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Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht negativ

Leichte Verluste

Dax: Die Pause dauert an

Stand: 23.06.2017, 20:02 Uhr

Die Party an den Aktienmärkten hat in dieser Woche eine Pause eingelegt. Die Marke von 13.000 Punkten bleibt erst einmal unerreicht. Doch einen Boden könnte der Dax jetzt erreicht zu haben.

Wie es an den Börsen weitergeht, weiß natürlich niemand. "Alle haben Angst, die Party an der Börse zu früh zu verlassen," sagt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Für Konjunkturängste gibt es nach Einschätzung von Edgar Walk, Chefvolkswirt Metzler Asset Management, aber keine Veranlassung. Im Gegenteil. Die Weltwirtschaft befinde sich in einem stabilen Aufschwung. "Die Kombination aus solidem Wachstum und niedriger Inflation übe zudem kaum Druck auf die Notenbanken aus, ihre Geldpolitik weniger expansiv auszurichten".

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Börse 20.15 Uhr

Für die Anleger besteht also kein Grund zu Pessimismus. Dennoch hat der Dax auch am Freitag nachgegeben. Zeitweise rutscht das Börsenbarometer um fast ein Prozent auf 12.677 Punkte ab. Erst mit Hilfe der Wall Street, wo der Dow Jones-Index im Handelsverlauf ins Plus dreht, kann der Dax seine Verluste reduzieren und verabschiedet sich schließlich knapp ein halbes Prozent tiefer ins Wochenende bei 12.733 Zählern. Auf Wochensicht bedeutet dies einen Abschlag von 0,15 Prozent.

Die Entscheidung, ob im Dax bei diesem Stand ein fester Untergrund gefunden wurde, um die Rally bis 13.000 Punkte zu starten, müsse auf die kommende Woche vertagt werden, erklärt Jochen Stanzl von CMC Markets. Weil es neue Perspektiven erst nach dem Wochenende geben werde, hätten einige Anleger ihr Geld am Freitag erst einmal „vom Tisch genommen“.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.733,41
Differenz relativ
-0,47%
Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
21.394,76
Differenz relativ
-0,01%

Belastet werden die Kurse von den in den vergangenen Tagen gefallenen Ölpreisen. Die haben sich heute zwar stabilisiert, Experten der Investmentbank JP Morgan rechnen aber damit, dass der Preisverfall weitergeht. "Die Kombination aus einer rekordhohen US-Produktion und dem möglichen Scheitern der Opec-Förderbegrenzung könnte Öl wieder in den niedrigen bis mittleren 40-Dollar-Bereich drücken." Zudem schüren fallende Ölpreise die Furcht vor einem wirtschaftlichen Abschwung, obwohl es dafür keine Anzeichen gibt und sich die Preisschwäche ausschließlich aus dem höheren Angebot ergibt.

Ölpreis: Ende der Talfahrt?

Die Ölpreise haben ihre Talfahrt zunächst nicht weiter fortgesetzt. Bei Börsenschluss in Frankfurt kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 45,54 Dollar und damit 24 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) steigt um 18 Cent auf 43,02 Dollar. Trotz der aktuellen Erholung steuern die Ölpreise auf die fünfte Handelswoche mit Verlusten zu. Seit Montag hat Brent-Öl mehr als drei Prozent und US-Öl fast fünf Prozent an Wert verloren.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
42,96
Differenz relativ
+0,28%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
45,45
Differenz relativ
+0,32%

Euro knapp bei 1,12 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1194
Differenz relativ
0,00%

Der Kurs des Euro hat am Freitag zugelegt. Am Nachmittag stieg die Gemeinschaftswährung erstmals seit Montag wieder über 1,12 US-Dollar bis auf 1,1206 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1173 (Donnerstag: 1,1169) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8950 (0,8953) Euro. Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA schwächten den Dollar und stützten im Gegenzug den Euro. Die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor trübten sich ein und fielen schlechter als erwartet aus. Zudem sind in den USA die Verkäufe neuer Häuser im Mai schwächer als erwartet gestiegen, was allerdings durch eine Revision der April-Zahlen mehr als ausgeglichen wurde.

Commerzbank: Verlust im zweiten Quartal trotz weniger Kosten

Der geplante Stellenabbau bei der Commerzbank kostet das Geldhaus voraussichtlich weniger als gedacht. Das zweitgrößte börsennotierte Geldinstitut Deutschlands rechnet mit einer Belastung von rund 810 Millionen Euro. Bisher hatte sie mit 1,1 Milliarden Euro kalkuliert - verteilt auf die Jahre 2017 und 2018. Weil die Rückstellungen nun aber komplett in diesem Jahr gebucht werden und das Geschäft schwächer läuft als gedacht, erwartet die Bank im zweiten Quartal einen Nettoverlust. Die Aktie fährt Achterbahn und schließt 0,3 Prozent schwächer.

Commerzbank Schriftzug

Börse 14.00 Uhr Commerzbank erwartet nach Rückstellungen negatives Ergebnis im zweiten Quartal

RWE: Sonderdividende verpufft

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19,07
Differenz relativ
-2,88%

Die Ankündigung einer Sonderdividende aus der Rückerstattung der Atomsteuer hat die Anleger von RWE nur kurz aufgemuntert. Nachdem die Aktien in Reaktion auf die Nachricht gegen Mittag noch minimal ins Plus gesprungen waren, knüpften sie zuletzt wieder an ihren Abwärtstrend der letzten Tage an. Bis zum Handelsende fielen die RWE-Anteilscheine ans Ende des schwächelnden Dax um 2,88 Prozent auf 19,07 Euro.

Allianz streicht Stellen

Die Allianz streicht einem Medienbericht zufolge in den kommenden drei Jahren 700 Vollzeitstellen. Der Abbau sei Teil eines Sparprogramms, dem insgesamt 1270 Jobs zum Opfer fielen, berichtete die "SZ". Der Versicherungskonzern begründet die Maßnahmen der "SZ" zufolge im Intranet mit der Digitalisierung.

Allianz AG-Schriftzug

Börse 07.00 Uhr Allianz streicht Stellen

Götterdämmerung bei Toshiba

Toshiba: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
2,37
Differenz relativ
-8,85%

Der japanische Technologiekonzern Toshiba hat heute eingeräumt, dass seine Finanzlage noch dramatischer ist als bisher angenommen. Der Tokioter Aktienmarkt reagierte darauf mit einer Degradierung der Firma ins zweite Börsensegment. Zugleich verschiebt Toshiba zum sechsten Mal seit einem Bilanzskandal 2015 die Vorlage eines Geschäftsberichts. Das Unternehmen schätzt sein negatives Eigenkapital - ein Zeichen für hohe Verschuldung - auf nunmehr umgerechnet rund 4,7 Milliarden Euro zum Ende des im März abgelaufenen Geschäftsjahres.

Abwehrstrategie: Pfeiffer Vacuum kauft zu

Pfeiffer Vacuum: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
135,70
Differenz relativ
+0,89%

Auf dem deutschen Börsenparkett macht Pfeiffer Vacuum von sich Reden. Der Vakuumpumpen-Spezialist kauft in der Abwehrschlacht gegen eine ungewollte Übernahme in den USA selbst zu. Pfeiffer erwirbt die Nor-Cal Products Inc, der Kaufpreis beträgt ohne Barmittel und Schulden 68 Millionen US-Dollar. Die TecDax-Firma finanziert den Kauf überwiegend durch Bankdarlehen.

Südzucker fallen an MDax-Ende

Südzucker: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
18,74
Differenz relativ
-5,33%

Im MDax sind die Südzucker-Aktien ans Ende des Index geffalen. Sie verlieren über fünf Prozent. Die Papiere hatten jüngst die von charttechnisch orientierten Anlegern viel beachtete 50-Tage-Linie nicht nachhaltig überwinden können. Sie gilt als Indikator für den mittelfristigen Trend und verläuft aktuell bei 19,872 Euro. Zudem leiden die Papiere unter der Angst vor schwachen Zuckerpreisen, wenn Ende September die EU-Preisbindung wegfällt.

Fuchs zu heiß gelaufen?

Fuchs Petrolub VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
49,66
Differenz relativ
-1,48%

Abtwärts geht es mit den ebenfalls im Mdax notierten Aktien von Fuchs Petrolub. Hier droht der DZ Bank zufolge die Rückschlagsgefahr. Der Schmierstoffkonzern sei im Branchenvergleich mittlerweile deutlich zu hoch bewertet, schrieb Analyst Heinz Müller in einer Studie vom Freitag. Zudem sollte die Geschäftsdynamik im zweiten Quartal etwas nachlassen

Stada-Übernahme gescheitert?

Stada: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
63,76
Differenz relativ
+0,74%

Auch Stada macht in puncto Übernahme Schlagzeilen. Hier lief in der Nacht die Annahmefrist für die Offerte der Finanzinvestoren Bain und Cinven aus. Heute dürfte die endgültige Annahmequote veröffentlicht werden. 67,5 Prozent der Aktionäre müssen der Übernahme zustimmen, sonst scheitert der Verkauf. Gestern waren es erst 45,3 Prozent. Allerdings ist es durchaus üblich, dass größere Aktionäre ihre Papiere erst kurz vor Fristende andienen. Sollte die Übernahme scheitern, drohen größere Kursverluste. Die Aktien drehen nach anfänglichen Verlusten aber ins Plus.

Tesla: Bald auch Musikstreaming

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
342,80
Differenz relativ
-0,64%

Tesla will künftig auch Autos im weltgrößten Markt China bauen. Hintergrund sind die hohen Einfuhrzölle in dem Land, die die Wagen verteuern. Derzeit laufen Gespräche mit der lokalen Regierung von Shanghai zur Ansiedlung einer Produktion in der Metropolregion. Zudem plant Tesla einen eigenen Musik-Streamingdienst. Das Unternehmen wolle seinen Kunden ein besonderes Fahrerlebnis ermöglichen und dazu gehöre auch, "dass sie jede Musik hören können, die sie möchten", sagte ein Tesla-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Tesla reagierte damit auf Berichte, das Unternehmen sei bereits in direkten Gesprächen mit verschiedenen Musiklabels.

Bastei Lübbe warnt

Bastei Lübbe wird das Geschäftsjahr 2016/2017 voraussichtlich mit einem schlechteren Ergebnis (Ebitda) abschließen als erwartet. Vorläufigen Berechnungen zufolge erwartet das Verlagshaus ein Ergebnis von etwa 5 Millionen Euro. Das ist deutlich weniger als die erwarteten 13 bis 15 Millionen Euro. Für diesen Rückgang sind mehrere Gründe, insbesondere Einmaleffekte, verantwortlich.

lg

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 26. Juni

Unternehmen:
Keine Termine absehbar
Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland, Juni, 10 Uhr
USA: Auftragseingang Langlebige Güter, Mai, 14:30 Uhr

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