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Marktbericht 20:00 Uhr

Marktbericht neutral

Berg- und Talfahrt zum Wochenstart

Dax-Erholung: Pustekuchen!

In welche Richtung soll's denn gehen? Offenbar haben die Anleger keine Ahnung, denn nach einer Kursrally, die bis weit über die Marke von 9.300 Punkten führte, ging es rasant wieder zurück bis fast auf Los. Nur ein paar Pluspünktchen blieben übrig.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Dax schloss mit plus 0,2 Prozent auf 9.209,51 Punkten. Zeitweise hatte es so ausgesehen, als würde der deutsche Leitindex die Scharte vom Donnerstag auswetzen: Bis auf den Tageshöchststand bei 9.43,65 Punkten führte die Reise. Der Grund waren starke Freitags-Daten vom US-Arbeitsmarkt. Überzeugt waren die Investoren offensichtlich nicht: Im Handelsverlauf schmolzen die Gewinne wieder zusammen. "Der Dax ist noch lange nicht über den Berg. Die Abschläge am Donnerstag sitzen den Marktteilnehmern noch in den Knochen", kommentiert Jens Klatt von DailyFX.

Weitere Einbußen wahrscheinlich

Wie bereits am Donnerstag sackte der Dax zeitweise unter die Marke von 9.200 Punkten. Charttechniker der Helaba bezeichnen die Lage als "angeschlagen". In den kommenden Tagen könnte nach Ansicht von Klatt mit einem Unterschreiten der 9.160er Region zu rechnen sein. Auch ein Test des 9.050er Bereichs sei laut Klatt wahrscheinlich: "Technisch bleibt es dabei, dass der verlorene Kampf um die 9.400er Marke die Chance auf eine Jahresend-Rallye sehr deutlich eingetrübt hat."

Auch fundamental liegt wohl manches im Argen. Neben der Krise in der Ukraine und der unsicheren Lage in Hongkong als Belastungsfaktoren erinnern die Fachleute der Helaba auch an der Start der US-Berichtssaison am Mittwochabend. Die Korrekturphase sei noch nicht beendet, schreiben sie in einem Ausblick. "Rückläufige Frühindikatoren und sich eintrübende Gewinnperspektiven in den USA sprechen derzeit dagegen, bei Aktien bereits wieder zuzugreifen."

Hiesige Konjunkturdaten enttäuschten

Belastend wirkten auch schwache Industrieaufträge in Deutschland. Die saison- und kalenderbereinigten Bestellungen lagen um 5,7 Prozent niedriger als im Vormonat. Dies ist der stärkste Rückschlag seit der Wirtschaftskrise 2009. Das Sentix-Konjunkturbarometer fiel im Oktober zum dritten Mal in Folge und liegt auf dem niedrigsten Niveau seit knapp anderthalb Jahren.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro hat sich etwas von seinen teils deutlichen Verlusten an den vergangenen Handelstagen erholt. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,2570 US-Dollar. Im frühen Handel hatte er nur knapp über der Marke von 1,25 Dollar notiert.

Am Markt wurden die Euro-Gewinne mit einer typischen Gegenbewegung nach einer Verlustphase begründet - schließlich waren aktuelle Konjunkturdaten - wie angesprochen - nicht gerade inspirierend ausgefallen. Der Dow Jones lag am Abend rund 0,2 Prozent im Minus. Der Late Dax büßte 0,5 Prozent auf 9.186,40 Punkte ein.

Hewlett-Packard - aus eins macht zwei

Der Computer-Riese Hewlett-Packard teilt sich unter massivem Konkurrenzdruck in zwei Unternehmen auf. In eine Firma kommen Personal Computer und Drucker, wie HP mitteilte. In der zweiten wird das Geschäft mit Dienstleistungen und Technik für Unternehmen zusammengefasst. Zugleich wird der laufende Stellenabbau verstärkt, insgesamt 55.000 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Beide neuen Firmen werden an der Börse notiert sein.

Lufthansa-Kursgewinne dank Easyjet

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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An der Dax-Spitze lag die Lufthansa-Aktie - nach guten Zahlen vom Billigflieger Easyjet. Der hat allerdings ein völlig anderes Geschäftsmodell als die Lufthansa. Ein Händler sprach zwar von einer auf den ersten Blick positiven Nachricht für die Lufthansa. Auf dem zweiten Blick aber sei negativ zu werten, dass die Briten auf Kosten der Lufthansa-Billigflugtochter Germanwings Marktanteile gewonnen haben.

Siemens spürt Gegenwind

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Siemens rechnet mit einer länger andauernden Flaute im wichtigen Kraftwerksgeschäft. "Wir werden in den nächsten zwei bis drei Jahren ein niedrigeres Margenniveau sehen", sagte Energie-Vorstand Lisa Davis der "Börsen-Zeitung". Angesichts der Überkapazitäten im Markt für große Gasturbinen sei ein Preisdruck entstanden. Zudem müsse Siemens mehr investieren.

Deutsche Bank: "Verzerrende Rückstellungen"

Die Deutsche Bank hat offenbar ein starkes drittes Quartal gehabt. Sowohl im Investmentbanking als auch im Privatkundengeschäft liefen die Geschäfte in den Sommermonaten besser als gedacht, sagten zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Das werde sich aber nicht unbedingt im Zahlenwerk widerspiegeln, das Deutschlands größtes Geldhaus am 29. Oktober vorlegt. Denn dann dürften abermals Rückstellungen für diverse Rechtsstreitigkeiten das Bild verzerren. Außerdem arbeitet die Bank laut einem weiteren Reuters-Bericht an einem Vergleich mit den Behörden in Großbritannien und den USA wegen des Libor-Skandals.

Fresenius könnte Milliarden ausgeben

Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Fresenius-Konzern kann sich laut Bericht der "Financial Times" (FT) Hoffnungen auf den Kauf des Geschäfts mit medizinischer Ernährung von Danone machen. Die entsprechenden Übernahmegespräche befänden sich in einem fortgeschrittenen Stadium, berichtet die Zeitung. Es sei aber immer noch möglich, dass die Verhandlungen über die Sparte, die mit drei Milliarden Euro bewertet werden könnte, scheiterten, hieß es in dem Bericht weiter.

Nemetschek übernimmt Bluebeam

Der Bau-Softwareanbieter Nemetschek hat für rund 100 Millionen Dollar den Softwareanbieter Bluebeam gekauft. Im ersten Halbjahr verbuchten die Kalifornier einen Umsatz von 16,5 Millionen Dollar. Das operative Ergebnis (Ebit) betrug 3,2 Millionen Dollar.

Dürrs neue Strategie wird nicht honoriert

Der Lackieranlagen-Hersteller Dürr will sich neue Absatzmärkte außerhalb der Autoindustrie erschließen. Das Unternehmen teilte mit, es habe die Kunststoff-, Keramik-, Holz- und Möbelbranche sowie den Waggon- und Schiffbau ins Auge gefasst. Mittelfristig wolle Dürr in dem Geschäft rund 100 Millionen Euro pro Jahr umsetzen. Für 2014 rechnet Dürr mit einem Gesamtumsatz von rund 2,4 Milliarden Euro. Im Juli hatte der Konzern den Kauf des Holzmaschinenbauers Homag angekündigt, um in neue Geschäftsfelder vorzustoßen.

Axel Springer: A word in spanish

Der Medienkonzern Axel Springer treibt seine Expansion auf dem englischsprachigem Markt voran. Die Berliner erhöhen ihren Anteil am US-Online-Magazin OZY deutlich von 0,6 auf 16 Prozent und geben dafür rund 16 Millionen Euro aus. "OZY verschafft uns Zugang zur englischsprachigen Welt und den globalen Märkten", sagte Springer-Chef Mathias Döpfner. "Englisch ist unsere Top-Priorität und spanisch wird hier unsere Nummer zwei sein", betonte Döpfner. "Wir können uns auch vorstellen, Sachen auf spanisch zu machen."

Norma Group empfohlen

Im MDax belegte die Norma-Aktie den Spitzenplatz. Merrill Lynch hat die Aktien des Verbindungstechnikspezialisten von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft. Das Unternehmen überzeuge mit innovativen Produkten und einer hohen Preissetzungsmacht. Robuste Margen und das Potenzial durch mögliche Übernahmen überwögen die kurzfristigen, zyklischen Risiken, hieß es. Das Kursziel liegt bei 39 Euro.

Hochtief gefragt

Das Analysehaus Independent Research hat das Kursziel für Hochtief nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufs von 63 auf 64 Euro angehoben und die Einstufung auf "Halten" belassen. Nach dem Rückkauf dürften die Papiere eingezogen werden, schrieb Analyst Christoph Schöndube. Heute teilte der Konzern ferner mit, dass er seine Tochter Formart an den Fondsmanager Activum verkauft habe. Der Verkauf des Wohnungsentwicklers komme nicht überraschend, da der Baukonzern dies bereits angekündigt habe. Der Experte hob seine Gewinnprognosen für das laufende und das kommende Jahr an.

DMG Mori Seiko fallen tief

Der Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori Seiki hat in seinem Geschäft keinen Rückschlag hinnehmen müssen und sieht sich weiter auf Kurs zu seinem Jahresziel 2014. "Unser Jahresziel 2014 steht unverändert", sagte Finanzvorstand Andre Danks der Nachrichtenagentur Reuters. Das Geschäft entwickle sich gemäß den Planungen. Es gebe keine Rückschläge, unterstrich er. DMG Mori Seiki-Aktien waren heute unter Druck geraten: Spekulationen über schlechte Geschäfte - nicht zuletzt in Russland - drückten laut Händlern auf den Kurs.

Analysten urteilen skeptisch über Carl Zeiss Meditec

Den letzen Platz im TecDax belegte Carl Zeiss Meditec. Am vergangenen Donnerstag waren die Papiere nach verhaltenen Aussagen zur Geschäftsentwicklung bereits um mehr als drei Prozent abgesackt. Analysten wie Gunnar Romer von der Deutschen Bank und Anasuya Sarma von JPMorgan reduzierten jetzt ihre Gewinnprognosen. Ein Händler sprach zudem von einem angeschlagenen Chartbild, nachdem der Kurs unter die 200-Tage-Linie gerutscht sei.

BVB-Krise belastet BVB-Aktie

Borussia Dortmund: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Aktie von Borussia Dortmund (BVB) war der größte Verlierer im SDax. Grund die ist 0:1-Niederlage im Heimspiel gegen den HSV am vergangenen Spieltag. Es erscheint nun immer unwahrscheinlicher, dass der Verein um die Deutsche Meisterschaft mitspielen kann.

Deutsche Wohnen schuldet um

Die Deutsche Wohnen nutzt das derzeit günstige Zinsniveau und schuldet weiter um. Mit der Berlin Hyp und der Landesbank Hessen-Thüringen seien Finanzierungsvereinbarungen in Höhe von insgesamt 1,36 Milliarden Euro geschlossen worden, teilte das Immobilienunternehmen mit. Mit dem Geld will der Konzern bestehende Darlehen refinanzieren. Der Konzern hat innerhalb kurzer Zeit die Finanzierungsstruktur aufgemöbelt. Inklusive einer Anfang September platzierten Wandelanleihe über 400 Millionen Euro beläuft sich das Gesamtvolumen der Finanzierung auf 1,76 Milliarden Euro.

Rocket Internet und Zalando sinken weiter

Die Aktien der Internet-Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet fallen nach ihrem Börsengang weiter. Auch die Kursentwicklung beim Internet-Händler Zalando, an dem Rocket beteiligt ist, kann als durchwachsen bezeichnet werden.

Libyen verklagt Goldmänner

Der libysche Staatsfonds hat die US-Bank Goldman Sachs auf die Zahlung von einer Milliarde Dollar verklagt. Die Nachrichtenagentur AFP zitiert aus Gerichtsdokumenten: Die Libyan Investment Authority (LIA) wirft der Bank vor, die internationale Unerfahrenheit des Fonds und das Vertrauensverhältnis "ausgenutzt" zu haben. Bei Derivategeschäften habe die Bank 350 Millionen Dollar eingenommen. Goldman Sachs wies die Vorwürfe den Dokumenten zufolge zurück.

Die Vertreter des Fonds, unter ihnen "hochqualifizierte" Fachleute, seien sich der Risiken bewusst gewesen. Die Verluste der LIA seien auf die internationale Finanzkrise zurückzuführen. Die Vorwürfe beziehen sich auf Geschäfte aus dem Jahr 2008 während der Herrschaft von Machthaber Muammar al-Gaddafi, bevor sich das nordafrikanische Land westlichen Investitionen öffnete und al-Gaddafi 2011 gestürzt und später getötet wurde. Der Staatsfonds investierte damals eine Milliarde Dollar in die umstrittenen Derivategeschäfte, die zum Zeitpunkt der Fälligkeit im Jahr 2011 wertlos waren.

Yahoo bei Snapshot dabei

Yahoo: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Aktien von Yahoo legen leicht zu. Der Internet-Konzern Yahoo will laut Medienberichten beim Foto-Dienst Snapchat einsteigen, der mit seinen selbstauflösenden Fotos vor allem junge Nutzer anlockt. Snapchat werde dabei insgesamt mit zehn Milliarden Dollar bewertet, berichteten das "Wall Street Journal" und die Nachrichtenagentur Bloomberg am Wochenende. Yahoo wolle rund 20 Millionen investieren, gab eine der Quellen des "Wall Street Journal" an. Das würde bei der genannten Bewertung einem Anteil von etwa 0,2 Prozent entsprechen.

Hilton verkauft das Waldorf Astoria

Das Flaggschiff-Hotel an der berühmten Park Avenue soll für 1,95 Milliarden US-Dollar an den chinesischen Versicherer Anbang Insurance gehen. Die Vereinbarung der Unternehmen sieht aber nur einen Eigentümerwechsel vor, Hilton darf das Waldorf Astoria in den nächsten 100 Jahren weiterbetreiben. Das Luxushotel, das sich über einen ganzen Cityblock in Manhattans Stadtteil Midtown erstreckt, soll nun in großem Stil renoviert werden.

Rio Tinto schießen nach oben

Nach dem europäischen Börsenschluss schnellten Rio Tinto in New York zeitweise um fast 20 Prozent nach oben. Auslöser dafür waren Spekulationen, wonach Glencore den australisch-britischen Konkurrenten 2015 übernehmen könnte. Dazu habe Glencore beim größten Rio-Aktionär, der Aluminium Corp of China (Chinalco) vorgefühlt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Chinalco ist mit rund zehn Prozent an Rio Tinto beteiligt.

ts

Stand: 06.10.2014, 20:00 Uhr

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Börse 19.00 Uhr: Schwerpunkt Tech-Aktien

Tagestermine am Mittwoch, 22. Oktober

Unternehmen:
PSA Peugeot: Q3-Zahlen
Scania: Q3-Zahlen
ABB: Q3-Zahlen, 7 Uhr
Dow Chemical: Q3-Zahlen, 13 Uhr
Boeing: Q3-Zahlen, 13.30 Uhr
Konjunktur:
Japan: Handelsbilanz, Im-/Exporte, 1.50 Uhr

Sonstiges:
Deutschland: Ausgabe 30-jähr. Staatsanleihen

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