Andy Mattes rechne nach einem Nettoverlust 2016 auch im laufenden Jahr mit einem Minus, teilte Diebold am Dienstag mit. Der Manager peile 2017 zusammen mit der Paderborner Diebold Nixdorf AG einen Umsatz von fünf bis 5,1 Milliarden Dollar an und einen Nettoverlust von 30 bis 55 Millionen Dollar. Die im SDax notierte Aktie von Diebold Nixdorf reagiert kaum auf die Zahlen.

Michelin gibt sich großzügig

Europas größter Reifenhersteller Michelin hat im vergangenen Jahr vor allem dank niedrigerer Rohstoffkosten mehr verdient. Unter dem Strich kletterte der Gewinn um gut 43 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Die Dividende will der Rivale des deutschen Zulieferers Continental um 14 Prozent auf 3,25 Euro je Aktie hochschrauben - das ist mehr als von Analysten zuvor geschätzt.

Credit Suisse blickt nach vorn

Die Schweizer Großbank Credit Suisse will nach zwei Umbaujahren mit Milliardenverlusten wieder in ruhigeres Fahrwasser kommen. Vorstandschef Tidjane Thiam stellte für 2017 schwarze Zahlen in Aussicht. Die größten Rechtsstreitigkeiten sind abgeräumt, die Kapitaldecke wird langsam dicker und im Tagesgeschäft fasst das Institut wieder Fuß, wie der Ivorer am Dienstag erklärte: "Wir hatten einen guten Januar. Wir hoffen, dass sich der Rest des Jahres ähnlich entwickeln wird." Dennoch will Thiam auf Nummer sichergehen - und verschärft den Jobabbau. Weitere bis zu 6500 Stellen sollen wegfallen,

Actelion mit Gewinnsprung 2016

Die vor der Übernahme durch Johnson & Johnson stehende Biotechnologiefirma Actelion hat im vergangenen Jahr vor allem dank ihres Lungenmedikaments Opsumit operativ kräftig zugelegt. Der Reingewinn stieg um mehr als ein Viertel auf 696 Millionen Franken. J&J will Europas größten Biotechnologiekonzern für 30 Milliarden Dollar übernehmen.

Toshiba versinkt in Verlusten

Der angeschlagene japanische Elektronikkonzern Toshiba muss wegen desaströser Geschäfte in den USA einen Milliardenverlust verbuchen. Für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr 2016/2017 sei mit einem Minus von 390 Milliarden Yen (3,2 Milliarden Euro) zu rechnen, erklärte Toshiba am Dienstag zum Ende eines chaotischen Tags voller Gerüchte und Börsenturbulenzen. Der Präsident des Verwaltungsrats, Shigenori Shiga, erklärte seinen Rücktritt.

Lloyds: Nach Berlin statt nach Frankfurt?

Lloyds steht Insidern zufolge im Zuge des Brexit vor einer Entscheidung für Berlin als EU-Standort. Die größte Privatkundenbank Großbritanniens prüfe gegenwärtig, ob sie ihre Repräsentanz in Berlin zu einer Tochtergesellschaft des Konzerns aufwerte und eine entsprechende Lizenz noch in diesem Jahr beantrage.

lg

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Dienstag, 21. Februar

Unternehmen:
Anglo American: Jahreszahlen, 8 Uhr
Home Depot: Q4- Zahlen, 12 Uhr
Wal-Mart: Q4-Zahlen, 13 Uhr
BHP Billiton: Halbjahreszahlen
Fielmann: evtl. vorläufige Jahreszahlen
HSBC Holding: Jahreszahlen

Konjunktur:
EU: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 02/17 (1. Veröffentlichung), 10 Uhr
D: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 02/17 (1. Veröffentlichung), 9.30 Uhr

USA: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe 02/17 (vorläufig), 15:45 Uhr

Sonstiges:
B: Treffen der EU-Finanzminister, Brüssel

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