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Marktbericht 20:02

Marktbericht negativ

Zinsängste in den USA

Dax: Doch keine Erholung

Stand: 05.02.2016, 20:02 Uhr

Die neuesten US-Arbeitsmarktdaten haben die Furcht vor weiteren Anhebungen der Leitzinsen wieder angefacht - und die Aktienmärkte unter Druck gesetzt.

Auslöser dafür waren die US-Arbeitsmarktdaten vom Januar. Dem Dax gelang es zwar zunächst die unmittelbar nach Veröffentlichung der Jobzahlen entstandenen Verluste wieder wettzumachen und vorübergehend sogar ins Plus zudrehen. Doch brachen die Kurse wieder ein und der Dax sank auf die charttechnisch wichtige Unterstützung von 9.250 Punkten.

Am Ende geht der Leitindex bei 9.286 Punkten aus dem Handel, 107 Punkte oder 1,14 Prozent niedriger als am Vortag. Damit hat der Dax in dieser Woche gut fünf Prozent eingebüßt. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus 13,6 Prozent. Auch an der Wall Street geht es weiter abwärts. Der Dow Jones Index notiert bei Börsenschluss in Frankfurt 1,34 oder 222 Punkte tiefer bei 16.192 Punkten. An der Nasdaq fallen die Kurse sogar um drei Prozent.

Arbeitsdaten verunsichern

ARD-Börsenstudio Hörfunk: Alexander Schmitt

Börse 20.15 Uhr

Tatsächlich sind im letzten Monat 151.000 neue Stellen geschaffen worden. Volkswirte hatten mit 191.000 gerechnet. Trotz sank die Arbeitslosenquote von 5,0 auf 4,9 Prozent. Zugleich stiegen die Stundenlöhne um 0,5 Prozent und damit stärker als von Experten erwartet. Damit haben die Verbraucher mehr Geld für den Konsum in der Tasche und es herrscht praktisch Vollbeschäftigung.

Eigentlich eine gute Nachricht, mindern sie doch die Sorgen um einen Rückfall der US-Wirtschaft in die Rezession. Allerdings ist dadurch die Wahrscheinlichkeit für mindestens eine weitere Leitzinserhöhung im Laufe dieses Jahres wieder gestiegen.

Was macht die Fed?

Einige Marktexperten sind allerdings der Meinung, dass die Zahlen kleine klaren Hinweise auf das Tempo der US-Notenbank bei den anstehenden Zinserhöhungen geliefert haben. Das habe die Anleger verunsichert.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.760,86
Differenz relativ
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Zuletzt hatten sich Spekulationen verstärkt, dass die US-Wirtschaft langsamer wachsen wird als erhofft. Darauf deutet auch der seit Jahresanfang zu beobachtende Rückgang der Renditen von Staatsanleihen in den USA, Deutschland und anderen Ländern hin.

Marktexperten erwarten dennoch einen weiteren Rückgang des Dax in den kommenden Wochen. Nach einer kleinen Erholung, die bis an die 9.700 reichen könne, müsse mit weiteren Verlusten gerechnet werden, glauben die Experten von Index-Radar. Sie schließen einen Absturz bis auf 8.900 Punkte nicht aus. Andere Fachleute halten gar einen Rückgang bis auf 8.300 Punkte für möglich.

Euro schwächer

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,116
Differenz relativ
-0,07%

Der Euro fährt nach den US-Arbeitsmarktdaten Achterbahn, endet aber unterhalb der Schwelle von 1,12 Dollar bei 1,1128 Dollar. Trotzdem hat die Gemeinschaftswährung seit Montag fast vier Cent zugelegt. So viel war er zuletzt im vergangenen Oktober wert.

Gold glänzt wieder

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.250,50
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Vor diesem Hintergrund hält sich der Goldpreis mit 1.157 Dollar je Feinunze in der Nähe seines gestern markierten Drei-Monats-Hochs von 1.160 Dollar, kommt aber zunächst nicht weiter voran. Doch die technischen Perspektiven für das gelbe Edelmetall bleiben gut.

VW und Porsche verschieben Bilanzvorlage

Zu den stärksten Werten im Dax gehören die Vorzüge von Volkswagen. Der Konzern verschiebt die Vorlage des Jahresabschlusses sowie die Hauptversammlung. Für die ursprünglich für März und April anberaumten Termine werde es "zeitnah" neue Daten geben. Gleichzeitig verkündet der Konzern, dass das Betriebsergebnis 2015 ohne die durch den Abgasskandal ausgelösten Sondereinflüsse unverändert gegenüber dem Vorjahr ausgefallen sei. In der Folge verschiebt auch Porsche, der größte Aktionär von VW, seine HV.

Daimler startet in China durch, VW und BMW holen auf

Der Autokonzern ist mit einem zweistelligen Wachstum in das Jahr 2016 gestartet. Im Januar kletterte der Absatz der Marke Mercedes-Benz um 19,9 Prozent auf 150.814 Fahrzeuge. In China stiegen die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um mehr als 50 Prozent. Trotzdem können die Aktien der Konkurrenten BMW und VW heute kräftiger zulegen. Ein steigender Eurokurs hatte die Papiere der stark exportorientierten Konzerne jüngst unter Druck gebracht.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
65,74
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+0,44%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
84,15
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+0,66%

RWE: Wachwechsel in der Führungsspitze

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19,54
Differenz relativ
-0,79%

Zu den Gewinnern im Dax gehört auch die RWE-Aktie. Laut der "Rheinischen Post" soll Rolf Martin Schmitz neuer Chef der RWE AG werden. Der bisherige RWE-Chef Peter Terium werde auf den Chefsessel der geplanten neuen Tochter für Vertrieb, Netze und Ökostrom wechseln. Zudem wolle RWE eine Abschreibung von über einer Milliarde Euro unter anderem auf das Kraftwerksgeschäft vornehmen.

Stahlbranche leidet unter Arcelor

Die Stahlwerte ThyssenKrupp und Salzgitter sind nach den verheerenden Verlusten des weltgrößten Stahlherstellers ArcelorMittal unter Druck. Die Stahlschwemme und niedrigen Rohstoffpreise haben ArcelorMittal im vierten Quartal einen Nettoverlust von 6,69 Milliarden Dollar eingebrockt. Jetzt sollen die Aktionäre zur Kasse gebeten werden, mittels einer Kapitalerhöhung von drei Milliarden Dollar. Auf eine Dividende sollen die Aktionäre verzichten.

Wincor: Diebold macht ernst

Der US-Konkurrent Diebold hat das milliardenschwere Angebot für den Geld- und Kassenautomaten-Hersteller Wincor Nixdorf offiziell vorgelegt. Die Angebotsfrist läuft bis zum 22. März, teilte Diebold am Freitag mit. Die Wincor-Aktionäre erhalten 38,98 Euro je Aktie in bar sowie 0,434 Diebold-Aktien.

Kion senkt Finanzierungskosten

Der Gabelstaplerhersteller Kion senkt mit einem neuen Kredit seine Zinskosten deutlich. Mit dem Darlehen über 1,5 Milliarden Euro will die im MDax notierte Gesellschaft einen alten Kredit sowie eine Anleihe aus dem Jahr 2013 ablösen, wie sie am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Rocket trennt sich

Die Aktien der Startup-Fabrik Rocket Internet legen am Nachmittag nach der Bekanntgabe der Veräußerung von Essens-Lieferdiensten um bis zu 11 Prozent zu. Rocket Internet und dessen Essens-Lieferdienst Foodpanda trennen sich von lokalen Anbietern in mehreren Ländern. Käufer sei der britische Lieferdienst Just Eat, der 125 Millionen Euro bezahle.

Gefallener Engel Nordex

Nordex: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10,61
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-3,06%

Aktien von Nordex stehen erneut unter Druck – trotz einer Empfehlung durch die Citigroup. Seit Jahresbeginn sind sie um mehr als 20 Prozent eingebrochen. Im vergangenen Jahr hatten die Papiere des Produzenten von Windkraftanlagen um fast 120 Prozent zugelegt und damit zu den besten Werten im TecDax gehört.

Spielt Barbie bald Monopoly?

Die beiden US-Spielzeughersteller Mattel und Hasbro sprechen einem Medienbericht zufolge über eine milliardenschwere Fusion. Der Monopoly-Anbieter Hasbro sei dazu Ende vorigen Jahres an den Barbie-Puppen-Hersteller Mattel herangetreten, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider am Donnerstag.

Murdochs News Corp hat zu kämpfen

Der Medienkonzern News Corp von Rupert Murdoch hat das vierte Quartal in Folge einen Umsatzrückgang verbucht. Die Erlöse fielen um 4,3 Prozent auf 2,16 Milliarden Dollar. Das für die Aktionäre entscheidende Nettoergebnis brach um 56 Prozent ein auf 62 Millionen Dollar oder elf Cent je Anteilsschein.

Toyota mit Rekordgewinn

Dank einer starken Nachfrage der amerikanischen Kunden hat der weltgrößte Autobauer Toyota in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Rekordgewinn eingefahren. Wie der Konzern bekanntgab, erhöhte sich das Betriebsergebnis zwischen April und Dezember 2015 um neun Prozent auf 2,3 Billionen Yen (17,6 Mrd Euro). Unter dem Strich verdiente der Konzern 1,89 Billionen Yen (14,4 Mrd Euro) - ein Plus von 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

BNP Paribas begeistert mit Dividende

Die französische Großbank BNP Paribas hängt die Deutsche Bank weiter ab. Nach einem Milliardengewinn im vergangenen Jahr wollen die Franzosen nun die höchste Dividende seit der Finanzkrise zahlen. Die Aktionäre sollen nach 1,50 Euro vor einem Jahr nun 2,31 Euro je Anteilsschein erhalten, wie das Institut am Freitag in Paris mitteilte. Die Börse reagierte begeistert.

Linkedin stürzt dramatisch ab

Ein überraschend schwacher Geschäftsausblick hat die Aktie des Karriere-Netzwerks LinkedIn abstürzen lassen. Das Unternehmen stellte am Donnerstag einen Umsatz von 820 Millionen Dollar für das erste Quartal in Aussicht und blieb damit weit unter den Erwartungen der Wall Street. Die Aktie verliert im vorbörslichen Handel um mehr als 30 Prozent.

Julius Bär schließt US-Steuerstreit ab

Die Schweizer Bank Julius Bär kann den Steuerstreit mit den USA definitiv hinter sich lassen. Die Bank hat mit dem US-Justizministerium ein Abkommen für die Beilegung abgeschlossen. Die Summe, um sich vom Verfahren freizukaufen, beträgt wie erwartet 547,25 Millionen US-Dollar.

lg

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Donnerstag, 22. Juni

Unternehmen:
ThyssenKrupp: Einweihung eines neuen Aufzugsystems in Rottweil, 10:30 Uhr
Metro: Oberlandesgericht Düsseldorf verhandelt über Metro-Aufspaltung, 11:30 Uhr
Stada: Annahmefrist für Stada-Aktionäre läuft aus, 24:00 Uhr
Patrizia Immobilien: HV in Augsburg, ab 10:00 Uhr
Raiffeisen Bank International: HV in Wien, ab 10:00 Uhr
Bed Bath & Beyond: Q1-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Juni-Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums
EU: EZB-Wirtschaftsbericht, 10:00 Uhr
EU: EZB-Ratssitzung, keine geldpolitischen Entscheidungen erwartet
USA: Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: FHFA-Index im April, 15:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone im Juni, 16:00 Uhr
USA: Frühindikatoren im Mai, 16:00 Uhr
USA: Fed-Ergebnisse des Banken-Stresstests nach Dodd-Frank Act, 22:30 Uhr

Sonstiges:
Berlin: Noah-Konferenz (bis 23. Juni), mit Metro-CEO Koch, Deutsche-Börse-Chef Kengeter und Rocket-Internet-CEO Samwer
Paris: 52. Luftfahrtmesse in Le Bourget (bis 25.6.)
Brüssel: Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs (bis 23.06.)

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