Seitenueberschrift

Marktbericht 11:30 Uhr

Marktbericht neutral

Noch hält die 12.000

Dax: Die Ruhe vor dem französischen Sturm?

von Angela Göpfert

Stand: 21.04.2017, 11:30 Uhr

Die Anleger geben sich im Vorfeld der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen überraschend gelassen, ja geradezu optimistisch. Wenn diese Rechnung mal aufgeht…

Der Dax hält sich auch zum Wochenschluss über der viel beachteten 12.000-Punkte-Marke. Viel Bewegung ist nicht drin, die Handelsspanne fällt mit 12.009 auf 12.052 Punkte äußerst klein aus.

Hat denn keiner Angst?

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.240,06
Differenz relativ
-1,66%

Auch am Rentenmarkt üben sich die Anleger in Optimismus – und decken sich mit französischen Staatsanleihen ein. Die Rendite der zehnjährigen Titel fällt auf 0,805 Prozent. Das ist der tiefste Stand seit drei Monaten.

Der Risikoaufschlag der Papiere im Vergleich zu zehnjährigen Bundesanleihen – ein gängiges Maß für die Angst der Anleger vor einem für die Märkte unerfreulichen Wahlausgang – engt sich auf 56 Basispunkte ein.

Aus Brexit und Trump-Wahl gelernt?

Sind die Anleger einfach zu blauäugig? Unterschätzen sie das Risiko, dass es Mélenchon und Le Pen zusammen in die Stichwahl schaffen könnten?

Andererseits hat die Erfahrung aus Brexit und US-Präsidentschaftswahl die Anleger im vergangenen Jahr gelehrt, dass Kurzabstürzen nach solchen Entscheidungen binnen kurzer Frist eine Aufwärtsbewegung folgt. Dies könnte auch nach der am Sonntag stattfindenden Frankreich-Wahl der Fall sein. So das Kalkül mancher Anleger.

Händlerin an der Frankfuter Börse

Börse 11.00 Uhr: Europas Börsen im Rückwärtsgang

Zwischen Erholungsrally…

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
12.240,06
Differenz relativ
-1,66%

Fakt ist: Wir müssen uns auf einen Ausbruch am Montag gefasst machen – nur die Richtung ist noch nicht klar. Sollte der Wahlausgang die Anleger beruhigen und Macron in die zweite Runde einziehen, stehen die Chancen auf eine ausgedehnte Erholungsrally nicht schlecht.

Dazu müsste der Dax in einem ersten Schritt sein Verlaufshoch vom 16. März bei 12.156 Punkten zurückerobern. Die jüngste Konsolidierung könnte dann als konstruktives Kräftesammeln vor einem neuen Angriff auf das Rekordhoch bei 12.391 Punkten gewertet werden.

… und Börsenbeben

Das negative Szenario sieht hingegen einen Sturz unter die 11.800 Punkte vor. Der Dax würde damit eine Toppbildung abschließen und sich dadurch weiteres Abwärtspotenzial in Richtung 11.400 Zähler eröffnen.

Vor dem Hintergrund des völlig unwägbaren Ausgangs der Frankreich-Wahl und der ebenso völlig unwägbaren Reaktion der Finanzmärkte darauf, wäre jegliches "Front-Running" im Hinblick auf den Montag nichts als pure Spekulation.

Kleiner Verfallstag als stabilisierender Faktor?

Mit Blick auf die scheinbare Stabilität des Dax im Vorfeld der Frankreich-Wahlen könnte nicht zuletzt auch der heutige kleine Verfallstag eine Rolle spielen.

Seit Wochenbeginn schon wirkt der Dax wie festgezurrt. Es scheint, als hätten sich die Profis an den Terminmärkten auf eine Abrechnung der Dax-Optionen und Futures leicht oberhalb von 12.000 Punkten "eingeschossen".

Anschlag in Paris

Für zusätzliche Verunsicherung sorgt der wahrscheinlich islamistische motivierte Anschlag in Paris am Donnerstagabend. Inwieweit dieser den Ausgang der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl an diesem Sonntag beeinflussen wird, ist noch offen.

In der Summe spricht jedenfalls wenig dafür, dass wir heute noch größere Kurssprünge erleben werden.

Sicht von unten auf den Eiffelturm vor sonnigem Himmel

Börse 8.00 Uhr: Frankreich-Wahlen verunsichern

Euro bei 1,07 Dollar

Am Devisenmarkt geht es im Vorfeld der Wahlen in Frankreich ruhig zu: Der Euro hält sich aktuell nur noch knapp über 1,07 Dollar. Am Donnerstagabend war die europäische Gemeinschaftswährung nach dem Anschlag in Paris kurzzeitig etwas unter Druck geraten.

Von den Rohstoffmärkten kommen zur Mittagszeit keine großartigen Impulse für den Aktienhandel. Die Ölpreise tendieren uneinheitlich. Der Goldpreis bewegt sich seitwärts, aktuell kostet die Feinunze Gold 1.282 Dollar. Zu Wochenbeginn war sie noch bis auf 1.296 Dollar gestiegen.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.254,69
Differenz relativ
-0,02%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
48,14
Differenz relativ
-2,69%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
45,81
Differenz relativ
-2,32%

Deutsche Bank: Millionenstrafe von der Fed

Die US-Notenbank hat der Deutschen Bank eine Millionenstrafe auferlegt. Grund seien Verstöße gegen Bestimmungen beim Devisenhandel, teilte die Fed am Donnerstag mit. Die Geldbuße belaufe sich auf 156,6 Millionen Dollar. Die Zentralbank wirft dem Kreditinstitut vor, seinen Händlern die Nutzung von Chaträumen zur Kommunikation mit Rivalen nicht untersagt zu haben.

Deutsche Bank in der Park Avenue, New York

Börse 10.00 Uhr: Millionenstrafe für Deutsche Bank

Software AG startet besser als erwartet

Die Software AG ist dank stärkerer Investitionen der Unternehmen in die Digitalisierung gut ins Jahr gestartet. Der Umsatz ging zwar leicht zurück, das war aber vor allem auf einen Rückgang beim Verkauf von Datenbanken zurückzuführen. Im zum Wachstumstreiber erkorenen Geschäft mit Integrationssoftware ging es dagegen deutlich voran. Die Aktie ist zunächst größter TecDax-Gewinner.

BVB-Attentäter wollte an der Börse reich werden

Anderthalb Wochen nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund haben die Ermittler einen Tatverdächtigen gefasst. Der Deutsch-Russe hatte am Tag des Anschlags nach Recherchen von boerse.ARD.de 60.000 Put-Optionsscheine für die BVB-Aktie gekauft. Offenbar wollte der Verdächtige Sergej W. möglichst viele BVB-Spieler verletzen oder gar töten, um die BVB-Aktie zum Absturz zu bringen und dann mit dem Verkauf der Optionsscheine ein Vermögen zu verdienen. Die BVB-Aktie ist heute zunächst der größte Gewinner im SDax.

BB Biotech meldet erfreuliches Quartalsergebnis

Jenseits der großen Indizes hat BB Biotech im ersten Quartal einen Reingewinn von 375 Millionen Franken eingefahren nach einem Verlust von 1,2 Milliarden Franken im Vorjahreszeitraum. Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft setzt auf kleine und mittelgroß kapitalisierte Biotech-Unternehmen. Positive Impulse kamen aus den USA, wo die Abstimmung zur Abschaffung und dem Ersatz von "Obamacare" vorderhand zurückgewiesen wurde.

Philips Lighting mit Gewinnsprung

Philips Lighting: Kursverlauf am Börsenplatz Berlin für den Zeitraum Intraday
Kurs
30,86
Differenz relativ
-8,18%

Der Leuchtmittelhersteller Philips Lighting sieht sich trotz eines erneuten Umsatzrückgangs auf Kurs zu mehr Gewinn. Im ersten Quartal sanken die Erlöse auf vergleichbarer Basis zwar um 0,8 Prozent auf 1,69 Milliarden Euro, wie der Osram-Konkurrent am Freitag in Eindhoven mitteilte. Der Überschuss vervierfachte sich hingegen – auch wegen eines positiven Basiseffekts – auf 61 Millionen Euro.

Accor startet mit sattem Umsatzplus

Der französische Hotelkonzern Accor hat im abgelaufenen Quartal stark von Übernahmen profitiert. Der Umsatz sei im ersten Quartal mit 425 Millionen Euro um 35 Prozent höher gewesen als ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen mit Marken wie Pullman, Mercure, Novotel und Ibis am Donnerstagabend in Paris mit. Das habe vor allem an den Beiträgen der Hotelgruppe Raffles, an Fairmont, an Swissotel sowie den Dienstleistern Onefinestay und John Paul gelegen.

Reckitt Benckiser profitiert von schwachem Pfund

Der britische Reinigungsmittel-Hersteller Reckitt Benckiser hat seinen Umsatz im ersten Quartal nur dank des schwachen Pfunds kräftig gesteigert. Die Erlöse stiegen aufgrund des Wertverlusts der britischen Währung um 15 Prozent auf 2,6 Milliarden Pfund. Rechnet man Währungsschwankungen sowie den Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen heraus, stagnierte die Entwicklung hingegen.

Sony hebt Gewinnprognose an

Sony hat seine Gewinnprognose für das abgelaufene Geschäftsjahr wegen geringerer Kosten um fast ein Fünftel angehoben. Der japanische Elektronikkonzern rechnet nun mit einem Ergebnis in den zwölf Monaten bis Ende März von umgerechnet 2,4 Milliarden Euro. Grund seien niedrigere Kosten in einigen Bereichen wie etwa dem Bildsensoren-Geschäft und weniger Abschreibungen in der Finanzdienstleistungssparte.

Visa erfreut Anleger mit Geschäftszuwächsen und Aktienrückkäufen

Visa: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
85,52
Differenz relativ
+1,15%

Der US-Kreditkartenkonzern Visa hat zu Jahresbeginn weitere Geschäftszuwächse verbucht. Die Erlöse legten verglichen mit dem Vorjahreswert um 23 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar zu. Zudem kündigte der Mastercard-Rivale Aktienrückkäufe in Höhe von bis zu 5,0 Milliarden an. Tags zuvor hatte bereits American Express die Anleger mit starken Zahlen erfreut.

Tesla ruft 53.000 Fahrzeuge zurück

Der US-Elektroautohersteller Tesla muss weltweit 53.000 Fahrzeuge wegen möglicher Probleme mit der Handbremse in die Werkstätten beordern. Betroffen sind die Typen Model S und Model X, die zwischen Februar und Oktober 2016 gebaut wurden. Im Zusammenhang mit der Rückrufaktion habe es keine Unfälle oder Verletzungen gegeben.

1/7

Tesla Motors - hier wird die Elektroauto-Vision wahr

Galerie

Tesla Roadster

Mit diesem Fahrzeug hat Tesla Motors den Grundstein für seinen heutigen Erfolg gelegt: Der Tesla Roadster ist das erste Serienfahrzeug von Tesla. Die Kleinserienproduktion begann im März 2008 und lief 2013 aus. Der Roadster ist ein zweisitziger Sportwagen mit einem 292 PS starken Elektromotor im Heck. Ein Nachfolger soll nach den Worten von Firmenchef Elon Musk aber kommen. Angepeilt ist das Jahr 2019.

Sportwagenliebhaber entdecken sofort die Ähnlichkeit mit dem Lotus Elise, von dem viele Bauteile übernommen wurden. Happig war allerdings der Preis für das Prestigeobjekt mit 109.000 Dollar für die Basisausstattung. Prominente wie der damalige Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, und Schauspieler George Clooney waren trotzdem Fans der ersten Stunde.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 24. Juli

Unternehmen:
Alphabet (Google): Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
Julius Bär: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Philips: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Ryanair: Q1-Zahlen, 07:00 Uhr
Reckitt Benckiser: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Mitsubishi Motor: Q1-Zahlen
TF1: Halbjahreszahlen
Luxottica: Halbjahreszahlen
Halliburton: Q2-Zahlen, 12:50 Uhr
Hasbro: Q2-Zahlen, 14:30 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Markit Einkaufsmanagerindex für Juli, 09:30 Uhr
EU: Markit Einkaufsmanagerindex Euro-Zone für Juli, 10:00 Uhr
Deutschland: Monatsbericht der Bundesbank für Juli, 12:00 Uhr
USA: PMI Verarbeitendes Gewerbe für Juli, 15:45 Uhr
USA: Wiederverkäufe Häuser im Juni, 16:00 Uhr

Sonstiges:
Brüssel: Treffen der EU-Finanzminister (Ecofin)

Darstellung: