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Marktbericht 20:00 Uhr

Marktbericht negativ

Anleger machen Kasse

Dax entfernt sich vom Gipfel

Stand: 14.04.2015, 20:00 Uhr

Vor dem Zinsentscheid der EZB und weiteren wichtigen US-Konjunkturdaten am Mittwoch zogen es die Investoren vor, das Erreichte zu sichern. Belastend wirkte vor allem der stärkere Euro. Auch Nachrichten aus den USA wussten bestenfalls teilweise zu gefallen.

Der Dax schloss mit einem Abschlag von 0,9 Prozent auf 12.227,60 Punkten. Zeitweise sackte der deutsche Leitindex unter die Marke von 12.200. "Auf dem hohen Niveau sind Gewinnmitnahmen sicher nicht verkehrt", kommentierte ein Händler. "Auch wenn es heute gen Süden geht, besteht kein Grund zur Panik", meint Christian Henke von IG Markets. Die Unterseite der Preisspanne bei 11.861/11.853 Punkten, die bereits mehrmals getestet wurde, diene aus Sicht des Marktbeobachters nun als zuverlässige Unterstützung.

Gut, aber nicht gut genug

Der EuroStoxx 50 ging 1,2 Prozent tiefer bei 3.784,53 Punkten aus dem Handel. Der Index prallte damit etwas zurück vom höchsten Stand seit Mai 2008. Der Pariser Cac-40-Index fiel um 0,7 Prozent auf 5.218,06 Punkte. In London gewann der Leitindex FTSE 100 dagegen 0,2 Prozent auf 7.075,26 Punkte. Er steht wieder unmittelbar unter seinem Rekordhoch. Der Late Dax gab um 0,4 Prozent auf 12.245,10 Zähler nach.

FTSE 100: Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
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CAC 40: Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
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EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
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In den vergangenen Tagen war es häufiger zu beobachten: Wenn der Euro steigt, sinkt der Dax. Heute sorgten Daten vom US-Einzelhandel für Rückenwind bei der Gemeinschaftswährung. Zwar hatte er im März einen so starken Umsatz wie seit einem Jahr nicht mehr verzeichnet. Gleichwohl hatten die Fachleute mit mehr gerechnet. Eine schwache US-Konjunktur könnte Folgen für den Zeitpunkt der Zinswende haben.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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"Die Unsicherheit am Markt über die weitere genaue Zinsentwicklung in den USA ist sehr hoch", sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Da reagiere der Markt sehr sensibel. Der Mittwoch wird eine ganze Reihe neuer Konjunkturdaten bieten, dazu gehört auch das gewöhnlich viel beachtete Fed Beige Book. In Europa wird die EZB ihren Zinsentscheid verkünden.

Experten werden bescheidener

Der Fortschritt in der US-Berichtssaison lockte die Anleger nicht zurück in den Aktienmarkt. Während JPMorgan mit einem Gewinnsprung überzeugte, wurden die Zahlen von Wells Fargo und Johnson & Johnson enttäuscht aufgenommen. Reuters-Daten zufolge rechnen die Fachleute damit, dass die Profite der S&P-500-Unternehmen im ersten Quartal um 2,9 Prozent fallen. Interessanterweise lagen die Schätzungen am 1. Januar noch bei einem Plus von 5,3 Prozent. Den Konzernen fällt es jetzt also sehr viel leichter, unter dem Beifall der Märkte die deutlich pessimistischer gewordenen Erwartungen zu übertreffen.

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Börse 17.00 Uhr

Trotzdem lässt sich beobachten, dass sich der starke Dollar schon negativ auswirkt: Manche Unternehmen signalisierten, dass dieser Effekt stärker sein könnte als befürchtet, sagte Anlagestratege Terry Morris von National Penn Investors Trust Company. Dass Gewinnerwartungen mitunter übertroffen wurden, liegt seinen Worten zufolge vor allem an Sparerfolgen und nicht an einer anziehenden Nachfrage. Bis jetzt haben rund zehn Prozent der Unternehmen berichtet. Morgen werden unter anderem die Bank of America und Netflix ihre Leistungen präsentieren. Der Dow Jones lag am Abend rund 0,4 Prozent im Plus.

Wie sollen sich Anleger in der aktuellen Lage verhalten? Im Gespräch mit boerse.ARD.de erläutert der Schweizer Vermögensverwalter Mojmir Hlinka, welche typischen Fehler Anleger derzeit vermeiden sollten, und welche Aktien noch einen Blick lohnen.

JPMorgan überzeugt

JPMorgan hat die Berichtssaison der US-Banken mit überraschend guten Ergebnissen eröffnet. Die Bank erhöhte den Gewinn im ersten Quartal im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf unter dem Strich 5,9 Milliarden Dollar. Die Großbank profitierte von einem verbesserten Handelsgeschäft dank einer Belebung an den Finanzmärkten. Bei Wells Fargo lief es dagegen weniger rund.

Starker Dollar belastet Johnson & Johnson

Der US-Konzern Johnson & Johnson hat den starken Dollar im ersten Quartal zu spüren bekommen. Der Umsatz sank durch die ungünstigen Währungseffekte um 4,1 Prozent auf 17,4 Milliarden Dollar. Im Ausland brachen die Erlöse zweistellig ein, während Johnson & Johnson in der Heimat um fast sechs Prozent wachsen konnte.

Nokia könnte zuschlagen

Thema des Tages am Aktienmarkt ist eine mögliche Milliarden-Fusion: Der finnische Netzwerkausrüster Nokia verhandelt mit dem Konkurrenten Alcatel-Lucent über einen Zusammenschluss. Ein Zusammengehen würde dabei in Form eines Aktien-Angebots durch die Alcatel-Aktien erfolgen. Die Nokia-Aktie reagierte auf die Pläne mit Kursverlusten. Alcatel-Lucent-Papiere sprangen dagegen in die Höhe.

BMW ist auf der Überholspur

BMW hat im ersten Quartal so viele Autos verkauft wie noch nie. Von Januar bis März verkaufte der Konzern 526.669 Autos der drei Konzernmarken BMW, Mini und Rolls-Royce. Das waren 8,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Besonders stark war das Wachstum beim Mini.

VW wird ausgebremst

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Schlechter erging es dem Volkswagen mit seiner Kernmarke VW. Im ersten Quartal sank der VW-Absatz um 1,3 Prozent auf immer noch beachtliche 1,48 Millionen Stück. Schwach entwickelten sich die Märkte in Russland, Brasilien und China.

Bayer forscht weiter

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will sein neuen Krebsmedikament Copanlisib gegen weitere Krebsarten einsetzen. Dabei geht es um die Behandlung verschiedener Arten so genannter Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL). Bayer will dazu drei neue klinische Studien ab Mitte des Jahres starten - zwei in Phase III und eine in Phase II.

Medienbericht treibt Salzgitter

Im MDax waren Salzgitter gefragt. Ein Händler verwies auf einen Medienbericht, dem zufolge Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann sagte, dass ein "Gutteil des Geschäfts im ersten Quartal besser als erwartet gelaufen" sei. Der Händler kommentierte: Zwar heiße es in dem Bericht weiter, dass es zu früh sei, bereits jetzt schon über eine Anhebung der Jahresprognose nachzudenken, "aber dass eine Erhöhung nicht ausgeschlossen wurde, klingt schon mal gut".

Sixt visiert die Börse erneut an

Der Autovermieter Sixt will seine Tochter Sixt Leasing AG an die Börse bringen. Dabei soll der Anteil von Sixt auf unter 50 Prozent sinken, allerdings auch bei mindestens 40 Prozent liegen. Sixt Leasing setzt im vergangenen Jahr 575 Millionen Euro um und erzielte einen Vorsteuergewinn von 25,6 Millionen Euro.

Gerresheimer liegt auf Kurs

Der Pharma-Verpackungsspezialist Gerresheimer hat im ersten Quartal seinen Umsatz um gut ein Prozent auf 302 Millionen Euro verbessern können. Das operative Ergebnis wuchs um sieben Prozent auf 51 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie legte um 6 auf 35 Cent je Aktie zu. Das MDax-Mitglied bestätigte seinen Ausblick für 2015.

Metro heruntergestuft

Die Metro-Stammaktien gehörten zu den schwächren Aktien im MDax. Die Société Générale hat zwar das Kursziel von 25 auf 28 Euro angehoben, gleichzeitig aber die Papiere von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft. Die Risiken für die Profitabilität des Russland-Geschäfts des Handelskonzerns würden unterschätzt und der Optimismus mit Blick auf Media-Saturn sei zu groß.

Was plant Axel Springer?

Der Axel-Springer-Verlag hat erneut Aussagen zum Interesse an der Telekom-Tochter T-Online vermieden. "Spekulationen können wir nicht kommentieren", sagte Konzernchef Mathias Döpfner heute auf der Hauptversammlung. Er fügte aber hinzu: "Wir schauen uns grundsätzlich verschiedene Transaktionsmöglickeiten an." Die Telekom startet nach Reuters-Informationen den Verkauf ihres Internetportals. Ende 2014 hatte es auch ein Vorgespräch mit dem Axel Springer Verlag dazu gegeben. Personen aus dem Umfeld des Berliner Konzerns hatten gesagt, dass man sich die Unterlagen anschauen werde, sobald der Verkaufsprozess laufe.

Fachleute empfehlen Evotec

Die Titel führten den TecDax an. DZ-Bank-Analyst Heinz Müller nahm die strategische Allianz mit Sanofi zum Anlass, die Titel auf "kaufen" von "halten" hoch zu stufen. Zudem hatte er das Kursziel auf 4,30 von 3,60 Euro erhöht. Im März hatte Evotec erklärt, der Umsatz werde angesichts der Zusammenarbeit mit dem französischen Pharmakonzern 2015 um mehr als 20 Prozent steigen.

Cancom rennt und rennt

Die Aktien des IT-Dienstleisters Cancom stiegen auf ein Rekordhoch. "Die Aktien sind nicht wirklich teuer und das Geschäft läuft", sagte Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Zudem richte sich der Fokus der Anleger generell zunehmend auf Dividendenpapiere in der zweiten und dritten Reihe.

Stratec Biomedical geben nach

Auf den zweiten Blick haben die Anleger auf die endgültigen Geschäftszahlen von Stratec Biomedical enttäuscht reagiert. "Die Details des Ausblicks haben einige nicht überzeugt", sagte ein Händler. Der Labor- und Biotechzulieferer hatte für das laufende Jahr einen nur leichten Umsatzanstieg in Aussicht gestellt. Erst 2016 sollen sich die Erlöse aufgrund neuer Markteinführungen wieder deutlich erhöhen.

Sartorius hebt Prognose

Angehobene Jahresziele beim Labor- und Pharmazulieferer Sartorius haben der Aktie ein Rekordhoch beschert. Der Göttinger Konzern hatte im ersten Quartal vor allem dank der Sparte Sparte Bioprocess Solution nach vorläufigen Zahlen einen wechselkursbereinigten Umsatzzuwachs von rund 17 Prozent erzielt. Zudem rechnet Sartorius nun mit einer wechselkursbereinigten Erlössteigerung von etwa 6 bis 9 Prozent nach bisher etwa 4 bis 7 Prozent. Die Marge für das operative Ergebnis (Ebitda-Marge) wurde, konstante Wechselkurse unterstellt, von bisher 21,5 auf nun rund 22 Prozent angehoben. "Bei Sartorius läuft's rund", kommentierte Händler Andreas Lipkow

Sika-Aktionäre wollen keine Übernahme durch Saint-Gobain

Der Schweizer Bauchemiekonzern Sika hat die Machtübernahme durch die französische Saint-Gobain vorerst vereitelt. Auf der Generalversammlung wählten die Aktionäre am Dienstag den Verwaltungsrat und dessen Präsidenten Paul Hälg wieder. Damit erlitt die Sika-Gründerfamilie Burkard eine Niederlage, die den Präsidenten und weitere Mitglieder des Gremiums abwählen und damit den Weg für die Übernahme durch Saint-Gobain freimachen wollte.

Die Mehrheit kam allerdings nur zustande, weil das Unternehmen zuvor die Stimmrechte der Familie eingeschränkt hatte. Diese Einschränkung dürften die Burkards in den kommenden Tagen anfechten.

Minenwerte europaweit gefragt

Das Branchenbarometer Stoxx Europe 600 Basic Resources stellte mit einem Plus von 2,29 Prozent den stärksten Sektor in Europa. Tagesgewinner im europäischen Stoxx-50-Index waren entsprechend die Anteile an dem australisch-britischen Bergbaukonzern BHP Billiton. Glencore-Aktien liefen ebenfalls. Beide hatten am Vortag zu den größten Verlierern ghört.

ts

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 27. April

Unternehmen:
Cat Oil:Jahresabschluss 2014 Uhr
Swiss Life: Generalversammlung
Canon: Q1-Zahlen
Apple: Q2-Zahlen, nach Börsenschluss
Konjunktur:
D: Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IM), 10:30 Uhr
GB: CBI-Umfrage Auftragseingang Industrie, April, 12 Uhr

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